Nicht’bruck: 9

Was Nicht’bruck ist, steht in Nicht’bruck: 1. Ort 9 Wir müssen alle sterben! Mein Gedanke eben noch, vor einer halben Stunde. Mit in Vollgas aufheulendem Motor waren wir im ersten Gang eine schmale und furchtbar steile Straße hoch gebraust, schmäler als der Wagen, gerade dass noch Asphalt unter den Reifen war, gesäumt von dichtem Gebüsch, hinter dem in unbekanntem Abstand der Abgrund lauerte. Zu spät hatten wir bemerkt, dass dieser Weg ganz sicher nicht dazu gedacht war, von uns befahren zu werden. Nur der Schwung war es wohl, der den Wagen vor einem Absturz rücklings oder auf die Seite bewahrte. Am Ende des Weges nur eine Lichtung und eine leer stehende Blockhütte. Aber ewas Platz zum Wenden. Wie wir wieder herunter gekommen sind, weiß ich nicht mehr. Jetzt jedenfalls stehen wir, lebendig noch und wieder mit ruhigem Puls, am Straßenrand. Der Motor kühlt ab und tickt dabei. Ich mache das Foto.  44° 9’54.53″N ...

Zerstörte Relikte – Springende Rösser & Flutlichter...

Der Pradler Rosssprung ist kein Denkmal. Vielleicht nicht mal am historisch richtigen Platz. Wahrscheinlich sogar mehr Legende als Fakt. Trotzdem ist der Rosssprung Teil der Innsbrucker Stadtgeschichte und die Markierungssteine datieren immerhin aus dem Jahre 1558. Dieser Beitrag bedarf nicht vieler Worte – diesmal sollen Bilder und Schilder diese Geschichte erzählen. Dies war der Pradler Rosssprung: Wie bereits auf provinnsbruck berichtet; gab und gibt es zum Fussballplatz Reichenau eine kontroversielle Diskussion bezüglich der Errichtung einer Flutlichtanlage und dem damit einhergehenden Protest der Anrainer. Diese Diskussion ist scheinbar verstummt – die Bagger walzen und schaffen Tatsachen. Wie es um den Tiroler Fußball bestellt ist und ob solche Bauten notwendig sind, kann im Sportteil der TT unter „Wacker Innsbruck“ erforscht werden. Und dies wurde aus dem Pradler Rossprung: Einem Reliktjäger blutet das Herz . Und in stiller Hoffnung, dass der Rosssprung wiedererrichtet wird, oder sich jemand dieser Sache annimmt, sei dem Pradler Rosssprung zumindest hier auf provinnsbruck ein Denkmal gesetzt. Fotos: Eigenproduktionen LG, Martin...

Speed Dating in der Bäckerei...

Speed Dating klingt in Zeiten von Tinder schon fast nach Nullerjahre-Romantik. Nächsten Montag wird in der Bäckerei ein zweifaches Speed Dating Event starten, zuerst  für die Altersgruppe von 28 bis 40, anschließend sind die 20 bis 27-Jährigen dran. Der Spaß kostet sechs Euro, aber echte Liebe ist bekanntlich unbezahlbar 😉   Veranstaltungstext Es ist so weit, dein Speed Dating Event in Innsbruck. Nutze die Chance um andere Singles kennenzulernen und gestaltet gemeinsam einen lustigen Abend! Für eine lockere und coole Atmosphäre wird das Event in den Räumlichkeiten der Bäckerei stattfinden. Und so funktioniert es: Innerhalb von 4 Minuten könnt ihr euch jeweils mit 15 Frauen/Männern unterhalten. Am Ende habt ihr einen Zettel ausgefüllt, wen ihr gerne wiedersehen möchtet und wir werden das weiterleiten. Habt bitte Verständnis, dass nur 15 Frauen und 15 Männer mitmachen können bei einem Event! So nehmt ihr teil: 1. Drückt teilnehmen an einem dieser Events! (Falls ihr mit einer/m Freund/in hingehen wollt, schreibt mir bitte gleich eine Privatnachricht) Date 1 (28-40 Jahre): 19:30 bis 21:30 https://www.facebook.com/events/300551966811229/ Date 2 (20-27 Jahre): 21:30 bis 23:30 https://www.facebook.com/events/747602961942497/?ref=22 2. Per Zufall werden 15 Frauen und 15 Männer pro Event ausgesucht 3. Ihr bekommt dann eine Nachricht mit einer festen Einladung! Eintritt: 6 Euro Schreibt uns wenn ihr noch weitere Fragen habt! Auf was wartet ihr noch – It’s Date Time 😉 Montag, 1. Dezember 2014,...

Demonstration FÜR Tier-Rechte und gegen Tierleid durch Pelz-Protzerei...

An jeder Ecke Weihnachtsmärkte, Glühwein- und Krapfenstände. Die ganze Innenstadt voller Leute, davon auch viele TouristInnen aus dem angrenzenden Italien. Leider fallen viele Personen mit tierpelzbesetzter Kleidung auf. Aus diesem Grund treffen sich jedes Jahr um diese Zeit AktivistInnen, um ein klares Zeichen für Tierrechte und gegen Tierpelz zu setzen. Von der Triumphpforte startet um 15.30 Uhr ein Fackelmarsch begleitet von Trommeln durch die Maria-Theresien-Str., Marktgraben, Herzog-Otto-Str., Ottoburg, Herzog-Friedrich-Str., Maria-Theresienstr., Burggraben, Museumstr., Meinhardstr., Boznerplatz, Meranerstr., Maria-Theresienstr., Triumphpforte. Kommt zahlreich und lasst uns ein entschlossenes und lautes Zeichen setzen! – bringt auch gern eure eigenen gebastelten und gemalten Schilder und Transpis mit! – zu Tierrechten und gegen Tierpelz! …. da es sich um einen emanzipatorischen Demomarsch handelt, setzten wir voraus, dass alle Schilder, Plakate und Transparente sich emanzipatorisch mit Tierrechten, Tierbefreiung befassen; bzw. eben gegen Tierpelz und für Veganismus stehen. Montag, 8. Dezember, TREFFPUNKT etwa 15.00 vor der Triumphpforte (noch zum Schilder suchen, Transpis herrichten etc…) ABMARSCH pünktlich um 15.30! Die Demo dauert bis etwa 17.30...

Präsentation: Gaismair-Jahrbuch 2015. Gegenstimmen...

Dienstag, 2. Dezember 2014, 19:30 Uhr Buchhandlung Haymon, Sparkassenplatz 4, Innsbruck Das diesjährige Gaismair-Jahrbuch „Gegenstimmen“ greift aktuelle Auseinandersetzungen um Bettelverbote und Prostitution auf. Die Problematik profitorientierter Bildungsinitiativen, die Ausbeutung von ErntehelferInnen und der Widerstand zu Kriegsende 1945 sind ebenso Themen wie die Zivilcourage einer jenischen Dichterin, die Suche nach einem Vater in den Überresten amtlicher Dokumente und der Bedarf an angemessenen Versorgungsstrukturen in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Aufarbeitung von Gewalt in Behindertenheimen und die Erfahrungen Betroffener sind ein weiterer Schwerpunkt. Den Abschluss bildet ein Literaturteil, zusammengestellt von Christoph W. Bauer. Programm: Wie immer stellen wir Euch/Ihnen die einzelnen Schwerpunkte des aktuellen Jahrbuches im Überblick vor. Außerdem wurden zur Buchpräsentation Gäste und AutorInnen eingeladen: Lisa Gensluckner und Elisabeth Hussl sprechen über Bettelverbote Sónia Melo berichtet über die Ausbeutung und den Widerstand von ErntehelferInnen Alexandra Weiss stellt die Debatte über Prostitution im neoliberalen Mainstream vor Petra Flieger, Monika Rauchberger und Volker Schönwiese sprechen über Erfahrungen und Hintergründe von Gewalt in Behindertenheimen Horst Schreiber führt ein Gespräch mit Thomas Lackner über aktuelle Entwicklungen in der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Tirol Christoph W. Bauer präsentiert die Beiträge des literarischen Schwerpunktes Auf Dein/Euer Kommen freuen sich die HerausgeberInnen Monika Jarosch, Lisa Gensluckner, Martin Haselwanter, Elisabeth Hussl und Horst...

Innsbruck, deine Plätze … Mühlauer Hauptplatz...

Der wunderbare Herbst zieht uns diesmal hinüber nach Mühlau, dem so netten alten Innsbrucker Stadtteil, dem Georg Trakl schon tief zugeneigt war, wohnte er doch längere Zeit dort bei seinem Freund Ludwig von Ficker und ist dort auch am Friedhof begraben. Gerade im Herbst zeigt sich dieser Ort mit seinem Schlösschen, seinen kleinindustriellen Bauten, die mittlerweile andere Funktionen bekommen haben, nicht zuletzt aber auch mit seinen schönen alten Villen von seiner attraktivsten Seite. 1288 das erste Mal erwähnt, und somit nicht viel jünger als die Stadt Innsbruck, deren erste Erwähnung hundert Jahre früher erfolgt war, nämlich 1187, entwickelte sich der am Bach gelegene Ort als idealer Standort für Mühlen und Hammerwerke, dem sich später dann auch neuere Industrien wie etwa die Textil- und Lebensmittelindustrie anschlossen, so dass sich Mühlau so mit der Zeit zu einem respektablen Industrieort entwickeln konnte. Heute ist davon nur mehr die Rauchmühle übrig geblieben, die aber dafür österreichweit für ihr Mehl bekannt ist. Von der Textilindustrie, die sich dort später auch noch ansiedelte, ist nichts mehr geblieben und ihre schönen Gebäude werden heute für diverse Handwerksbetriebe und Beschäftigungsinitiativen wie das bekannte Ho & Ruck an der Haller Straße, genutzt. Auch das Innsbrucker Trinkwasser wird noch vorwiegend aus den Quellen oberhalb von Mühlau bezogen. Da Mühlau nie ein reines Bauerndorf war, im Gegensatz zu Arzl etwa, sondern eben ein Industrie- und Gewerbeort, in dem sich auch die Besitzer/innen der Unternehmen niederließen, hatte das 1938 zu Innsbruck gekommene und somit zum Stadtteil gewordene Dorf, schon vorher einen markt- oder stadtmäßigen Charakter bekommen. Zwei Plätze sind es, die den Stadtteil Mühlau prägen. Einmal der Hauptplatz, vor dem Kirchhügel, mit dem Brunnen davor, und der unweit gelegene kleinere Sternbachplatz Benannt nach dem Schlösschen Sternbach. Wenden wir uns zunächst dem...

Stadtteilrelikte – Die Koatlackn...

Bereits im 11 Jhdt. als Eigentum der Andechsgrafen mit dem Namen „Anpruggen“ erwähnt und im 16 Jhdt. als Siedlungsgebiet bebaut, zählen die heutigen, politischen Stadtteile St.Nikolaus/Mariahilf zu den ältesten „Wohngebieten“ von Innsbruck. Im weitesten Sinne ist das nördlliche Innufer ab ca. der Holzfussgängerbrücke Hans-Psenner-Steg bis zur Universitätsbrücke gemeint; im engeren Sinne das umschlossene Gebiet der heutigen Innstraße und Riedgasse. Die Dialektbezeichnung „Koatlacken“ verdankt das Gebiet dem Umstand, dass bei Hochwasser oder starken Regenfällen sich das Wasser in diesem Gebiet sammelte bzw. nicht abfloss und eine „Lacke“ bildete – die Ableitung des Wortes „Koat“ bleibt LeserIn überlassen. Die Koatlacken war erstes Ballungs -und Wohngebiet für (Land)Arbeiter und andere nicht finanzkräftige, nicht bürgerliche Berufsstände und gelangte zu etwas zwielichtigem Ruf – auch aufgrund eines dort gelegenem Lepraspitals, sowie Strafarbeitslagers. Noch heute gibt es Häuser bzw. Bausubstanzen die nachweislich bis ins 15 Jhdt. zurückreichen und somit getrost zum „anderen historischen Kern“ Innsbrucks gezählt werden können, abseits der Altstadt, oder z.b. dem Schloß zu Ambras. Im späten 20Jhdt. wiederholte sich die Geschichte, allerdings siedelten sich nicht mehr arme Bauern und Arbeiter hier an, sondern ausländische GastarbeiterInnen. Dies bescherte der Koatlacken einige Zeit den Beinamen „Klein Istanbul“ – samt zugehörigen Problemen. Die Koatlack´n bietet BegeherIn ein Wechselbad aus Mittelalter, zerfallenem 19 Jhdt. und Wohnbau im neuen Stil. Unbedingt zu erwähnen bzw. einen Abstecher wert sind die Kirche St. Nikolaus und zugehöriger Friedhof, Schloß Büchsenhausen, der Bäckerbühelweg und natürlich Hans-Brenner Platz mitsamt bekanntem Brunnen. Auch die Redaktion des „20er“ (Innsbrucker Strassenzeitung), sowie noch echtes Kleinunternehmertum in bunter Facette ist hier zu finden. Unter dem Projektnamen „Anpruggen“ gibt es mittlerweile einige Initiativen die Koatlacken nicht dem Verfall preis zu geben, bzw. zu revitalisieren und als Stadtteil wieder zu attraktivieren. Ob die Gratwanderung zwischen Erhalt, Restaurierung und...

In 80 Tagen um die Welt

Nach dem letztjährigen Erfolg im Treibhaus mit „Oh wie schön ist Panama“ gibt es heuer das fantastische musikalische Märchen um Mister Fogg und seinen Diener Passepartout zu sehen, die es schaffen wollen, in 80 Tagen die Welt zu umreisen. Die beiden erleben abenteuerliche Ballonfahrten, traumhafte Schiffsreisen und exotische Welten. Sie lernen fremde Menschen kennen, die ihnen während ihrer Reise helfen. Ein Stück für die ganze Familie (für Kinder ab 4 Jahren). Zur Aufführung kommt das Kindermusical in der Vorweihnachtszeit im Treibhaus in Innsbruck. Premiere war am 15. November. Weitere Termine sind 21., 22., 28. November und 5., 6., 7., 13., 14., 19., 20., 21. Dezember, jeweils 16 Uhr. Kartenreservierung unter 0681/20318049 bzw. im Treibhaus und unter treibhaus.at Foto: Harry Triendl /kunst4life Ein Veranstaltungstipp von Judith...

La Taquería – ein Stück México in Innsbruck...

La Taquería nennt sich der neue ultimative Innsbrucker Geheimtipp für alle LiebhaberInnen der mexikanischen Küche und Kultur. Das kleine, familiär anmutende Restaurant, das das ehemalige Café Dreiheiligen in neuen warmen Rot- und Gelbtönen erstrahlen lässt, ist zwar gerade mal 2 Wochen jung, hat sich aber schon zu einem trendigen Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt, vor allem natürlich den Hungrigen. „Das ist mir an den Menschen hier in Innsbruck aufgefallen, sie sind jung, egal, wie alt sie sind. Es gibt hier einige Orte, die sowohl Fünfzig- als auch Zwanzigjährige anziehen, wo man es sich einfach zusammen gutgehen lässt – unser Lokal soll auch so einer sein“, so Pablo Cortes, Küchenchef des neuen Innsbrucker Taco-Mekkas. Ich treffe ihn auf einen Kaffee zwischen rosa blühenden Kakteen im Topf, Bildern von Frida Kahlo und in der Ecke lehnenden Mini-Mexicanos mit Poncho und Sombrero – ein bisschen Kitsch darf, ja muss vielleicht sein und macht La Taquería nur umso authentischer.       Innsbruck entwickelt sich, neue Lokale scheinen momentan wie Pilze aus dem Boden zu schießen, immer mehr innovative Geister trauen sich, etwas Neues, Pablo nennt es „Exotisches“, zu wagen. „Ich bin jetzt seit 7 Jahren in Innsbruck. Von Anfang an hab ich mir gedacht, dass ein wirklich typisches mexikanisches Lokal fehlt. Ich glaube, viele Gastronomen haben Angst davor, ‚original‘ zu kochen. Sie glauben, das wäre den Leuten zu exotisch, zu unbekannt und so bedienen sie lieber Klischees. Es gibt dann zum Beispiel Chili con Carne, das eigentlich gar nicht mexikanisch ist. Ich selbst komme aus Mexico City und koche nur das, was es dort auch zu essen gibt.“ Originalität ist also ein Leitgedanke der Idee hinter La Taquería. Ich frage, ganz pauschal, nach der Philosophie des jungen Teams. „Das Restaurant ist eigentlich...

Klotürenanschlag: Toilette offen für alle...

Innsbruck, 18.11.14 – Einen Tag vor dem Welt-Toiletten-Tag (19.11.) intervenierten Unbekannte mit Hilfe einer Sticker-Aktion an so genannten „Stillen Örtchen“ im Stadtkern Innsbrucks, um auf ein Sanitärproblem hinzuweisen: Es gibt Menschen, die vor der Klotür stehen bleiben und nicht wissen, ob sie in die Männer- oder Frauentoilette gehen sollen; oder dürfen. Menschen, die nicht klar als Mann oder Frau gelesen werden – oder dies nicht sind – werden aus öffentlichen Toiletten (oft) ausgeschlossen; wenn nicht sogar hinausgepöbelt. Eine einfache und logische Problemlösung dafür wurde von den Unbekannten auch prompt angeboten: Statt den üblichen Symbolen „Mann“ oder „Frau“ kleben nun an vielen Toilettentüren in Bars, Cafés und öffentlichen Einrichtungen im Herzen Innsbrucks Schilder, die das darstellen, was auf der anderen Seite der Tür zu erwarten ist: ein Klo! Et voilá- schon ist die Toilette geschlechtsneutral! Was sie ja immer war und ist. W.C. äussert sich persönlich zur neuen Beschilderung: „Ich bin weder Mann noch Frau, sondern ein Klo; und mir ist scheißegal wer auf mir sitzt, liegt, vor mir steht oder kniet.“ Zum Autor: W.C. sind die Initialen von Wasserklosett (aus dem Englischen „water closet“), geboren1596, als Erfindung von Sir John...