Innsbruck, Du Stadt der Weltverbessernden...

              Ein beschauliches Städtchen, umringt vom Alpenpanorama, durchzogen mit kitschiger Bergromantik garniert mit Dirndl und Lederhosen. Wer hier herkommt sucht den Almöhi, trink Gösser Radler, belauscht das Glockengeläut der grasenden Kühe auf den sattgrünen Wiesen. Dazu gibt’s a Brotzeit. Die perfekte Idylle. Niemand erwartet hier den Aufstand der Anständigen, das Aufbranden der Humanist*innen, das Erstarken der Revolutionäre, die Zusammenkunft der Herzensguten, eine Ansammlung von Menschen, die über die Berge schauen, die Welt mit offenen Armen empfangen, obwohl sie, umringt von den steinernen Giganten so wenig vom Leid der Welt teilen. Innsbruck, Du Cosmopolitin. Du einsame Kämpferin mit hochgestreckter Faust, die Du Dich aufbäumst gegen die Abgeschiedenheit und öffnest für eine Welt ohne Grenzen, in der alle Menschen gleich wertvoll sind. Auch das ist eine Idylle. Gerade weil man das Ortseingangsschild mit dem Beiwort „Hinterwald“ untersetzen könnte, wird sie immer bunter, beinahe agressiv menschenfreundlich und will willkommenheißen. Die Eingeborenen und Nachgeborenen bilden ein Potpourri der Möglichkeiten,sie verbinden Tradition mit Weltenkult, Alphorn mit Saz, Käsespätzle mit Berliner Weiße. Innsbruck, Du Weltenbürgerin. Du willst allen beweisen, dass Du anders kannst, dass es eine Welt jenseits von Kleinkariertheit, blindem Konservatismus, Rückgewandtheit, Revisionismus und Achselzucken gibt. Du willst bewusst hinschauen, zuhören, mitfühlen und anpacken. Mitreißend sind Deine wie eine Alpenwiese in Blütenpracht sprießende Vielfalt. Motivierend wirkt Deine Bekenntnis zu Progressivität und Überraschung. Einladend ist auch Dein Charme, dieses schelmisch-verspielte Lächeln, wenn noch unklar ist, ob dieses Mal über den Wolken die Sonne scheinen wird. Wer hier herkommt und Deine Qualitäten als Stadt für Weltverbessernde erkennt, der bleibt. Susanne...

Erste Innsbrucker Songwerkstatt – Eindrücke...

Schön und gut besucht war er, der erste Termin der Innsbrucker Songwerkstatt im Wonnemonat Mai, so schön, dass ich dorthin eingeladen wurde, ein paar Fotos zu machen und Thomas Riesner plant, sie auf 10 Termine zu erweitern. Einige Grundlagen des Songwritings wurden vermittelt (z.B. Bridge, Refrain, Chorus, Silbenspiel, Hook) und es konnten mitgebrachte eigene Songs vorgetragen werden – in einem von Thomas Riesner humorvoll und offen gestalteten Ambiente. Nachdem ein Song präsentiert wurde, gab es eine Feedback Runde, was ja bei künstlerischem Schaffen extrem wichtig ist, damit die Wirkung des Kreierten ausgetestet werden kann. Thomas nannte den anschließenden Programmpunkt die „Schlaumeier Runde“, also so quasi: Ich bin jetzt schlau und sage dir, was an deinem Song noch verbessert werden könnte. Interessant die Eindrücke der Anderen zu hören und neuen Input zu bekommen, was ja beim Schreiben im stillen Kämmerlein zu kurz kommen kann. Zudem wurde ein von einer großen Plattenfirma abgelehnter Song einem angenommenen Song gegenübergestellt – jeweils von der gleichen Band. Zum Schluss ein Spruch von Thomas, der mich schmunzeln ließ: Intelligente Menschen vergessen viel (etwa ihre eigenen Songtexte oder sonstige Sachen, berühmtes Beispiel Sängerin und Songwriterin Sia). Songwriting Workshop Termine: 11. Juni, 9. Juli, 6. August, 10. September um 14 Uhr im Spielraum für Alle Innsbruck. Intensivkurs an der Landesmusikschule Mittleres Oberinntal im Schuljahr 2017/18, wöchentlich Mittwoch abends in Stams. Info und Anmeldung auf www.song-werkstatt.at...

Frühjahrsputz im Kleiderschrank...

Kleider machen ja bekanntlich Leute. Manchmal machen Kleider Leute auch verrückt, weil sie nämlich zu viele davon haben und diese sich unübersichtlich im Kleiderschrank türmen. Angezogen wird im Endeffekt dann immer das Gleiche, nämlich das, was gut erreichbar ist. In den hinteren Reihen türmen sich neben tief bereuten Fehlkäufen auch längst vergessene gute Stücke, in die man wieder reinwachsen will oder die man sich für besondere Anlässe vorbehält. Kurz gesagt: Im Kleiderschrank mischen sich Fehler aus der Vergangenheit mit Zukunftsvisionen und nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was wir dort vorfinden, spiegelt die gegenwärtige Lebensrealität wider – auf der ständigen Suche nach Veränderung, Verbesserung, letztendlich nach sich selbst. Die Modeindustrie freut sich und wir verlieren dabei ziemlich schnell den Blick auf das Wesentliche. Frühjahrszeit ist dabei vielleicht die perfekte Zeit, um Bilanz zu ziehen und einen realistischen Blick hinter die Kulissen der eigenen (Typ-)Veränderung zu werfen. Wer möchte nicht entschlackt und leicht in den Sommer starten? Weil es manchmal ja schwerfällt, auf eigene Faust aktiv zu werden, lohnt es unter Umständen, sich externes Expertenwissen zu Nutze zu machen. Gerade feiert im Netz die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo Hochkondor äh -kontur. Ihr Tipp: Raus mit ALLEM und im Zimmer auf einen großen Haufen werfen. Ja, das kann schon mal den ein oder anderen beeindruckten Aha-Moment hervorrufen und vor allem die Frage: Brauche ich das alles WIRKLICH? Sehr gut, damit ist ein erster Schritt getan, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Der nächste Schritt besteht laut Kondo darin, jedes Kleidungsstück einmal in die Hände zu nehmen und sich dabei zu fragen: Macht dieses Ding mich glücklich? Wird diese Frage intuitiv mit Nein beantwortet, wird es aussortiert. Für weniger emotional geleitete Faktenfreaks empfiehlt sich für derartige Entscheidungsprozesse vielleicht eher eine persönliche Langzeitstudie: Dabei werden...

#diskursiv: Schall und Rauch – das Denken der Weltverschwörungstheoretiker...

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe #diskursiv des Kulturkollektivs Contrapunkt begrüßen wir Thomas Rammerstorfer. Er ist Journalist, Referent und recherchiert u.a. zu Verschwörungstheorien. Dafür laden wir ihn am 5. Juni um 20:30 in Die Bäckerei ein. Die Medien werden zentral gesteuert. 9/11 war ein „Inside Job“. Es gibt keinen Klimawandel. Hinter allen spektakulären Terroranschlägen der letzten Jahre stecken CIA und Mossad. Die Bilderberger, die Freimaurer, die Illuminaten, die Juden und/oder Satan regieren heimlich die Welt. Die meisten Naturkatastrophen werden künstlich erzeugt. Es gab nie eine Mondlandung. Nazis haben UFOs gebaut und Außerirdische die Pyramiden. Impfungen nutzen nur der Pharmaindustrie. Die Erde ist in Wirklichkeit hohl. Und auch hinter dem „Islamischen Staat“ steckt Israel. Man könnte diese Aufzählung mehr oder weniger gängiger Verschwörungstheorien fortsetzen. Vermutlich sogar tagelang. Rechte und Linke, Islamhasser und Anhänger*innen des politischen Islams, Christ*innen jeder Facon, Sekten-, Esoterik- und Satans-Jünger*innen, gutmütige Hippies und hasserfüllte Pöbler, sie sind sich oft in einem einig: Nichts ist so wie es scheint. Alles wird gesteuert. Die Geschichte ist nicht eine Geschichte der politischen, ökonomischen und sozialen Konflikte, sondern schlicht eine der Verschwörung mehr oder weniger unbekannter Mächte; je nach persönlicher Vorliebe mal gegen die „deutsche Rasse“, gegen das Christentum, gegen den Islam oder gar gegen die Menschheit an sich. Es gibt weder Zu- noch Unfälle. Überall steckt ein geheimer Plan dahinter, und der führt ins Verderben. Die Vorstellungen einer Weltverschwörung sind alt. Verschwörungstheorien haben aber durch die modernen Medien, insbesondere das Web 2.0 eine neue Dynamik erfahren. Im Sekundentakt werden dort absurde Theorien und dreiste Lügen über den Globus gejagt. Geglaubt wird, was man glauben will, was sich mit bereits vorhandenen Vorurteilen deckt, was das „Wiederlegen“ der Horrorgeschichten noch schwieriger macht. Dazu wird argumentiert, es habe in der Geschichte ja tatsächlich auch Komplotte...

„Amtlich bestätigt“: Der BPS ist innovativ. Und wie!...

Einige können sich wohl noch erinnern, viel zu viele werden sich aber auch denken: verdammt noch mal, warum war ich zuletzt beim Oktober-Slam nicht in der Bäckerei. Denn es war ein echtes Fest. Zum einen ein Geburtstagsfest des Projektes „freiRaum“ zum 20er, zum anderen ein gelebtes Miteinander: Menschen mit Behinderung slammten mit Menschen die denken, sie hätten keine Behinderung. Die Stimmung war wie immer grandios – der BPS war ja auch kurzerhand zum BBPS erklärt worden. Zum „Besonderen Bäckerei Poetry Slam“. Und nun, also besser: seit gestern können wir sagen: WIR SIND BILDUNGSINNOVATIONSPREIS. Feine Sache. Markus Koschuh hatte mit Klientinnen des Projektes freiRaum – Anja, Iris, Hannah und Tina – in einem Workshop Texte erarbeitet. Eigenen Aussagen zufolge hat er dabei lediglich den einen oder anderen Knoten gelöst und eine Riesengaudi gehabt. Im Vorfeld des Oktober-BPS gab’s noch einmal einen Workshop mit allen Auftrittswilligen – ob mit besonderen Bedürfnissen oder speziellen Zerwürfnissen. Dann hieß es unter der gewohnt souveränen Moderation von Stefan Abermann „Bühne frei!“ – und, surprise, surprise: es war alles wie gewohnt: Das Publikum staunte und lachte und war leise und laut und war zu allen Auftretenden gleich fair oder eben unfair. Ganz Poetry Slam eben. Nicht umsonst wurde der BPS 2015 als erster Slam mit dem Slamily-Award „Best Crowd“ ausgezeichnet. An der Kasse hatten Carmen Sulzenbacher und Martin Fritz dem charmantesten Türsteher der Welt, der auf facebook unter „Le Marechall“ firmiert, schon kurz vor 20 Uhr das „Ausverkauft“-Signal gegeben. Und der an diesem Abend abwesende Slam-Papa Köhle war hernach hörbar stolz, dass der BBPS eigentlich gar nicht besonders war sondern wie gewohnt besonders grandios. Am gestrigen Montag erhielt die Projektleiterin von freiRAUM, Renate Krammer-Stark, stellvertretend für alle Beteiligten den Bildungsinnovationspreis des Landes Tirol. Für das von...

„Ideen in Songs verwandeln“ SONGWRITING WORKSHOPS in Innsbruck...

Die song-werkstatt.at ist für alle Stilrichtungen offen und  brachte bereits Leute im Alter von 16-70 Jahren zum ersten Song, zum ersten Album oder zur Aufnahme an Musikhochschulen. Den Kursleiter Thomas Riesner selbst als Co-Writersong-werkstatt logo raw bereits zweimal in die Albumcharts in Deutschland! Bist du Profi oder Beginner? Steig jetzt ein! Wie wird gearbeitet? Die song-werkstatt ist die Gelegenheit in Innsbruck sich mit SongwriterInnen und MusikerInnen zu vernetzen. Alle sind eingeladen Instrumente mitzunehmen und Songs zu präsentieren oder sich einfach von den Teilnehmenden inspirieren zu lassen. An einzelnen Workshops teilzunehmen ist ebenso möglich wie beständiges kreatives Arbeiten in der ganzen Workshopreihe mit verschieden Schwerpunkten. Techniken und Formen des Songwritings werden in einem kurzen Vortrag vorgestellt, um dann in der song-werkstatt zu experimentieren. Alle können individuelles Feedback für eigene Songs bekommen. Dabei werden verschiedene Varianten und mögliche Strukturen der Songs erkundet und gemeinsam entwickelt. Anmeldung an: Thomas Riesner, song-werkstatt@outlook.com Im Vorfeld unbedingt notwendig zur Vergabe der Plätze! Kosten: 28 Euro pro Workshop, 5er Block für für 5 Workshops nur 120 Euro -ermäßigt für SchülerInnen, Lehrlinge und StudentInnen: 5er Block für fünf Workshops nur 95 Euro -ermäßigt für Teilnehmende, die in der song-werkstatt.at aktuell Gitarre, Violine oder Gehörbildung lernen: Nur 14 Euro pro Workshop -ermäßigt für ehrenamtlich in Kulturvereinen Engagierte, Abklärung im Vorfeld bei der Anmeldung per Mail Als Nachschlagewerk für Notation und Harmonielehre wird „Die neue Harmonielehre 1“ von Frank Haunschild verwendet. Die gelernten Formen bilden im Songwriting keine Grenzen, vielmehr machen sie als Kompositionswerkzeug und Kreativtechnik das persönliche Schaffen leichter und intuitiver. Zur Ermutigung für Einsteiger: Die „Anatomie eines Hitsongs“ ist oft einfach und klar! Wo? Im „Spielraum für Alle“:  koch-lokal.at, Franz-Fischer-Straße 12, 6020 Innsbruck (beim Mpreis nach hinten gehen, die Treppe hinauf) Wann? 14 Uhr, Beginn 14.15 Uhr,...