Frühjahrsputz im Kleiderschrank...

Kleider machen ja bekanntlich Leute. Manchmal machen Kleider Leute auch verrückt, weil sie nämlich zu viele davon haben und diese sich unübersichtlich im Kleiderschrank türmen. Angezogen wird im Endeffekt dann immer das Gleiche, nämlich das, was gut erreichbar ist. In den hinteren Reihen türmen sich neben tief bereuten Fehlkäufen auch längst vergessene gute Stücke, in die man wieder reinwachsen will oder die man sich für besondere Anlässe vorbehält. Kurz gesagt: Im Kleiderschrank mischen sich Fehler aus der Vergangenheit mit Zukunftsvisionen und nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was wir dort vorfinden, spiegelt die gegenwärtige Lebensrealität wider – auf der ständigen Suche nach Veränderung, Verbesserung, letztendlich nach sich selbst. Die Modeindustrie freut sich und wir verlieren dabei ziemlich schnell den Blick auf das Wesentliche. Frühjahrszeit ist dabei vielleicht die perfekte Zeit, um Bilanz zu ziehen und einen realistischen Blick hinter die Kulissen der eigenen (Typ-)Veränderung zu werfen. Wer möchte nicht entschlackt und leicht in den Sommer starten? Weil es manchmal ja schwerfällt, auf eigene Faust aktiv zu werden, lohnt es unter Umständen, sich externes Expertenwissen zu Nutze zu machen. Gerade feiert im Netz die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo Hochkondor äh -kontur. Ihr Tipp: Raus mit ALLEM und im Zimmer auf einen großen Haufen werfen. Ja, das kann schon mal den ein oder anderen beeindruckten Aha-Moment hervorrufen und vor allem die Frage: Brauche ich das alles WIRKLICH? Sehr gut, damit ist ein erster Schritt getan, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Der nächste Schritt besteht laut Kondo darin, jedes Kleidungsstück einmal in die Hände zu nehmen und sich dabei zu fragen: Macht dieses Ding mich glücklich? Wird diese Frage intuitiv mit Nein beantwortet, wird es aussortiert. Für weniger emotional geleitete Faktenfreaks empfiehlt sich für derartige Entscheidungsprozesse vielleicht eher eine persönliche Langzeitstudie: Dabei werden...

People’s Climate March in Innsbruck...

„Klima vor Profite“ – Unter diesem Motto findet der People’s Climate March am 29. April in Innsbruck statt. Eine Demonstration für echte und solidarische Klimapolitik. Ausgehend vom People’s Climate March in Washington gehen an diesem Tag weltweit Menschen für ihre Zukunft auf die Straße. Sie stellen sich gegen Klimawandelleugner wie Donald Trump und eine Politik, die Klimaschutz heuchelt, aber ein „Weiter wie bisher“ verfolgt. Weltweit kämpfen Menschen für ihre Zukunft. Komm zum People’s Climate March Innsbruck und werde Teil der Bewegung! Wann? Samstag, 29. April 14:00 Uhr Wo? Annasäule, Maria-Theresien-Straße, Innsbruck Was? Ca. 14:30 Begrüßung durch LHStv.in Ingrid Felipe, Eröffnung durch Klimabündnis Tirol Geschäftsführer Andrä Stigger, ca. 15:00 Climate March durch die Innenstadt bis zum Landhausplatz, ab ca. 16:00 Kundgebungen am Landhausplatz. Wer? ATTAC, GRAS, Greenpeace, Junge Grüne Tirol, Klimabündnis Tirol, Kulturverein Evrensel, POW (Protect our Winters), Südwind Tirol, Transition Tirol, VSSTÖ. Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung! Information und Veranstaltungskoordination: Mesut Onay, Tel.: 0650 2731638...

Far from home

About homelessness in Africa and Europe The last time a global survey was attempted – by the United Nations in 2005 – an estimated 100 million people were homeless worldwide. As many as 1.6 billion people lacked adequate housing (Habitat, 2015). Getting an accurate picture of global homelessness is extremely challenging. Definitions of homelessness vary from country to country, census data is normally collected based on household and while most census data takes into account those living in shelters and receiving government aid, but on the other hand there is uncountable and “hidden homeless” – those who may be residing in inadequate settlements such as slums, streets, rural areas and squatting in structures not intended for housing, couch surfing with friends and family, and those who relocate periodically. As mentioned above homelessness and its definition vary from country to country or continent to continent, comparing Africa and Europe or Somalia and Austria it is not an easy topic; in Somalia and Africa situation is more devastated and unpleasant severe. There are 400,000 „internally displaced people“ in Somalia. 1 – 3 million Somalis have fled the wars and conflict in their country as refugees over the last 14 years to go to Kenya, Djibouti and Ethiopia and elsewhere, another study indicates one million Somalis are homeless mostly young children at the age of 15 or younger!, the streets of big cities in Somalia like Mogadishu, Kismaayo,Baydhabo, Hargeisa, Garowe and Lasanod are full of orphanages which are in their early years of life under the age of 15. Of course there are challenges and homeless people in our society here in Austria but in my opinion things are much better according to other countries particularly Africa and the countries like Somalia....

Fasten mal anders – Tag 1...

Es ist wohl überflüssig, diesen Blog mit „Heute ist Aschermittwoch“ einzuleiten. Klar, das wissen die Tiroler ganz genau. Ebenso wie sie wissen, dass das bunte Faschingstreiben nun ein Ende hat und mit dem heutigen Tag die Fastenzeit beginnt. 40 Tage der Entbehrungen liegen vor uns. Und ich halte nicht viel davon. Ja, wahrhaftig halte ich nicht viel davon, dass manche Menschen sich die nächsten 40 Tage über für ein reines Gewissen geiseln werden, nur um sich am Tag 1 nach der Fastenzeit genüsslich ein Bier reinzuziehen, wieder genau so viel zu rauchen wie vorher oder gar mehr, sich mit Süßigkeiten vollzustopfen, um sich für die langen Tage der Entbehrung selbst zu belohnen. Natürlich respektiere ich jeden, der sich auf das Fasten einlässt, sei es nun aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen, oder einfach weil „man das eben so macht“. Ich halte es schlicht für falsch, das Fastending in ständiger Antizipation auf die Rückkehr zum ungesunden Überfluss und zu den alten ungesunden Gewohnheiten durchzuziehen. Viel wichtiger finde ich, sich gerade in unserer hektischen Lebenswelt eine Zeit der Besinnung zu gönnen (ja, GÖNNEN  habe ich gesagt und nein, ich glaube nicht, dass das dem Fastenbegriff widerspricht): Besinnung auf den eigenen Körper, die eigene Gesundheit, Besinnung auf das, was wesentlich ist. Und das ist es, was mich, glaube ich, stört: Der Fastenbegriff, wie viele in heutzutage leben, ist mir schlicht zu eng, zu simpel. Wie wäre es denn zum Beispiel, nicht nur 40 Tage lang zwanghaft angestrengt auf etwas zu verzichten, das man gerne mag, sondern die Zeit dazu zu nützen, sich auf sich selbst zu besinnen und einen Grundstein dafür zu legen, dass man nachhaltig ein bisschen mehr auf sich und die Menschen in seinem Umfeld achtet? Handyfasten wäre ein guter Anfang. Oder Lärmfasten. Zeit mit...

Nie mehr zu scheitern ist auch keine Lösung...

  Das Jahr 2017 ist noch ziemlich jung, ganz im Gegensatz zu mir, wie ich neulich feststellen musste. Beim Durchlesen eines neuen Dienstvertrages habe ich neulich ziemlich gestutzt. Fast 10 volle Jahre Vordienstzeiten wurden mir da angerechnet. Mein erster Gedanke: Das muss ein Fehler sein. Das werd ich denen wohl melden müssen. Aber als ich begonnen habe, nachzurechnen, wurde mir klar: Das ist kein Fehler. Damals, mit 23, habe ich angefangen. Boah, war das damals aufregend. Einerseits hatte ich zwar gedacht, dass ich mit meinem Magistertitel in der Tasche die Königin der Welt wäre – MINDESTENS! – andererseits hatte ich furchtbare Angst, oder sagen wir besser Ehrfurcht, vor all meinen Aufgaben. An meinem ersten Arbeitstag sagte mein damaliger Chef: „Hab keine Angst vor Fehlern. Wo viel gearbeitet wird, passieren auch Fehler!“. Und ja, ich habe für den Rest meiner 20er sehr viel gearbeitet und ja, da sind auch Fehler passiert. Und Reibungen. Und Konflikte. Und obwohl mich damals alles so wahnsinnig gestresst hat, denke ich heute sehr gern an die anfänglichen Jahre meiner Berufstätigkeit zurück. Alles war eben neu. Jedes weitere Projekt wie eine völlig neue Welt, auf die ich mich voll eingelassen habe. Und wenn eins erledigt war, war ich schon wieder mittendrin, ein neues aufzubauen. Zwischendrin hab ich mich fortgebildet und insgesamt hatte ich das Gefühl, dass ich mich in meiner Arbeit jeden Tag ein wenig weiterentwickle. Seit 2 Jahren spüre ich es nicht mehr. Es gibt nur wenig, das mich jetzt noch vom Hocker haut. Natürlich passieren in meinem Job immer wieder neue Dinge, ich merke aber, dass nichts davon mehr wirklich neu für mich ist. Irgendwie ist das ja auch ganz angenehm, aber ab und zu steigt sie wieder in mir hoch, diese saure Blase,...

Neujahrsvorsätze der anderen Art...

Zugegeben: Dieser Text hätte pünktlich am 1. Jänner dieses Jahres – nein besser noch am 31. Dezember des vergangenen Jahres erscheinen soll. Schließlich geht es ja immer darum, total aktuell und up to date zu sein – nein, noch besser, den anderen immer um mindestens eine Nasen- oder noch besser eine Armlänge voraus zu sein. Zugegeben: Ich hab’s verkackt. Diese ganze „schneller, höher, weiter“-Sache und so. Ich habe mir gedacht, ich geh’s dieses Jahr mal bewusst langsam an, der Stress kommt schon von ganz alleine noch daher. Und seien wir uns mal ehrlich: In Zeiten der ultimativen Selbstoptimierungs-Instagram-Ernährungskult-Beauty-Vlog-Welle gibt es immer dieses „noch besser…“, das wir vor uns hertragen wie eine mahnende Gallionsfigur, die nichts anderes bringt als uns das Leben schwerzumachen. Gerade um die Jahreswende laden wir uns meist ein besonders schweres Exemplar auf, mit Sätzen wie: „Nächstes Jahr mache ich mehr Sport!“ oder „Ich werde nur noch gesundes Zeug essen!“ oder, oder , oder. Dass diese Vorsätze meist zum Scheitern verurteilt sind, weiß eh mittlerweile jeder. Warum tun wir uns das also an? Natürlich, es ist grundlegend sehr lobenswert, an sich arbeiten zu wollen und seine schlechten Gewohnheiten zu überdenken. Aber das Ganze geht doch auch ein wenig entspannter für uns selbst und ein wenig mehr im Sinne des Gemeinwesens. Deshalb hier ein paar alternative Vorschläge für Neujahrsvorsätze, für all diejenigen, die noch keine eigenen haben:   Überdenk mal dein Konsumverhalten. Ja, und wenn ich sage „überdenke“ dann meine ich damit auch genau einfach nur mal über das eigene Konsumverhalten nachzudenken. Du musst nicht gleich ultimative Veränderungen ansteuern, aber überleg dir einfach nur mal für einen Moment, wie viele der Dinge, die du bei dir zu Hause hast, du wirklich brauchst, oder wie die Kleider in deinem Kleiderschrank...

„Ich darf im Rathaus kein Picknick machen“ – Jugendliche MigrantInnen über Österreich...

Der Verein Multikulturell bietet seit Oktober wieder Deutschkurse für Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren an. In einem gemeinsamen Schreibprojekt hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Meinung über ihre neue Heimat Österreich auszudrücken:   Ich kann in Österreich eine Lehre machen. Ich kann in Österreich nicht jemanden schlagen, weil das verboten ist. Man soll eine Arbeit suchen, weil man Geld verdienen muss. Ich darf Alkohol trinken, weil ich 17 Jahre alt bin. Ich darf nicht zu spät in die Schule kommen, weil ich in der Schule immer pünktlich sein muss. Ich muss Deutsch lernen, weil ich in Österreich wohne. Ich muss nicht zur Uni gehen, wenn ich nicht weiter studieren will.  Anesa   Ich finde Österreich gut, weil die Ältesten sagen: Wir können uns hier besser fühlen als zu Hause. Aber ansonsten mag ich es hier, denn die Schule ist kostenlos und es hilft mir, eine andere Kultur zu sehen und ihre Lebensweise zu verstehen. Ich finde den Blick der anderen auf mich schade, aber ich bin es gewöhnt. Theresia   Ich darf im Rathaus kein Picknick machen, weil es die Stadtbeamten bei der Arbeit stört. Ich kann in Österreich eine Ausbildung machen, weil ich Asylrecht bekommen habe. Ich muss meine Haare nicht bedecken, weil es in Österreich keine Kleidungsvorschriften gibt. Ich will in Österreich Krankenschwester werden, weil ich diesen Beruf mag. Ich soll in Österreich Deutsch lernen, weil ich überall Deutsch sprechen muss. Ich finde die Landschaft schön, weil es viel Wald, Berge und Sonne gibt. Ich finde, in Österreich kochen manche Leute schlecht, weil sie keine Zeit haben. Ich finde es schade, dass nicht alle Leute die Gesetze einhalten, weil manche Leute die Gesetze nicht mögen. Ich finde gut, dass die Gesundheit kostenlos ist, weil...

„Du kommst hier nicht rein!“...

Es ist schon mitten in der Nacht als der Anruf kommt. Lieber würde ich ihn ignorieren, aber etwas in mir sagt, dass es wohl von Bedeutung sein muss um diese Uhrzeit. „Hallo?“ – „Sie haben uns nicht reingelassen.“ – „Was meinst du?“ – „Sie haben uns in den Club nicht reingelassen.“ – „Scheiße.“ Es gibt Millionen Gründe dafür – normalerweise. Aber hier gibt es nur diesen einen, das ist sofort klar. „Weißt du, alle Weißen haben sie reingelassen, wirklich ALLE, aber uns nicht.“ – „Ich weiß.“ – „Es ist wirklich einfacher für diejenigen, die gar nicht erst versuchen, sich zu integrieren.“ Mit diesem Satz bin ich hellwach. Wochenlang lässt er mich nicht mehr los. Irgendwann, hatte ich gedacht, irgendwann muss es sich doch bezahlt machen. Ich versuche dich aufzubauen, doch es scheint fast zwecklos. Du hast den weiten Weg geschafft bis hierher, du hast alles, wirklich alles getan. Dein Deutsch ist perfekt nach nur einem Jahr, du hast die Zulassung zur Uni, du brauchst jetzt nur noch diesen einen Bescheid und dann wird alles gut. So dachte ich. Aber in den letzten Wochen kommst du mir vor wie ein Marathonläufer, der auf den letzten Metern vor dem Ziel zusammenbricht. Kein Wunder. Die Ziellinie verschiebt sich mit jedem Schritt nur noch ein Stück weiter nach hinten. Integration. Was für ein Schlagwort der heutigen Zeit. Integration ist ein beidseitiger Prozess. Wie gut sich das anhört. Wenn es jedoch um die Frage einer gelungenen, erfolgreichen Integration geht, werden Versäumnisse immer nur einer von beiden Seiten zugeschrieben. Als wäre es deine gottverdammte eigene Schuld, wenn du ständig an die Tür klopfst, aber niemand sie dir öffnen will. Wir wollen das nämlich nicht, habe ich erfahren. Seit dem Anruf sind Wochen vergangen. In der...

Das echte Leben hat keine Kommentarfunktion...

Ich bin sehr müde. Die Geburtenrate in Österreich ist gestiegen. Endlich mal eine erfreuliche Nachricht, hätte ich gerne gemeint. Aber der Blick auf die Kommentare hat mich schnell eines Besseren belehrt. Wie viele von den putzigen kleinen Babys denn nun „echte Österreicher“ seien, möchte man dort wissen. Nach Mädchen hat übrigens noch keiner gefragt, just saying. Und auch sonst ist irgendwie nie etwas gut genug. Die Kommentarspalten. Selbst dieser Text, das weiß ich jetzt schon, wird kritisiert werden. Schließlich ist es ja nur ein „Befindlichkeitstext“ und ich sollte lieber eine wissenschaftliche Abhandlung voller schlüssiger und vor allem objektiver Argumente über die Auswirkungen des Whataboutism auf das heimische Schmetterlingsvorkommen schreiben. Ich freue mich ja sonst immer über neunmalkluge Vorschläge dazu, was ich EIGENTLICH hätte schreiben können. Tja, ich schreibe aber jetzt über meine Befindlichkeit, darüber, wie müde ich bin. Ich bin aber auch schon gespannt (plot twist) auf die ellenlangen Kommentare, die meinem Text deshalb schlichte Inhaltslosigkeit vorwerfen. Dazu kann ich nur eine Frage stellen (eine rhetorische versteht sich, im Dienste der Inhaltlslosigkeit): Was ist sinnloser: einen inhaltslosen Text zu produzieren oder aber diesen zu lesen und ihm auch noch einen ellenlangen Kommentar zu widmen? Und wenn man eh schon so genau weiß, welcher Aspekt denn der interessantere zu beleuchten gewesen wäre, warum setzt man sich dann nicht schlicht hin und schreibt selbst darüber? (Ja, das waren jetzt zwei Fragen, liebe KritikerInnen) Tja, warum eigentlich nicht, hm? Weil es nämlich viel einfacher ist, andere in ihrem Tun zu kritisieren, als selbst etwas zustande zu bringen. Es soll ja andererseits AutorInnen geben, die mit wilden Überspitzungen um sich werfen, Clickbaiten wie die Weltmeister und sich am Ende angesichts der Kritik winselnd in eine Ecke verziehen und darüber heulen, wie sehr sie...