Die Sinnlichkeit der Malerei...

Im nun zu Ende gehenden Jahr, das doch einige interessante Ausstellungen für Innsbruck gebracht hat – erinnert sei  hier etwa nur an Thomas Feuerstein in der Galerie im Taxispalais, Carmen Brucic in der Galerie Thoman oder Katrina Daschner im Kunstpavillon und  Mohau Modisakeng im Kunstraum  – beschenkt uns  das sonst nur mit erlesenen Fotoausstellungen bekannte BTV Foto Kunst Stadtforum mit einer wunderschönen  Ausstellung der bekannten Wiener Malerin Xenia Hausner. Xenia Hausner malt großformatige Bilder, was schon etwas ungewöhnlich ist, und sie malt sehr gegenständlich, und sie malt auch sehr literarisch. Aus ihren Bildern sprechen uns Geschichten an, die wir zu ergründen versuchen oder auch weiterspinnen wollen. Und was auch nicht zu vergessen ist, Xenial Hausner malt auch erotisch. Ihre Frauenkörper strahlen meistens eine sehr große Sinnlichkeit aus, ohne jetzt platt, sexistisch oder klischeehaft zu wirken. Ein Umstand, dem wir in der heutigen Kunst eher selten begegnen. Mich jedenfalls hat die Ausstellung nahezu in einen Sog gezogen. Und man kann sich immer wieder diesen meist sehr selbstbewussten Frauen – die Künstlerin malt fast immer Frauen bzw. beherrschen diese die Sujets der Bilder – stellen und versuchen ihnen ihre oder eine ihrer Geschichten zu entlocken. Kurz und gut: So schön und aufregend kann Malerei immer noch sein! Wobei noch gesagt sein soll, dass Xenia Hausner ihre Bilder mit der Kamera konstruiert. In einem sehr komplexen Arbeitsvorgang übermalt sie dann die vorher  verfertigten Fotos, und macht dann Gemälde aus ihnen. Bei genauerem Hinsehen kann man beim einen oder anderen derselben die fotografischen Spuren auch noch erkennen. Das tut der Malerei aber keinen Abbruch. Die Farbe gibt den Ton an,  gestaltet das Bild sozusagen neu.  Ist ein Gewitter aus Sinnlichkeit, das nicht aufhören will, uns von der Rätselhaftigkeit der menschlichen Existenz zu künden....

Jahrmarkt der Heiterkeiten 2015: Der kabarettistische Jahresrückblick...

Je älter ich werde, umso schneller vergehen die Jahre. Auch deshalb ist der Jahrmarkt der Heiterkeiten von Markus Koschuh für mich ein jahresendzeitlicher Fix- und Höhepunkt. Koschuh gelingt es meisterlich, die Ereignisse des Kalenderjahres kabarettistisch zu rekapitulieren – Lachtränen sind jedenfalls garantiert! Aus dem Veranstaltungstext: Temporeich und aberwitzig werden im „Jahrmarkt der Heiterkeiten“ die Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres be- und abgehandelt. Vegane Trends werden verwurstet, es wird nochmals aufgedeckt und auch bittedanke gleich wieder zugedeckt. Markus Koschuh präsentiert seine persönliche Hitliste der Zitate des Jahres, erinnert an Peinliches und Passiertes, Mieses und Madersches, ergießt sich in Tirolerischem und Globalem und weiß: Tirol ist sowieso die Welt. Oder so. Jahrmarkt der Heiterkeiten 2015. Der kabarettistische Jahresrückblick. Lach&Haft, Pflicht&Termin. Eine Welturaufführung an 4 Tagen (28/29/30.12. + 2.1.) Und dann nimmer. Termine: 28./29./30. Dezember 2015 und 2. Jänner 2016 jeweils um  20:15 Uhr im Treibhaus Innsbruck Karten: www.treibhaus.at bzw 0512/572000  ...

Weihnacht

Wenn das Bier des Junggesellen an der Bar keinen Schaum mehr macht und die Frau neben ihm nach Orange riecht  und er es für Orgasmen  hält,  dann ist Heiliger Abend und das Christkind nicht mehr weit. Da macht er sich auf in die Stadt  und geht zur Maria mit dem roten Stern und Schenkt ihr ein Kind, ein Kind aus leiser Sehnsucht und  aus stillem...

Konsum- und Weihnachtsfrust allenthalben...

Dem stellen die tiroler Aktivist_Innen ihre kreativ- witzigen (von vielen Seiten auch oftmals als „geschmacklos“ bezeichneten) Advent- und Weihnachtsdemos gegenüber! Innsbruck und das Goldene Dachl. Bergweihnacht in Innsbruck. Christkindlmärkte und Blechbläser_Innen an jeder Ecke. … und wie jedes Jahr um diese Zeit natürlich auch die traditionellen Advent- und Weihnachtsdemos in Innsbruck. Infodemos zu Tierrechten, Veganismus und speziell zu Tierpelz bei Kleider Bauer, im (vor)weihnachtlichen Gewand. Angefangen am Nikolaustag mit der Aktion „Es droht der Horror-Nikolaus, Pelz macht hässlich, Pelz muss raus!“ und gefolgt vom großen Protestumzug für Tierrechte und gegen Tierpelz. Den ganzen Advent unter dem Motto „Pelz ist Mord, auch im Advent!““selbstverständlich ist es auch angebracht, Tierleid auch mal etwas direkter und provokanter zu thematisieren … für die nichtmenschlichen Tiere gehts hier ja auch nicht um irgendwelche Befindlichkeiten, sondern schlicht um Leben oder Tod!“ erklärt der VGT Kampagnenkoordinator Chris Moser den Ansatz der Adventdemos nicht ohne zu lächeln. – Die Infokundgebungen in der innsbrucker Museumstrasse finden grundsätzlich jede Woche Freitag und Samstag von 14:00 bis 17:00 statt. Viele Dank für die breite Unterstützung an alle engagierten Personen die uns immer wieder besuchen! Wir starten natürlich auch 2016 wieder hochmotiviert...

Achtung – Reform! Zusammenlegung von Krankenkassen...

Viele Jahre habe ich meine Brötchen in der österreichischen Sozialversicherung (Gesundheitskasse) verdient. Dort konnte ich meine Erfahrungen, was Politik betrifft, machen. Das Wissen über die österreichische Sozialversicherung ist in den breiten Bevölkerungsschichten erstaunlich niedrig, obwohl jeder Staatsbürger davon betroffen ist. So kennt zB. kaum jemand die Beitragshöhe für die einzelnen Zweige in der Sozialversicherung und viele selbsternannte „Gesundheitsexperten“, die gerne in der Öffentlichkeit darüber reden, wissen nicht wirklich wie viele Krankenkassen es in Österreich gibt. Vor Jahren hat es eine groß angelegte Untersuchung gegeben und das Ergebnis zusammengefasst war, dass die Sozialversicherung ein „unbekanntes Wesen“ ist. Neue Präsidentin für den Hauptverband Jetzt hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger – die oberste Instanz der SV – eine neue Präsidentin bekommen, die von der Wirtschaftskammer Wien gestellt wird (Sozialpartnerschaft). Bei der ersten Pressekonferenz hat sie nicht viel verlauten lassen, außer dass Reformen anstehen, die Kosteneffizienz gesteigert und die Prävention mehr in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Also die üblichen Wald und Wiesen-Aussagen, die man laufend zu hören bekommt. Aus Vorsicht sind heute ja öffentliche Funktionsträger bis zur Unkenntlichkeit gebrieft oder/und weit von der Kompetenz, die für ihre neuen Aufgaben notwendig sind, entfernt. Jetzt kommt wieder eine Reform: Zusammenlegung Natürlich geben sich Medien mit diesen oberflächlichen Aussagen nicht zufrieden und wollen Genaueres wissen. Aber auch darauf sind die Funktionäre und selbsternannten Experten gut vorbereitet. Was die Sozialversicherung anlangt, kommt dann immer die Aussage, dass es zu viele SV—Träger in Österreich gäbe und dass mit der Zusammenlegung ein großes Sparpotenzial vorhanden wäre. Der übliche Standardsatz, seit vielen Jahren. Was brächte eine Zusammenlegung? In der Sozialversicherung hat es bereits öfter Zusammenlegungen gegeben. Z.B. wurde die Pensionsversicherung der Arbeiter und der Angestellten zusammengelegt, die im Grunde nichts gebracht hat, als eine Menge an Mehrkosten. Auch...

Homeless – Erbauliche Maßnahmen: Ein Fest für & mit Flüchtenden: Die Fotos...

Wahrlich erbaulich wars! Bilder sprechen mehr als tausend Worte: Fotos Freitag, 18.12.2015 Fotos Samstag, 19.12.2015 Fotos: Christian Niederwolfsgruber (Niewo)    ...

Ein Zaun im Treibhaus

Eine „bauliche Maßnahme“. Oder schlicht: ein Zaun. Auf der Bühne des Treibhauses. Wenige Tage nach dem Fest von und mit geflüchteten Menschen, den „Erbaulichen Maßnahmen“, die im Treibhaus zwei Tage lang alle Zäune niederrissen. Ein Zaun. Auf der Bühne des Treibhauses. Unschön. Eigentlich: wirklich schiach. Der „Jahrmarkt der Heiterkeiten 2015 – Der kabarettistische Jahresrückblick“ wird heuer hinter einem Zaun gespielt. Oder vor einem Zaun. Ansichtssache. Denn: Die Zäune sind gebaut. Unschön. Eigentlich: wirklich schiach. Drum: Kabarett durch den Zaun. Ein Statement gegen den Irrsinn. Ein ganzes Jahr in 2 Stunden. Temporeich und aberwitzig werden im Jahrmarkt der Heiterkeiten 2015 die Geschehnisse des zu Ende gehenden Jahres behandelt. Vegane Trends werden verwurstet, es wird auf- und auch gleich wieder zugedeckt und die (S)Hitliste der Zitate des Jahres präsentiert. Koschuh erinnert an Peinliches und Passiertes, Mieses und Madersches, ergießt sich in Tirolerischem, Österreichischem&Globalem und weiß: Tirol ist sowieso die Welt. Oder so. Lach&Haft, Pflicht&Termin. Eine Welturaufführung an 4 Tagen. Und dann nimmer. Jahrmarkt der Heiterkeiten 2015 – Der kabarettistische Jahresrückblick. Termine: 28./29./30. Dezember 2015, 20:15 Uhr 2. Jänner 2016, 20:15 Uhr, Treibhaus Innsbruck Karten: www.treibhaus.at bzw...

Tirol im Winter

Tirol will lei oans, gebs ins Kohle, miar toans. isch a schians und a feins, wenn du zolsch, isches deins. sogor im Winter isch es schian, wenn a foscht die Bliamln blian. Tirol und Kanonen, kearn zomm wiar sunsch nix, und a wenns koan Schnea gibt, zan schiforn isch fix! Miar ballern und schiass’n, in Hofer tats frein, hauptsoch mir hom gnuag Leit in die Gäschtebettn drein. Mir scheissn aufs Wosser, die Koschtn, den Strom wenn mar lei die Kohle von die Torischtn hom. Ins isch wurscht woher du kimsch, oder wia du hoasch, solong fiar olls zolsch, mir hoffn, des woasch. CHRIS...

Berichte aus dem Hoppala...

Das Hoppala ist ein schummriges Lokal. Ich mag solche Schuppen, und außerdem kann man hier auf den Screens internationalen Fußball schauen und wer will an den Wettmaschinen sein Geld verspielen. Natürlich fließt das Bier und jede Menge Rauch steigt auf und es gibt ab und zu Jubelschreie, wenn ein Tor der ent-sprechenden Mannschaft fällt oder pure Verzweiflung keimt auf, wenn wieder mal ein Tipp nicht aufgeht. Im Hoppala verkehren kaum Frauen, was in diesem Zusammenhang nicht unbedingt unangenehm ist. So gesehen ist das Hoppala der ideale Ort zum Bier trinken, Fußball schauen, Wetten abschließen und auch für belanglose Diskussionen aber auch heftige Streitgespräche. Elias...

Das Schnitzel

Franz hatte sich wieder einmal aufgeregt, was zwar immer wieder geschah, aber diesmal einen ganz besonderen Grund hatte.  In einem Lokal sitzend, hatte er mitansehen müssen, wie ein am Nebentisch mit seinen Eltern sitzendes kleines Mädchen sein Schnitzel nicht aufgegessen hatte. Das Mädchen hatte das halbe Schnitzel einfach liegen gelassen, und das war auch nicht weiter verwunderlich gewesen, war der Abend doch schon ziemlich vorgerückt – es war so gegen neun – als dem kleinen Mädchen das Schnitzel serviert worden war. Und Franz machte da in erster Linie die Eltern des Mädchens  dafür verantwortlich, dass sie dem Kind zu so später Stunde noch ein ganzes Schnitzel servieren ließen. Das Mädchen konnte also wohl nichts dafür, wenn ihm das Schnitzel eindeutig zu viel gewesen war. So wurde das Schnitzel schließlich dem Ober zurückgegeben, der es wahrscheinlich in der Küche wegwarf. Und Franz dachte, wie das jetzt noch kleine Mädchen wohl einmal über das Elend der Welt denken mochte, wenn es größer geworden war, und sich Gedanken über den Lauf der Welt zu machen begann, wenn es schon als kleines Kind mit dem achtlosen Verzehr und Gebrauch von Fleisch konfrontiert wurde. Also nichts Besonderes dabei sah, wenn man Fleisch, so man es nicht mehr essen wollte, einfach wegwerfen konnte. War hier denn nicht ein eklatanter Widerspruch offensichtlich, auf den man hinweisen musste? Und so hielt es Franz nicht mehr aus, einfach tatenlos am Nebentisch zu sitzen und das ganze zu beobachten, nein, er musste eingreifen. Musste zumindest das kleine Mädchen von diesem Unrecht seiner Tat überzeugen. Er hätte gerne etwas zu der ihm fremden Familie gesagt, wäre er sozusagen näher dran gewesen an ihr, und hätte er dieses nicht erst gesehen, als die Familie sich schon zum Gehen aufgemacht hatte. Ja...