Christina Burger (geboren in Tirol, Nomadin mit dem Weg als Ziel)...

Seit sie als Volksschulkind einen Schreibwettbewerb bei Confetti TV gewonnen hat, ist sie dem Erschaffen von Texten verfallen. Wohl auch zurückgehend auf das auf den Sieg folgende Telefoninterview, in dem sie vor allem von ihrem Kater Schnurli schwärmte, hat sie eine Schwäche für Interviewsituationen. Und war es früher eine nette Dame vom ORF, die sie interviewte, ist es heute sie, die vorwiegend musizierende Kunstmenschen wie Tex Rubinowitz, die Blood Red Shoes, Madsen oder die ulkig tätowierte Jennifer Rostock zum Interview trifft. Bevor sie allerdings in der Unipress Innsbruck als  Musikeckenschreiberin wirkte und zu bloggen anfing, vor allem für www.stylishkidsinriot.com, schrieb sie für die Unipress gelegentlich Kolumnen über jeden möglichen Quatsch, allerdings mit dem Schwerpunkt Style, zweite Haut und so. So kam es damals auch dazu, wozu es nun mal kommen musste: damaliger Unipress-Boss Andreas Wiesinger versah sie mit dem Titel „Modeikone“. Ikone hin oder her, sie ist auf der Suche nach alltäglichen Catwalkmomenten, mit dem Anspruch, Individuen aus dem Mainstream...

Silvester in Innsbruck – Was geht ab?...

Nachdem gestern das alljährliche Zwergerl-Silvester nach dem Motto „Stadt der Zwerge – inmitten der Berge“ über die Bühne gegangen ist, kommen heute am 31.12 die Großen an die Reihe.   Für die Sportlichen unter uns steht schon am Nachmittag ab 17. Uhr der traditionelle Silvester-Lauf auf dem Programm, der dieses Jahr zum 10. Mal stattfindet. Am Abend wird dann die ganze Stadt zur Party-Zone. Das Bergsilvester Allen voran das pompöse Bergsilvester, das vom Innsbrucker Stadtmarketing veranstaltet wird und seit 1994 jährlich stattfindet. Dieses Jahr wird es zum ersten Mal eine Art Silvestermeile rund um die Altstadt geben. Diese zieht sich vom Marktplatz über die Steinerstraße bis zum Franziskanerplatz. Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei, von Rock’n’roll über Latin bis zur Volkstümlichen Musik ist alles zu finden. Doch das „Herzstück“ des Bergsilvesters, mit dem weltweit geworben wird, ist wie jedes Jahr das Feuerwerk um Mitternacht, bei dem mehr als 5.000 Raketen in die Luft geschossen werden, was sicher über 20.000 Euro kosten dürfte ( im Gegensatz zum Feuerwerk in der Bundeshauptstadt, das „nur“ 12.000 Euro kostet.). Die größten Parties Wer lieber drinnen feiert und sich nicht in der Kälte die Zehen abfrieren will, kann im Stadtcafe oder im Hofgarten den Jahreswechsel verbringen. Auch der Kongress Innsbruck darf zu Silvester nicht leer stehen. Deshalb wird die Dogana in der Nacht von 31.12. auf 1.1. zu einer Disko umfunktioniert. Im Weekender Club findet ebenso eine Silvester Party unter dem Motto „ Alles ist möglich“ statt. Hier kann die ganze Nacht durchgetanzt werden und sogar Liederwünsche werden berücksichtigt. Zu fortgeschrittener Stunde werden die Gäste mit Gulaschsuppe verköstigt und auch ein frühstück ist vorgesehen. Wer Silvester am Berg verbringen möchte, kann dies auf der Seegrube tun. Hier wird ein 5-Gänge-Silvestermenü geboten, das mit 119...

Hast du einen Knall?

Lieber Knaller, ich werde dich hier mitmännlich ansprechen, da Frauen und Mädchen meiner Erfahrung nach viel seltener rumknallen. Du wohnst ganz in meiner Nähe – vermutlich direkt unter meinem Fenster. Ich meine hier nicht deinen nahen Verwandten, den Feuerwerker, dem es, wie sein Name schon sagt, um das Werk des Feuers geht.   Dir geht es um den Knall. Seit Mitte Dezember knallst du zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten unvermittelt in die Welt hinaus. Was willst du deiner Umwelt (zu der ich ja zwangsläufig gehöre) denn damit mitteilen? Gab es schlimme, traumatische Erlebnisse – haben sie dir oft eine geknalllt, als du noch ein kleiner Knallkopf warst? Oder bist du eher sensibel, ruhig und zurückhaltend – und träumst davon, als großer Knaller die Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen und endlich alle zu erschrecken?   Du weißt sicherlich, dass Hunde und andere Tiere jeden Ton circa siebenfach verstärkt hören. Auch Babys, kranke und betagte oder einfach lärmempfindliche Menschen leiden darunter. Okay, wenn es nur dieser eine Tag und nur zu Sylvester wäre – aber du knallst schon seit Wochen. Und morgen wird dann der Rest verknallt.   Jetzt wirst du wahrscheinlich dein individuelles Recht auf Knall ins Treffen führen. Du habest wohl auch deine Freiheit. Ja, Freiheit, mein lieber Knaller … „Freiheit“ bedeutet nicht: „Ich mache, was ich will“. Die eigene Freiheit endet nämlich da, wo die Freiheit von anderen beginnt. Umgelegt auf deinen Knall bedeutet das: Deine Freiheit rumzuknallen endet eben dort, wo das Ruhebedürfnis und die Unversehrtheit anderer Wesen beginnt. Du kannst dich gerne individuell wegknallen – stopf dir einfach je eines deiner lustigen Knallstäbchen in die Ohren. Knall dir eine, wann immer dir danach ist. Aber lass deine Mitwesen in Ruhe und quäle sie nicht mit deinem Knall.   Ich wünsche allen, sogar den...

„Sierra Madre“ schallt es am Innsbrucker Hauptplatz...

Wer in den letzten Tagen mit offenen Augen durch Innsbruck flaniert ist, dem dürfte nicht entgangen sein, dass die Stadt vermehrt Ausrichtungsort diverser „Megaevents“ war/ist. Innsbruck scheint neuerdings zur bevorzugten Location für Großveranstaltungen geworden zu sein und macht seinem Ruf als „Weltstadt“ alle Ehre.   Von diversen, im Stadtgebiet angebrachten Plakaten leuchtet einem auf schrillem Neonpapier z. B. die Ankündigung des Peter Alexander Abschiedskonzertes, in der ja äußerst populären Innsbrucker Andreas-Hofer-Halle, entgegen (8.12.2010). Ebenso ist da von dem europaweit einzigen und längst ausverkauften Tom Waits Live-Auftritt zu lesen (16.12.2010). Und jüngst wurde das von vielen heiß ersehnte Zillertaler Schürzenjäger Comeback-Konzert beworben. Gerade mal vor 4 Tagen war das, am 26. Dezember, um 20.30 Uhr, am Hauptplatz Innsbruck – ein beliebter Treffpunkt des urbanen, städtischen Lebens, wie die Ortskundigen unter uns sicher wissen. Ja, so war das. Und keiner hat’s gemerkt? Man darf gespannt sein, ob diese erstaunliche Welle an Events so abrupt abreißt wie sie begonnen hat. Sachdienliche Hinweise sowie Insider- und Augenzeugenberichte sind jedenfalls höchst erbeten: ab ins Kommentar damit! Detektivisches Gespür ist von Vorteil. To be continued...

Interview mit JC, Teil 3...

Täglich Neu“ interviewt Jesus C. Teil 3 des Exklusivgesprächs.   Red: „Wir sind in der Nähe von Weihnachten. Da ist doch dein Geburtstag? Deine Kinderjahre bei uns – deine glücklichste Zeit“?   J.C.: „ Die Kinderjahre, ja. Wir hatten zu leben, das schon. Aber wir waren nicht frei. Wir waren durch eine allgegenwärtige Besatzung und auch durch einen ebenso allgegenwärtigen religiösen Druck nicht frei. Alles vorgeschrieben. Das hat mich schon bald sehr gestört“.   Red: „Was war eigentlich für dein weiteres Leben so richtig entscheidend? Wo hast du die grundsätzliche Orientierung bekommen“?   J.C.: „Das war eindeutig diese Wüstenphase. 40 Tage dort und du beginnst so richtig nachzudenken. Ãœber das was wichtig ist und was unwichtig ist. So waren mir die Angebote des Teufels überhaupt nicht mehr wichtig. Mein vielzitiertes „Hau ab“ war nicht heroisch sondern nur logisch. Soll ich mein Leben auf vergängliche Dinge aufbauen? Soll ich nach Macht über Mitmenschen streben, nach möglichst viel Geld? Die dumme und egoistische Kurzsichtigkeit des reichen Prassers? Nicht mit mir habe ich beschlossen“.   Red: „Und welche Rolle hat da Gott gespielt, damals in der Wüste“?   J.C.: „Zuerst jene wie bei jedem jungen Menschen. Auch bei den heutigen, das weiß ich. Als geborener Jude war ich natürlich nicht frei von Gott. Aber ich wollte in der Wüste eigentlich nur nachdenken. Meinen Weg finden. Und ich habe ihn ja auch gefunden. Den Weg. Mit Gott ist es ja ein eigenes Kapitel“.   Red: „Ãœber das wir das nächstemal sprechen werden. Der Platz, du weißt. Letzte Frage: deine drei Tipps für uns , die wichtigsten“.   J.C.: „Einfach, das meiste ist schon oft genug gesagt worden, schon zu meiner Zeit bei euch. Tipp 1: Stichwort Immanuel, sein Familienname ist Kant so weit...

Stadt als kollektives Phänomen...

Peter Trummer, Prof am Institut für Städtebau und Raumplanung der Universität Innsbruck, hat der „Tiroler Tageszeitung“ ein interessantes Interview gegeben.   Ich habe die für mich bemerkenswertesten Zitate zusammengestellt:   „Ich glaube, jetzt wäre es an der Zeit, die Frage zu stellen, ob wir so leben wollen, wie wir jetzt leben. Ob wir die Stadt nicht wieder als kollektives Phänomen begreifen und nicht als Sammelsurium von Einzelinteressen.“   „Ihnen bewusst zu machen, was es bedeutet, wenn wir so wie jetzt weitertun. Ist doch heute bereits die Landschaft bis ins hinterste Tal und den höchsten Berg total kommerziell ausgebeutet. Und wollen wir das wirklich?“   „Wer denkt schon Innsbruck als Ganzes zwischen Bozen, München und Zürich. Wobei sich das Dilemma des Städtebauers zeigt. Definiert Stadt doch primär eine Grenze, während Urbanisierung diese Grenze nicht kennt.“   „Je länger ich hier bin, desto klarer wird mir, dass die Tiroler die besseren Amerikaner sind. Ich sehe eine Landschaft, die nur aus Privateigentum besteht, Familien, die ihren Besitz von Generation zu Generation vererben, und ich sehe in Schwaz eine Drive-in-Bäckerei. “     Das gesamte Interview findet ihr unter: www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Ãœberblick/Freizeitüberblick/Leben/LebenContainer/1954040-8/der-feind-ist-unsichtbar.csp    ...

JUMP

Heute beginnt, wie man in fast allen Massenmedien ausführlich lesen kann, die jährliche Vierschanzentournee, die am Wochenende auch Innsbruck heimsuchen wird. Obwohl man sich dieses Spektakel von der Stadt nicht mehr wegdenken kann, sollte man es dennoch nicht so einfach als gegeben hinnehmen. Grundsätzlich scheint schon die (olympische) Disziplin des Skispringens mehr oder weniger fragwürdig zu sein. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten, die allgemein stark forciert werden, ist Skispringen nur einer kleinen, mehr oder weniger hermetisch abgeschlossenen Gruppe, möglich. Vermutlich kennen nur die wenigsten einen Skispringer persönlich (von Skispringerinnen, dazu später, ganz zu schweigen), und noch weniger haben den Sport vermutlich selber probiert – wenn man von einer aus Schnee gebauten Minischanze auf dem Hügel hinter dem Haus absieht… Es fehlt also, im Gegensatz zum klassischen Skirennen oder Fußballspiel, die persönliche Zugänglichkeit. Ohne irgendwelche Wintersportevents verteidigen zu wollen, die meisten Pisten, die Austragungsorte der Rennen sind, können auch von einer geübten Skiläuferin und Skiläufer befahren werden, oder sie können es zumindest versuchen. Abgesehen von der schon recht kleinen Gruppe hat dieser Sport noch einen leicht machistischen Charakter, da Frauen, zumindest de facto, aber teilweise auch de jure, an den Rand gedrängt werden. Man siehe hierzu einerseits die Liste der bekannten Skispringer auf der Wikipedia, bzw. bedenkt, dass Frauen die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen immer noch verboten ist. Aber von den bisher gesellschaftlichen Ãœberlegungen kann man diesen Sport aber auch generell in Frage stellen. Denn die (vermeintliche) Ãœberlistung der Schwerkraft für nur wenige Sekunden hat, zumindest nüchtern betrachtet, nicht sonderlich viel Sinn. Abgesehen davon ist allein die Anordnung derart, dass es sich um nichts Natürliches mehr handelt. Nur aufgrund technischer Ãœberlegungen und Konstruktionen bringt man die gesprungenen Weiten zustande, die außerhalb dieser Anlagen undenkbar wären (keine...

Wünsche für das neue Jahr...

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei und der Jahreswechsel steht schon vor der Tür. Höchste Zeit ein paar Wünsche für 2011 an Innsbruck zu formulieren: Intelligente stadtplanerische Einfälle Nachhaltige Förderung sozialer Projekte Nächtliche Öffnungszeiten aller Gastgärten bis mindestens 24:00 Uhr Senkung von Mietpreisen in der Innenstadt Berg Isel Museum ohne verklärenden Hofer-Kitsch und „Heldenverehrung“ Randvolle Budgets zur Armutsbekämpfung Universitätsstadt ernst nehmen mit entsprechenden erschwinglichen Preisen in der Gastronomie Charismatische neue Gesichter in der Stadtpolitik Komfortable Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang in den Haupt- und Prachtstraßen In diesem Sinne: Auf ein gutes neues Jahr in der Hauptstadt!...

Eine Mauer für…

Seit einiger Zeit stehen recht unbemerkt in der Erlerstraße auf der Sommerterrasse des Café Central zwei Betonsegmente, die schwer an die Berliner Mauer erinnern. Was haben sie dort zu suchen??? –         Sollen sie die weihnachtliche Stimmung im Café, in dem sich gerade zur Weihnachtszeit Scharen heimgekehrter AuswandererInnen mit ihren FreundInnen und Familien treffen, etwas auf den Boden der Realität zurückholen? –         Sollen sie an die noch immer bestehenden Mauern in Palästina, Zypern, Westsahara,… erinnern, die wir so gerne und so oft vergessen? –         Sind es einfach Reste des alten Kaufhaus Tyrol bzw. des Umbaus desselben, die ihren Weg auf die Abräumhalde noch nicht begonnen haben? –         Sollen sie daran erinnern, dass auch in Innsbruck und Tirol Mauern bestehen, auch wenn sie nicht gerade aus Beton bestehen, so sind sie doch oft unüberwindbar? Mauern zwischen MigrantInnen und MehrheitsösterreicherInnen, zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, Provinz und Stadt,… Mauern also, die schon lange überwunden gehören aber leider immer noch bestehen? Wir haben bereits mit dem Café Central Kontakt aufgenommen, um dahinter zu kommen, was sich hinter diesen Betonteilen verbirgt. Warum sich auch keinerlei Erklärung auf den Teilen befindet? Wir halten euch auf dem Laufenden… in der Zwischenzeit bitte ich euch um andere Vorschläge, um was es sich handeln...

MÜG – kommt die Stadtpolizei?...

Die Mobile Ãœberwachungsgruppe (MÃœG) überwacht die nicht gebührenpflichtigen Kurzparkzonen, auch Lärmschutzbestimmungen, der Jugendschutz, das Alkoholverbot und sogar die Spielplatzordnung fallen in ihre Zuständigkeit.   Die Ãœberwachung der gebührenpflichtigen Kurzparkzonen obliegt bisher der Group 4 – und zumindest der schwarz-gelbe Teil des Stadtsenats will das ändern. Die MÃœG soll Parksünder(innen) ahnden können und dabei auch Ausweise kontrollieren und Personen gegebenenfalls auch festnehmen dürfen. Diese Kompetenzen waren bisher der Polizei vorbehalten. Stadtpolizei statt Polizei? Schon seit Jahren fordern vor allem konservative und rechtspopulistische Parteien eine Stadtpolizei für Innsbruck. Der friedliche Eindruck täusche und Innsbruck sei ein Eldorado für „Drogendealer, Messerstecher und Schläfer“, die nur auf den richtigen Moment warten, um hinterrücks unsere schöne Nordkette wegzusprengen. Die Polizei selbst klagt über einen massiven Personalnotstand.   Bis Juni soll jetzt geprüft werden, ob die Kompetenzen der MÃœG erweitert werden sollen. Der Personalstand müsste dann mehr als verdoppelt werden – andererseits erhofft sich die Stadt durch die Parkstrafen einen Haufen Kohle. Es bleibt abzuwarten, ob eine so weitreichende Entscheidung öffentlich diskutiert oder einfach durchgedrückt wird.  ...