Brunimat, Regiomat, Milkomat...

Ich schlage die Augen nach einer kurzen Nacht auf. Es ist Feiertag, ich schlurfe in die Küche und öffne den Kühlschrank, die Milch für meinen Morgenkaffee, ohne den ich den ganzen Tag das Gefühl habe, dass mir irgendetwas fehlt, ist leer! Im Kühlschrank herrscht überhaupt gähnende Leere, nicht einmal ein kleines Ei ist auffindbar! Die Läden haben zu, also auf geht’s! Ich schnappe mir eine leere 1l Flasche und mache einen Spaziergang zu den Amraser Bauern, um einen klaren Kopf in der frischen Luft zu bekommen. In der Philippine-Welser-Straße gehe ich nach einer kleinen Runde im Ambraser Schlosspark zum „Brunimat“ und zum „Regiomat“ – Kühe melken und Eier aus dem Huhn rausdrücken! Dabei Kühe und Kälber beobachten, die in einem kleinen überdachten Pavillon, der am Kuhstall angebaut ist, liegen und offensichtlich entspannt ihr Leben genießen. Beim Bauern daneben gibt’s auch gleich Kartoffeln und Äpfel fürs Mittagessen: Pellkartoffeln mit Spiegelei und frisches Apfelkompott als Nachspeise. Wieso Äpfel aus Südafrika kaufen, wenn der frische Apfel liegt so nah? Mein Vorsatz für das neue Jahr: Noch mehr regionale Lebensmittel kaufen und so meinen Beitrag zum Klimaschutz vergrößern. Falls den Höttingern und Mariahilfern am Neujahrstag die Milch für den Neujahrskaffee ausgehen sollte – in der Schneeburggasse gibt’s den „Milkomat“, leere Flasche nicht vergessen beim Kühemelken! In diesem Sinne wünsche ich euch alles Liebe und Gute im neuen Jahr, mögen eure Vorsätze in Erfüllung gehen und falls nicht alle realisierbar sein werden, macht euch nichts draus, nächstes Jahr habt ihr 365 Tage Zeit euch wieder neue auszudenken!    ...

Innsbruck im Schnee

Innsbruck im Schnee- eine weiße Pracht im Sinne des Tourismus und der Schneekanonen auf den Bergen. Zuckerstreußel auf den Dächern. Doch geht es nicht auch um den Winter Sale, den der Sandler sich nicht leisten kann, als er im braunen Sud der Straße erfriert? Winter, die Zeit des Frierens. Sowohl äußerlich, als auch im Herzen, wenn es um den Schlussverkauf geht. Leopold...

Der Eisvogelfranz

„Wär es nicht nett, wenn ich morgen als Eisvogelfranz kommen würde?“, sagte der Edenstraßer Karl zur Runde am Tisch. So einen Tag vor dem Heiligen Abend als Eisvogelfranz ankommen. Einfach so… „Da würdet ihr doch noch mal kräftig lachen im alten Jahr noch. Oder etwa nicht?“ Ja, warum auch nicht. „Auf Weihnachten ist Verlass“, sagte der Handelsverbandsobmann und alle waren froh. Es war sowieso Glatteis angesagt. Und bei Glatteis stürzten einige immer wieder mal. Fielen hin. Kamen allein oft nicht mehr auf und mussten von der Rettung wieder zusammengeklaubt und im Krankenhaus versorgt werden. So hatten sie auch dort wieder was zu tun. Beinstingl kratzte sich am Hodensack. Was aber nicht weiter auffiel. Er dachte an Frauen, wie immer … Weil ihm das gefiel. Weil das immer schön war, zumindest für ihn. Für das Freundschaftsessen mit Judith etwa hatte Beinstingl viel Geld ausgegeben. Weil er sich was von ihr erwartet hatte? Vielleicht, ja. Nachher hatte er sie nach Hause gebracht. Im Schneetreiben. Und hatte sich doch unter der Tür von ihr verabschiedet. So wie es sich gehörte. Das Fest war schön. Der Unterfraninger und der Oberfranninger waren gut drauf und tranken ihr Bier. Die Vogel Emma tanzte zu den Rhythmen der Band. Die Huber Anna lobte alles über den Klee und die Knapp Emilie war einfach wunderschön.  Der Schobersberger tanzte oder besser hopste ein bisschen herum und war gut drauf. Der Maler Gustav aß ein Ei. Die Ottinger Ulli eine Packung Mannerschnitten. Und die Stöger Nicolette trank zwei Flaschen Bier, und war – wie könnte es auch anders sein – darauf betrunken. Sie tanzte mit einem Mann, den sie gerne als Freund gehabt hätte und den niemand in der Runde kannte. Der Pfanzelter Toni grüßte sie und sie gab...

Nicht’bruck: 11

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 11 Jetzt ist es Spätsommer und wir sind wieder hier, wo wir einst schon waren. Alles ist noch gleich und doch ganz anders. Ich habe Sand zwischen den Zehen und Salz in der Nase. Elektrizität liegt in der Luft, in der Ferne grollt der Donner. Erste Regentropfen kommen mit der heißen Meeresbrise, kühlend setzen sie sich auf durchgeschwitzte Körper. Niemand ist am Strand. Schon tief hinter uns: die Sonne. Und plötzlich! Der große Vorhang geht auf. Wir laufen, um die Kameras zu holen. Das Naturschauspiel beginnt. Ich mache das Foto. 40°26’46.0″N...

Es weihnachtet schwer …...

Ich oute mich hiermit als Weihnachtsmuffel, vermutlich bin ich es deshalb, weil ich mein Trauma aufgrund der Nichtexistenz des Christkinds noch immer nicht ganz überwunden habe. In der ersten Klasse Volksschule (!) wurde ich über diese ernüchternde Tatsache von meiner Religionslehrerin kollektiv – also gemeinsam mit der ganzen Klasse – aufgeklärt. Kein Wunder, dass ich seither in religiösen und spirituellen Angelegenheiten ein bisschen skeptisch bin. Was sich eben im Park der Franz-Greiter-Promenade begeben hat, fällt für mich jedenfalls unter die Kategorie „Weihnachtswunder“. Einige Obdachlose und Ausgegrenzte haben sich dort zum Weihnachtsfest zusammengefunden und mein altes Vorurteil bestätigt: Menschen, die praktisch nichts haben, sind meistens überaus großzügig – sie wollten mich unbedingt auf einen Glühwein oder zumindest ein Bier einladen. Die Anwesenden waren sehr herzlich und wirkten zufrieden, was sie mir erzählten, hätte ich ohne Fotobeweis allerdings nicht geglaubt: Dass sich sowohl US-Präsident Obama als auch Angela Merkel auf dieser improvisierten Weihnachtsfeier eingefunden haben, ist jedenfalls sensationell. Tiroler Politiker(innen) haben sich allerdings nicht blicken lassen, aber das war den Feiernden eh ganz recht. Meine Lehre aus der Geschichte: Auch wenn das Christkind bedauerlicherweise nicht existiert, ist Weihnachten das, was man daraus macht –  und das gilt für das Leben generell.   Fotos von Klaus Schreiner...

Innsbruck, deine Plätze … Munding-Platz...

Weil in ein paar Tagen Weihnachten ist, wollen wir uns heute dem in dieser Zeit weihnachtlichsten Platz in Innsbruck zuwenden. Der Mundingplatz, direkt im Herzen der Altstadt, gebildet von den Enden der Kiebach- und der Schlossergasse und erst seit kurzem benannt nach dem den Platz beherrschenden Café Munding, das vorzügliche süße Köstlichkeiten anbietet, ein schon seit 1803 bestehender Traditionsbetrieb der Innsbrucker Gastlichkeit ist. Ein nettes Café, dessen Einrichtung von Walter und Ewald Guth stammt, einem Architektenbrüderpaar, das unter anderem auch das Befreiungsdenkmal am Landhausplatz entworfen hat. Das Haus, in dem sich das schöne alte Café befindet, ist übrigens das Wohnhaus der Innsbrucker Baumeisterfamilie Gumpp , die es um 1680 erworben und die Fassade neu gestaltet hat. Auffallend daran ein schönes Christophorusfresko von Toni Kirchmaier von 1932 und ein Medaillon mit einer Kopie des berühmten Mariahilfbildes von Lukas Cranach im Innsbrucker Dom. Die reich mit Butten und Ornamenten verzierte Fassade zählt sicher zu den schönsten aus der Barockzeit, die Innsbruck zu bieten hat. Gehen wir die Kiebachgasse ein kleines Stück hinunter, dann stoßen wir auf ein weiteres schönes Haus mit einer stattlichen barocken Fassade. Es ist das Gebäude der ehemaligen Theresianischen Normalschule, die darin in den Jahren 1769-1878 bestand und wohl eine der ersten Innsbrucker Schulen war . Es war ja die die Zeit Kaiserin Maria-Theresias, die bekanntlich die Allgemeine Schulpflicht in Österreich eingeführt hat. Später wurde das Gebäude als evangelisches Pfarrhaus verwendet. Das Haus besitzt einen schönen Innenhof mit schönen barocken Treppen und verglasten Holzbalkonen und einem Renaissancebrunnen, der wahrscheinlich von Christoph Gumpp stammt. Auf alle Fälle sehenswert! Im Gebäude ist auch eine Kapelle, die noch aus der Zeit der Theresianischen Schule stammt, später als erste Innsbrucker evangelische Kirche diente, 1905 leider profaniert wurde und daher nicht mehr besichtig...

Es ist genug für alle da...

Gestern Vormittag vor der Annasäule: Kistenweise werden Obst und Gemüse, Brot und Snacks, Fertiggerichte, Joghurt sowie weitere Leckereien ausgelegt. Auch wenn viele vorerst noch ein bisschen schüchtern schauen, beginnen sich bald die Ersten zu bedienen. Ein bisschen seltsam ist es schon, denn die Lebensmittel sind allesamt gratis – jede/r darf nach Herzenslust zugreifen. Fast unwillkürlich kommt einem der dümmliche Werbeslogan „Ich hab‘ ja nichts zu verschenken“ in den Sinn. Vielleicht sind es gerade solche Sprüche – „Geiz ist geil“ ist ein weiterer –, die unsere Welt kälter und unmenschlicher machen. In Innsbruck werden wie in jeder anderen Großstadt der westlichen Industriestaaten täglich Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen: Obwohl die meisten auch einige Zeit nach dem Ablaufdatum noch gut schmecken und bedenkenlos genießbar sind, müssen sie aus den Verkaufsregalen entfernt werden: In unserer Überflussgesellschaft müssen Verkaufsprodukte superfrisch und makellos sein – die Supermarktketten kalkulieren eine bestimmte Menge an „Wegwerfwaren“ schon in ihre Preisgestaltung ein. Auch die Nahrungsmittelindustrie produziert von vielem viel zu viel, will aber auch die Preise künstlich hoch halten. Zugleich leben auch in Innsbruck viele Menschen, die kaum genug zu essen haben und sich oft mit Kartoffeln oder ähnlich billigen Nahrungsmitteln über Wasser halten. Der Sozialmarkt in der Adamgasse wird regelmäßig gestürmt: Immer mehr Menschen müssen mit kleinsten Pensionen oder der Notstandshilfe auskommen. Die Lebensmittelketten lassen Produkte, die abgelaufen oder leicht beschädigt sind, lieber verbrennen, als sie gratis abzugeben. Schließlich hat man eben „nichts zu verschenken“  – man kann ja nicht einfach die wachsende Zahl der Bedürftigen gratis versorgen, während man von der zahlenden Kundschaft gutes Geld verlangt. Unsere Gesellschaft ist langsam, aber sicher am Zerreißen: Während nach dem Weltkrieg sozialer Ausgleich (nicht unbedingt gleichzusetzen mit echter Gerechtigkeit) für alle politischen Parteien unbestritten war, hat sich inzwischen der neoliberale Zeitgeist durchgesetzt. Während immer mehr...

Kriegsrelikte II: Fliegeralarm!...

Oft begreifen Menschen die Konsequenzen ihres Handelns erst, sobald sie von diesen selbst betroffen sind. Oder dieselben Mittel gegen sie selbst zum Einsatz kommen. Viele TirolerInnen waren begeisterte NationalsozialistInnen – eingepfercht zwischen „Dritten Reich“ und einem Italien unter Benito Mussolini. Der Dezember 1943 war wohl der schlimmste, den Innsbruck je erleben musste. Die Alpenfestungsstadt musste verstehen, dass wer Wind sät, den Sturm zu ernten hat. So kam es, dass eine der grausamsten Errungenschaften des deutschen Blitzkrieges – der industrielle Angriff aus der Luft – sich gegen seine UnterstützerInnen wandte. Die strategisch wichtige Brennerroute geriet ins Visier des allierten Widerstandes und die Bahnwege bzw. Bahnhöfe entlang des Brennerüberganges wurden systematisch ausgebombt bzw. zerstört. Der eine oder andere „Kollataralschaden“ wurde gerne in Kauf genommen und war mitunter Antwort auf das Flächenbombardement von London und gegen die englische Zivilbevölkerung. (Foto: Soldatendenkmal St. Nikolaus) Ein noch bestehendes Erbe sind Sirenen, welche über die ganze Stadt verteilt, auch heute noch jeden Samstag 12.00Uhr in schrillem Ton das Wochenende ankündigen, Feuerwehren alarmieren, aber auch allgemeinen Katstrophenalarm signalisieren. Zur damaligen Zeit bedeutete das heulende Horn: „Fliegeralarm“. Wurde dieser ausgelöst blieben den Menschen meist nur wenige Minuten od. Sekunden um sich in irgendeinen schützenden Unterstand zu begeben und ihr nacktes Leben zu schützen. Zu diesem Zweck trieb die Wehrmacht Stollen in Felsen, oder versuchte Keller zu befestigen. Der „Luftschutzbunker“ war die letzte Hoffnung der gepeinigten Bevölkerung. (Fotos: Bunker Innstraße, Sillschlucht) Im Großraum Innsbruck gab es circa 20 solcher Bunker mit unterschiedlicher Tiefe und Fassungsvermögen. Diese Stollen sind heute weitgehend im Besitz der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) und allesamt gesperrt, oder zur kreativen Nachnutzung freigegeben – z.b. für Champignonzucht. Früher oftmals an Häuserfassaden zu finden, heute nur noch vereinzelt, aber für Unwissende umso irritierender, wenn weiße Pfeile an einer Fassade oder Hauseingängen aufgetragen sind. Diese Pfeile...

DIE WOHNGEMEINSCHAFT @ the early bird...

Die Wohngemeinschaft – eine Stimme, eine Gitarre. Sie betreiben musikalisches Recycling und verhelfen so manchem „abgetragenem“ Song zu neuem Glanz. Ihre Mischung aus jazzig verspieltem Gesang und vielseitiger, rhythmischer und experimentierfreudiger Gitarre schafft es Menschen aus den verschiedensten Stilrichtungen und Altersgruppen zu begeistern. Sie lassen das Publikum an ihrer Freude an der Musik und den Emotionen eines jeden Liedes teilhaben und zelebrieren die Schönheit der Musik. Denn Musik ist mehr als Töne und ihre Pausen dazwischen – es ist die schönste Ausdrucksform der Menschheit. Besetzung: Mirjam Pedrazzoli – Gesang / Sascha Pedrazzoli – Akustikgitarre Am 19. Dezember 2014 um 21 Uhr the early bird (Innstraße 55, 6020...

Koschuhs JAHRMARKT DER HEITERKEITEN 2014 – Der kabarettistische Jahresrückblick...

Es gehört zu den Fixpunkten des Jahresausklangs wie Verwandtenbesuche und kulinarische Exzesse: Der JAHRMARKT DER HEITERKEITEN von Markus Koschuh fasst den alltäglichen Wahnsinn in Lachtränen garantierende Jahresbestform. Eine Geschenkidee auch für Halblustige und alle bekennenden Spaßbremsen! Am 28., 29. und 30. Dezember wird wieder humorvolle Vergangenheitsbewältigung betrieben: Von A wie „Abstiegskandidat Wacker Innsbruck“ über K wie „KoalitionsKnaKKpunKt KalKKögel“bis Z wie „Zaster à la Hypo“. Gewohnt virtuos nimmt Koschuh bekannte Persönlichkeiten aufs Korn, schleudert politische wie auch philosophische Pointenperlen und beweist, dass so ein Jahr locker in zwei Stunden ausgelacht werden kann. Achtung: Die Anzahl möglicher Zugaben wird dabei klug und „situationselastisch“ (c)Verteidigungsminister gehandhabt. Jahrmarkt der Heiterkeiten: 28./29./30. Dezember 2014, 20:14 Uhr, Treibhaus Innsbruck Karten: 0512/572000,  im Treibhaus-Café Auch: 2. Jänner, 20 Uhr, VZ Komma, Wörgl! Karten: www.komma.at,...