Ein Plädoyer für eine liebe Unbequeme...

Dies ist ein Plädoyer für eine liebe Unbequeme. Ich will euch heute erzählen, weshalb ich der festen Überzeugung bin, dass Sonja Pitscheider für das BürgermeisterInnenamt kandidieren können sollte. Das ist ja nicht mehr sicher, seit Georg Willi angekündigt hat, das auch zu wollen, und somit die Frage der Kandidatur auf Listenplatz 1, die laut Innsbrucker Wahlordnung an den Anspruch auf das BürgermeisterInnenamt gekoppelt ist, von den Tiroler Grünen in einer internen Wahl entschieden werden muss. Vorausgeschickt sei: um Georg Willi geht es in diesem Text nicht. Auch nicht um die Genese seiner Kanditatur und die möglichen Gründe dafür. Das ist Basisdemokratie. Es ist völlig in Ordnung. Es geht vielmehr darum, was, nach meinem Dafürhalten und aus persönlicher Erfahrung, gut für diese Stadt ist. Am 14. Juni 2006 wurde Sonja Pitscheider als Gemeinderätin angelobt. Damals war ich schon seit einigen Jahren aktiv im Lobbying für den Umweltverbund in Innsbruck. „Umweltverbund“, das ist die Summe der umwelt- und menschenfreundlichen Verkehrsmittel. Zusammen mit einigen anderen Menschen, die die Schnauze voll hatten von Feinstaub, Blech und Diesel als Resultat der verkehrspolitischen Fehl- und Rückentwicklungen unter Herwig van Staa, hatte ein Bekannter gemeinsam mit mir eine kleine Lobby- und AktivistInnengruppe gegründet mit dem Ziel, unsere Öffis durch gezielte Information an politische EntscheidungsträgerInnen und Verkehrsunternehmen zu verbessern, Fahrgastanliegen durchzusetzen, vor allem aber auch den Autoverkehr zurückzudrängen. Als seit jeher Grün-affiner Mensch hatte ich bei den Grünen dafür naturgemäß von Anfang an meine primären politischen AnsprechpartnerInnen, wobei auch eine Rolle spielte, dass Gerhard Fritz, umtriebiges grünes Urgestein und heute glücklicherweise unser Planungsstadtrat, und Uschi Schwarzl, nicht minder umtriebig und urgesteinig, die einzigen PolitikerInnen waren, die schon 1999 per E-Mail Fragen beantworteten, Anregungen aufnahmen und ausführlich über Sachthemen diskutierten. Ihnen ist es geschuldet, dass ich nicht schon am Anfang die Lust an der Zusammenarbeit...

Innsbrucks moderne Kirchenbauten – Pfarrkirche Allerheiligen....

Sehr massiv sieht sie aus, die Kirche in Allerheiligen, die wir heute bei unserem Spaziergang zu Innsbrucks modernen Kirchen besuchen wollen. Erbaut nach Plänen von Clemens Holzmeister – einem der bekanntesten Architekten des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht nur in Tirol – von dem hierzulande einige Kirchen entweder neu errichtet wurden oder umgebaut – strahlt sie das Flair des Trutzigen, Burgähnlichen aus, wird hier doch vieles zitiert, was in Tirol ausgehend von der Gotik mit ihren spitzen Dächern und Zinnen bekannt ist. Es ist altes Kulturland, auf dem die heutige Siedlung Allerheiligen in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden ist. Funde aus der Stein- und Bronzezeit belegen jedenfalls eine schon sehr frühe Besiedelung dieses Gebietes, ähnlich wie auch in Hötting, wo ebenfalls schon sehr früh eine Siedlungstätigkeit nachgewiesen wurde. Den Namen Allerheiligen bekam dieses Gebiet schließlich von einer bereits 765 zu Ehren des bairischen Bischofs Korbinian geweihten Kapelle, deren Nachfolgebau ab dem Jahr 1375 als „Allerheiligenkirche“ bezeichnet wurde. Zu dieser Zeit gab es dort ja nicht viel mehr als ein paar Bauernhöfe wie etwa den „Kerschbuchhof“ und eben eine Kapelle, die dann sogar in das Jagd- und Fischereibuch Kaiser Maximilians Eingang gefunden haben. Heute erinnern an diese bereits 1786 profanierte Kirche noch die Allerheiligenhöfe und die gleichnamige Bahnstation. Da diese Siedlung immer größer wurde – schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden hier immer mehr Siedlungshäuser und auch eine Notkirche, zu der ein ehemaliger Heustadel umgebaut worden und dem heiligen Georg geweiht war. 1937 wurde an diese Notkirche eine Notschule angebaut, woraus ersichtlich ist, dass die Siedlung bereits in dieser Zeit schon sehr groß gewesen sei  musste. 1961 wurde es schließlich ernst mit dem Neubau einer Kirche für diesen Stadtteil. Wobei das Ganze auch nicht einer gewissen Bizarrerie...

Luftsprünge at Kulturbackstube w/PeterPiek...

Mit seinem neuen, vierten Album „+“ im Gepäck kehrt Allroundkünstler Peter Piek diesen Mittwoch, den 1. Februar, in die Kulturbackstube zurück. Um 19 Uhr wird er eine Ausstellung seiner Malerei eröffnen – diese läuft dann einen Monat lang – und ab 20 Uhr wird Piek musizieren. dada: https://www.facebook.com/events/1868495776728951/ Oopsy daisy, weiters wird er schon am 31.Jänner zwei Stunden zu Gast bei Freirad 105.9 sein, bei rechtzeitiger Voranmeldung kann mensch da live anwesend sein, genauere Infos unter https://www.facebook.com/events/156513514847337/ Seit er das letzte Mal in der Bäckerei war, habe ich ein T-Shirt, auf dem sein Porträt zu sehen ist, yep Klamotten macht er unter anderem auch. Es liegt bereit, nicht unweit eines Posters von Piek mit Blume im Mund. Werde den Rest des Outfits nach seiner Sprungtauglichkeit auswählen, denn vielleicht wird ja das neue Video zu dem Song “1st Song“ nachgestellt, so in einer Anti-Mannequin-Challenge-Manier, wo nicht stillgestanden sondern mit viel Schwung in die Luft gesprungen wird. Was ich mir erwarte und erhoffe: eine Party mit einem Touch Fasching, ein Mix von runden Bildern ausgelösten Konfettiregen-Emotionen und schwungvolle Dancemoves. Und nun beamen wir uns noch geschwind nach Island und stellen uns auf die Luftsprüngemood für Mittwoch ein, watch this: www.peterpiek.com...

„Ich verbinde Wissen mit Macht“...

Jeder Gegenstand, der lebt, spielt in gewisser Weise eine Rolle in unserem Leben. Seine Bedeutung ergibt sich oft aus dem Zusammenhang, aus seinem Gebrauch oder seiner Form. Oder dem Zweck, für den er gemacht wurde. Brücken sind eine faszinierende Erfindung. Man könnte sagen, sie sind die Retter der Welt. Wo wären wir Menschen heute ohne Brücke? Es wäre schwierig, ja beinahe unmöglich, bestimmte Hindernisse wie Ozeane oder Flüsse zu überwinden. Wir wären gezwungen, auf einer Seite zu bleiben, einseitig, jedenfalls unvollständig. Brücken schaffen Verbindungen, und zwar auf Dauer. Und das schönste ist: diese Verbindungen werden auf einem festen Fundament gebaut. Müssen sie, da die Brücke sonst einzustürzen droht, was ja gelegentlich auch passiert. Selten, aber doch. Wie es im Fall der Reichsbrücke in Wien geschehen ist. Im August 1976 war das. Innsbrucks Brücken scheinen sicher und vor Einstürzen gefeit. Zum Glück. Sie wirken allesamt massiv und fest. Was aber wissen wir über Innsbrucks Brücken, habe ich mich in diesen Tagen gefragt. Wenn wir ehrlich sind: Wenig, was irgendwie schade ist. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich dieser faszinierenden Bauwerke anzunehmen und sie einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Sind diese doch gewissermaßen Pfeiler unseres Zusammenhalts, unseres Zusammenlebens, und werden insofern gerne und konsequenterweise als Bild dafür verwendet oder politisch beschworen. Es sprechen also einige Gründe dafür, hinter die Fassade und unter das Tragwerk zu blicken und sie nicht nur aus pragmatischen Gründen zu überqueren, die Brücke. Den Beginn mache ich mit der Universitätsbrücke, dieser alten Dame, die ein bisschen westlich außerhalb Innsbrucks Zentrum liegt und, wie der Name schon sagt, ihren Namen von der nahe gelegenen Universität erhalten hat. Aber fragen wir sie selbst, ich habe ein kleines Gespräch mit der Universitätsbrücke geführt, und sie nach ihrem Wesen, ihrer Art zu leben und ihren Vorlieben befragt....

Dem Kaleidoskop der Liebe auf der Spur...

Wo die Liebe hinfällt, kann man dem Gras beim Wachsen zuhören. Zusehen. Die Liebe ist das Schloss zur Einlösung all unserer Wünsche und Träume. Wer im Besitz ihres Schlüssels ist, dem steht der Weg zu einem unermesslichen Königreich offen. Aus Nichts als der bloßen Zauberkraft der Poesie speist sich Ruth Beckermanns origineller wie berührender Liebesfilm Die Geträumten. Darin wird die Geschichte des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan erzählt, die Geschichte einer unerfüllten Liebe. Und zwar eine sehr eindringliche. Der Fortgang des Films wird nicht von Handlung bestimmt, von Schnitten und Bildfolgen im klassischen Sinn, vielmehr steht hier die für sich selbst stehende Kraft der Worte im Mittelpunkt des reduzierten Geschehens. Zwei Protagonisten stehen in einem Tonstudio und lesen sich gegenseitig die gegenseitig verschickten Briefe der beiden Schriftsteller Bachmann und Celan vor, eben der beiden Liebenden der Wörter. Dargestellt oder gelesen wird das Alles authentisch und glaubwürdig von der Musikerin Anja Plaschg alias Soap&Skin und ihrem jungen Schauspielerkollegen Florence Rupp. Ihre Briefliebe, ihr amouröses Unglück, erstreckt sich über den Zeitraum von rund zwanzig Jahren, von Ende der 1940er Jahre quer über die Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders der 50er und 60er Jahre. Eine sehr lange Zeit, eien bewegte und eine bewegende Zeit, in der sie sich wohl auch öfters getroffen haben, jedoch werden diese Treffen weder erörtert noch filmisch gezeigt. Die gesamte Dramaturgie des Films dreht sich um den Briefwechsel, was langweilig klingt, aber ungeheuer spannend ist. Allein diese Briefe und die darin aufgezeichneten Worte ergeben so etwas wie eine Dramaturgie, den roten Faden der Handlung. Den feinsinnig und lyrisch gesponnenen Faden der Liebe, könnte man auch sagen. Die Tragik ist, dass es den beiden zeitlebens verwehrt blieb, ihre Liebe in eine tragfähige Bindung, eine auch im Alltag funktionierende Beziehung...

Radln bei Schneefall in Innsbruck – der neueste Trend, oder sind die „plemplem“?...

Am Montag war es wieder soweit. Schnee wohin das Auge reicht. Auf den Straßen der Landeshauptstadt bewegte sich der zähe Morgenverkehr auf Grund der eisigen Temperaturen und der schneebedeckten Straßen noch zäher als üblich. Die Fahrbahn wechselte ab zwischen schneeweiß oder matschig braun – daran war erkennbar, wo in der letzten Stunde ein Schneeräumungsfahrzeug gefahren ist. Hohe Schneeberge, vom Schneepflug beiseite geräumt, trennten den Gehsteig von der Fahrbahn. Die Bodenmarkierungen waren nicht zu erkennen und ich war trotz Schneefalles froh, mit zu Fuß vom Bahnhof ins Büro zu gehen. Inmitten des frühmorgendlichen Schneechaos fielen mir aber dann einige Personen auf, welche sich auf ihrem Fahrrad zwischen Bussen, LKW’s und Autos auf schneebedeckter Straße ihren Weg durch die Stadt bahnten. Auch auf dem Gehsteig waren vereinzelte Radfahrer unterwegs – denen war die Straße wohl doch etwas zu gefährlich. Auf der einen Seite war ich fasziniert von der Körperbeherrschung, welche die lebensmüden und meist helmlosen „Snowbiker“ an den Tag legten. Auf der anderen Seite hatte ich große Lust, jeden Einzelnen davon vom Rad zu hauen – denn ich kann es einfach nicht begreifen: Wie kann man sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer nur solchen Gefahren aussetzen? Dass der Straßenverkehr gefährlich ist, wird von der Anzahl der Unfalltoten im Straßenverkehr jährlich dokumentiert und ist traurig genug. Wie kann es dann sein, dass es so viele hirnlose und rücksichtslose Personen gibt, die meinen das Schicksal herausfordern zu müssen? Es ist für mich unbegreiflich. Vor allem waren nicht nur junge Studenten unter den Bikern, sondern auch ältere Damen und Herren stürzten sich mit dem Fahrrad ins Schneegestöber. Ich bog an der Triumpfpforte ab, Richtung Bergisel. Auf Höhe des Wettercafes erblickte ich ein Polizeiauto, welches im Stau stand. Mindestens 2 Radfahrer überholten die Beamten auf der...