TKI open 12

Die TKI – Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol freut sich, dieses Jahr bereits zum zehnten Mal die Ausschreibung der Förderschiene TKI open bekannt geben zu dürfen.   102 Kunst- und Kulturprojekte wurden in den letzten zehn Jahren im Rahmen von TKI open realisiert, seit 2005 zu den jeweils von der TKI vorgegebenen Schwerpunktthemen. Bei dieser zehnten Ausschreibung möchten wir gern den Kulturschaffenden selbst überlassen, welche Themen sie als besonders aktuell, interessant oder dringlich erachten und bearbeiten wollen. Kein Thema lautet daher das Thema von TKI open 12 und eröffnet Raum für die Fragen, die in den letzten Jahren möglicherweise zu kurz gekommen sind, kein Thema waren…   Kein Thema fragt aber auch nach den Leerstellen, Lücken und Tabus im kulturellen Leben, im politischen Diskurs, im kollektiven Bewusstsein, im alltäglichen Leben jedes/jeder Einzelnen. TKI open 12 regt an, dem Verborgenen, Unbekannten, Ungesagten nachzuspüren und es zum Thema zu machen.   Einsendeschluss ist der 19. Oktober. Nähere Informationen zur Ausschreibung findet ihr unter:  http://www.tki.at/tkiweb/tkiweb?page=ShowArticle&service=external&sp=l241   Kontakt: Helene Schnitzer und Anita Moser, Mo – Do: Fon 0512 586781, office@tki.at, www.tki.at   Text und Foto:...

Vanitas-Wahn

Als ich diesen Sommer mit meinen üppig verzierten Ed-Hardy-Schlapfen Richtung Badestrand schlenderte, kam ich an einem Trödler-Stand vorbei, der sofort mein Interesse weckte, war er doch voller antiquarischer Vanitas-Objekte: Da fanden sich kleine Tödlein-Särge, Betschnuren mit geschnitzten Totenköpfen, Elfenbein-Skelette und vieles andere mehr, was den Menschen stets daran erinnern sollte, dass alles schnell vorbei sein kann. Nachdem ich vor lauter (Neu)Gier meine Finger nicht von einem prunkvollen, höfischen Tödlein-Sarg lassen könnte und ihn beinahe beschädigte, weil mir der Sargdeckel auskam und runterfiel, kam ich mit dem Händler ins Gespräch. Ich fragte ihn, ob er sich denn auf „Memento-Mori-Zeugs“ spezialisiert hätte und er meinte: „Eigentlich nicht, aber das makabre Zeug, das findet seit ein paar Jahren wieder reißenden Absatz. Die jungen Leut‘ sind wie wild drauf, und zwar nicht nur die Gruftis und die Emo-Punks. Denk nur dran, dass heut auf jedem Leiberl ein Totenschädel drauf ist.“ Ach ja, da hat er recht, dachte ich an mein auffälliges Schuhwerk, das er offensichtlich übersehen hatte. „Mors certa hora incerta“ („Der Tod ist gewiss, seine Stunde ungewiss“) oder „Memento moriendum esse“ („Bedenke, dass Du sterben wirst“) – diese Sätze sind untrennbar mit dem Lebensgefühl des Mittelalters und des Barock verbunden. Moderne „Memento Moris“ kamen allerdings tatsächlich vor ein paar Jahren über die Mode wieder auf: Totenköpfe und Skelette findet man seit einigen Jahren wieder überall im Alltag. Die Marke „Ed Hardy“ wurde berühmt für ihre Skull-Motive auf T-Shirts, Schuhen und Life-Style-Produkten. So bekam ich von einer Freundin ein Handtuch mit Totenköpfen drauf und auch eine Eiswürfel-Box, mit deren Hilfe man Skull-Eiswürfel (engl. „skull“ = der Schädel) produzieren kann. Mein Kollege überreichte mir im letzten Jahr ein Skelett aus weißer Schokolade im Sarg aus dunkler Schokolade. Ich besitze außerdem zwei Armbänder aus Tibet mit...

Sommerliches

Der Sommer ist ja erst jetzt so richtig Sommer geworden, gerade eben, wo wir schon daran sind, uns auf den bald mal beginnenden Herbst vorzubereiten. Und die Tore der Welt sind groß und der Fahrten Ziele ja beinahe unendlich. So reist man fort und wieder her. Und so zwischendrinnen bleibt doch noch ein bisschen Zeit, sich ein wenig dem Innsbrucker Ausstellungsleben zu widmen. So hab ich heute wieder mal in die Galerie  artdepot geschaut, und dort eine recht interessante Ausstellung gefunden.   Diese nennt sich zwar leichtfüßig Sommerausstellung, darunter verbirgt sich aber doch weitaus nachdenklich Stimmendes als man es von einer Ausstellung dieses Titels erwarten würde. Die Tiroler Künstler/innen Margaritha Wanitschek, Christopher Grüner, Elisabeth & Albin Schutting, Karin Raitmayr und Minu Ghedina finden in ihrer Kunst auf sehr subtilen Wegen zu einer Bildfindung, die mehr oder weniger alle die existentielle Befindlichkeit des Menschen zum Thema haben.   Für mich am besten umgesetzt fand ich das bei Elisabeth und Albin Schutting, die eine Hautskulptur sozusagen als Blickfänger in den Raum gehängt haben, die sie mit Zeichnungen von Folteropfern auf der gegenüberliegenden Wand ergänzt  haben. Diese Zeichnungen, die eigentlich für sich sprechen, und mit Piktogrammen über das Symbol der jeweiligen Folterart versehen sind,  sind ein eindringliches Zeichen für die Situation vieler Menschen wohl auf allen Kontinenten, wie  sie uns Presse und TV-Nachrichten ja tagtäglich ins Haus liefern.   Und obwohl es für viele auch schon eine Art Masche ist, sozusagen das Grauen der Welt in die Galerieräume der Metropolen derselben zu bringen, wie etwa jene Künstlerin, die das Blut der Opfer mexikanischer Bandenkriege schon in die internationale Ausstellungswelt transferiert  hat, so gewinnen diese Zeichnungen doch an Eindringlichkeit und stehen so für eine Auseinandersetzung mit der Existenz des Menschen, wie es die großen...

Die „Sub Area DJ-Bewegung“, eine Retrospektive...

Zwischen 1999 und 2002 beglückte mich und andere Unterlandmenschen der Club für elektronische Musik, mit der Basis „Alte Gerberei, 6380 St.Johann in Tirol“. Auf dass sich der SubArea-Club auf diese Retrospektive hin eventuell zu einer Auferstehung hinreissen lässt.   Haben sie doch etwa Größen wie die „Sofa Surfers“ erfolgreich nach St.Johann gelockt und diese auch für „Radio Subarea“ interviewt. Eine Liste anderer Dagewesenen, teils ziemlich große Fische, ist auf www.subarea.org unter Bisheriges zu finden.     Die drei Subarea-DJs, die den 3-Jahre anhaltenden Hype auf die Welt brachten, waren folgende:   Chris Achi (heutzutage unter dem Namen „DJ LPJ“ an den Plattentellern, „oldschool for life, vinyl only“ sein Motto) Kennen tu ich den, wie er hier in der Gegend genannt wird, ‚Achi‘, seit er den Ballettunterricht, den ich bis zu meinem 18 Lebensjahr besuchte, mit ein paar anderen lässigen Typen mit Didgeridoo und Trommeln musikalisch begleitete. Auf www.subarea.org heißts über den ‚Achi‘: „fand Ende der Neunziger bei den St.Johanner Wohnzimmersessions Gefallen an elektronischer Tanzmusik“   Flo Haselsberger Kenne ich von Parties meiner Teenagerjahre, Subarea-Auflegereien in der Alten Gerberei und anderen Kellerlokalen in St.Johann. Auf www.subarea.org heißts über den ‚Flotschi aka the Fallout Boy‘: „schon in frühester Kindheit durch ein Konzert von David Hasselhoff traumatisiert, entdeckte er für sich schon sehr bald die Alternative Musik“   Christian Wachel Kenne ich, seit er in den 80ern mal im benachbarten Wohnblock im St.Johanner Berglandweg daheim war, später sah ich ihn auf Parties der Ballettschule sowie hinter dem Mischpult in der Gerberei, mit seiner schwarzen Hornbrille war er, im Nachhinein gesprochen, der Jarvis Cocker von St.Johann, seit einigen Jahren lebt er jetzt schon in Wien, wo er sich nach wie vor im künstlerischen Untergrund bewegt. Auf www.subarea.org heißts über den ‚Grischtl aka das Treppenkind‘: „in...

Music and the city (Vol. XVIII)...

Mit „Radio Rorschach“ wird auf „Freirad“ eine Sendung angeboten, die von sich selbst behauptet, Auskunft über innnere Befindlichkeiten einer Gesellschaft geben zu können…   Ist es erlaubt, über sich selbst zu sprechen? Wer ermächtigt zum Sprechen? Und wann beginnt das Eigenmarketing überzugehen in eine schamlose Eigenwerbung, die nichts mit der eigenen Wichtigkeit zu tun hat? Erstmals: niemand ist wichtig, die Interessen und die Relevanz zerfallen unter den Partikularinteressen der Einzelnen. Anders gesagt: kann man nicht mehr für eine Masse sprechen oder besser auch zu einer Masse sprechen, dann hat man die Pflicht zu „Radio Rorschach“ zu gehen. Hier werden Projekte vorgestellt oder es wird auch einfach nur zwangslos darauf losgeplaudert, verbunden und zusammengehalten damit, dass es Projekte und Menschen sind, die so verquere oder auch so interessanten Ansichten haben, dass sie in einem größeren und anderen Rahmen kein Verständnis finden würden. Verstehen, diese ewige Problem, diese unermessliche Reduktion auf einen Aspekt, der den gesamten Rest der Kommunikation ausklammert.   Warum sich also nicht mit Rauschen beschäftigen, wie es Ekki, einer der Moderatoren, gleich zu Beginn einer Sendung vorgeschlagen hat, in der ein guter Freund und meine Wenigkeit zu Gast waren? Dieser Vorschlag ist paradigmatisch dafür, was „Radio Rorschach“ sein will: eine Plattform für künstlerischen Austausch, für kunstvolle Kommunikation, für die gepflegte Utopie, für schön ausgeschmückte Hirngespinste. Und in dieser Hinsicht sind der Kolumnist und sein guter Freund, die ja bekanntlich immer mal wieder und sehr gerne künstlerisch vor den Kopf stoßen, wie gemacht für diese Sendung. Gibt es überhaupt etwas zu sagen über Musik, die niemand in Innsbruck hören will und warum sollten ausgerechnet solche Leute zur Sprache kommen? Gibt es keine Möglichkeit, funktionierend Projekte vorzustellen und: gibt es dieses Projekt mit dem Namen „Musick“ überhaupt noch? Die Frage, wie...

Theater Melone: Die Angstbeißer...

Theater Melone bietet Sommertheater in Innsbruck – seit zehn Jahren ein fixer Bestandteil für alle Theaterbegeisterten: Am 18. August hat das Stück „Die Angstbeißer“ Premiere im Westbahntheater.   Inhalt Die Angstbeißer fürchten um ihr Gepäck, um ihr Auto, um ihr Leben, um alles. Ein scheinbar harmloses Zusammentreffen spät abends in einer U-Bahn-Station entwickelt sich zu einem turbulenten Bedrohungsszenario. Am Ende weiß niemand mehr, wer vor wem Angst haben muss und wer wen retten will, denn obwohl alle die gleiche Sprache sprechen, können sie einander partout nicht verstehen.   „Die Angstbeißer“ von Olivier Chiacchiari – rasant, komisch und voller überraschender Wendungen inszeniert von Florian Hackspiel. Mit: Nora Krehan, Jakob Beubler, Gudrun Tielsch, David Fuchs. Termine: 18. August (Premiere), 19./20./23./24./25./26./27​. August, jeweils um 20:30 Uhr Karten: +43/(0)650/6407594 oder via...

In That Little Town. Innsbrucks Musikblog...

In That Little Town ist ein Musikblog der anderen Art. Es werden mit „hiesigen“ Bands, sowie mit Bands, die zu Besuch in Innsbruck sind, Musikvideos aufgenommen und dann im Blog veröffentlicht. So sollen junge KünstlerInnen gefördert und ihre Musik bekannter gemacht werden. Ähnliche Projekte gibt es auch schon in anderen Ländern, wie beispielsweise die französische Website Blogotheque, von der die Idee zu In That Little Town inspiriert wurde. Und, damit man immer weiß, was los ist, bietet die Seite auch einen Veranstaltungskalender an. Um mehr über das Projekt und die Personen, die dahinter stehen, zu erfahren, findet ihr hier ein kleines Interview: Wer seid ihr? Wir sind Philipp und Lisa, zwei musik- und filminteressierte Jugendliche, seit vielen Jahren gute Freunde und wir studieren beide in Innsbruck. Seit wann gibt es euren Blog? Seit ungefähr einem Jahr. Also im September 2010 haben wir unser erstes Musikvideo mit einer Musikerin gedreht, aber die Idee und die Vorbereitungen laufen schon etwas länger. Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade Musikvideos dreht? Philipp studiert Biologie und Lisa Spanisch. Aber wir beschäftigen uns auch sonst in unserer Freizeit viel mit Fotografieren, Filmen und Musizieren. Außerdem machen wir beide gerne Sport wie Bouldern, Snowboarden und Schwimmen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen diesen Blog zu machen? Eigentlich ist die Idee aus einer Boulderverletzung vom Philipp entstanden. Wir waren beide gerade eher fanatisch beim Bouldern, als sich Philipp die Schulter auskugelte. Durch seine eingeschränkte Bewegungsfreiheit kam er dann auf die Idee „In That Little Town“ zu gründen. Und Lisa war gleich Feuer und Flamme von seiner Idee. Wie nehmt ihr mit den Bands Kontakt auf? Bis jetzt haben wir immer, wenn eine Band nach Innsbruck kam, die interessant und passend (akustisch) für unser Projekt wirkte,...

Trotzt dem schlechten Wetter...

Ruft ihn doch im Laufe der Woche an den Tex, der via FM4-Radiowellen von Wien nach Tirol, bis in die Tiefen des Unterlands, und dann noch mit Zwischenstopp in der Poolbar bis zum und auch über den Bodensee schwappt. Drückt folgende Tasten am Telefon: 0800 226 996 Heute von 13 bis 14 Uhr hat Tex zum ersten Mal für den Rest dieser Woche die, laut FM4, „Plauderstunde ‚Unter Palmen’“ moderiert (siehe: http://fm4.orf.at/stories/1686326/). Und ich empfand den Einklang als schwer gelungen. Thema war „Mitleid mit Gegenständen“. Besonders interessant fand ich, dass der Rubinowitz mit Kaugummiautomaten, vor allem „angezündeten und kaputtgemachten“, Mitleid hat, vernetzt denkend erinnert das doch gleich an die derzeitigen Riots in Tottenham/London. Das ist aber eine andere Geschichte… Am meisten identifizieren konnte ich mich mit dem Radfahren-Exkurs, der Aussage, dass man Mitleid mit an den Straßenrand geworfenen Rädern hat. Ein HaHa-Moment war, als Tex erklärte, dass man beim Über-Kopfsteinpflaster-Fahren durch das Rütteln eins mit dem Rad wird, der freudsche Moment der „Plauderstunde“, die durchaus etwas Therapeutisches an sich hat. Also hört FM4, vor allem in der kommenden Woche, sonst natürlich auch, täglich von 13 bis 14 Uhr, und bespricht etwa morgen ausländische Eigenheiten, die ihr nach Österreich importieren würdet. Ich wüsste gar nicht, wo anfangen, und es würde wahrscheinlich sowieso zu persönlich werden, also greift doch ihr statt mir zum Hörer, meine geschätzten ProvinnsbruckianerInnen out there und speak out from inn, im Reversverfahren zum Tex, der ja schon mal inn from the outside geschaut hat: http://www.provinnsbruck.at/content/look-inn-outside-pt-5-%E2%80%93-tex-rubinowitz Foto von Christina...

Los Gurkos – ein Verein der das Innsbrucker Kulturleben bereichert...

Oscar, Hannes und Stefan haben Los Gurkos gegründet. Das "Los" haben sie sich von den Los Wochos von Mc Donalds geklaut, auf "Gurkos" kamen sie, da sie etwas markantes und lustiges das Mexiko, das Land aus dem Oscar stammt, mit Österreich verbinden wollten. Es sollte so bescheuert wie möglich klingen, so wurde aus Gurken Gurkos. Das war 2004.   Inzwischen veranstalten die Gurken jährlich ein Kurzfilmfestival und etliche Konzerte. Selbst produzieren sie ebenfalls Kurzfilme, die man sich auf ihrer Homepage www.losgurkos.com/main anschauen kann. Wichtig in den Filmen ist die Musik, die zumeist von Hannes und Oscar selbst stammt. Do-it-yourself ist sowieso ein Schlagwort, das auf die Gurken voll zutrifft. Jedes Jahr findet das Kurzfilmfestival woanders statt, seit 2 Jahren im Rahmen des IFFI (internationales filmfestival innsbruck), einmal im Leokino, dieses Jahr im Treibhaus. Die Gewinnerfilme des Festivals werden im Rahmen des Sommer am Sparkassenplatzes vorgeführt. Subventionen bekommen die Gurken fast keine, sie versuchen durch Veranstaltungen kostendeckend zu arbeiten. So geht es vielen Vereinen in der p.mk. Ohne leidenschaftliche Begeisterung für das, was man macht, wäre das nicht möglich. Die Motivation der Gurken kommt aus der Leidenschaft zum künstlerischen Schaffen, egal, in welchem Bereich – ob Film, Graphik, Musik oder Konzerte, das alles spielt bei Los Gurkos eine Rolle.   Sie gestalten ihren Verein so offen wie möglich. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen arbeiten sie immer wieder mit anderen Menschen zusammen und setzten auf Kooperationen mit anderen Kulturvereinen. Los Gurkos bestehen aus einem Kernteam von drei bis vier Leuten, je nach Idee wird aber variiert. Für manche Projekte arbeiten sie mit bis zu zehn Leuten zusammen, kollektiv, versteht sich von selbst. So etwa in den letzten Jahren bei dem Postrock-Event A Sunday Smile Festival. Das Kernteam der Gurken war...

Lunaplexx – Kino unterm Sternenhimmel des Tiroler Unterlands...

Seit dem 28 Juli wird hier bei meiner Sommerfrischenabsteige ums Eck, am „Festivalgelände“ zwischen dem Kindergarten und der Volksschule Oberndorf, ab dem Dunkelwerden Kino unter freiem Himmel geboten. Veranstaltet wird das ganze von der MUKU St.Johann, deren Basis die „Alte Gerberei“ in St.Jo, auch meinem Geburtsort, ist. Mich und die „Gerberei“ verbinden, bis tief in die Vergangenheit meiner Teenagerjahre reichende, Erlebnisse. Von Graffitiworkshops über legendäre „Subarea-DJ-Nights“ bis hin zu Lesungen von Franzobel und einer Begegnung mit Robert Stadlober gab es noch einige unvergessliche Momente im Dunstkreis der MUKU und ihrer „Gerberei“. Das Lunaplexx findet nun seit 2004 statt, anfangs in St.Johann, seit einigen Jahren nun in der benachbarten Ortschaft Oberndorf. Am Eröffnungsabend gab es vorm Filmschauen ein herrliches französisches Büffet plus musikalischer Untermalung, waren es doch die Deneuve und der Depardieu, die anschließend in „Potiche“ entzückten. Und obwohl der erste Durchgang des Lunaplexx-Filmfestivals nicht von einem sternenklaren sondern einem bewölkt grollenden Himmel dominiert wurde, konnte den Filmvorführungen (“L’Illusioniste“ / „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ und “Io sono l’amore“) kein Strich durch die Rechung gemacht werden. Dafür sorgte die wetterfeste Überdachung der Sesselreihen, unter der man sich in, an der Kasse erhältlichen Kuscheldecken, einwickeln konnte. Und als gestandene TirolerInnen hatten natürlich die meisten Goretexjacken an. Nun geht das „Lunaplexx“-Filmfest in die zweite Runde, gestartet wird heute mit “The King’s Speech“, abgerundet wird der cineastische Festivalmond am Sonntag mit dem oskarpremierten japanischen Film „Okuribito Nokan – Die Kunst des Ausklangs“. Ich werde in meinen Doc Martens Boots ums Eck stiefeln und mich, in eine Kuscheldecke gewickelt, vom stotternden König berieseln lassen, ich freue mich schon. Die Impressionen, die ich am kommenden Wochenende sammeln werde, dann hier in Bälde… Kommt doch alle in Scharen und wetterfest eingehüllt in den Innenhof der...