Rapoldirelikte – Der überwachte Schweinehund

Rapoldirelikte1 Das baldig anbrechende, neue Jahr lässt so manchen über das Gute und Schlechte in den letzten 365 Tagen resümieren. Meist sind es Laster, schlechte Angewohnheiten oder persönliche Verirrungen die dazu bewegen es ab 01.01. besser/anders machen zu wollen – Der gute, alte uneinhaltbare Neujahrsvorsatz betritt also wieder die Bühne.

Doch wie spannt der Parkspazierer den Gedankenbogen vom Neujahrsvorsatz zum Rapoldipark ?Rapoldirelikte2

Mit Schrecken musste ich beim letzten Rapoldirelikte3bewussten Besuch feststellen, dass das heimliche Wahrzeichen Innsbrucks unbemerkt, unauffällig und unkommentiert verschwunden ist bzw. ersetzt wurde. Genaue Zeiträume sind nicht wiederzugeben, aber war ein Vorsatz wieder mal gebrochen war der Besuch einer lebensgroßen Metallskulptur von reinigender Bedeutung.
Diese trug den ehrwürdigen Namen: „Der innere Schweinehund“.
Eine personifizierte Metapher, die es immer dann zu überwinden gilt beabsichtigt der Gewillte ein besseres menschliches Leben zu führen und die Trägheit des eigenen Daseins in Schranken zu weisen.

Es handelte sich um kontroversielles Kunstprojekt, dessen letzte Heimat der Rapoldipark war.
Der Standort wurde nicht zufällig gewählt, da die Liegewiese lange ein etwas Lasterhaftes Publikum anzog. Der Park warRapoldirelikte4 ein beliebter Umschlagplatz von so manch legalem und illegalem. Jahrelang sogar „geduldet“, da kontrollierbar und die Klientel weitgehend bekannt bzw. gebündelt.
Als der „Markt“ vor geraumer Zeit allerdings eskalierte und auch die Gewalt zunahm, wurde rigorose Präsenz entschieden und der Park (wie auch das Gebiet um das EKZ „Sillpark“) zur Sicherheitszone erklärt. Diese Sicherheit soll nun mittels einer 24 Std. Videoüberwachung gewährleistet werden.

Den künstlerischen Tribut übernimmt seitdem „der Wächter“, welcher zur Selbstreflexion gemahnt: „Sich selbst beim Beobachten beobachten“.
Ein gelungenes Synonym – trotzdem vermisse ich den gesockelten Schweinehund. Sollte ihn jemand wiederfinden oder ihm begegnen, würde ich gerne einen Neujahrsbesuch abstatten.

Neujahrsbotschaft für Vorsatznehmer:
Überwindet euren inneren Schweinehund mittels Selbstwillen – und lasst euch nicht vom äusseren dabei überwachen!

Guten Rutsch!

2 Antworten : “Rapoldirelikte – Der überwachte Schweinehund”

  1. anonym sagt:

    Wer überwacht eigentlich die Überwacher? Die Privatsphäre wird einfach abgeschafft und wir werden ausgespäht – im öffentlichen Park, genauso wie im Netz: Was bedeutet es für eine Gesellschaft, dass jeder unter „Präventivverdacht“ gestellt wird … wovor haben wir mehr Angst: Vom der Unsicherheit, die jede menschliche Existenz bedeutet, oder vor der totalen Kontrolle?

    • Martin Kapferer sagt:

      …diese Fragen sind berechtigt und jede Einzelne wahrscheinlich eine Abhandlung wert – Freut mich jedenfalls wenn sie der Beitrag inspiriert hat…

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.