Der Südwind-Filmpreis 2016 geht an „IXCANUL VOLCANO”...

Anlässlich des 25. Internationalen Filmfestivals Innsbruck vergab die IFFI-Jugendjury den mit 1000 Euro dotierten Südwind-Filmpreis an den Streifen „IXCANUL VOLCANO“ und seinen Regisseur Jayro Bustamante. Die Entscheidung war eindeutig: Mit 22 Punkten gewann der guatemaltekisch-französische Film „IXCANUL VOLCANO“ (2015) den diesjährigen Südwind-Filmpreis. Der Film von Jayro Bustamante, der die bewegende und realistisch anmutende Geschichte einer jungen Kakchiquel­-Maya­-Frau erzählt, setzte sich klar durch. Insgesamt bewarben sich vier Filme um den Südwind-Filmpreis, den zweiten Platz teilten sich „Lamb“ (Äthiopien) von Yared Zeleke und „Köpek“ (Schweiz) von Esen Isik. Die SchülerInnen der Jury begründeten ihre Wahl folgendermaßen: „Die Jugendjury vergibt den Südwind-Filmpreis 2016 an einen Film, der  Einblick in eine im traditionellen, ländlichen Umfeld lebende Familie gibt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die das ihr vorgesehene Leben gleichsam „hinter dem Berg lassen“ will.  Armut, fehlende Sprachkenntnisse und die starken familiären Bande engen ihren Handlungsspielraum ein und es gelingt ihr nicht, sich ihre persönlichen Vorstellungen zu erfüllen und selbstbestimmt ihr Glück zu finden. Die Handlung thematisiert wirtschaftliche Abhängigkeit,  zeigt die Kraft von Tradition und Familie und hinterfragt diese auch. Figuren und Schauplätze werden sehr authentisch gezeigt, die langen und genauen Einstellungen lassen den Zusehenden genügend Zeit, eigene Vorstellungen zu entwickeln und in eine Welt voller zwiespältiger Gefühle einzutauchen. Der diesjährige Südwind-Filmpreis geht daher an den Film „IXCANUL VOLCANO“ und den Regisseur Jayro Bustamante.“ Die Jugendjury, die seit 2001 im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Innsbruck einen Preis vergibt, bestand heuer aus sechs SchülerInnen aus verschiedenen Tiroler AHS. Diese hatten Gelegenheit, das nötige Know-how zu erwerben, um sich kritisch mit dem Medium Film auseinandersetzen zu können. Zum achten Mal stiftet die entwicklungspolitische Organisation Südwind Tirol nun den mit 1000 Euro dotierten und aus Spenden finanzierten Südwind-Filmpreis selbst. Der Preis drückt die Wertschätzung von Südwind...

Regional ist relativ. Wer erntet das Tiroler Gemüse?...

Österreicher_innen, die in der heimischen Landwirtschaft als Erntehelfer_innen arbeiten, kann man an einer Hand ablesen. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn mensch sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Regionales, biologisches und saisonales Gemüse kaufen ist Silber. Wenn dieses dazu auch noch fair ist, unter fairen Bedingungen hergestellt, ist es Gold. Österreicher_innen, die in der heimischen Landwirtschaft als Erntehelfer_innen arbeiten, kann man an einer Hand abzählen. Dafür müssen „billige“ Arbeitskräfte aus dem Ausland geholt werden. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn mensch sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Erntehelfer_innen verrichten eine körperlich sehr anstrengende Arbeit, siebentage Woche, bis zu 15 Stunden am Tag, für einen sehr niedrigen Lohn – in Tirol beträgt dieser €5,70 die Stunde – das ist der niedrigste in ganz Österreich. Dieser Stundenlohn gilt als Mindestlohn, auch wenn es nach Akkord bezahlt wird. Der Akkordlohn, auch Stücklohn genannt, ist ein leistungsbezogenes Arbeitsentgelt, bei dem die Vergütung pro erbrachter Leistungseinheit erfolgt, also pro gefüllte Kiste. Trotzdem nutzen viele Bauern und Bäuerinnen den Akkordlohn um die Arbeiter_innen auszubeuten, indem sie an Tagen, wo das Gemüse und das Wetter schlecht sind, den Akkordlohn einführen. Da die Ernte an solchen Tagen länger dauert, bekommen die Arbeiter_innen weniger bezahlt. In Tirol kommen die meisten Erntearbeiter_innen aus Rumänien, der Ukraine und Serbien. Sie nehmen die harte Arbeitsbedingungen in Kauf, denn in Österreich haben sie das was zu Hause nicht zu finden ist – Arbeit. Jedes Bundesland hat einen eigenen Kolelktivvertrag für Landarbeiter_innen, unter den auch Erntehelfer_innen und Saisoniers fallen. Dieser Stundenlohn überschreitet nirgendwo in Österreich 7 Euro netto und wird überdies selten voll ausbezahlt. Denn – so häufig das Argument der Bauern, Bäuerinnen und Handelsvertreter_innen – dieser Lohn „sei wohl sehr gut für...

Es ist verdammt hart, normal zu sein...

Dass man es als Frau oft schwer hat, das wissen wir bereits. Dauernd muss man irgendeinem perfekt gephotoshopten Ideal nacheifern, das man – realistisch betrachtet – eh nie erreichen wird. So gesehen könnte man diese ganze Zeit und den Aufwand ja auch darauf verwenden, einfach mal mit sich zufrieden zu sein. Je älter ich werde, desto eher finde ich mich damit ab, einfach nur eine Durchschnittsfrau zu sein. Ist irgendwie entspannter. Dass es aber heutzutage verdammt hart ist, einfach nur als Otto-Normal-Verbraucherin (bitte wie gendert man das richtig? – Frieda-Normal-Verbraucherin?) durch die Welt zu rennen, merkt man spätestens beim Kosmetikeinkauf. Meine Challenge zum Wochenende bestand darin, die Kosmetikprodukte auf folgender Liste zu besorgen: • Deo • Zahnpasta • Make-up • Tampons • Shampoo und Haarspray Ich denke, allein meiner Einkaufsliste sieht man an, dass ich schlichtweg so etwas wie eine lebende Monika Musterfrau bin. Da ist nun wirklich nichts dabei, was besonders ausgefallen wäre, im Gegenteil: So könnte die Einkaufsliste jeder x-beliebigen Frau aussehen. Und genau das wurde mir an diesem Samstagnachmittag zum Verhängnis (Spannungsaufbau eh schon wissen). Ich also rein in den – nennen wir ihn der Neutralität halber Drogeriemarkt – um meine Liste abzuarbeiten. Im Folgenden eine Auflistung meiner Anforderungen an die jeweiligen Produkte und das, was ich dann vorgefunden habe. 1.Deo: Meine Anforderungen: Ich habe keine Anforderungen an mein Deo, außer dass ich nicht nach einer Stunde rieche wie die Schlampe an der Lampe in dem Song „Mief“. Und, ach ja, eine Kleinigkeit ist da noch: Ohne Aluminium hätt‘ ich’s gern. Man hört da immer wieder so Sachen. Ob’s wirklich gefährlich ist, weiß man nicht, aber ich denk‘ mir eben, es kann nicht schaden, es zu vermeiden. Vor allem weil ja ohnehin zu viele Leute mit...

Gewinner

… so viel wird gesprochen über links und rechts und wer da die Wahl gewonnen hätte. Na ja, Alexander van der Bellen hat die meisten Stimmen – also ist er der „Gewinner“ oder … ? es gab da ein unerwartetes Element – einen „Player“ mit dem nicht gerechnet wurde – und das meine ich wörtlich: weil sich das Ergebnis einer selbstorganisierenden Bewegung eigenverantwortlich handelnder Individuen sich tatsächlich nicht berechnen lässt. … und das ist eine Wohltat. Übrigens, man nennt das Gesellschaft. Oft hört man Zivilgesellschaft – ein Wort das ich mag – den es weist auf eine verbindende Absicht hin, die nicht militärisch ist. Gesellschaft entsteht wenn reife und selbstständige Menschen zusammen leben – widerstrebende Ziele ausgleichen und für gemeinsame Absichten zusammenarbeiten – tun sie das auf Augenhöhe, also gleichberechtigt und ohne Führung und aus eigenem Antrieb nennen wir das eigenverantwortlich und selbstorganisiert – scheint mir recht natürlich zu sein – wird aber derweil noch als ungewöhnlich betrachtet. Denn die gemeinsame Absicht einer Gemeinschaft oder auch einer Gesellschaft wurde in der uns bekannten Geschichte fast immer von einem Staat, einer Religion, einer Ideologie, etc. … vorgegeben und bereits den Kindern als oberste Priorität fürs Leben mitgegeben. Die Menschenrechte und der damit verbundene Gedanke, dass alle ihre Überzeugungen leben dürfen – solange sie damit die Grundrechte anderer nicht einschränken ist ja bei uns recht neu. Wie das überhaupt gehen soll, so ohne moralische Führung, ist eine der grossen Sorgen, der Wohlmeinenden aus vielen Denkschulen. Eigentlich ganz einfach – Menschen sind von Grund auf gut und wenn man Ihnen als Kinder nicht was anderes vorlebt, lernen sie schnell Verantwortung zu übernehmen, zu handeln, Konflikte zu lösen und und und … all das, was angeblich nur so wenigen gegeben sei. Wenn ich...

Innsbruck, deine Plätze … Platz und Plätzchen im Geviert des Tiroler Landesmuseums...

Langsam gehen mir die Plätze aus im schönen Innsbruck, und wer diese nun schon über mehrere Jahre hin existierende Serie verfolgt hat, wird sich daher auch mit mir fragen, wohin soll es noch gehen? Gut, übertreiben wir es nicht. Da Innsbruck doch eine Großstadt ist, die viele neue Stadtteile im Laufe ihrer Geschichte dazugewonnen hat, in der sich Plätze oder zumindest platzähnliche Erweiterungen von Straßen finden lassen sollten, vor allem auch in den neueren Stadtteilen, dürfte unsere Suche nach solchen auch zumindest in den nächsten Monaten noch einigermaßen von Erfolg gekrönt sein. Bleiben wir vorerst aber noch in der Innenstadt, bevor wir uns an die Peripherie wagen,  und schauen wir, ob wir nicht selbst da noch was finden, was uns dem Gesuchten oder  doch dem Gesuchten Ähnlichen  näherbringt. Immerhin gibt es ja im Zentrum einige größere öffentliche Gebäude, die über eine Art Vorplatz verfügen, so wie etwa das Tiroler Landesmuseum, wo sich etwa auf den Stufen ein wenig verweilen lässt. Ein schönes Gebäude, in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Anton Mutschlechner errichtet, einem Osttiroler Architekten, der es später zum Stadtbaumeister von Mannheim gebracht hat, ehe er diese Funktion in Innsbruck erfüllte.   Mit seiner beeindruckenden Neorenaissancefassade zeugt es von der Kunstinnigkeit der Tiroler Herrscher und hat auch eine Sammlung, die sich sehen lassen kann. Dabei soll vor allem auf die gerade laufende aktuelle Ausstellung Nur Gesichter? Porträts der Renaissance hingewiesen werden. Eine gut ausgewählte Anzahl von Porträts sowohl von Herrschern als auch Bürgern und Bürgerinnen aus der Renaissance, die vor allem auch durch ihre etwas ungewöhnliche Art ihrer Präsentation besticht. Konzentrieren wir uns jetzt erst mal auf die Umgebung dieses kleinen Platzes und sind wir großzügig und nehmen auch gleich das nähere Ensemble ein wenig in...

ERMUTIGUNG: Das Fest zur Wahl...

Morgen wird endlich gewählt und Österreich kann sich zwischen Weltoffenheit und Nazionalstolz entscheiden. Im Treibhaus (Angerzellgasse 8) steigt deshalb heute und morgen ein ERMUTIGUNGsfest der Demokratie und Buntheit. ERMUTIGUNG. ein fest für sascha. wählen pflicht – eintritt frei Heute SAMS TAG 21.5. 19:00 OPEN AIR im TREIBHAUS GARTEN i IL CIVETTO – KULT gewordener MULTI KULTI aus Berlin ein Mix aus Balkan, Swing und Gipsy-Folk, gewachsen in den Bahnhöfen des BERLINER U-BAHN-NETZES 20H30 TREIBHAUS TURM. MUSIK aus der DIASPORA 2 Konzerte von zwei grandiosen & selbstbewußten Frauen aus ISRAEL: – MOR KARBASI l ISRAEL (Weltmusik-Pflichttermin) Eine wunderbare Stimme – geerdet im eigenen jüdischen Erbe (geboren in Jerusalem: Vater Perser, Mutter aus Marokko) beeinflußt von Fado und Flamenco singt Mor Karbasi auf hebräisch & Ladino u.a. die Musik der SEPHARDEN – der aus Spanien vertriebenen Juden – TALYA G.A.SOLAN & YAMMA ENSEMBLE l ISRAEL Musik der jüdischen Diaspora, aus Yemen, Babylon, Musik mit den faszinierenden Formen und Rhythmen der Chassiden & Sepharden und dazu die Klänge der armenischen & arabischen Minderheiten ******* SONN TAG 22.5. 16:00 GARTEN. Auftakt. Ouverturen & INTERMEZZI STREETNOISE ORCHESTRA. MUSIK IN FLAGRANTI. 17:00 HOCHRECHNUNG im TURM auf Großbild & HD SCHRECKSEKUNDEN. JUBELCHöRE. STREETNOISE 20:00 im TURM: ELEFANTENRUNDEN. TROST & FREUDENTÄNZE. IL CIVETTO MULTI KULTI aus BERLIN & TANZMUSIK AUF BESTELLUNG MIT DEM SCHMUSERIA DJ-SET 20:30 HALLE unten: ein FESTKONZERT FÜR DIE SEELE aus SCHWEDEN MAGNUS ØSTRØM: SEARCHING FOR JUPITER. Das Herz von EST in einem wunderbaren GrooveQuartett BEI FREUDE: ENDE NIE & ZUGABEN OHNE...

5 years free Hofgarten

Der Hofgarten in Innsbruck ist einer der schönsten Parks der Stadt und wird von vielen Menschen als Naherholungsraum genutzt. Bis vor wenigen Jahren war es aber nicht erlaubt, auf dem Rasen zu sitzen oder zu liegen, weshalb wir vor 5 Jahren – im April 2011 – den Hofgarten Flashmob gestartet haben, bei dem sich über 1.000 Menschen mit uns in die Wiese gesetzt haben. Der Protest war erfolgreich und hat zuerst dazu geführt, dass der Gemeinderat Innsbruck die Bundesgärten um Freigabe der Liegewiese gebeten hat, leider ohne Erfolg. Nach dem Amtsantritt von Minister Rupprechter hat dieser 2014 die Rasenflächen freigegeben, allerdings unter der Auflage einer Evaluierungsphase. Seit zwei Jahren ist das Sitzen und Liegen im Hofgarten jetzt erlaubt und wird von vielen Menschen als selbstverständlich hingenommen – die Jüngeren wissen gar nicht, dass es mal verboten war. Allerdings ist die Evaluierungsphase noch nicht abgeschlossen, sondern wurde 2015 nur um 1 Jahr verlängert. Inzwischen häufen sich bei den Bundesgärten die Beschwerden über liegengelassenen Müll, weshalb das Ergebnis der Evaluierung auf wackeligen Beinen steht. Wir möchten mit euch gemeinsam ein Zeichen dafür setzen, dass die Liegewiesen im Hofgarten auch weiterhin geöffnet bleiben und laden deshalb zum 5-Jahres-Jubiläums-Flashmob diesen Sonntag, den 22.5. um 15:00: Packt eure Freundinnen und Freunde, Picknickdecken, akustischen Instrumente und was euch sonst noch einfällt ein, und setzt euch mit uns in die Wiese. Weitere Infos findet ihr hier! Ganz wichtig: Weil wir ein positives Signal an die Bundesgärten senden wollen, achtet bitte darauf den Müll wieder mitzunehmen 🙂 Euer KunstKollektiv Free Hofgarten Foto von Pakery /...

R(o)ad to nowhere

Radwege, die im Nichts und Nirgendwo enden, begegnen einem in Innsbruck an vielen Orten und verkehrstechnisch neuralgischen Punkten. Was motiviert die Verkehrsplanung zu derartigen „Lösungen“ bzw. welche Art von Verkehrspolitik steckt dahinter? Provokanter formuliert: wer denkt sich diesen Schwachsinn aus? Sitzen nicht auch Leute in der Stadtregierung, die selbst mit dem Rad diese Punkte – wie die Kreuzung Herzog-Sigmund-Ufer/Marktplatz/Innrain – Tag für Tag passieren und denen diese unhaltbaren Zustände eigentlich auffallen müssen? Als Radfahrer, der durch Verwendung eines zu 100 Prozent schadstoff- wie lärmfreien Verkehrsmittels zur Verbesserung der Lebens- und Luftqualität unserer Stadt beiträgt und sich im Sinne der Gesellschaft verhält, fühle ich mich, wie wohl tausende andere auch, schlicht und einfach behindert, nicht ernst genommen und durch derart realitätsferne Planung/Politik auch fahrlässigerweise sinnloser Gefahr ausgesetzt. Wieso werden noch immer Automobile, die nachweislich Schaden für Umwelt und Menschen anrichten, beim Bau von Verkehrswegen und der Reservierung des Straßenraums bevorzugt? Es ist nicht länger einzusehen, warum das Radwegenetz in Innsbruck löchrig ist wie ein Schweizer Käse und Radfahrer behandelt werden wie Verkehrsteilnehmer 2.Klasse. Aufforderung an die Stadtregierung: machen Sie Innsbruck endlich wie angekündigt und versprochen zur fahrradfreundlichen Stadt. Wo sind die entsprechenden und auch verbindlichen Konzepte und Planungen? Wo bleiben die Taten? Johann Alexander Foto: Einer der Hotspots der aktuellen Radmisere: die Kreuzung Herzog-Sigmund-Ufer/...

Eine Dystopie, die wir nicht wollen...

Wir möchten euch hier einen kleinen Film vorstellen. Manche werden vielleicht den einen oder anderen Drehort in Innsbruck wiedererkennen. Der Film, realisiert als unabhängige Privatinitiative von einem Kernteam aus sechs Personen, zeigt in teils drastischen Bildern eine heute noch für viele undenkbare, aber leider mögliche gesellschaftliche und politische Zukunft Österreichs. Weil viele sich in unserem glücklicherweise vorhandenen Wohlstand und Frieden ein Kippen der Lage nicht vorstellen können, haben wir dramatische Bilder verwendet. Wir wollen nicht, dass Österreich sich vom liberalen Rechtstaat, der als Basis seiner gut funktionierenden Demokratie eine gute Tradition des Miteinander-Redens und des Schmiedens von Kompromissen besitzt, in einen autoritären Polizeistaat wandelt. Eine Wahl von Norbert Hofer hätte das Potenzial, so einen Wandel einzuleiten. Die Wurzel des Problems liegt in der ansatzweise rechtlich möglichen Präsidialdemokratie. Der Bundespräsident hat in Österreich Rechte, die ihm in Deutschland genommen wurden, um genau so etwas, wie es Österreich drohen könnte, zu verhindern und die parlamentarische Demokratie zu stärken. Unser Appell: bitte helft mit, Österreich in der Balance zu halten. Wir wollen nicht, dass Dinge passieren, wie sie im Film zu sehen sind. Auch wenn ihr sonst vielleicht keine grün Wählenden seid: Alexander van der Bellen ist zumindest eines ganz sicher: ein Präsident, der alles tun wird, um für stabile politische Verhältnisse zu sorgen. Update: aufgrund eines massiven Shitstorms von FPÖ-AnhängerInnen, die bis zur Bedrohung der SchauspielerInnen gingen, musste der Film nach weit über einer halben Million erreichter Personen leider vom Netz genommen...

Hofer in die Hofburg! Und Van der Bellen auch....

Leute, Leute. Tut’s doch nicht so streiten. Um die Hofburg. Wir haben doch genug Hofburgen für euch beide. Eine in Wien. Und eben eine in Innsbruck. Vorschlag: Norbert, du gehst nach Innsbruck in die dortige Hofburg. Du darfst dort sogar Kaisergewänder anprobieren und einen auf umnachtete Allmacht machen. Und wenn du artig bist, darfst du sogar so Kunst anschauen. Dafür darfst du dir im Besenkammerl sogar ein Bilderl von Odin Wiesinger aufhängen. Aber nur abends von 19:38 – 19:45 Uhr. Wenn du laut über den Inn rufst, hören dich vielleicht deine Innsbrucker rechtsrechten Stramm-Brüder in ihren Fischerstiefeln und kommen auf 7, 8 Bier vorbei. Pass auf, in welches Zimmer der Innsbrucker Hofburg du gehst. Die Innsbrucker Hofburg hat nämlich auch ein „Chinesenzimmer“. Nicht, dass du dich erschreckst. Im ebenso vorhandenen „Hofer-Saal“ kannst du auch gerne am 8. Mai Traueransprachen halten. Um Zuhörer zu haben musst du dir viele Spiegel aufstellen, weil mit solchem Schmarren lassen wir dich lieber alleine. Deine Pistole der Marke „Glock“ kannst du getrost im Burgenland lassen. Die Glocken des nahen Innsbrucker Doms sind ein mindestens gleichwertiger, frühmorgendlich weckender Ersatz. Du wirst dir noch wünschen: „Flüchtlingsstrom statt Jakobsdom“! Alexander, du gehst nach Wien. Eben in die Wiener Hofburg. Keine Widerrede! Eröffne ein paar hochkarätige (Friedens-)konferenzen, bemühe dich um ein wieder Zusammendriften unserer Gesellschaft, treibe den europäischen Einigungsprozess (wieder) voran und sieh hinter den Kulissen nach dem Rechten und nach den Rechten. Das mit den Menschenrechten und so muss man dir ja nicht extra erklären. Gut so. Am 22. Mai werden wir dich mit 50 Prozent und 1 Stimme oder ganz viel mehr vom schönen Kaunertal ins schiache Wien schicken. Grad zu fleiß. Und wir werden uns drum streiten, wer diese 1 Stimme sein darf. Wir werden...