Der gefrorene Dom – Eine Ostergeschichte...

Ich ging in den Dom bzw. ich wollte in den Dom gehen, aber der Dom war nicht mehr zugänglich. Er war zu einem Nichtort geworden. Eine stadtbekannte Künstlerin hatte ihn zum Nichtort gemacht, indem sie ihn zu einem überdimensionalen Gefrierschrank umgestaltet hatte. Von den barocken Marmorsäulen und den Altären troff das Eis. Alle Heiligenbilder waren von einer dicken Eisschicht überzogen. Auch die Fenster waren völlig zugefroren. Und man konnte sich nicht länger als höchstens fünf Minuten in seinem Inneren aufhalten, dann begann einen die Kälte an der Nase und an den Wangen zu brennen und bald darauf schmerzhaft zu werden, so dass man den Dom wieder gerne verließ. Das war ja die Intention der Künstlerin, den Dom eben während der sechswöchigen Fastenzeit zu einem Unort zu machen. Man konnte den Dom nur mehr unter Lebensgefahr betreten, wie an den Plakaten an den Türen in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Russisch verkündet wurde. Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass ein Aufenthalt im Dom ihrer Gesundheit schaden kann und bei einem länger als höchstens fünf Minuten dauernden Aufenthalt irreparable Schäden an Ihrem Körper verursachen kann! Selbstredend wurde während der ganzen Zeit der künstlerischen Intervention im Dom keine Messen mehr gelesen, diese wurden so wie alle übrigen liturgischen Handlungen während dieses Zeitraums in andere Kirchen ausgelagert, schließlich befanden sich ja noch genügend  in der Stadt. Und so mochte sich die Domgemeinde wohl auch mit diesem sicher einzigartigen Vorhaben – der künstlerischen Verwandlung eines Kirchenraumes in Riesenkühlschrank – einverstanden erklärt haben. Wurden in anderen Kirchen für diesen Zeitraum lediglich Bilder verhüllt, oder andere an die Wände gehängt oder sonst kleine Veränderungen dort angebracht, so wurde hier eben mal etwas ganz Großes, und Ungewöhnliches gemacht. Die Kirche, in ihrer Bedeutung doch auch Zufluchtsort für...

Diplomatisches Hickhack rund um Tiroler Olympia-Referendum...

Wahlwerbung im Ausland: Eiszeit zwischen Italien und Tirol Diplomatisches Hickhack rund um Tiroler Olympia-Referendum am Gardasee Scharfe Worte für Überlegungen, das bevorstehende Tiroler Olympia-2026-Referendum samt Rede des Tiroler Landeshauptmannes teilweise an den Gardasee zu verlagern findet Italiens Außenminister Alfano: „Ein Tiroler Wahlkampf hat auf italienischem Boden nichts verloren. Die Tiroler Konflikte nach Italien zu tragen ist der Integration nicht dienlich. Nicht der langfristigen Integration, nicht der kurzfristigen und auch nicht der über das Pfingstwochenende!“ Und Alfano ergänzt: „In normalen Zeiten wäre es ein Vergnügen, ein Regierungsmitglied aus Tirol als zahlenden Gast zu begrüßen. Wir haben aber schon seit Jahren große Probleme mit den tausenden Menschen aus Tirol, die sich im Rahmen ihres Urlaubs am Lago di Garda nicht integrieren wollen. Nun diese Teilzeit-Parallelgesellschaft mit olympischen Wahlreden weiter aufzuheizen wo wir zu Pfingsten ohnehin fast 30 Grad haben, werden wir nicht zulassen!“ Eine indirekte Bestätigung zu derartigen Plänen kommt aus dem Landhaus. Ein namentlich nicht genannt werden wollender Sportlandesrat meint: „Die offizielle Variante isch, dass mir jetz erscht amal die olympische Machbarkeitsstudie abwarten tun. Off records kann ich Ihnen aber sagn, dass mir längscht mit den Vorbereitungen für den Druck von die Abstimmungsunterlagen für des Referendum „Olympi-JA!“ begonnen haben. Und auch den Pfingschtsonntag als Abstimmungstag kann ich bestätigen. Mir hoffen, dass möglichst viele naturliebhabende Olympia-Gegner sich wandernd ins Gemüse vertschüssn und uns die Bürgerlichen die Abstimmung retten. Zur Absicherung von einem deutlichen Olympia-Ja werden für die bürgerlichen Gardasee-Camping-Fanatiker die beiden aktuell leer stehenden Traglufthallen als Wahllokale verwendet. Mir haben auch schon längscht 2 Zeltplatzelen am Gardasee reserviert – aber weil mir nit bled sein, hamma nit gsagt, dass mir mit de beiden Traglufthallen daher kemmen. De werden vielleicht drein schaugn!“ Um Deeskalation bemüht ist man indes beim Österreichischen Olympischen Comitè....

Der Fasching und die Kunst...

Der Fasching war in Innsbruck auch schon mal lustiger. Heute, am Faschingsdienstag konnte man, wenn man durch die Innenstadt ging, kaum maskierte Menschen sehen, außer ein paar Kinder und ein paar Unentwegte vielleicht. Wobei ich zugebe, die Altstadt gar nicht erst betreten zu haben, die Kontrollrituale genügen mir schon zu Silvester und nachher denkt man dann, dass man eh nicht viel versäumt hätte, wenn man draußen geblieben wäre. Ja ganz konkret hat mich der heurige Innsbrucker Fasching  an meine Kindheit und frühe Jugend erinnert, wo dieser  hierzulande auch kaum zu bemerken war. Sind die Tiroler/innen  doch auch nicht wirklich ein Karneval-affine Menschen, so wie es vielleicht die uns benachbarten Kärntner/innen sind, dessen Villacher Karneval man ja schon in den späten sechziger Jahren im Fernsehen  verfolgen konnte. Dachte ich noch: gehst halt in irgendeine Institution oder ein Geschäft, und es wird Fasching gefeiert. Aber die hatten alle vorsorglich geschlossen, und die, die geöffnet hatten, mussten dann ja auch arbeiten, und da macht es dann wohl auch keinen Spaß, die Närrin oder den Narren heraushängen zu lassen. Wahrscheinlich schlugen die Innsbrucker Faschingsnarren in den letzten Jahren so über die Stränge, so dass am Ende alles in einer sexistischen Gewaltorgie ausartete, so dass man sich schon vor einigen Jahren entschlossen hat, den Innsbrucker Fasching langsam sterben zu lassen. Mir soll es gleich sein. Ich hielt sowieso nie viel von dieser auf einen Tag im Jahr reduzierten verordneten Fröhlichkeit, und touristisch ließ sich das Innsbrucker Narrentreiben wohl auch nie richtig vermarkten, im Gegensatz etwa zum Christkindlmarkt und ähnlicher jedes Jahr wiederkehrender Festivitäten.  So bleibt eben nur die Kunst, und die ist in den Augen vieler ja immer Narretei, auch wenn sie natürlich für diejenigen, die bereit sind, sich auf sie einzulassen, genau das...

Weihnacht ohne Ende

Es soll ja Menschen geben, für das ganze Jahr Weihnachten ist,  andere wiederum sind froh, wenn der ganze Spuk wieder vorbei ist, manche mögen es überhaupt nicht und würden sich am liebsten an diesen Tagen verkriechen. Und eine nicht unerhebliche Zahl von Zeitgenoss/innen ärgert sich über die bereits in der zweiten Oktoberhälfte einsetzenden Weihnachtswerbung und wohl auch über die bereits ab Mitte November eröffneten Weihnachtsmärkte. Wenige dürften wissen, dass mit dem Fest Marie Lichtmess, welches von der katholischen Kirche am 2. Februar gefeiert wird, die Weihnachtszeit zu Ende ist. Die Krippen in den Kirchen abgeräumt werden, und auch das dazugehörende Tannengrün wieder verschwindet. Der Astronomiekalender verrät uns,  dass um Lichtmess der Tag bereits um eine Stunde gewachsen ist.  Eh schon eine lange Zeit, könnte man denken, die das Weihnachtsfest jetzt schon wieder zurückliegt, auch   man die ersten Christbäume schon gleich nach den Weihnachtsfeiertagen vor den Hauseingängen oder auf den Müllinseln liegen sehen kann. Nichtsdestotrotz hält man es in Innsbruck damit nicht so genau und kann sich von der Weihnachtsstimmung nicht so leicht trennen. Geht man etwa dieser Tage durch die inzwischen auch schon längen vom Schnee befreiten Straßen der Innenstadt, so stoßt man immer noch auf diverse Weihnachtsbäumchen, und man denkt, ist es nur Nachlässigkeit, sie wegzuräumen, oder doch eher das noch schöne Wintergrün, das diese davor rettet, im Ofen oder im Biomüll zu landen. Auch die stählerne Weihnachtskrippe vor dem Tiroler Landesmuseum hat noch nicht in den Schrank zurückgefunden, wo sie das Jahr über wahrscheinlich aufbewahrt wird, und steht noch da und lässt sich wohl von den immer stärker werdenden Sonnenstrahlen zusätzlich bräunen. Sei’s drum. Wir werden ja sowieso immer wieder an Weihnachten erinnert, nicht zuletzt in einem Geschäft unter den Lauben in der Altstadt, wo man das...

Luftsprünge at Kulturbackstube w/PeterPiek...

Mit seinem neuen, vierten Album „+“ im Gepäck kehrt Allroundkünstler Peter Piek diesen Mittwoch, den 1. Februar, in die Kulturbackstube zurück. Um 19 Uhr wird er eine Ausstellung seiner Malerei eröffnen – diese läuft dann einen Monat lang – und ab 20 Uhr wird Piek musizieren. dada: https://www.facebook.com/events/1868495776728951/ Oopsy daisy, weiters wird er schon am 31.Jänner zwei Stunden zu Gast bei Freirad 105.9 sein, bei rechtzeitiger Voranmeldung kann mensch da live anwesend sein, genauere Infos unter https://www.facebook.com/events/156513514847337/ Seit er das letzte Mal in der Bäckerei war, habe ich ein T-Shirt, auf dem sein Porträt zu sehen ist, yep Klamotten macht er unter anderem auch. Es liegt bereit, nicht unweit eines Posters von Piek mit Blume im Mund. Werde den Rest des Outfits nach seiner Sprungtauglichkeit auswählen, denn vielleicht wird ja das neue Video zu dem Song “1st Song“ nachgestellt, so in einer Anti-Mannequin-Challenge-Manier, wo nicht stillgestanden sondern mit viel Schwung in die Luft gesprungen wird. Was ich mir erwarte und erhoffe: eine Party mit einem Touch Fasching, ein Mix von runden Bildern ausgelösten Konfettiregen-Emotionen und schwungvolle Dancemoves. Und nun beamen wir uns noch geschwind nach Island und stellen uns auf die Luftsprüngemood für Mittwoch ein, watch this: www.peterpiek.com...

Winter, du kalter Geselle...

  Langsam geht uns dieser Winter mit seiner  Kälte wohl schon auf die Nerven, vor allem weil wir sie nicht mehr gewohnt sind. Laut Meteorologen hat uns heuer der kälteste Winter seit 1987 fest im Griff, informiert uns heute der STANDARD. Und viele mögen da schon ein wenig an den vielzitierten Klimawandel zu zweifeln beginnen. Nur dass dieser Winter noch kein Argument gegen jenen ist, da es nur eine Frage der Statistik ist, wie oft solche kalten und strengen Winter in einem Jahrzehnt vorkommen. Während also die Winter der letzten dreißig Jahre eher milder waren als eben der heurige, so haben sich Winter, wie wir ihn heuer erleben, in früheren Jahrzehnten eben viel häufiger ereignet. Soweit zur Wetterstatistik. Aber wäre alles nur Statistik, wäre es nicht weiter schlimm, wäre nicht auch das Elend von vielen Menschen, die sich in diesen kalten Zeiten im Freien herumschlage müssen. Die Notschlafstellen haben Hochbetrieb, und Menschen, die auf der Straße schlafen müssen, sollten dies wohl jetzt nicht mehr tun müssen, so ist zumindest zu Hoffen. Dass der Winter auch nicht mit Schönheit geizt, davon kann uns ein kleiner Spaziergang durch die Stadt oder auch in die ländliche Umgebung überzeugen. Seien es Schneelandschaften, oder eine Eisechse  wie hier in Mariahilf, oder auch mal eine Frucht, die wohl ungewollt in den Schnee gefallen ist oder dort abgelegt wurde. Oder eine schöne alte Villa präsentiert sich in ihrem Winterkleid udn hätte uns uns wohl viel zu erzählen von kalten und weniger kalten Wintern. Manchmal ist es vielleicht auch ein schon etwas in die Jahre gekomenes Verkehrsschild, das seine Botschaft einfach verloren...