Demo am 1. Mai

SOLIDARITÄT UND WIDERSTAND gegen SPARPOLITIK, RASSISMUS UND KRIEG! Demonstration zum 1. Mai 2012 – Treffpunkt 11:00 Landhausplatz, dann Demozug durch die Innenstadt und Wilten, anschließend Maifest am Landhausplatz.    Gegen Sparpolitik! Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist in einer schweren Krise. Die Kosten dieser Krise werden den Beschäftigten, Erwerbslosen, PensionistInnen, Frauen und der Jugend aufgebürdet. Österreich und die anderen EU-Staaten beugen sich den Interessen der Banken und Konzerne und setzen eine radikale Spar- und Belastungspolitik auf dem Rücken der arbeitenden Menschen um. Der bald in Kraft tretende EU-Fiskalpakt und der sog. Permanente Rettungsschirm werden den Druck noch erhöhen, die sozialen Rechte und Errungenschaften der Beschäftigten zu zerstören und weiteren Sozialabbau voranzutreiben. Wir sagen NEIN zur Sparpolitik! Keinen Cent für die Verursacher der Krise! Für die kompromisslose Verteidigung unserer Rechte!   Gegen Rassismus! Über Jahre sind die Fremdengesetze in Österreich immer weiter verschärft, das Asylrecht immer mehr ausgehöhlt worden. Rassistische Propaganda und Hetze darf ungestraft verbreitet werden. An den Aussengrenzen der EU sterben täglich Flüchtlinge. Deshalb: Weg mit den Fremdengesetzen! Gesichertes Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle Menschen, unabhängig von Herkunft und Nationalität!   Gegen Krieg! Gegenwärtig nimmt die Kriegsgefahr weltweit zu. Die demokratischen Aufbrüche im Nahen und Mittleren Osten werden von den herrschenden imperialen Eliten mit militärischen Interventionen und Besatzungsregimes beantwortet. Unter „humanitären“ Vorgaben wird die Souveränität missliebiger Staaten zerstört, während gleichzeitig diktatorische Regime, die den Interessen des Kapitals dienen, hofiert oder neu aufgebaut werden. Wir sagen: die Befreiung von Unrecht und Unterdrückung kann nur das Werk der davon betroffenen Menschen selbst sein! Nein zum Kriegskurs! Gegen die Militarisierung der Politik und der Grenzen!   Globale Solidarität und Widerstand! Immer mehr Menschen spüren: so kann es nicht weitergehen. Das herrschende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist nicht in der Lage, humane Bedürfnisse...

Music and the city (Vol. 34 Teil 1)...

Heute Abend (30.04. um 20:00) gastiert mit „Wrack“ eines der interessantesten Projekte aus der Grauzone zwischen „Avant-Jazz“ und „Neuer Musik“ in St. Johann (Alte Gerberei). Mit der nötigen „Punk-Energie“ spielt sich hier das Projekt des Musikers Kyle Bruckmann durch komplexe Klangwelten, die jedoch nie den Zutritt verweigern, ganz im Gegenteil: sie laden auf generöse Art und Weise dazu ein, an ihnen teilzuhaben.   Die Musik von „Wrack“ ist verwirrend, heterogen und herausfordernd. Als HörerIn hat man mehr als nur einmal das Gefühl, sich verlaufen und verirrt zu haben in einer extrem bunten Klanglandschaft, die man mit Begriffe und Genrezuschreibungen nur mehr sehr schlecht fassen kann. Man findet nur Andeutungen und mögliche Zugänge, die auch wiederum mit Begriffen arbeiten (müssen): Dada, Free-Jazz, Neue Musik, John Cage. Die Herausforderung ist dann, herauszufinden, wie diese Hinweise sich in der Musik von „Wrack“ verdichten, widersprechen und Symbiosen eingehen. Am besten ist dies wohl bei einem ihrer Live-Konzerte zu versuchen. Keine Angst: es ist  ein Vergnügen, keine Arbeit. Hans Oberlechner wird danach garantiert keine Fragen zum Abend und zur Interpretation und Analyse der Musik stellen, aber er wird sich sehr über verwunderte, bereicherte und beglückte Gesichter freuen, die sich furchtlos in die Musik von „Wrack“ vorgewagt haben.   Die hervorragende Akustik in der „Alten Gerberei“ wird dabei sicherlich viel dazu beitragen, dieses außergewöhnliche Projekt zur Geltung und dessen klangliche und musikalische Möglichkeiten zur vollen Blüte zu bringen.   Ein Abend, der für alle mit offenen Ohren geeignet ist. Nicht verpassen!   Ein Konzertbericht folgt im Teil II   Hier schon einmal einige Hörbeispiele:      ...

Music and the city (Vol. 33 Teil 2)...

Craig Taborn gastierte gestern im Treibhaus. Viel zu wenige Leute waren seinem Ruf gefolgt, obwohl seine musikalische „Stimme“ so differenziert und ausformuliert wie nur möglich im Laufe des Abends erklang.   Auf Samtpfoten schlich sich Craig Taborn an, und das lässt sich nicht nur über seinen zurückhaltenden, bescheidenen Gang sagen, als er die Bühne betrat. Fast glaubte man, er habe sich auf der Bühne verirrt, sein Blick wanderte nur kurz zum Publikum, dann suchte er Halt und Rat bei seinem Instrument, dem Klavier. Und das Spiel auf ebendiesem hebt ihn zweifellos in den Rang eines Vijay Iyer oder Matthew Shipp – ohne dass er den Fehler begehen sollte, sich diesen zu sehr anzunähern oder diese gar zu imitieren. Sein Spiel ist eigen, eigenwillig und spannend genug, um ihn von diesen beiden großen Namen auch schon wieder abzuheben. Sein größtes Kapitel ist seine musikalische Vielfältigkeit, die Heterogenität, die aufgrund seines Einfallsreichtums und seiner Sensibilität wie aus einem Guss zu sein scheint. Man erkennt die Brüche in seinem Spiel und in seinem Schaffen kaum, weil er es schafft, diese zu überbrücken, logisch zusammenhängend darzustellen.   Leise begann dann das Konzert, zart berührte er die Tasten, es wirkte, als ob er sich gar nicht traute, die Tasten richtig fest anzuschlagen, sie ganz ganz grundsätrzlich mit etwas zu konfrontieren, das das Wort „schlagen“ im Wort haben könnte. Vielmehr streichelte er die Tasten, spielte die ersten Minuten einige einfache Melodien, die von Repetetion gekennzeichnet waren. Nur langsam mischsten sich Dissonanzen und „unpassende“ Töne und Akkorde in sein Spiel, der Wohlklang und die Schönheit wurden mehr und mehr getrübt, jedoch nur schleichend, fast unmerklich, im Vorbeigehen und im Prozess des Spiels und im Verlauf des Abends. Man könnte nicht sagen, wo er letztlich damit begonnen hatte einen leichten...

Innsbruck-Wahl: Wahlbeleidigung bei 55,47 Prozent...

Nein, in Innsbruck liegen derzeit nicht 53.730 Menschen mit dem Pass in der Hand bandscheibenbevorfallt hilflos wimmernd auf dem Wohnzimmerboden. Auch das eventuelle strenge Lüfterl kommt nicht von 53.730 seit Tagen dahin wesenden Leichen sondern vom Klärwerk beim Baggersee. 53.730 in Innsbruck mit Hauptwohnsitz gemeldete Personen haben es schlicht vorgezogen, ihr Kreuz allerallerhöchstens beim Beten zu machen – und nicht in der Wahlkabine.   Was denken sie, wer sind sie, was treibt sie an, keinen Antrieb zu haben, zu einer Wahl zu gehen? Ist Innsbruck die heimliche Hochburg der Anarchie? Hat die Mehrheit der in Innsbruck lebenden Menschen die Schnauze voll vom Demokratie Spielen und kommt es morgen Früh zum „Putsch der Punschdrinker“ und der viel gefürchtete „Ander vom Dotterbichl“ wird zum Kaiser von Innsbruck ausgerufen? Und Oberpirat Alexander Ofer wird zum Liegewiesen- und Grasbeauftragten?   Vielleicht sind die meisten der NichtwählerInnen einfach beleidigt. Beleidigt, weil sie innerhalb der letzten sechs Jahre nie zu ihrer Meinung zu diesem oder jenem Projekt befragt wurden. Vielleicht halten viele angesichts der pest-practice-Beispiele wie Grasser, Hochegger und Co gar nichts mehr von ominöser „Politik“. Vielleicht sind jene 53.730 einfach im Sternzeichen Fische und sind es müde, gegen den Strom zu schwimmen, wo doch „eh alles den Bach runter geht“ (und auf der Rückenflosse haben sie ein megacooles Tattoo stehen: „wenn Wahlen je etwas verändert hätten, wären sie längst abgeschafft“)   Die eigentliche Wahrheit aber liegt klar auf der Hand: Nicht alle InnsbruckerInnen wollten zur Wahl im Rahmen des inoffiziellen Stadtparteitags der Volkspartei gehen. Schade eigentlich. Immerhin war es einer der wenigen Wahlen der Volkspartei, bei der es um eine wichtige Funktion ging und tatsächlich mehr als eine Person zur Wahl stand. Sind denn nun alle, die an der Wahl teilgenommen haben, automatisch Mitglied...

Im gelb-schwarzen Konfettiregen...

Im gelb-schwarzen Konfettiregen versank der Gemeinderatssaal und die Bürgermeisterin bleibt Meisterin. Fleißige Hände haben ausgezählt und es waren 56% gelbe und 44% schwarze Wahlkonfetti. COP ist zu gratulieren, wenn sie es jetzt schafft, die Lager zu versöhnen, kann sie viele Jahre Meisterin bleiben. Schwarz und Rötlich werden sich wohl kaum bitten lassen, wenn es um bezahlte Stadtratsämter geht. Die Grünen sind ja schon dabei und sehen COP längst als "ihre" Bürgermeisterin. Grüngelbe Gratulationen zeugen beinah schon von Frühlingsgefühlen.   Wahrscheinlich ist es besser, wenn sich unsere PolitikerInnen endlich wieder lieb haben. Bei der "Qualität" unseres politischen Personals ist eine Konzentrationsregierung der besten Köpfe sehr anzuraten. Ein demokratiepolitisches Alarmsignal ist die Wahlbeteiligung von nicht einmal 45%. eine komfortable Mehrheit für die INNSwurscht-Fraktion. Vielleicht weil sich die Leute weder von Rosen noch von Stressbällen bestechen, noch von überlebensgroßen Plakatfressen angrinsen  lassen wollen.   Diese Materialschlacht – übrigens aller im Gemeinderat vertretener Parteien – ist doppelt unverständlich angesichts der großen und wachsenden Zahl der armen Menschen in Innsbruck. Die soziale Schieflage ist das eigentliche Problem: Teures Wohnen, hohe Preise, niedrige Löhne.  Immer mehr, die kaum ein paar Euro zur "freien" Verfügung haben. Da kann eine kaputte Waschmaschine oder PKW-Reparatur schnell zur Existenzprobe werden. Wie wärs, wenn der neue Gemeinderat schon für nächstes Mal transparente Wahlkampffinanzierung mit verbindlichen Obergrenzen festlegt?   In Innsbruck bleibt alles beim Alten: Die Frauen haben im Stadtrat das Sagen und es gibt eine Bürgermeisterin: COP ist ziemlich genau das Gegenteil von Hilde Zach. Heute hätte sich die wohl ganz zach gefreut. Die alte und neue Meisterin schaut ein bissl aus wie Lady Di, wobei uns die Erfahrung lehrt, wie brutal Frauen mit Prinzessinnenimage zuschlagen können. Weniger gefallen dürfte die gelbe Meisterin unserem verdienten Landesjager Platter. Gratuliert hat er ihr trotzdem – ebenso wie Platzgummer im...

Solaris

Auch für FilmfreundInnen ist heute abend was los. Im LEOKino wird heute, 29.4.2012, um 19 Uhr In Kooperation mit dem Russlandzentrum und dem Institut für Slawistik der Universität Innsbruck sowie mit Cine Tirol der Film SOLARIS von Andrej Tarkovskij gezeigt. Wohl ein unbedingtes Muss für jede/ Filmfreund/in!   Am 4. April dieses Jahres wäre Andrej Tarkovskij (1932–1986) 80 Jahre alt geworden. In Erinnerung an den großen europäischen Filmkünstler und in Anwesenheit eines besonderen Gastes – der Hauptdarstellerin Natal’ja Bondarčuk – zeigt das LEOKINO Tarkovskijs Science-Fiction-Film SOLJARIS. Natal’ja Bondarčuk weilt im April zu Dreharbeiten in Tirol und wird nach dem Film für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen. (eb)   SOLJARIS war zwar als Antwort auf Stanley Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY gedacht, aber Tarkovskij drehte alles andere als einen ge­­wöhnlichen Science-Fiction-Film. Die Hauptfigur der Handlung, der Psychologe Chris Kelvin, wird auf eine Raumstation entsandt, wo man seit langem vergeblich versucht, das Rätsel des meerbedeckten Planeten Solaris zu lösen. Kelvin soll die seltsamen Nachrichten, die die Station zur Erde funkt, prüfen und die Frage klären, ob die drei dort noch verbliebenen Wissenschaftler nicht vielleicht wahnsinnig geworden sind. Doch sehr bald wird Kelvin selbst Opfer ei­­ner Sinnestäuschung: Seine einstige Geliebte Harey, die vor mehr als zehn Jahren Selbstmord be­ging, erscheint ihm und lässt ihn im wahrsten Sinne des Wor­tes nicht mehr los. Der streng rationale Wissenschaftler Sartorius lüftet schließlich das wissenschaftliche Geheimnis um die­­se Erscheinungen aus der Vergangenheit.   Für Tarkovskij besteht der wesentliche Beitrag der „Solaristik” nicht in der wissenschaftlichen Erkenntnis von Sartorius, sondern in einer Art der Selbsterfahrung. Dies gelingt Kelvin, indem er die quälende und schöne Erinnerung, die Stimme des Gewissens und der Liebe in sich wach werden lässt. Damit vermittelt Tarkovskij die Themen, die ihn beschäftigen, im Gewand...

Music and the city (Vol. 33 Teil 1)...

Heute Abend ( 29.04. um 20:30) gastiert mit Craig Taborn einer der wichtigsten Pianisten der zeitgenössischen Musik im Treibhaus. Neben Vijay Iyer und Matthew Shipp ist er zweifellos einer der Musiker im Jetzt, die Jazz nicht als Musikrichtung und Genre interpretieren, sondern  vielmehr als System der unendlichen Möglichkeiten von Kombination und Rekombination musikalischer Elemente.   Sein Musikerkollege Vijay Iyer hat es vorgemacht bzw. eine passende Definiation gefunden dafür, was „Jazz“ im Heute ist oder noch sein könnte: ein Wissensarchiv. Man könnte dieses Wissensarchiv auch als Feld der fast unendlichen Möglichkeiten beschreiben, wie man mit anderen Musikrichtungen umgeht, sich dieser bedient und sie systemimmanent  transformiert. So verwandelt Iyer z.B. einen Michael Jackson Track in einen lupenreinen Modern-Jazz-Track, ohne den Resepekt dem Original gegenüber zu verlieren. Auch Craig Taborn ist ein solcher Musiker, aus mehreren Gründen.   Sein Spiel wirkt, als ob es keine Grenzen kennen würde, sprich: sein System kennt (vermeintlich) keine Grenzen – und das scheint auch zu stimmen, wenn man sich sowohl seinen musikalischen Output als auch seine Platten anhört. Darauf findet sich, neben einem beeindrucken Gespür für harmonische und strukturellen Experimente, auch ein Gespür für Melodien, wie sie nur wenige haben. Im Gegensatz zu anderen Avantgardisten hat er fast schon eine „Pop-Sensibiltät“, wenn es darum geht, Melodien zu entwerfen, zu verändern, zu umspielen und auch, wenn nötig, einfach nur wirken zu lassen. Diese verlieren sich aber nie, und da grenzt er sich von Pop klar ab, in allzu einfacher Wirkung und Vergänglichkeit. Er schafft es seine Melodien geschickt mit neuesten Strömungen zu verquicken. Dabei findet das Fragmentarische und Zerstückelte genauso Platz wie das Schöne und das Unantastbare, dasjenige, das im gesamten Diskurs in Bezug auf Innovation, Avantgarde usw. heil geblieben ist und immer noch strahlt und sich hin zur Eingängigkeit wagt.  ...

Es ist ein Kreuz – Malen nach Wahlen!...

Morgen ist Wahlsonntag und alle freuen sich, dass der Wahlkrampf endlich zu Ende geht! Daher wird es am Landhausplatz eine coole Aktion geben: MALEN NACH WAHLEN soll zeigen, dass uns die Demokratie nicht wurscht ist, auch wenn uns die Mächtigen meistens gehörig auf die Nerven gehen.   Aus dem Veranstaltungstext: An alle InnsbruckerInnen: Malen nach Wahlen. Mach dein Kreuzerl am Landhausplatz und zeig damit, dass du Teil der 48% bist. Also kommt in Scharen, mit Kreide oder Wasserfarben, um am 29.4.2012 um 14 Uhr den NichtwählerInnen ein Gesicht zu geben. Auch WählerInnen sind natürlich willkommen!   Hier noch ein Video zur Aktion.   Wie immer die Wahl morgen ausgeht, eines sollte uns bewusst sein: Wir leben in einer schönen, lebenswerten und bunten Stadt. Das ist weder das Verdienst einer Person noch einer Partei – sondern einfach ein Riesenglück: Köstlichstes Trinkwasser sprudelt aus unseren Wasserhähnen, vor unserer Haustüre befinden sich schöne Berge und Wälder und auch wenn ganz sicher nicht alles toll ist – eigentlich geht es uns doch gut! Liebe Menschen von Innsbruck, seid dankbar und vor allem seid auch einmal ein bisschen nett! Seid nett zu einander und zu jenen Gästen, die sich kein überteuertes Hotelzimmer leisten können. Innsbruck kann mehr sein als ein Veranstaltungsort für irgendwelche Megaspektakeln – Innsbruck kann eine weltoffene, freundliche und gerechte Stadt sein! Wenn wir es wollen.   Symbolfoto von www.armin-feistenauer.de/2011/07/hurra-hurra-die-wahlzulassungen-sind-da/44637387_e20e219698_z/ (Erik Hauth) – DANKE an User Respekt für den...

Demo gegen Sparpaket und Krisenpolitik...

Am Montag, den 30. April, wird in Innsbruck eine Demo gegen Sparzwang und Krisenpolitik stattfinden. Treffpunkt ist der Waltherpark, wo um 18 Uhr die Auftaktkundgebung stattfindet.   Drei Gründe, den Kapitalismus abzuschaffen Kapitalismus ist Ausbeutung In den letzten Jahrzehnten wurde immer mehr Reichtum geschaffen. Trotzdem haben diejenigen, die diesen Reichtum herstellten, davon nicht profitiert. Ob als Leiharbeiter_in oder Kernbelegschaft, oder Saisonarbeiter_in oder Praktikant_in: das Produkt unserer Arbeit gehört nicht uns, sondern den Kapitalist_innen. Einige von uns stellen durch oft kaum sichtbare und nicht bezahlte Arbeit, wie Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege, Bildung etc, die Bedingungen für die Plackerei der anderen her. In der überwiegenden Mehrheit sind das Frauen, häufig auch Migrant_innen. Wenn überhaupt Löhne bezahlt werden, müssen sie durch die Produktivität der anderen mitbezahlt werden, was zu Abhängigkeit und noch schlechteren Arbeitsbedingungen führt als im regulären Arbeitsmarkt.   Kapitalismus verhindert die Lösung der größten Probleme der Menschheit Die Profitinteressen der Herrschenden sind in dieser Gesellschaft wichtiger als Gesundheit und Wohlergehen der Menschen. Es wird nicht produziert, damit wir unsere Bedürfnisse befriedigen, sondern um größtmöglichen Gewinn machen. Wir rackern uns in immer höherem Tempo kaputt (Dreischichtbetrieb, Selbstausbeutung als „Neue Selbstständige“, Erhöhung des Pensionsalters etc.) und erzeugen immer schneller immer mehr Reichtum. Trotzdem sinken unsere Löhne und wir müssen immer länger arbeiten. Obwohl sie vierzig Stunden in der Woche arbeiten, sind viele Menschen auf staatliche Hilfen (Mietzinsbeihilfe, Familienbeihilfe, Mindestsicherung, Schulstarthilfe) angewiesen, um durchzukommen. Die menschliche Gesellschaft produziert genügend Güter, um Menschen rund um den Globus einen angenehmen Lebensstandard zu ermöglichen. Dennoch sterben Millionen an Hunger und heilbaren Krankheiten. Wir haben Technologien, die eine ökologisch nachhaltige Versorgung aller ermöglichen würden, aber unsere Energie kommt immer noch aus Erdöl und Kernkraft, und wir stolpern von einer Umweltkatastrophe zur nächsten. Kapitalismus bleibt keine Alternative Jede Krise...

Die Graphen von Tirol

Am Samstag wird an der Uni Innsbruck die Lange Nacht der Forschung stattfinden. Da ist es fast etwas unfair, aus dem reichhaltigen Angebot eine hervorzuheben, denn allein das Angebot der Geisteswissenschaften ist ebenso vielseitig wie beeindruckend.   Allerdings möchte ich euch trotzdem eine Veranstaltung ans Herz legen: Es handelt sich um Die Graphen von Tirol; das gleichnamige Buch wird von den Autoren auch „erste analoge Suchmaschine“ bezeichnet. Es ist randvoll mit interessanten Fakten und sehr anschaulich gestalteten Statistiken rund um die Tiroler Geschichte mit ihrer Entwicklung bis zur Gegenwart.   Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sich die Tiroler Bevölkerung in den letzten 500 Jahren entwickelt hat? Wo es Katastrophen gab? Wie Armut und Reichtum aussehen? Wie lange die kürzeste Ehe dauerte? Ob Wintersport gesund ist? Ob Tiroler Bauern ausgebeutet werden? Oder wie gut Frauen und Männer in Tirol repräsentiert sind?   In den Graphen von Tirol finden Sie auf 350 Seiten und in 320 Graphen auf diese und viele andere Fragen schnell und ohne großen Aufwand eine Antwort. Das Bilderbuch “Die Graphen von Tirol” ist die erste analoge Suchmaschine für Jung und Alt, Akademiker und Nichtakademiker, für alle, die neugierig auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Situation im Land Tirol sind.   Auch diejenige, die mit Statistiken sonst eher wenig anfangen können, werden erstaunt sein, wie bildhaft und übersichtlich in diesem Buch geschichtliche Entwicklungen und Gegenwartsprobleme präsentiert werden.   Morgen, am Samstag den 28. April 2012, werden Stefan Neuner (Grafiken) und Josef Nussbaumer (Idee & Recherche) ihr Werk mit einer spannenden Präsentation vorstellen. Wo: Universität Hauptgebäude, Innrain 52, Senatsitzungssaal, 1. Stock Wann: Vorträge um 18:00, 19:30, 21:00, 22:30 / laufende Ausstellung von 17:00 bis 24:00   Und wer schon an der Uni ist, findet sicher noch zahlreiche...