Jetzt schlägt’s 13!...

Schon zum 7. Mal findet die Aktionswoche der Innsbrucker Bibliotheken zum Kennenlernen und Entdecken statt.  Vom 25.2. – 9.3.13 werden in allen Innsbrucker Büchereien Lesungen und Veranstaltungen angeboten.   Für jeden, ob groß, ob klein, sollte etwas dabei sein. Es gibt Kasperltheater für Kinder, ein Gespräch über die „Kunst des Erzählens“ mit Alois Hotschnig und Katja Lang-Müller, es geht um Südtiorler Almen oder auch um Naturschutz in Vorarlberg.     Das gesamte Programm ist hier zu finden: http://www.uibk.ac.at/ulb/aktuelles/diedreizehn_folder13.pdf  ...

Schwarzfahren wird billiger!...

Endlich haben sich die politischen Verantwortlichen darauf geeinigt, die öffentlichen Verkehrsmittel für junge Menschen zu verbilligen.    In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Klubobleute der Ampelkoaltion (aus FI, Grünen und SPÖ) heute Vormittag bekanntgegeben, dass das IVB-Jahresticket für Menschen in Ausbildung spätestens ab Anfang 2014 um 150 Euro erhältlich sein wird.   Das bedeutet güstigere Tickets für Studierende an den Unis und Fachhochschulen sowie für Lehrlinge und z.B. auch die vielen Auszubildenden in den Pflegeberufen. Unter anderem haben sich die Grünen, der VSStÖ Innsbruck und die ÖH für ein billigeres Jahresticket eingesetzt – ein toller Erfolg und eine echte Entlastung für diese ohnehin finanzschwache Gruppe. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Leider gilt die Preisreduktion nur für das Innsbrucker Stadtgebiet und die Linien IVB. Es ist zu hoffen, dass die Landesregierung hier schleunigst nachzieht.   P.S. Den Titel hat mir Markus Koschuh diktiert, weil den Text "dann sicher mehr Leute lesen" – wenn ihr diesen Satz lest, hat sich diese schändliche Taktik also ausgezahlt.   Foto von Manni Schneiderbauer...

Transit oder Transition? Die etwas andere Volksbefragung...

In Innsbruck soll ein Ableger der weltweiten Transition Towns-Bewegung entstehen. Ein Aufruf. Als ökologisch orientierter und motivierter Mensch habe ich ein paar alte Bekannte, die mir schön langsam auf den Geist gehen. Ihr kennt sie vielleicht auch. Einer von ihnen heißt Klimagipfel. Er spielt sich immer groß auf, lässt seinen klingenden Reden aber selten nennenswerte Handlungen folgen. Einen Poser würde ihn die Jugend nennen. Seine Schwester trägt den Namen Grünes Wachstum. Ihr trendig eingerichteter Singlehaushalt hat schon zwölf Stockwerke, und doch ist sie gerade dabei, das dreizehnte zu planen. Wichtig sei nur, die Wände in der richtigen Farbe zu bestreichen, meint sie. Rückendeckung bekommt sie vom Kollegen Fortschritt, den alle immer gerne dabei haben.   Jederzeit hat er einen guten Witz auf Lager. Und wie oft er schon in ausweglosen Situationen mit seinem ungebremsten Optimismus für kollektive Erleichterung gesorgt hat! Seine Tochter Energiewende hat die positive Attitüde wohl vom Papa vererbt bekommen. Zwar erst in der Krabbelstube, wird sie schon jetzt als zukünftiger Weltstar gefeiert. Das macht den Papa unheimlich stolz. Darauf kann mensch auch mal anstoßen, zum Beispiel mit der Tante Ökosoziale Politik. Zusammen haben sie schon ganze Wasserfälle gepredigt und Weinkeller leergesoffen.   Das war sie, die gute alte Zeit! In dieser Zeit hab ich mich mit meinen Bekannten einigermaßen gut verstanden. Wir waren nie beste Freunde und schon immer etwas verschieden, aber sie haben mich toleriert und ich sie. Neulich aber haben sich die Dinge entscheidend gewendet. Bei einem gemütlichen Plausch mit meinen guten FreundInnen Wirklichkeit, Perspektive und Kreativität habe ich Sachen über meine alten Bekannten erfahren, die neues Licht auf vieles Altgewohnte werfen. Noch wichtiger war, dass sie mich an diesem Abend eine alte Binsenweisheit spüren haben lassen: „Erst in schwierigen Zeiten erkennst du, wer...

„Kindfleisch“ am Innrain...

Der aktuelle Lebensmittelskandal erhitzt die Gemüter und beschäftigt nicht nur die Medien: Allenthalb schimpft man über die an sich schmackhaften Pferdig-Gerichte und reitet auf der Lasagne rum.   Dass es auch anders geht, zeigt ein Schnellimbiss an der Ecke Bürgerstraße/Innrain: Ein appetitliches Sandwich mit „Kindfleisch-Zwieblen-Saucen“ wird hier um wohlfeile Dreifuffzig angeboten. Neben juristischen und ethischen Bedenken ist das kulinarische Vergnügen auch gesundheitlich zweifelhaft: Angesichts der Massen an Fast Food und Zuckerchemiemüll, den ein solches Menschenkind heutzutage in sich reinstopft, erscheint mir der Verzehr von Kindern nicht gerade ratsam zu sein....

Kunst – wir kämpfen für Euch!...

Die Innsbrucker Theaterszene gibt wieder ein Lebenszeichen. Eine Stückentwicklung. Eine Stimme für die Kunstausübung in Innsbruck!   Inhalt „Kunst. Wir kämpfen für euch!“ ist ein spannendes und ungewöhnliches Theaterprojekt, weil es ein Drahtseilakt zwischen Realität und Fiktion ist. Erzählt wird die Geschichte von drei Tiroler Schauspielerinnen, die gerade an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt sind. Sie haben sich entschieden, von der Ausübung ihrer Kunst zu leben. Wie ihnen das gelingen soll, wissen sie nicht. Vor allem nicht in einer Stadt wie Innsbruck, in der zwar das Theaterleben erblüht, aber die Förderungen gering sind, in der die Lebenserhaltungskosten hoch, und die Verdienstmöglichkeiten niedrig sind.   Sie sind Überlebenskünstlerinnen geworden, die auch die harten Seiten des Lebens kennen: die in der Nacht als Reinigungskraft arbeiten, in einer Bar kellnern, an Bildungsinstituten Prüfungsaufsichten übernehmen oder bei Events Tickets verkaufen. Ihre Liebe zur Kunst ist ungebrochen, sie beobachten die Menschen, lernen und bereiten sich auf ihren Durchbruch vor. Sie nehmen die Zuschauer auf eine Reise hinter die Kulissen ins wirkliche Leben mit, lassen sie an ihren Enttäuschungen, Wünschen und Träumen teilhaben, zeigen ihnen ihre inneren und äußeren Kämpfe und teilen die gesamte Palette emotionaler Zustände: Liebe, Hass, Versöhnung und Streit. Sie schlüpfen in unterschiedliche Rollen, bringen die Menschen zum Lachen und zum Betroffensein.   Sie tun das, was sie am liebsten tun. Und dann ist da noch die Idee bei der kommenden Landtagswahl zu kandidieren. Der Kunst, ihrer Lebensexistenz, eine politische Stimme zu geben. Sie fühlen sich von keiner Partei vertreten. Dabei hat jede Art von Kunst eine unglaubliche Kraft. Wie viele Menschen schauen jeden Tag im Fernsehen, im Kino, im Theater Schauspielern bei ihrer Arbeit zu? Wie viele Menschen hören jeden Tag Musik? Bewundern Fotos und Gemälde? Es ist Zeit, eine Brandrede...

Innsbruck im Lampenfieber...

Ein paar helle Köpfe scheinen hinter der Facebookgruppe Die Lampe zu stecken. Das Prinzip ist relativ einfach: "Die Lampe", von der ihr hier einige Fotos seht, taucht überraschend irgendwo auf und beleuchtet Plätze und Ecken.   Das Ganze hat einen dadaistischen Ansatz und erinnert zugleich an die absurden Inventionen der Situationistischen Internationalen im öffentlichen Raum. Wenig Aufwand – und doch entstehen Bilder, die hängen bleiben und den Blick auf das Stadtbild verändern.    Vorerst möchte Die Lampe anonym bleiben und stellt ihr eigenes Licht ein wenig unter den Scheffel. Immerhin ihr Motto lässt sie sich entlocken: „Unsere Devise: Die Lampe bringt andere Sachen zum Leuchten und will selbst gar nicht scheinen!"   In dem Sinne wünsche ich ihr weiterhin viel Erfolg – ein bisschen Erleuchtung kann Innsbruck schließlich nur gut...

Neues und Altes aus Afrika...

Zwei Ausstellungen zum Thema Afrika sind zurzeit in Innsbruck zu sehen. Und auch wenn die Herangehensweise der Künstler/innen doch sehr verschieden ist, so versuchen doch beide unser eigenes Bewusstsein über diesen Kontinent zu hinterfragen.   Da wäre mal die Ausstellung von Kiluanji Kia Henda im Kunstraum Innsbruck. Unter dem Titel Homem Novo – New Man rekonstruiert der angolanische Künstler die Kolonialgeschichte seines Heimatlandes Angola anhand von Statuen diverser Herrschergrößen der ehemaligen Kolonialmacht, die inzwischen in einer am Stadtrand von Luanda gelegenen  Festung sozusagen ihr Endlager gefunden haben, und ersetzt diese durch eine Art Denkmalposing, das er durch seine Freunde ausführen lässt. Dabei geht es um Identitätsfindung für ein durch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg auseinanderdividiertes Land, das sich erst in den letzten Jahren wieder zu Ruhe gefunden hat, vor allem aber auch weil es rohstoffreich ist und ihm so eine doch für afrikanische Verhältnisse einigermaßen hoher Lebensstandard beschieden sein könnte. Neben den Fotos sind auch biographische Texte über die auf den Bildern abgebildeten Künstler, die so auch über die Hintergründe und Lebensumstände, aber auch über die Träume und Vorstellungen ihrer Träger aussagen.   Ergänzt wird die Ausstellung noch durch ein im hinteren Raum der Galerie abgespieltes Video, das ebenfalls diese  Rückeroberung der Monumente durch den Künstler, der übrigens auch mit dem Staatspreis für Bildende Kunst in Angola ausgezeichnet wurde, zum Inhalt hat. Die Ausstellung ist eine interessante Recherche, die einiges über die Geschichte dieses Landes aussagt, das lang Zeit Spielball des Ostwestkonfliktes gewesen ist und über dessen Gegenwart wir hierzulande nicht all zu viel wissen, da es – was eben leider auch Folge unseres medial geprägten Afrikabildes ist – nicht mit Hungersnöten und Bürgerkriegen in den Schlagzeilen ist.  de.wikipedia.org/wiki/Angola Eine andere Ausstellung, diesmal in der Neuen Galerie der Tiroler Künstlerschaft. Meine...

Bäckerei Poetry Slam

Der Feber ist kurz, der nächste Poetry Slam in der Bäckerei nah. Am Freitag, den 22. Feber geht er über die Bühne und es wird ein besonderer Slam – denn: Martin Fritz ist nicht nur DJ sondern auch Moderator.   Einer seiner Gäste hört auf den kryptischen Namen Concerto Cristall, hat gerade den textstrom Poetry Slam in Wien souverän gewonnen und auch sonst ist noch mit einigen Überraschungen zu rechnen. Beginn ist wie immer 20 Uhr 30....

Kommt nicht auf die Beine: Euregio Medical School...

Der Hintergrund für die geplante Gründung der Euregio Medical School ist die geringe Anzahl an Nord- und Südtirolern an den österreichischen Medizinuniversitäten (bzw die hohe Durchfallsquote va Südtiroler Studienbewerber) und damit ein befürchteter Ärztemangel in den Regionen Tirol, Südtirol und Trentino.   Dennoch kommt die für 2013 geplante Medical School nicht so richtig auf die Beine: Das liegt nicht nur an den juristischen Problemen (zB wie soll der privilegierte Zugang von Studenten aus dem Trentino, Südtirol und Tirol juristisch einwandfrei umgesetzt werden?).  Wesentliche Kritik bezieht sich etwa auch auf die Etablierung von ineffizienten Doppelstrukturen (immerhin besteht ja schon die MedUni Innsbruck) oder die Qualität der Medical School (Stichwort: Schmalspuruni). Die Frage, ob eine solche "School" nun in der Tat Sinn macht, wird in nächster Zeit wohl in den Hintergrund rücken: Wenn wunderts – sowohl in Nord- wie auch in Südtirol stehen Landtagswahlen an – da ist Medical School noch mehr als bisher Spielball der Politik (siehe dazu TT vom 8.2.2013 und Rai-Tagesschau vom...

Held(INN)en

Wie eine Innsbruckerin 12.000 Kinder aus Konzentrationslagern rettete und niemand es bemerkte. Über  Diana Budisavljević  geb. Obexer. Helden waren für mich Batman, Michael Jordan. Später dann Rosa Luxemburg, Public Enemy und natürlich immer noch Batman. Ich wusste selbstverständlich, dass ich sie nie kennenlernen würde. Manche waren ja nicht einmal echt, manche nur mehr vergilbte Fotos in einem neuen Rahmen im Schlafzimmer oder Discs in der DVD-Sammlung. Nichts destotrotz wusste ich alles von ihnen. Ihre Geschichte, ihre Statistiken, ihre Erfolge.   An jene Heldenszenen, die ich bewusst erlebte, erinnere ich mich in meinem Kopfkino sogar in Dolby Surround: 1998 liegen die Chicago Bulls in den Basketball-Finalserien der NBA zurück; 16 Sekunden vor Spielende kann Michael Jordan den Ball von Karl Malone stehlen, während neun Männer ins Chaos der letzten Sekunden nach vorne stürmen, dribbelt einzig Jordan den Ball seelenruhig, gehend und Kaugummi schmatzend in die gegnerische Hälfte. Plötzlich zieht er nach rechts, der tragische Verteidiger Jordans, Byron Russel, rutscht fast auf dem Parkett aus, weil er die letzten Reserven von Kraft seines Gegners nicht erwartete, springt hoch und wirft.   Als der Ball seine rechte Hand verließ, lässt Jordan sie in der Luft hängen, als ob er den Ball noch versucht außerhalb seiner Reichweite in den Ring zu pressen. Der Ball geht rein. Nur das Zischen des Netzes. Fünf Sekunden stehen auf der Uhr. Der Gegner ist gebrochen, sie können nicht mehr. Jordan läuft alleine in seine Hälfte zurück und wartet bis die Uhr nicht mehr tickt. Ich war zehn Jahre alt, als ich das sah und meine Lippen zittern immer noch ungläubig, wenn ich daran denke. Helden sind größer als das Leben. Weil sie leuchten, erlauben wir uns auch manchmal zu leuchten und so zu sein, wie wir eigentlich immer wären,...