Die totale Patscherkofel-Verarsche...

Es ist ein viel geplagtes Wort, dieses „Farce“. Laut dem guten alten Duden bedeutet es: „ Angelegenheit, bei der die vorgegebene Absicht, das vorgegebene Ziel nicht ernst zu nehmen ist (u. nur noch lächerlich gemacht, verhöhnt wird). Die „Volksabstimmung“ zum „58-Mille-Patscherkofel-Wahn“ (und genau so schwammig wird der Abstimmungsgrund von vielen wahrgenommen) ist eine einzige Pflanzerei. Und sie führt die aktive Bürgerbeteiligung völlig ad absurdum. Irgendwie hat der Alpenverein den Zeitpunkt versäumt, aus der ganzen Geschichte rund um die Kofel-Bergstation noch gesichtswahrend auszusteigen. Eingebunden in die Planungen war er ja stets. Ich schüttle den Kopf, wie man sich dermaßen in einen Standpunkt einbetonieren kann, wo man doch schon so früh ganz laut „Stopp!“ rufen hätte müssen. Man hat sich seitens des Alpenvereins, dessen Mitglied ich seit Ewigkeiten bin, genau so einbetoniert wie das Fundament der kommenden neuen Kofel-Bahn nun auch schon ist. Richtig gelesen: Wir sollen am Sonntag über die Verlegung einer Bergstation abstimmen (erwünschtes Ergebnis: mindestens 70 Meter Abstand zwischen AV-Schutzhaus und Kofel-Bahn-Bergstation), deren Fundament längst in Beton gegossen ist. So was fällt sonst nur Kabarettisten ein. Auf der supertollen Infotafel im Rathaus wird es vermutlich nähere Informationen zur Abstimmung geben, ansonsten: Fehlanzeige. Und bitte jetzt nicht kommen mit („Aber das ist im Stadtrecht nicht vorgesehen“). Wer sich am Sonntag in eines der üblichen Wahllokale verirrt, ist a) entweder entschiedener Gegner der aktuellen Stadtführung rund um Christine Oppitz-Plörer und will’s „denen da oben mal ordentlich zeigen“ oder b) auf der Suche nach dem vergessenen Turnbeutel seines Kindes. Der Alpenverein hat doch wissen müssen, dass man in Innsbruck nie und nimmer mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in eine Wahlzelle bringt (52.289 abgegeben Stimmen braucht’s, damit das Ergebnis überhaupt bindend ist). Nicht mal ich als AV-Mitglied werde hingehen. Weil ich...

Kunst: Der kritische Punkt ist erreicht....

Es ist ein ziemlich sattes Programm, das vier Studentinnen da auf die Beine gestellt haben. Es ist zugleich ein Symposium, das es in der Dichte in Tirol meines Wissen noch nie gegeben hat. Man kann nur sagen: Wow. Und ich freue mich, am zweiten Tag den Konzertabend u.a. mit Mieze Medusa eröffnen zu dürfen. In meinem Handgepäck eine romantische Performance zu Klängen von Jean Sibelius: „Tiroler Identität in einer-Dur“. Schaut euch das Programm an (link am Ende des Textes), sucht euch das für euch besonders Interessante raus und geht hin. Das kann wirklich was. Fest steht: Am 1. und 2. Juni steht Innsbruck ganz unter dem Motto „K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium“. Hier die Kurzinfo zum Symposium – der Eintritt ist frei wie ein Vogerl: Veranstaltungsreihe K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium Vor über einem Jahr haben sich vier Studentinnen entschieden, sich dem Thema „Kunst als gesellschaftskritisches Medium“ zu widmen und dabei ein fächerübergreifendes Symposium zu organisieren. Folgende Fragestellungen haben sie dabei inspiriert: Inwiefern kann Kunst dazu beitragen, gesellschaftlichen Widerstand zu leisten? Inwiefern ist Kunst vielleicht immer schon politisiert? Inwiefern lässt sie sich als Vehikel von Gesellschaftskritik begreifen, die uns als BürgerInnen einer Gesellschaft betrifft? Schließlich: Wie zeigt sich das Verhältnis von Kunst und Kritik? Diese Fragen sollen eine pluralistische Diskussion entzünden, die für das Spannungsfeld von Kunst, Gesellschaft und Kritik sensibilisiert. Dabei steht der wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Thema ein praxisnaher und künstlerischer Zugang gegenüber, der eine Ausstellung, Konzerte und Performances einschließt. Hard Facts: Symposium K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium | 1.-2. Juni 2017 um 9:00 Uhr | Archäologisches Universitätsmuseum, Innrain 52. 3. Stock mit Vorträgen, Workshops, Performances und Diskussionen von Veronika Berti, Irmgard Bibermann, Noelia Bueno-Gómez, Gerhard Donhauser, Kurt Drexel, Christian Glanz, Sandra Hupfauf, Lukas Ladner, Raphael Lepuschitz, Chris Moser, Andreas...

Von einem Kurzen

Eigentlich macht provInnsbruck keine Facebookverwurschtung, aber dieser Text über Sebastian Kurz hat es verdient, im digitalen Stadtgeflüster verewigt zu werden: Härteste Phase im Leben: Als er mit 24 Jahren plötzlich als Staatssekretär 13.056 Euro verdiente. Seine Mutter machte sich Sorgen. Tapferste politische Leistung: Schließung der Balkanroute. Das dort ausgebrochene Elend der Flüchtlinge (Seuchen, Krankheit, Menschenhandel) konnte er tapferst ignorieren. Heldenhafteste Aktion: Er ist „bewusst nicht“ am Westbahnhof gegangen um ankommende Flüchtlinge zu empfangen. In Vergleich zu Sebastian Kurz sind Martin Luther King, Nelson Mandela und Mutter Teresa ein Lercherlschas. Liebe ÖVP, euer Messias ist gekommen und wandelt leibhaftig unter uns. Bringt die frohe Kunde unter die Menschheit: #listekurz Text: Christoph Altenburger Foto: Dragan...

„Fuckya“: Scheiße in Tüten. Werbung, nein danke!...

„Ey – gib mir dein Geld oder ich hau dich!“ Nicht viel subtiler ist die willenlos breit gestreute Abdeckung bevölkerungsreicher Flächen mit Werbeprospekten. Für Hauswurfsendungen werben deren Produzenten, Anbieter und Verteildienste mit dem Argument, dass sie scheinbar Millionen von Haushalten erreichen. Aber Hallo – erreichen Sie nicht vielmehr Millionen von Papiermülltonnen und jede Menge schlechtes Karma? Inzwischen weiß sich die Zivilgesellschaft mit „Keine Werbung“-Aufklebern am Briefkasten (und der Robinson-Liste gegen adressierte Werbung) gegen diese Schwemme zu wehren. Von online-Werbung will ich hier gar nicht erst anfangen… Eine neue perfide Art ist mir nun in Form von Werbeprospekten begegnet, die in einem Plastik-Sackerl (mit dem Schriftzug des Verteildienstes, nennen wir ihn hier mal „fuckya“) an der Türklinke deponiert werden und die Briefkasten-Aufkleber ignorieren. Welches Menschenbild der Marketingmensch wohl hat, der diese zweifelhafte Idee gebar? Wahrscheinlich potentielle Kunden, die ob des unerwarteten Klinkengrußes freudig ihr Börserl zucken, um die angepriesenen Waren flugs zu erwerben. Bloß – wo leben die? Ich kenne niemanden, der sonderlich angetan wäre von dieser Idee. Die armen Austrägerinnen und Austräger sind vermutlich gegen ein Entgelt in Dezimalcenthöhe instruiert, ihr Geschäft unbeobachtet zu verrichten, denn sonst käme ihnen der geballte Zorn der so Beglückten entgegen. Neben der umweltbelastenden Rohstoffverschwendung und Müllanhäufung führen diese Art von Kampagnen, ebenso wie, „Guerilla-Marketing“ auf der Straße – dieses Angequatscht-werden und sich aus der kommunikativen Umklammerung wieder befreien müssen – zu nichts weiterem als Groll und Ekel gegenüber tumbem Konsumterror. In Zeiten personalisierter Werbung ist die Existenz von Wurfpost-Prospekten mit großem Blindverteiler ohnehin verwunderlich und die Werbewirksamkeit fragwürdig – wenn nicht gar kontraproduktiv. Haben all diese Maßnahmen tatsächlich so viel Erfolg, dass ihre Existenz gerechtfertigt ist? Ich kann es nicht glauben....

Radln bei Schneefall in Innsbruck – der neueste Trend, oder sind die „plemplem“?...

Am Montag war es wieder soweit. Schnee wohin das Auge reicht. Auf den Straßen der Landeshauptstadt bewegte sich der zähe Morgenverkehr auf Grund der eisigen Temperaturen und der schneebedeckten Straßen noch zäher als üblich. Die Fahrbahn wechselte ab zwischen schneeweiß oder matschig braun – daran war erkennbar, wo in der letzten Stunde ein Schneeräumungsfahrzeug gefahren ist. Hohe Schneeberge, vom Schneepflug beiseite geräumt, trennten den Gehsteig von der Fahrbahn. Die Bodenmarkierungen waren nicht zu erkennen und ich war trotz Schneefalles froh, mit zu Fuß vom Bahnhof ins Büro zu gehen. Inmitten des frühmorgendlichen Schneechaos fielen mir aber dann einige Personen auf, welche sich auf ihrem Fahrrad zwischen Bussen, LKW’s und Autos auf schneebedeckter Straße ihren Weg durch die Stadt bahnten. Auch auf dem Gehsteig waren vereinzelte Radfahrer unterwegs – denen war die Straße wohl doch etwas zu gefährlich. Auf der einen Seite war ich fasziniert von der Körperbeherrschung, welche die lebensmüden und meist helmlosen „Snowbiker“ an den Tag legten. Auf der anderen Seite hatte ich große Lust, jeden Einzelnen davon vom Rad zu hauen – denn ich kann es einfach nicht begreifen: Wie kann man sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer nur solchen Gefahren aussetzen? Dass der Straßenverkehr gefährlich ist, wird von der Anzahl der Unfalltoten im Straßenverkehr jährlich dokumentiert und ist traurig genug. Wie kann es dann sein, dass es so viele hirnlose und rücksichtslose Personen gibt, die meinen das Schicksal herausfordern zu müssen? Es ist für mich unbegreiflich. Vor allem waren nicht nur junge Studenten unter den Bikern, sondern auch ältere Damen und Herren stürzten sich mit dem Fahrrad ins Schneegestöber. Ich bog an der Triumpfpforte ab, Richtung Bergisel. Auf Höhe des Wettercafes erblickte ich ein Polizeiauto, welches im Stau stand. Mindestens 2 Radfahrer überholten die Beamten auf der...

Die FPÖ will das Singen verbieten. Jetzt erst recht! Aufruf zum Flashmob...

Kaum zu fassen ist die Reaktion der Tiroler FPÖ auf das Singen des Chors für Alexander Van der Bellen vergangenen Sonntag vor dem Innsbrucker Stadtturm und vor dem Goldenen Dachl. Mittels Presseaussendung „Skandalwahlkampf der Grünen – Innsbrucker Christkindlmarkt wird für Van der Bellens Wahlwerbung missbraucht“ wird ein Skandal geortet, wo keiner ist. Und sogar eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft wird angekündigt (siehe screenshot). Zum Drüberstreuen strotzt die Aussendung auch vor Falschinformation: Der „Stimmen für Van der Bellen“-Chor war und ist nämlich keine Aktion der Grünen – nein, er wird von „Tirol, es bleibt dabei“ getragen – eine Initiative, die überparteilicher und bunter ist als es der FPÖ lieb sein kann: Von Österreichs erfolgreichstem Skisprungtrainer Alexander Pointner, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler oder Ex-Landeshauptmannstellvertreterin Elisabeth Zanon über die mehrfache Boulder-Welmeisterin Anna Stöhr bis zu vielen WIRKLICH besorgten BürgerInnen aus allen Regionen Tirols, ob jung oder alt. Für „Tirol, es bleibt dabei“, bleibt’s dabei: Wir erheben unsere Stimme, ganz egal ob Gern- oder FalschsängerInnen. Wir lassen uns unsere Meinung nicht verbieten und das Singen schon gar nicht! Deshalb laden wir zu einem „Flashmob“ morgen Mittwoch, 30. November, ab 17 Uhr, Annsäule Innsbruck. Gesungen werden unter anderen (die Liedertexte gibt’s vor Ort): „Lasst uns froho und bunter sein!“, „“Es hat sich halt eröffnet, das Briefwahlkuvert“, „Koan Burschengschaftler mog i ned (Koa Hiatamadl mog i ned), … “ Hier für Interessierte die Presseaussendung zur „Skandal!Skandal“ Presseaussendung der FPÖ: Will die FPÖ nun das Singen verbieten? Gelungene Aktion überparteilicher Initiative sorgt offenbar für Nervosität „Nervosität ist ein schlechter Ratgeber“, reagiert die überparteiliche Initiative „Tirol, es bleibt dabei“ auf die heutige Aussendung der FPÖ Tirol „Skandalwahlkampf der Grünen – Innsbrucker Christkindlmarkt wird für Van der Bellens Wahlwerbung missbraucht!“. Denn anders als von FPÖ-Landesparteiobmann Abwerzger behauptet war das...