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La Taquería – ein Stück México in Innsbruck

La Taquería nennt sich der neue ultimative Innsbrucker Geheimtipp für alle LiebhaberInnen der mexikanischen Küche und Kultur. Das kleine, familiär anmutende Restaurant, das das ehemalige Café Dreiheiligen in neuen warmen Rot- und Gelbtönen erstrahlen lässt, ist zwar gerade mal 2 Wochen jung, hat sich aber schon zu einem trendigen Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt, vor allem natürlich den Hungrigen.

„Das ist mir an den Menschen hier in Innsbruck aufgefallen, sie sind jung, egal, wie alt sie sind. Es gibt hier einige Orte, die sowohl Fünfzig- als auch Zwanzigjährige anziehen, wo man es sich einfach zusammen gutgehen lässt – unser Lokal soll auch so einer sein“, so Pablo Cortes, Küchenchef des neuen Innsbrucker Taco-Mekkas. Ich treffe ihn auf einen Kaffee zwischen rosa blühenden Kakteen im Topf, Bildern von Frida Kahlo und in der Ecke lehnenden Mini-Mexicanos mit Poncho und Sombrero – ein bisschen Kitsch darf, ja muss vielleicht sein und macht La Taquería nur umso authentischer.

Puppe.mexicano      Taqueria
Innsbruck entwickelt sich, neue Lokale scheinen momentan wie Pilze aus dem Boden zu schießen, immer mehr innovative Geister trauen sich, etwas Neues, Pablo nennt es „Exotisches“, zu wagen.

„Ich bin jetzt seit 7 Jahren in Innsbruck. Von Anfang an hab ich mir gedacht, dass ein wirklich typisches mexikanisches Lokal fehlt. Ich glaube, viele Gastronomen haben Angst davor, ‚original‘ zu kochen. Sie glauben, das wäre den Leuten zu exotisch, zu unbekannt und so bedienen sie lieber Klischees. Es gibt dann zum Beispiel Chili con Carne, das eigentlich gar nicht mexikanisch ist. Ich selbst komme aus Mexico City und koche nur das, was es dort auch zu essen gibt.“ Originalität ist also ein Leitgedanke der Idee hinter La Taquería. Ich frage, ganz pauschal, nach der Philosophie des jungen Teams.

„Das Restaurant ist eigentlich ein Teil einer noch viel größeren Idee, des Projekts (und Vereins) MAGUEI. Die Abkürzung steht für ‚México-Austria Gastronomie Unternehmen für Entwicklung und Interkulturalität‘. Wir wollen einen Austausch zwischen Österreich und México fördern, konkret mit La Taquería wollen wir die mexikanische Kultur mit den Leuten hier teilen, das Essen, die Musik, etc. Wir wollen Interkulturalität, Integration, Inklusion – wie auch immer man es nennen mag – verstärken. Unsere Kultur ist mit uns präsent, wir wollen das, was wir hierher mitbringen, teilen, so wie wir ja auch die österreichische Kultur genießen.“

Als Firma MAGUEI denken er und sein Team sogar noch weiter, „in Richtung eines Sozialunternehmens: Ein Teil des Geldes, das wir einnehmen, soll in Zukunft der Förderung von Sozialprojekten in Mexiko dienen. Es gibt dort so viele hart arbeitende Menschen, die keinerlei Unterstützung erhalten. Wir sind in Kontakt mit einigen Leuten, die im sozialen Bereich tätig sind, mit indígenas arbeiten, mit Arbeitern der vielen Kaffee-Plantagen. Wir würden uns dort gerne einbringen.“ Somit kann La Taquería auch als Anfangsteil eines großen sozialen Netzwerks gesehen werden.

Wichtig ist Pablo, dass sich auch alle MitarbeiterInnen im Team vor Ort individuell einbringen können, „dass sie zeigen können, welche Talente in ihnen stecken und sie die Chance haben, sich mit ihren Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Zusammen können wir dann daran wachsen“. Er erzählt von „Chapitas“ (eigentlich Christian, aber in Mexico seien „Nicknames“ so etwas wie eine geheime Tradition), der strahlenden jungen Mexikanerin, die uns den Cappuccino serviert hat. „Sie hat sehr viel Erfahrung mit Grafikdesign und generell ein Talent für alles Visuelle. Fast alles, was man hier an Gestaltung sieht, stammt von ihr.“

Pablo selbst lebt sich mit seiner Kreativität in der Küche aus. „Ich begebe mich gerade so gut wie jeden Tag auf eine kleine kulinarische Reise. Ich überlege mir immer aufs Neue, was ich machen kann, was es denn noch gibt. Man kann sagen, dass ich Vieles der mexikanischen Küche erst jetzt richtig kennenlerne. Das Land ist sehr groß und vielfältig und bietet damit sehr viele verschiedene typische Gerichte.“ Burritos zum Beispiel esse man eigentlich nur im Norden.

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In Mexico City, wo Pablo aufgewachsen ist, kann man die berühmten Tacos als Nationalgericht einstufen. Sie sind, wie sich unschwer erraten lässt, die Spezialität der Taquería. „Es ist unser großer Vorteil als Mexikaner, selbst genau zu wissen, wie mexikanisches Essen schmeckt, welche Zutaten verwendet werden, was wirklich typisch ist. Was ich hier koche, ist so ziemlich das Gleiche, was man in Mexiko City auch zu essen bekommt.“ Nur würde man es dort wohl auf der Straße zu sich nehmen, die Tacos in die Hand nehmen, im Stehen verzehren, mampfend mit den Leuten um sich herum eine Unterhaltung beginnen. „Dieses Konzept ein wenig nach Österreich zu bringen, ist auch Teil der Idee. Man kann unsere Tacos auch mitnehmen, sogar ein Lieferservice ist geplant.“ Fast Food der etwas anderen, exotischen Art also. Wobei ich es schade fände, es sich zum Essen nicht im behaglich familiären Ambiente der Taquería gemütlich zu machen…

Das hätten mexikanische und österreichische Küche laut Pablo gemeinsam, das „Relaxte“. „Anders als z.B. die französische Gastronomie, die mir eher ‚pretentious‘ vorkommt, sind sowohl österreichische als auch mexikanische Küche sehr ‚casual‘. Man soll sich einfach wohl damit fühlen, und sie am besten in einer netten Runde von Freunden oder Familie genießen.“ Den größten Unterschied mache im Endeffekt, wer hätte das gedacht, dann doch die Schärfe aus: „Klar, mexikanisches Essen hat den Ruf, sehr scharf zu sein. Das ist es auch. Aber, ich muss sagen, ich bin überrascht, wie viele – vor allem österreichische Gäste – mich darum bitten, ruhig noch etwas stärker zu würzen.“ Vorlieben ließen sich letztendlich nicht an der Nationalität festmachen, schließt Pablo grinsend, bevor er sich wieder auf den Weg in die Küche macht.

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Was das Menü-Spektrum in La Taquería nun konkret angeht, gibt es bei Weitem nicht nur Tacos, die den Gaumen zum Feiern anregen. Die Kreativ-Reise durch México findet sich auf dem Teller wieder, und zwar jeden Tag anders. Das Mittagsmenü ist jeden Tag ein neues, eine Variante wird mit Fleisch, eine andere vegetarisch angeboten. „Mexikanische Küche funktioniert auch sehr gut ohne Fleisch, und wir sind gerne Teil dieser Entwicklung in Innsbruck, immer mehr Alternativen anzubieten.“ Serviert werden außerdem hausgemachte aguas frescas in verschiedenen Sorten (Zitrone kann ich nur empfehlen!), mexikanische Biere und natürlich original mexikanischer Tequila. Auch als Nachmittags-ChillerIn kommt man auf seine/ihre Kosten und kann es sich bei Kaffee und Kuchen sowie Cupcakes gemütlich machen. „Bei den Süßwaren sind wir offen und lassen gern auch andere Kulturen einfließen.“ … Thumbs up für diese kulinarische Integrität!

taqueria.kaffee  Tequila

La Taquería IBK

Dreiheiligenstraße 33

(direkt neben der Bushaltestelle „Dreiheiligenstraße“)

Tel.Nr. für Reservierungen: 0512/580987

Text und Interview von Anja Larch

 

Anja Larch

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