Demo gegen Sparpaket und Krisenpolitik

Am Montag, den 30. April, wird in Innsbruck eine Demo gegen Sparzwang und Krisenpolitik stattfinden. Treffpunkt ist der Waltherpark, wo um 18 Uhr die Auftaktkundgebung stattfindet.

 

Drei Gründe, den Kapitalismus abzuschaffen

Kapitalismus ist Ausbeutung

In den letzten Jahrzehnten wurde immer mehr Reichtum geschaffen. Trotzdem haben diejenigen, die diesen Reichtum herstellten, davon nicht profitiert. Ob als Leiharbeiter_in oder Kernbelegschaft, oder Saisonarbeiter_in oder Praktikant_in: das Produkt unserer Arbeit gehört nicht uns, sondern den Kapitalist_innen.

Einige von uns stellen durch oft kaum sichtbare und nicht bezahlte Arbeit, wie Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege, Bildung etc, die Bedingungen für die Plackerei der anderen her. In der überwiegenden Mehrheit sind das Frauen, häufig auch Migrant_innen. Wenn überhaupt Löhne bezahlt werden, müssen sie durch die Produktivität der anderen mitbezahlt werden, was zu Abhängigkeit und noch schlechteren Arbeitsbedingungen führt als im regulären Arbeitsmarkt.

 

Kapitalismus verhindert die Lösung der größten Probleme der Menschheit

Die Profitinteressen der Herrschenden sind in dieser Gesellschaft wichtiger als Gesundheit und Wohlergehen der Menschen. Es wird nicht produziert, damit wir unsere Bedürfnisse befriedigen, sondern um größtmöglichen Gewinn machen. Wir rackern uns in immer höherem Tempo kaputt (Dreischichtbetrieb, Selbstausbeutung als „Neue Selbstständige“, Erhöhung des Pensionsalters etc.) und erzeugen immer schneller immer mehr Reichtum. Trotzdem sinken unsere Löhne und wir müssen immer länger arbeiten. Obwohl sie vierzig Stunden in der Woche arbeiten, sind viele Menschen auf staatliche Hilfen (Mietzinsbeihilfe, Familienbeihilfe, Mindestsicherung, Schulstarthilfe) angewiesen, um durchzukommen.

Die menschliche Gesellschaft produziert genügend Güter, um Menschen rund um den Globus einen angenehmen Lebensstandard zu ermöglichen. Dennoch sterben Millionen an Hunger und heilbaren Krankheiten. Wir haben Technologien, die eine ökologisch nachhaltige Versorgung aller ermöglichen würden, aber unsere Energie kommt immer noch aus Erdöl und Kernkraft, und wir stolpern von einer Umweltkatastrophe zur nächsten.

Kapitalismus bleibt keine Alternative

Jede Krise bedeutet auch eine Chance – momentan haben das vor allem die Kapitalist_innen begriffen. Sie benützen die Krise, um unsere Errungenschaften vergangener Kämpfe wieder abzubauen, damit sich unsere Leistung wieder für sie lohnt. Und uns wird vorgegaukelt, wir hätten „über unsere Verhältnisse gelebt.“ Sparpaket um Sparpaket wird durchgeboxt – das nächste kommt bestimmt. Griechenland zeigt vor wie es geht: Löhne, die zuvor schon schlecht waren, werden gekürzt, Schutzbestimmungen für Arbeiter_innen aufgehoben, soziale Sicherungssysteme werden abgebaut, wichtige Infrastruktur, wie Strom, Wasser etc., wird privatisiert.

Es ist an der Zeit, dass wir unsere Chance zur Veränderung ergreifen:
Kein Sparpaket und kein Rettungsschirm wird uns aus der Misere bringen. Es geht um mehr als nur den Kampf gegen Sozialabbau – wir wollen uns unabhängig von Parteien und Gewerkschaften selbst organisieren. Am 30.April/1.Mai mobilisieren antikapitalistische Initiativen in ganz Europa zu gemeinsamen Demonstrationen. Dies kann ein erster Schritt sein, weltweit Widerstand von unten zu vernetzen und gemeinsam zu kämpfen. Werden wir zur Krise des Kapitalismus.

Gegen Patriarchat, Rassismus, Unrecht und Ungleichheit – Für eine solidarische, friedliche und gerechte Welt!

2 Antworten : “Demo gegen Sparpaket und Krisenpolitik”

  1. Katanka sagt:

    Danke Markus für deine Initiative, werde mitmachen.

    Btw… die Ursache dass immer weniger Überbleibt, trotz immer mehr Gewinne ist nicht der Neoliberale Kapitalismus, sondern das sind Zinseszinsmechanismen und Giealgeldschöpfung durch Banken, welche die Geldmenge ständig ausweiten (exponentiell), und somit die Wirtschaft mitwachsen muss.

    Tut sie dieses nicht, weil irgendwann jeder an einem Leistungspeak angelangt ist, muss man eben irgendwo abschneiden, sonst crasht die Währung.

    Und das werden sie so lange wie möglich hinauszögern, denn dies ist die zeit des größten Profites für eine ganz ganz kleine Gruppe unverschämt Reicher Menschen.

     

    Ein Kapitalismus mit Negativ verzinstem Geld hätte diese Problematiken nicht. Auch wenn wir dann immer noch im entfremdeten Leben wären, aber eben auf entschärfte Art und Weise.

    So wenige können sich ein Leben ohne Geld überhaupt nur vorstellen, also besser die Menschen dort abholen wo sie stehen. Also ein gerechtes geldsystem, bis sie sich ein Leben ohne Geld in Kooperation andenken können.

     

    Dies wäre Aufgabe von Medien, Bildung, Kultur das zu denken und zu verbreiten.

    • Markus sagt:

      Muss hier richtigstellen, dass es sich nicht um meine Initiative handelt (obwohl ich natürlich auch gerne hingehe) – ich habe den Aufruf einzig und allein weitergeleitet. Freu mich über alle die kommen!

      Zu deinem Kommentar: "Kapitalismus" ist für mich dem Begriff nach nicht einfach eine Gesellschaft mit Geldsystem, sondern ein System das maximales monetäres Gewinnstreben unterstützt und rechtfertigt. Ein negatives Zinssystem würde dies ja schon von Haus aus unterbinden und wäre somit durchaus als "antikapitalistisch" zu sehen. Auch in einem realanarchistischen System wird es gewisse Vereinbarungen zu Tauschmitteln – also sowas wie Geld – geben. Darin liegt das vielzitierte Übel meiner Meinung nach nicht begraben.

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