Wissenschaft zu Grabe getragen...

Etwa 300 Studierende und Universitätsangehörige haben heute Nachmittag auf dem Geiwi-Vorplatz symbolisch das Wissenschaftsministerium zu Grabe getragen. Neben den VertreterInnen der verschiedenen ÖH-Fraktionen sprach auch Rektor Tilmann Märk zur Trauergemeinde – unisono zeigten sich die Anwesenden entsetzt über die Kleingeistigkeit der Bundesregierung. Über weitere Protstaktionen wird provi natürlich berichten. Foto: Kathrin...

Bildungsdemo in Innsbruck...

Mehr als 300 Menschen zogen heute durch die Innsbrucker Innenstadt, um gegen die Bildungspolitik der Regierung zu protestieren. Vor allem kritisieren die DemonstrantInnen die geplante Dienstrechtsreform für künftige LehrerInnen, die deutlich mehr Arbeitsbelastung bei gleichzeitigem Einkommensverlust bedeutet. Innsbrucker Lehramtsstudierende haben die wichtigsten Punkte in einem sehenswerten Webvideo dargestellt....

Leise verrottet …

Das sonnige Winterwetter der letzten Tage hat immer wieder zu Spaziergängen eingeladen. Wer am östlichen Stadtrand Innsbrucks wohnt, kommt dabei unweigerlich an zahlreichen Gemüsefeldern vorbei, vor allem dann, wenn man auch in der kalten Jahreszeit noch etwas Sonne tanken möchte. Wer seinen Blick auf den Boden senkt und die Überreste der Ernte des vergangenen Jahres anschaut, dem drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie viele Lebensmittel verschwendet werden. Die Spuren dieser Verschwendung sind überall zu beobachten, wo Karotten in den Acker eingepflügt wurden und deren zerstückelte Überreste in der Wintersonne verrotten, oder an Häufen, wo Kartoffeln, Zwiebeln und Sellerie achtlos zusammengeworfen vor sich in gammeln. Europaweit werden pro Kopf und Jahr rund 280 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Etwa ein Drittel verschwenden die Verbraucher. Weltweit werden jährlich 1,3 Milliarden Tonnen weggeworfen. Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Wertschöpfungskette weltweit. In Europa wird etwa rund die Hälfte der Lebensmittel für den Müll produziert. In Valentin Thurns Film „Taste the Waste“ heißt es, dass die im reichen Norden weggeworfenen Lebensmittel die Hungernden der Welt dreimal ernähren könnten. Mich wundert das nicht im Geringsten. Außerdem wäre interessant, wie viele Kessel von Gemüsesuppe und Erdäpfelgulasch allein aus dem Wurzelgemüse erzeugt werden könnten, das in Arzl, Rum und Thaur der Verrottung preisgegeben wird, und wie viele Menschen damit wie lange ernährt werden könnten. Roland Steixner...

Tag der Menschenrechte: Solange Menschen abgeschoben werden, ist uns nicht nach Weihnachten zumute...

Vor 65 Jahren, am 10.12.1948, verabschiedete die Vollversammlung der UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Jedes Jahr erinnert der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember daran, wie wenig immer noch diese Rechte in der Realität anerkannt und realisiert werden. Die INITIATIVE BLEIBERECHT, ein Zusammenschluss aus 32 Organisationen die sich für die Rechte von Flüchtlingen in Tirol einsetzen, organisiert am 10. Dezember aus diesem Anlass Aktionen zur zunehmend militarisierten Abwehr von Flüchtlingen und zum anhaltenden Sterben an den Aussengrenzen der EU und zur Abschiebung von Menschen aus Tirol. Unter dem Motto "Solange Menschen aus Tirol abgeschoben werden, ist uns nicht nach Weihnachten zumute!" findet dabei in Innsbruck von 11:00-13:00 und von 16:00-18:00 Uhr eine Flyeraktion an der Annasäule statt. Am Abend um 19:30 präsentiert die Initative Bleiberecht die Preview des bisher noch nicht öffentlich gezeigten neuen Kurzfilms "SCHNEEGLÖCKCHEN" im Leokino.. Die Regisseurin Jenny Gand wird dabei anwesend sein und eine Einführung in den Film geben mit anschließender Diskussion zum Thema Flucht und Asyl. Jedes Jahr nach der Schneeschmelze werden in den Wäldern der Slowakei und Ukraine, an der Außengrenze der EU, die Leichen erfrorener Flüchtlinge gefunden. Sie werden „Schneeglöckchen” genannt. Eine kleine Gruppe von Flüchtlingen versucht mit Hilfe von „Schleppern“ die grüne Grenze zwischen der Ukraine und der Slowakei zu überwinden. Darunter ist der 33-jährige Yassir aus Somalia und Seda, eine Armenierin, die mit ihrer 12-jährigen Tochter Armine versucht, nach Österreich zu flüchten. Dort hofft sie ihren Mann und Armines Vater Hanri wieder zu treffen. Aber die Flucht wird durch den Verlust von Armines Glücksbringer, einer Schneekugel, gefährdet … SCHNEEGLÖCKCHEN ist ein Film über Hoffnung und Träume, aber auch über die Härte des Lebens im modernen Europa. Als verhältnismäßig kleines Projekt widmet sich „Schneeglöckchen" einem großen sozialen Anliegen: Der...

Fadlviera – Mundart Indie Rock aus dem Unterland...

Vor bald zwei Wochen hat die vielköpfige Band Fadlviera, bestehend aus Moni Atzl-Klinger (Gitarre, Gesang), Andi Atzl (Schlagzeug), Wawa Klikova (Gitarre, Gesang) und Christian Happacher ((Kontra-)Bass), zwei Jahre nach Gründung der Band beim Rattenberger Advent endlich ihre erste CD im Bergbauernmuseum z‘Bach in der Wildschönau präsentiert. Auf dem Album „Unter’m Hund“ sind sechs Lieder vertreten, die aus dem immensen Repertoire der Band ausgewählt und von Sebastian Keller im Soundsolutions Studio in Altenstadt aufgenommen worden sind. [video:http://youtu.be/TJgQUKyj0aw] Die Musik schreiben die Unterländer selber und legen dabei sehr viel Wert auf Authentizität und Liebe zur Musik. Auch wenn der dabei verwendete Dialekt zunächst den Zugang zur Musik zu erschweren scheint, ziehen die Melodien, Stimmen und das Arrangement auch Leute in den Bann, die vorher keinen Kontakt zu der Sprache hatten. Wer sich dann zu den Inhalten der Lieder durcharbeitet, wird dort auch bald mit tirolerischer Atmosphäre und dem echten Leben konfrontiert. So bieten die Lieder vermutlich einem jeden Anknüpfungspunkte durch geteilte Emotionen und Gefühle. Neben schmachtigen Liebensliedern (I sieg di, Bauchgfühl) reicht das Repertoire allerdings auch bis zu poppigen Liedern zum Mittanzen und Mitsingen (Neis Jahr). Mein persönliches Highlight des Albums ist Es wead bessa, bei dem alle Refrains unterschiedlich arrangiert sind. Wer allerdings Heimatliebe durch die rosarote Brille sucht, ist bei den Fadlvieran am falschen Platz. Die vier leben gerne in Tirol, allerdings haben sie auch die kritische Distanz, um Herkunft und Tradition nicht zu verklären. Sie schaffen es, was vielen nicht gelingt: die Liebe zur Heimat und zum Dialekt auszudrücken, ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. Das Steckenpferd der Fadlviera ist allerdings das Livespielen. 2012 und 2013 wurden die Fadlviera bei dem MUNDartG’Song in St. Johann am Pillersee jeweils mit dem zweiten und dritten Platz belohnt. Darüber...

Frauen feiern Geburtstag...

Das AFLZ (Autonomes Frauen Lesben Zentrum), ein Verein, der sich vor 30 Jahren, 1983, von einer Gruppe engagierter Frauen gegründet wurde, feiert am Samstag, den 7. Dezember, seinen Geburtstag. Ein Blick zurück zeigt, wie schwer es für Frauen damals war- die Rechte auf freie Bildung, Chancen bei der Berufswahl und Gleichstellung waren kaum gegeben, in der Politik selten ein Thema; häusliche Gewalt gegen Frauen wurde tot geschwiegen, beinahe in Kauf genommen, nur um ein vermeintlich intaktes Familienbild zu reproduzieren. Genau dagegen kämpften Feminist_innen an- und auch das AFLZ, denn es bat und bietet auch heute noch einen geschützten Raum für Frauen, um sich über ihre Situationen austauschen zu können, die Chance zu haben, darüber gemeinsam zu reflektieren und damit eine Basis für Verbesserungen schaffen zu können. Es bietet damit auch den einzigen Frauenraum in Westösterreich. Das Zentrum bietet verschiedene Aktivitäten an: Selbstverteidigungkurse und eine Chorgruppe, Barbetrieb und Lesungen, Tauschmärkte und verschiedenen selbstorganisierten Tätigkeiten. Im Fokus liegt die Verbesserung von Lebensrealitäten, mit denen Frauen und Lesben konfroniert sind und das wird immer, auch mit neuen, zum Teil positiven Entwicklungen, ein harter Kampf bleiben. Das Geburtstagsfest findet am 7. Dezember von 17-21 Uhr im AFLZ in der Liebeneggstraße 15 (mit Bühnenshow zur AFLZ-Geschichte, Kunstinstallation von Angela Zwettler und Buffet) und weiterführend von 21:30 im Z6 in der Dreiheiligenstrasse 9 ( Live-Act von "Les Reines Tyroliennes", Filmpremiere "Rückblick Gegenwart" und Disco) statt. Das Fest richtet sich an Frauen und ist auch nur offen für jene, dies bedeutet aber in keinsterweise, dass Männer sich nicht auch für Gleichstellung einsetzen können. Autorinnen: Carina Moizi und Sarah Milena Rendel...

ambras

natuerlich gesperrt die halbstuendigen fuehrungen natuerlichen gesperrt macht nichts    aber dafuer    dafuer aber    und das kann niemands befehlen pisse ich den brunnen im park dessen wasser nunmehr vergiftet hinunterfließt die bleirohren hinunterfließt    hinunter    rinnt    als bier zu stadt norbert c. kaser (2.5.69) Foto: wikipedia / Manu25 ...

Retrospektive Utopien – Tirolissimo Gala 2013...

«Die Werbebranche, gerne als Kreativszene bezeichnet, sollte sich ihrer Aufgabe bewusst sein und sich mit der Rolle des illustren Nebendarstellers nicht zufrieden zu geben» – soweit das Selbstverständnis der Tiroler Werbebranche. [video:http://youtu.be/1782VfxdIZ4] Für Napalm war das wieder einmal der richtige Impuls ein neues Experiment zu wagen. Dieses Mal im Rahmen der Tirolissimo-Gala 2013, jenem Ort, an dem sich ebendiese Werbebranche in Szene setzt und wo die «illustren Nebendarsteller» zu «illustren Hauptdarsteller» werden. Meinungen, Ansichten und Darstellungen vermischt mit einer Brise Ironie, Wissenschaftlichkeit und der Entkontextualisierung von Werbung. MARCO...

Hierzulande – braune Flecken in Innsbruck...

SS-Studentensturmführer Gerhard Lausegger und die SS-Untersturmführer Robert Duy und Walter Hopfgartner ermordeten im Zuge des Innsbrucker Novemberpogroms 1938 den jüdischen Ing. Richard Berger. SS-Studentensturmführer Dr. Gerhard Lausegger ein gebürtiger Klagenfurter, studierte Jus in Innsbruck, war Mitglied und Sprecher der Burschenschaft Suevia, Obmann der schlagenden Verbindungen Innsbrucks, oberster Chef der Sicherheitsexekutive und Adjutant der 87. SS-Standarte. Er wurde 1945 von Mitgliedern des britischen Militärs in Kärnten festgenommen und dort im Mai 1946 vom Sohn des ermordetenRichard Berger – Frederik R. Benson entdeckt. Im März 1947 konnte er mithilfe eines Ausweises des Internationalen Roten Kreuzes über Südtirol nach Argentinien flüchten, wo er als Nicolo Gracea am 20. Dezember 1966 bei einem Unfall ums Leben kam. Seitdem wird beim Ehrendenkmal (siehe Foto) der deutschnationalen Burschenschaft Suevia am Innsbrucker Westfriedhof sein Name geehrt – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Friedhof. Mehr Infos...

Baumschlachten auf der Innpromenade...

In diesen Tagen bietet die Franz-Gschnitzer-Promenade ein trauriges Bild und daran ist nicht der Novembernebel schuld: Reiheweise werden Bäume für den Kanalbau gefällt und die Grünen, die noch vor der letzten Gemeinderatswahl lautstark dagegen protestiert haben, sind plötzlich ganz leise. Stefan schreibt in Facebook dazu: Vor der Gemeinderatswahl 2012 wurde auf diesen Bäumen, je ein Grün-Wahlkampfplakat mit dem Slogan "Dieser Baum bleibt" befestigt. Wieso wurden sie nun dennoch gefällt? ...