Und Weihnachten naht mit Riesenschritten

Auch wenn (noch) kein Schnee die Straßen bedeckt, die Temperaturen eher noch auf Spätherbst deuten und uns den Atemhauch vermissen lassen, Weihnachten naht mit Riesenschritten, wirft seine Schatten voraus wie auf diesem Bild die der stählernen Krippe vor dem Tiroler Landesmuseum.

Ein Gedicht von Joachim Ringelnatz, das gestern Morgen auf Ö1 von Philipp Hochmair gelesen wurde, erscheint mir, obwohl es schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, so aktuell, als wäre es eben geschrieben worden


Lebhafte Winterstraße

Es gehen Menschen vor mir hin
Und gehen mir vorbei, und keiner
Davon ist so, wie ich es bin.
Es blickt ein jedes so nach seiner
Gegebenen Art in seine Welt.

Wer hat die Menschen so entstellt??

Ich sehe sie getrieben treiben.
Warum sie wohl nie stehenbleiben,
Zu sehen, was nach ihnen sieht?
Warum der Mensch vorm Menschen flieht?

Und eine weiße Weite Schnee
Verdreckt sich unter ihren Füßen.
So viele Menschen. Mir ist weh;
Keinen von ihnen darf ich grüßen.

Joachim_Ringelnatz

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