FOODSHARING Innsbruck: Es ist genug für alle da!...

Das große Fressen ist noch nicht zu Ende, aber dieses Phänomen betrifft längst nicht nur die Feiertage: Vielfach kaufen wir mehr Nahrungsmittel, als wir eigentlich brauchen und vieles, was noch genießbar ist, landet in der Mülltonne. Während auch hierzulande immer mehr Menschen in Armut leben, werden Lebensmittel (z.T. noch originalverpackt) einfach weggeschmissen. Wer bei diesem alltäglichen Wahnsinn nicht mitmachen will, findet unter at.myfoodsharing.org/staedte/innsbruck eine sinnvolle Alternative; auch in Facebook ist Foodsharing Innsbruck inzwischen vertreten. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial: Es können sowohl Lebensmittel verschenkt wie auch ausgetauscht oder einfach abgeholt werden – fairer Tausch ist möglich, Geld ist allerdings keines im Spiel. Weitere Infos findet ihr auf den entsprechenden Websites. Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zu unserer kosumfixierten Wegwerf-Gesellschaft. Initativen wie Foodsharing zeigen Alternativen auf  – statt sinnlos zu verbrauchen und wegzuschmeißen, sollten wir Lebensmittel besser teilen, verschenken oder auch tauschen. Es ist genug für alle da: Besser wir jausnen gemeinsam statt zu kosumieren, bis wir...

Rapoldirelikte – Der überwachte Schweinehund...

Das baldig anbrechende, neue Jahr lässt so manchen über das Gute und Schlechte in den letzten 365 Tagen resümieren. Meist sind es Laster, schlechte Angewohnheiten oder persönliche Verirrungen die dazu bewegen es ab 01.01. besser/anders machen zu wollen – Der gute, alte uneinhaltbare Neujahrsvorsatz betritt also wieder die Bühne. Doch wie spannt der Parkspazierer den Gedankenbogen vom Neujahrsvorsatz zum Rapoldipark ? Mit Schrecken musste ich beim letzten bewussten Besuch feststellen, dass das heimliche Wahrzeichen Innsbrucks unbemerkt, unauffällig und unkommentiert verschwunden ist bzw. ersetzt wurde. Genaue Zeiträume sind nicht wiederzugeben, aber war ein Vorsatz wieder mal gebrochen war der Besuch einer lebensgroßen Metallskulptur von reinigender Bedeutung. Diese trug den ehrwürdigen Namen: „Der innere Schweinehund“. Eine personifizierte Metapher, die es immer dann zu überwinden gilt beabsichtigt der Gewillte ein besseres menschliches Leben zu führen und die Trägheit des eigenen Daseins in Schranken zu weisen. Es handelte sich um kontroversielles Kunstprojekt, dessen letzte Heimat der Rapoldipark war. Der Standort wurde nicht zufällig gewählt, da die Liegewiese lange ein etwas Lasterhaftes Publikum anzog. Der Park war ein beliebter Umschlagplatz von so manch legalem und illegalem. Jahrelang sogar „geduldet“, da kontrollierbar und die Klientel weitgehend bekannt bzw. gebündelt. Als der „Markt“ vor geraumer Zeit allerdings eskalierte und auch die Gewalt zunahm, wurde rigorose Präsenz entschieden und der Park (wie auch das Gebiet um das EKZ „Sillpark“) zur Sicherheitszone erklärt. Diese Sicherheit soll nun mittels einer 24 Std. Videoüberwachung gewährleistet werden. Den künstlerischen Tribut übernimmt seitdem „der Wächter“, welcher zur Selbstreflexion gemahnt: „Sich selbst beim Beobachten beobachten“. Ein gelungenes Synonym – trotzdem vermisse ich den gesockelten Schweinehund. Sollte ihn jemand wiederfinden oder ihm begegnen, würde ich gerne einen Neujahrsbesuch abstatten. Neujahrsbotschaft für Vorsatznehmer: Überwindet euren inneren Schweinehund mittels Selbstwillen – und lasst euch nicht vom...

Auf der Flucht – ein Portrait...

„Ich bin vor zwei Jahren aus Afghanistan geflohen. Die Taliban besetzten meine Stadt. Seit ich mich erinnern kann ist dort Krieg. Meine Eltern sind schon alt, darum sind sie dort geblieben. Ich telefoniere oft und bin so in Kontakt mit Ihnen.“ So schildert Bahador Safi, 23 Jahre alt, die Situation in seiner Heimat. Seit vier Monaten ist er in Innsbruck und wohnt im Flüchtlingsheim Reichenau in Innsbruck. Es ist bereits seine vierte Station in Österreich. Nach Traiskirchen, Fieberbrunn und Hall ist er nun in Innsbruck angekommen. „Mir gefällt es in Hall und in Innsbruck am Besten. In Fieberbrunn waren wir in einem kleinen Heim auf einem Berg untergebracht, zu Fuß zwei Stunden von Fieberbrunn entfernt. Dort war es sehr kalt im Winter.“ In Innsbruck kann er Fußballspielen, spazieren gehen und Leute treffen. „Das Wetter ist meistens schön, hier sind viele Leute, das ist super.“ Bahador Safi sucht nach Worten, oft fallen sie ihm nicht gleich ein. Drei Mal in der Woche besucht er den Deutschunterricht, der im Flüchtlingsheim angeboten wird. „Die Menschen sind sehr nett in Österreich. Sie reden mit mir und helfen mir auf Deutsch lesen und schreiben zu lernen.“ Sein Gesicht strahlt, während er mir Schwarztee einschenkt und Kekse anbietet. Wir  sitzen auf dem Boden, seine zwei Zimmerkollegen und ein afghanischer Freund aus dem Heim sitzen auch hier und ergänzen seine Schilderungen. Heute freut er sich auf den Abend. Er wurde von der Wasserwacht zur Weihnachtsfeier nach Mils eingeladen. Bei dieser Organisation hat er mitgeholfen die Straße und die Natur zu säubern. Jetzt arbeitet er beim Krankenhaus in Hall. „Ich schneide die Hecken und mähe den Rasen. Und wir werfen die 30 Jahre alten Röntgenbilder weg, die im Keller des Krankenhauses sind. Ja, arbeiten ist besser als...

Weihnachtlicher Spaziergang...

Fast wäre es ein Osterspaziergang geworden, mit einem lauen Föhnlüfterl als Rückenwind, am Christtag-Nachmittag über grüne Wiesen hinaus nach Kranebitten. Der Himmel zeigte sich von seiner schönsten wolkenverzierten Seite und die Sonne spendete noch ein wenig Licht, in dem sich der schöne Harterhof, ein schöner Mittertennhof aus dem 18. Jahrhundert mit Kapelle und mehreren Wirtschaftsgebäuden, noch zeigte.Wohl der einzige noch bewirtschaftete größere Bauernhof in Hötting, das ja mal ein großes Bauerndorf war. Interessant auch das Familienwappen der Besitzer. Ein Schwan mit drei Nägeln, wie es auf der Kapelle zu sehen ist....

Feines Platzl: Der Waltherpark...

Der Waltherpark in St. Nikolaus (vulgo Koatlackn)  am linken Innunfer ist ein Platz zum Wohlfühlen. Hier gibt es sowohl Spiel- als auch Sportmöglichkeiten und eine große Liegewiese – mittendrin throhnt der Namenspatron Walther von der Vogelweide, sozusagen der Ahnherr des modernen Poetry Slams. 2011 hat auch Occupy Innsbruck im Waltherpark „Stadt“ gefunden. [video:http://youtu.be/SM_RRehy2y4] [video:http://youtu.be/p5PT56mpTaw]...

Süßer die Kassen nie klingeln...

Immer dieses Licht zu Weihnachten, alles hell erleuchtet, so als kennten sie keine Energieknappheit. So ist eben Weihnachten. Im Grunde genommen eine ganz alte Tradition, die keiner so richtig versteht, der nicht weiß oder ahnt, dass dieses Fest mehr mit dem Phänomen des Potlatch zu tun hat, mit dem Wettbewerb des Schenkens bei indianischen Völkern der nordwestlichen Pazifikküste, als mit seiner christlichen Botschaft. Dabei wurden in ritueller Form Geschenke ausgetauscht, und wer die besseren und schöneren Geschenke hatte, dessen Position war dann die jeweils stärkere. Und man konnte sich dadurch also im sein gesellschaftliches Ansehen verbessern. Oder man könnte vielleicht auch sagen, dass eben dieses Ritual zusammen mit dem Geist des Kapitalismus sich da des ursprünglichen Grundgedankens – vielleicht geht es dabei mehr um den Besuch der sogenannten Heiligen Drei Könige mit ihren Gaben – bemächtigt hat,und dabei etwas geschaffen hat, mit dem beide – sowohl das Christentum wie eben auch der Kapitalismus – leben können.  Der Handel lebt ja wie immer wieder betont wird, nicht zuletzt auch immer wieder von der Bilanz des Weihnachtsgeschäfts. Dieses trägt ja nicht unwesentlich zum Bruttosozialprodukt bei. Und so werden mit steter Regelmäßigkeit alle konsumkritischen Einwände gegen den Weihnachtskaufwahn  mit eben diesem Argument vom Tisch gewischt. Den Handel freut es, und die Kirche ist wohl froh, dass ihrer Botschaft vielleicht gerade deshalb noch ein mediales Echo bereitet wird, dass sie sonst möglicherweise nicht mehr in diesem Ausmaß hätte. Nicht zuletzt aus einem schlechten Gewissen über die so zur Schau getragene Verschwendungssucht, wird ja bei jedem Kaufakt in irgend einer Form der Armen und Bedürftigen gedacht, sei es durch eine Spende in eine neben der Kasse platzierten Spendenbox oder das Wechselgeld wird in die entgegengehaltene offene Hand einer vor dem Geschäft sitzenden Bettlerin oder...

LA VIE D’ADÉLE, oder: The Power of Cinema...

Endlich ist mal wieder ein Film im Kino, über den es sich zu schreiben lohnt. Nicht, dass alle anderen schlecht wären – ich kenn sie ja gar nicht alle, die derzeit laufen – aber dermaßen unter die Haut wie ADÈLE gestern ist mir schon lange keiner mehr gegangen. Ein dreistündiges Ganzkörpererlebnis, von dem ich heute noch ein wenig Muskelkater habe. Und das mich aber so glücklich, zufrieden und begeistert aus dem Kino gehen hat lassen, dass ich eigentlich nur noch mehr davon will. [video:http://youtu.be/kiJH9ysFi6k] Ach, Adèle. Du süße junge verträumte Adèle. Du unschuldiger Traum einer Hauptfigur für wohl so manchen Liebesfilm. Dieser Film schafft es, dass wir uns in dich verlieben und dich einfach nur ganz fest in den Arm nehmen wollen. Irgendwie, auf ganz subtile Art und Weise, lebt und erlebt man als ZuseherIn die wohl prägendste Zeit im Leben von Adèle – von 15 bis hinein ins Erwachsenenalter. Der Film ist eine fein gezeichnete Charakterstudie über eine junge Frau, die sich in eine andere Frau verliebt und mit ihr ihre Sexualität entdeckt und die große Liebe kennenlernt. Der Film trägt einen von Anfang bis Ende so leichtfüßig durch traurige und leichte, bewegende und heitere Momente in Adèle’s Leben, dass man gar nicht merkt, 179 Minuten lang auf die Leinwand gestarrt zu haben. Im Gegenteil, man ist dankbar, dass man so viel von Adèle sehen und spüren durfte. Ich zumindest bin es, und ich glaube meine Begleitung und die meisten anderen, die gestern mit mir im Cinematograph waren, sind es auch. Schon lange nicht mehr hat mich ein Film bzw. eine Figur, nein beide Hauptfiguren, so berührt, haben so lebendig und echt gewirkt wie bei Adèle und ihrer Emma. Ich war in ihrem Bann, und bin es immernoch....

Ein Stück vom Glück

Keine Ahnung, wie es euch geht – aber über solche Fundstücke kann ich mich einfach bärig freuen. Dieser Aushang am Aufgang zum GeiWi-Vorplatz bringt es auf den Punkt: The best things in life are free. Auch wenn es wie eine Binsenweisheit klingen mag, liegt darin doch eine entscheidende Wahrheit: Worauf es im Leben wirklich ankommt, kann man weder kaufen noch konsumieren – ja, es vermehrt sich sogar, indem es geteilt wird: Freundschaft, Lachen, Ruhe, Kreativität und Freude … es ist genug für alle...

Und Weihnachten naht mit Riesenschritten...

Auch wenn (noch) kein Schnee die Straßen bedeckt, die Temperaturen eher noch auf Spätherbst deuten und uns den Atemhauch vermissen lassen, Weihnachten naht mit Riesenschritten, wirft seine Schatten voraus wie auf diesem Bild die der stählernen Krippe vor dem Tiroler Landesmuseum. Ein Gedicht von Joachim Ringelnatz, das gestern Morgen auf Ö1 von Philipp Hochmair gelesen wurde, erscheint mir, obwohl es schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, so aktuell, als wäre es eben geschrieben worden Lebhafte Winterstraße Es gehen Menschen vor mir hin Und gehen mir vorbei, und keiner Davon ist so, wie ich es bin. Es blickt ein jedes so nach seiner Gegebenen Art in seine Welt. Wer hat die Menschen so entstellt?? Ich sehe sie getrieben treiben. Warum sie wohl nie stehenbleiben, Zu sehen, was nach ihnen sieht? Warum der Mensch vorm Menschen flieht? Und eine weiße Weite Schnee Verdreckt sich unter ihren Füßen. So viele Menschen. Mir ist weh; Keinen von ihnen darf ich grüßen....

Solidarisch leben und feiern!...

Am Samstag, den 21.12., findet wieder eine Soli-Party für den KOSTNIX statt. Für Musik sorgen die Bands DREIMALUMALPHA (Rock, Ibk), KONTRA (Punk, Ehrwald) und FOUR-O-FOUR (Rock, Ibk), dazu es gibt veganes Essen ab 20 Uhr. Das Festl steigt Decentral und ist gratis – alle Spenden kommen der Kostnix-Miete zugute. Der Kostnix Laden ist ein politisches Projekt, das dem Kapitalismus, dem Konsumwahn und der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken möchte und bewussten Umgang mit Gegenständen vertritt. Gegenstände sollen nach Gebrauch ausgewählt werden – jede_r kann Dinge mitnehmen, die sie/er braucht bzw. auch etwas vorbeibringen, das nicht mehr von Nutzen von jener Person ist – das völlig ohne Geldwert. Profitdenken lehnt KOSTNIX ab, der wahre „Gewinn“  entsteht durch das solidarischen Verhalten miteinander. Also solidarisiert und feiert mit uns! Sarah Milena...