Mal was Positives

  Bei all den vielen negativen Meldungen, leider auch an diesen Tagen, mal ein positiver Bericht. www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Chronik/ChronikInnsbruck/1945950-6/soziale-aspekte-im-zentrum-neuer-vergaben.csp Man kann über die ins Haus stehenden ersten olympischen Jugendspiele zwar sicher kritisch denken, aber hier kommt doch mal ein sozialer Aspekt zum Tragen, was in diesen Zeiten ja doch sehr begrüßenswert...

Motorradfahren: All night long...

Der Innsbrucker Stadtsenat will das Nachtfahrverbot für Mopeds für ein Jahr aussetzen. Eine Entscheidung, die sicher noch für heiße Diskussionen sorgen wird.   Seit den 80ern galt: Von 23 bis 4 Uhr waren Mopedfahrten nur gestattet, wenn es sich nachweislich um Fahrten vom oder zum Arbeitsplatz handelte. Erst kürzlich wurden Elektro-Mopeds davon ausgenommen, was bei den ebenso leisen wie umweltschonenden Gefährten auch nur logisch ist.   Für das Jahr 2011 soll das Nachtfahrverbot jetzt ausgesetzt werden – die Zustimmung des Gemeinderates gilt als ziemlich sicher. Dann wird evaluiert, ob etwaige Beschwerden oder die Mobilität der Mopedlenker(innen) stärker ins Gewicht fallen. Begründet wird die Aussetzung des Verbots mit dem Gleichheitsgrundsatz: Während Lenker(innen) schwerer Motorräder auch schon bisher rund um die Uhr ihre Runden drehen durften, war das den – meist jugendlichen – Mopedfahrer(innen) verboten. Hätte jemand geklagt, wäre die Verordnung wohl ohnehin gefallen.   www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Ãœberblick/Politik/PolitikTirol/PolitikTirolContainer/1936446-8/nachtfahrverbot-für-mofas-fällt.csp  ...

Interessantes Interview

Interessantes Interview im gestrigen Standard. Wer’s noch nicht gelesen hat: derstandard.at/1292462559775/Kommentar-der-Anderen-Die-Vernetzung-der-Denunzianten   Ein schönes Fest noch an alle Leserinnen und Leser von...

Interview mit JC, Teil 2...

Pünktlich zu Weihnachten hat mir Anonymus den 2. Teil des (innsbruckübergreifenden) Interviews mit JC zugespielt:     „Täglich Neu“ interviewt Jesus C. Teil 2 des Exklusivgesprächs.   Red: „Ãœber Gott schweigen, weil er nicht mit unseren Worten beschreibbar sei“?   J.C.: „Ihr nennt ihn ja oft den lieben Gott. Das stört ihn überhaupt nicht. Aber er regt sich fürchterlich über zwei Dinge auf. Er ist ein und derselbe für alle. Ganz gleich, wie sie ihn nennen. Oder an seine Existenz glauben. Wer da ist kann nicht nicht da sein. Ich tu schon eine ganze Ewigkeit nichts anderes als zu sagen „Er ist da“. Und es wird noch einiges an Eurer Zeit so weitergehen.   Red: „Und was regt ihn so richtig auf? Die zwei Dinge“?   J.C.: „Ach ja. Erstens: Da sind die – ich glaube hierzulande nennt man sie die „Bigottischen“. Es gibt sie aber überall. Sie schmeissen sich so richtig an ihn oder an das Bild, das sie sich von ihm gemacht haben. Mit ihrem „Wir sind doch Dein“ versuchen sie, ihn zu besetzen. Und wenn sie noch mit auswendig gelernten Phrasen und Demutsbezeugungen daherkommen. Das packt er überhaupt nicht. Er hat auch wenig Kontakt mit ihnen, wenn sie kommen. Ich sage ihm oft er soll nicht so sein, sie hätten es doch auch gut gemeint. Seine Antwort ist immer die gleiche: Ja vielleicht. Aber sie sind mir zu langweilig.   Red: „Jetzt der zweite Aufreger“!   J.C.: „Das ist, wenn ihr die Schuld auf ihn schiebt. Fragt, warum er das zugelassen habe. Ja, wollen sie ihre Freiheit oder nicht? Oder wollen sie vielleicht nur eine halbe Freiheit? Mit mir nicht! Sie wollten ihre Freiheit und sie haben sie auch bekommen. Und sie wären auch gescheit genug...

Kultur ist Brot für’s Hirn...

Seit Oktober 2010 hat Innsbruck seine Factory – eine offene und sehr aktive Plattform für künstlerischen und kulturellen Austausch: Die Bäckerei – Kulturbackstube. In der Dreiheiligenstraße 21a – in der ehemaligen Mölk-Bäckerei , der „Urzelle“ der M-Preis-Lebensmittelkette – befindet sich die zurzeit vielleicht interessanteste Kultur-Location der Stadt.   Der Eingangsbereich ist als Cafe für Veranstaltungen samt Bar und Bühne konzipiert – ein offener und einladender Begegnungsort für Besucher(innen) und Kulturschaffende. Der Seminarraum kann für Workshops und Treffen oder als flexibler Arbeitsraum genutzt werden. In den Büros fanden unter anderem die Tiroler Kulturinitiativen (TKI) ihre neue „Homebase“. Der mit circa 370 Quadratmetern größte Raum „Off Space“ hat viel von seinem ursprünglichen Industrie-Charme erhalten und wird für Ausstellungen, Performances, Theater, Installationen und vieles mehr genutzt.   Nicht vom Brot allein Obwohl seit der Eröffnung noch keine drei Monate vergangen sind, kann „Die Bäckerei“ schon auf ein beeindruckendes Programm zurückblicken: Von Workshops, Theater- und Kabarettprogrammen, Lesungen, Präsentationen von Mode bis Mole, dem philosophischen Cafe, der Bikerei-Radlwerkstatt, Konzerten und einem Kunst- und Designmarkt spannt sich der Bogen. Ohne falsches Pathos kann gesagt werden, dass „Die Bäckerei“ genau das ist, was in Innsbruck gefehlt hat – und wovon es noch viel mehr braucht: Kultur, das geistige (Über-)Lebensmittel, entsteht da, wo Menschen sich möglichst frei, ohne ökonomische Zwänge und Schubladendenken offen begegnen. www.diebaeckerei.at/index.html...

Innsbruck im Kaufrausch

ohne worte…...

Frauen. Nacht. Taxi.

Innsbruckerinnen, die bisher der Meinung waren, dass sich die Bezeichnung „Nacht“ auch für sie auf den Zeitraum zwischen dem Sonnenuntergang und dem Sonnenaufgang bezieht, werden im Fall des Frauen „Nacht“ Taxis eines besseren belehrt. Adventzeit ist Glühweinzeit, verbindet Angestellte mit Vorgesetzten, Besinnlichkeit mit Billigfusel und Genuss mit Gruppenzwang. Kritischer Journalismus verabschiedet sich mit Beiträgen über angemessenes Verhalten bei Betriebsfeiern in vorverlegte Weihnachtsferien – und den Umstand, dass Innsbrucker Nächte lang werden können, finden in Zeiten ausgedehnter Christkindlmärkte ohnehin alle irgendwie charmant. Frauen, die sich nach Weihnachtsfeiern & Co bewusst für die sichere Variante des Nachhausewegs entscheiden, haben in Innsbruck jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, denn das sogenannte Frauen „Nacht“ Taxi stellt seine Dienste nur wenige Stunden zur Verfügung. Warum der Schutz vor möglichen Übergriffen in einer Tourismushochburg wie Innsbruck ausschließlich von 20.00 bis 02.00 Uhr gewährleistet wird, lässt dabei Raum für Spekulationen offen. In Anbetracht der Tatsache, dass eine Verlängerung der dringend benöigten Serviceleistung bis 04.00 Uhr früh nicht mehr als ca. 6.000 Euro kosten würde, kann es wohl nicht am Geld liegen, oder? Neben dem fehlenden Bewusstsein dafür, die Sicherheit von Bürgerinnen um 2 Uhr nachts mit einem Ablaufdatum zu versehen, bleibt auch die Frage offen, warum Frauen und Mädchen an Tagen wie Weihnachten, Silvester oder dem Faschingsdienstag vollständig auf das Angebot verzichten müssen, sicher nach Hause zu kommen. Richtig gelesen, während Bestellanrufe an weniger geschäftsträchtigen Tagen mindestens 20 Minuten vor der gewünschten Abholung einlangen müssen, bleiben Anrufe unter der Nummer 551711genau dann, wenn die Innsbrucker Nächte wirklich lang werden, unbeantwortet. Und was der Grund dafür sein soll, „dass immer mehr Männer eifersüchtig auf die Nummer 551711 werden“, wie es doch tatsählich unter http://www.nightliner.at/nightliner_frauennachttaxi.php heißt, dürfen mir die Verantwortlichen der Alibiaktion Frauen „Nacht“ Taxi jederzeit gerne...

Über den Wolken

Schon über eine Million Passagiere haben im laufenden Jahr den Innsbrucker Flughafen angesteuert. Das freut die Wirtschaft und Touristiker(innen) – die Innsbrucker Bevölkerung hört es zumindest mit einem dröhnenden Ohr. Da die Einflugschneise über nahezu das gesamte Stadtgebiet führt und die Schallwellen von den Bergen reflektiert werden, ergibt sich eine beträchtliche Lärmbelastung. Besonders im Westen der Stadt, so etwa ab dem Innrain, gewinnt man leicht den Eindruck, einzelne Flieger wurden es eben gerade noch schaffen, sich zwischen den Häusern durchzulavieren. Gerade mein Arbeitsplatz im 9. Stock des GEIWI-Turms eröffnet mir tagtäglich einen gewissen Nervenkitzel: „Schafft er es – oder knallt´s?“ – so lautet die bange Frage beim Blick zum Himmel. Vor allem bei Föhnlage erscheint das schon fast als riskantes Glücksspiel. Sicher braucht eine Tourismusstadt einen leistungsstarken Flughafen. Allerdings wäre hier eine Kosten-Nutzen-Abwägung ratsam: Wäre eine Verlegung sinnvoll und unter ökologischen wie wirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbar? Wie verhalten sich Fragen der Lebensqualität und Sicherheit zu Mobilität und Standortfaktoren?   Foto unter CC von Stephan Mosel...

Alle Jahre wieder II

 Alle Jahre wieder machen uns die Medien darauf aufmerksam, dass Weihnachten eine ganz schwere Zeit ist, nicht nur für die wirklich Armen, die es leider auch bei uns noch immer gibt, die Obdach- oder soll man besser sagen: Wohnungslosen, die Kinder – Halbweisen oder ganze Weisen, die Kinder, die zwar noch Eltern haben, welche sich aber kaum um sie kümmern, oder wenn sie es tun, dann auf eine Weise, dass es nicht unbedingt zu ihrem Vorteil ist, um es mal vornehm zu sagen. Nein, auch die ganz normalen Familien haben an diesen Tagen Probleme, oder laufen Gefahr, an diesen Tagen Probleme zu kriegen, Beziehungs- und Nachbarschaftsstreitereien, Konflikte mit Verwandten brechen auf oder drohen aufzubrechen, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, und die Straßen besonders kitschig beschallt und beleuchtet werden. Und dann erst alle die, die keine Familie haben. Die überhaupt niemanden haben, mit dem sie an diesen kritischenTagen reden können, so als wäre es egal, mit wem sie die übrige Zeit des Jahres reden oder eben nicht reden können. Sie sitzen zu Hause und schweigen. Natürlich darf dabei unser lokales ORF-Fernsehen nicht fehlen und informiert uns über die Möglichkeiten, an diesen Tagen nicht mit Schweigen zu verbringen sondern – wenn alle Stricke reißen sozusagen – die Telefonseelsorge anzurufen, und interviewt dazu auch gleich eine dafür verantwortliche Dame und lässt sie über diese sicher lobenswerte Einrichtung vor der Kamera plaudern. Alle diese Institutionen, die sich da so vorbildlich um einsame Menschen in dieser Zeit kümmern, in Ehren, aber bei mir hinterlässt dieses Phänomen der seelischen Krisen um die Weihnachtszeit doch viele Fragen. Was ist dran an Weihnachten, frage ich mich? Wie viele glauben noch an die Menschwerdung eines sogenannten Gottessohnes? Und wenn sie es tun, dann gehen...

Wie schmeckt Innsbruck?

Ein Städtchen in den Alpen, circa auf halber Strecke zwischen Rom und Berlin – Transit, Trakl und der allgegenwärtige Tourismus. Innsbruck, das ist eine Stadt nicht inmitten, sondern zwischen Europa – zwischen der südlichen Allegria und teutonischer Sachlichkeit. Eingegrenzt von den Bergen, die den Horizont kosten, schreit es den Föhn durch die alpinen Betonkulissen. Urbanität bedeutet hierzulande Tiefgaragen, ein Luftsanierungsgebiet und hohe Mieten. Alle Jahre wieder ein sportliches "Mega-Event" und am letzten Tag des Jahres zerdonnern wir gemeinsam den Himmel. Fremde sind herzlich willkommen, solange sie im Hotel wohnen und Heimat ist da, wo deine Ängste zuhause sind. Innsbruck – man kann es lieben oder hassen, nur nicht lassen.   Hier noch ein schon etwas älterer Song, der dieses Lebensgefühl, musikalisch umsetzt:...