Dem Kaleidoskop der Liebe auf der Spur...

Wo die Liebe hinfällt, kann man dem Gras beim Wachsen zuhören. Zusehen. Die Liebe ist das Schloss zur Einlösung all unserer Wünsche und Träume. Wer im Besitz ihres Schlüssels ist, dem steht der Weg zu einem unermesslichen Königreich offen. Aus Nichts als der bloßen Zauberkraft der Poesie speist sich Ruth Beckermanns origineller wie berührender Liebesfilm Die Geträumten. Darin wird die Geschichte des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan erzählt, die Geschichte einer unerfüllten Liebe. Und zwar eine sehr eindringliche. Der Fortgang des Films wird nicht von Handlung bestimmt, von Schnitten und Bildfolgen im klassischen Sinn, vielmehr steht hier die für sich selbst stehende Kraft der Worte im Mittelpunkt des reduzierten Geschehens. Zwei Protagonisten stehen in einem Tonstudio und lesen sich gegenseitig die gegenseitig verschickten Briefe der beiden Schriftsteller Bachmann und Celan vor, eben der beiden Liebenden der Wörter. Dargestellt oder gelesen wird das Alles authentisch und glaubwürdig von der Musikerin Anja Plaschg alias Soap&Skin und ihrem jungen Schauspielerkollegen Florence Rupp. Ihre Briefliebe, ihr amouröses Unglück, erstreckt sich über den Zeitraum von rund zwanzig Jahren, von Ende der 1940er Jahre quer über die Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders der 50er und 60er Jahre. Eine sehr lange Zeit, eien bewegte und eine bewegende Zeit, in der sie sich wohl auch öfters getroffen haben, jedoch werden diese Treffen weder erörtert noch filmisch gezeigt. Die gesamte Dramaturgie des Films dreht sich um den Briefwechsel, was langweilig klingt, aber ungeheuer spannend ist. Allein diese Briefe und die darin aufgezeichneten Worte ergeben so etwas wie eine Dramaturgie, den roten Faden der Handlung. Den feinsinnig und lyrisch gesponnenen Faden der Liebe, könnte man auch sagen. Die Tragik ist, dass es den beiden zeitlebens verwehrt blieb, ihre Liebe in eine tragfähige Bindung, eine auch im Alltag funktionierende Beziehung...

Radln bei Schneefall in Innsbruck – der neueste Trend, oder sind die „plemplem“?...

Am Montag war es wieder soweit. Schnee wohin das Auge reicht. Auf den Straßen der Landeshauptstadt bewegte sich der zähe Morgenverkehr auf Grund der eisigen Temperaturen und der schneebedeckten Straßen noch zäher als üblich. Die Fahrbahn wechselte ab zwischen schneeweiß oder matschig braun – daran war erkennbar, wo in der letzten Stunde ein Schneeräumungsfahrzeug gefahren ist. Hohe Schneeberge, vom Schneepflug beiseite geräumt, trennten den Gehsteig von der Fahrbahn. Die Bodenmarkierungen waren nicht zu erkennen und ich war trotz Schneefalles froh, mit zu Fuß vom Bahnhof ins Büro zu gehen. Inmitten des frühmorgendlichen Schneechaos fielen mir aber dann einige Personen auf, welche sich auf ihrem Fahrrad zwischen Bussen, LKW’s und Autos auf schneebedeckter Straße ihren Weg durch die Stadt bahnten. Auch auf dem Gehsteig waren vereinzelte Radfahrer unterwegs – denen war die Straße wohl doch etwas zu gefährlich. Auf der einen Seite war ich fasziniert von der Körperbeherrschung, welche die lebensmüden und meist helmlosen „Snowbiker“ an den Tag legten. Auf der anderen Seite hatte ich große Lust, jeden Einzelnen davon vom Rad zu hauen – denn ich kann es einfach nicht begreifen: Wie kann man sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer nur solchen Gefahren aussetzen? Dass der Straßenverkehr gefährlich ist, wird von der Anzahl der Unfalltoten im Straßenverkehr jährlich dokumentiert und ist traurig genug. Wie kann es dann sein, dass es so viele hirnlose und rücksichtslose Personen gibt, die meinen das Schicksal herausfordern zu müssen? Es ist für mich unbegreiflich. Vor allem waren nicht nur junge Studenten unter den Bikern, sondern auch ältere Damen und Herren stürzten sich mit dem Fahrrad ins Schneegestöber. Ich bog an der Triumpfpforte ab, Richtung Bergisel. Auf Höhe des Wettercafes erblickte ich ein Polizeiauto, welches im Stau stand. Mindestens 2 Radfahrer überholten die Beamten auf der...

Servus, mach’s guat: Ein Abschiedsbrief...

Das Kinderbüro beendet die Arbeit in Innsbruck. Es gab so viele schöne Momente. Beim Nachdenken darüber, was für mich die Highlights der dreijährigen Tätigkeit des Kinder- und Jugendbüros in Innsbruck waren, kommen viele farbenfrohe Bilder in meinen Kopf: Jugendliche, die sich erstmalig mit dem Gemeinderat über ihre Themen austauschen, „Spirit of Change“ als Green Event, Spiele-Nachmittag mit Flüchtlingskindern, Projekt-Wochenende am Piburger See, Jugendbegegnung in Berlin, Kinder malen ihren Traum-Spielplatz und Vieles mehr. Die Arbeit war bunt, vielfältig und überraschend. Ich war 24 als ich den Job bekam, zuerst noch etwas schüchtern und beobachtend, doch schnell wuchs ich mit meinen Aufgaben. Für mich war die Kinder- und Jugendbeteiligung in Innsbruck eine Spielwiese, auf der ich mich so richtig austoben durfte. Die Stadt Innsbruck als Auftraggeber war hierbei stets ein zuverlässiger Kooperationspartner, der mir auch in schwierigen Situationen hilfreich zur Seite stand. Herzstück meiner Arbeit war der Aufbau und die Begleitung des Innsbrucker Jugendrats. Ich durfte miterleben, wie junge Menschen an Selbstvertrauen gewinnen und sich nicht davor scheuen, ihre Meinung gegenüber Erwachsenen zu vertreten. Dabei sind Jugendliche so ehrlich und es ist ihnen egal, ob sie damit politisches Kleingeld verdienen oder nicht, denn ihnen geht es um die Sache. Sie trauen sich Dinge anzusprechen, vor denen etablierte PoltikerInnen zurückschrecken. Das ist eine unglaublich wertvolle Ressource! Inzwischen sind meine „Schützlinge“ vom Jugendrat 16 Jahre alt, sprechen selbstbewusst vor dem Gemeinderat, vertreten ihre Meinung in Ausschüssen und machen ihre eigene Live-Radiosendung. Ich wünsche ihnen viel Ausdauer, Mut und Kraft für ihr weiteres Engagement und hoffe, dass sie das Recht auf Mitbestimmung und Meinungsfreiheit so sehr verinnerlicht haben wie ich. Kinder und Jugendliche gehören in alle Bereiche der Stadtpolitik einbezogen! Kinder- und Jugendbeteiligung ist eine Querschnittsmaterie und die Meinungen sowie Bedürfnisse von den jungen...

Mein Bettlermann Stefan

Geld ist ein seltsames Zeug. Es macht aus uns Monster. Oder Heilige. Vermutlich beides. Die Macht des Geldes ist enorm. Wenn uns andere um Geld bitten, sind wir eher Ersteres, Variante Monster. Mein Bettlermann Stefan kann ein Lied davon singen. Stefan stammt aus Budapest. Seit Anfang Dezember ist er in der Bettlerstadt Innsbruck. Dort, wo der Wohlstand und das Geld in Massen im Umlauf sind, ist für Menschen wie ihn ein guter Arbeitsplatz. Mit sicherem Einkommen. Sicherer jedenfalls als zu Hause in Budapest. Stefan findet dort keine Arbeit. Der Sozialismus hat alles kaputt gemacht, erzählt er mir. Und lächelt. Stefan ist sympathisch. Sehr sogar. Ein symphatischer Mensch, ein sympathischer Bettler. Wie die meisten seiner Kollegen. Ich spreche oft mit ihnen. Sie alle sind sehr dankbar, egal ob man ihnen Geld gibt oder nur kurz stehen bleibt und mit ihnen ein paar Worte wechselt. Stefan verbringt sieben Stunden täglich auf seinen Knien, auf steinernem Grund. Um sich sein Einkommen zu verdienen. Betteln ist harte Arbeit. Nur Faulenzer liegen daheim im warmen Bett. Bettler sind draußen auf der Straße. Bei jedem Wind und Wetter. In seiner Heimat verdient man cirka dreihundert Euro im Monat, sagt Stefan. Wenn man das Glück hat, eine Arbeit zu haben. Viele finden keine Arbeit. Auch wenn sie Familie und Kinder haben wie Stefan. Stefan hat drei Kinder. Sie vermissen ihren Papa sicher. Während sie in Budapest sind, muss er in Innsbruck auf der Straße sitzen und Geld verdienen. Er wohnt, er schläft vielmehr in einer Einrichtung der Caritas. Die Leute sind sehr nett dort, sagt Stefan auf Deutsch. Er spricht nicht schlecht deutsch. Wir können uns unterhalten. Ich frage ihn, ob ich ein Foto von ihm machen darf. Sicher, sagt er. Er lacht, als ich knipse. Er wirkt zufrieden, dankbar und bescheiden. Ich gebe...

Heute: Bäckerei SonntagsCafé – Supp’n Sound Weihnachtsspezial...

Das Trio Flanell lädt wieder zum prä-natalen Weihnachtskränzchen! Mit leckeren Suppen und feinem Sound verpassen sie dem Bäckerei SonntagsCafé eine weihnachtliche Note (im erweiterten Sinn). Für ein paar Stunden wollen sie ein Zufluchtsort sein, fern vom geschäftigen Treiben. Das Rezept lautet: ein Nachmittag mit Freunden, dazu allerlei Musik und himmlische Brühe! Reichlich rieselt der Schmäh! Das TRIO FLANELL präsentiert: Oscar & Fred aka UKULELE EXPLOSION Max & Simon aka GIRLS LIKE US LISSIE RETTENWANDER SONO (der Chor) GREGOR BLÖSL unplugged & very special CHRISTMAS SURPRISE guests! Dazu Musik aus der Keksdose (inkl. handverlesener Weihnachtshadern) vom TRIO FLANELL DJ-TEAM! Unkostenbeitrag: 5 Sterntaler (Für Sound & Suppen) – der Sonntagscafébetrieb ist natürlich kostenlos! Allerherzlichste Einladung! Bäckerei Dreiheiligen, Dreiheiligenstraße 21a, 6020 Innsbruck Start: 15:00 Ende:...

Auf dem Weg zum Ursprung...

Wenn ein Science Fiction Film ein Gedicht wäre, würde er The Arrival heißen und derzeit im Metropol Kino laufen. Das Metropol Kino ist ein schöner Ort. Die Kassen sind neu und sehen ein wenig aus wie die Kommandobrücke eines Raumschiffes. Dahinter gibt es nun Garderobeschließfächer, die mittels eines beliebigen vierstelligen Codes Jacke, Tasche und sonstige Dinge bequem verschwinden lassen. Sehr praktisch und gratis obendrein. Die berühmte Pfandmünze war gestern. Willkommen in der Zukunft. Bevor man zukunftsfroh auf der Toilette verschwindet, werden noch Kartoffelchips und Cola besorgt. Naturgemäß am falschen Buffett im Aufgang zu den Sälen 3 und 4, aber das ist eine andere Geschichte. Bevor man beim Hauptfilm ankommt, der in Saal 5 im Erdgeschoß läuft, läuft Werbung. Der Biopionier Werner Lampert frägt das gerade zwangslos plaudernd in den Kinositzen herumlümmelnde Publikum, wo der Ursprung liegt. Schweigen im Saal. Am Boden, denke ich stumm. Oder im Mutterleib. In der Ursuppe oder auf Alpha Centauri vielleicht. Die Kamera überfliegt in Vogelperspektive eine sattgrüne Almwiese. Werner Lampert trägt gestreifte Hosenträger und allen Ernstes einen Tisch auf seinem Kopf sapzieren. Samt Tisch und Begleitern setzt er sich damit mitten in einen steilen Berghang. Neben ihm sitzt ein von der Werbefilmcrew zufällig mitgebrachter und dort platzierter Hund, der kunstvoll ein Stückchen Wurst in seinem Maul verschwinden lässt. Die Wurst ist ihm wegen der Tischneigung sozusagen in den Schoß oder besser gesagt ins Maul gefallen. Wass für eine Idee. Derweil ist Guru Lampert schon aufgestanden und gegangen. Aus dem Off erklärt er uns, dass der Ursprung kein Ort, sondern ein Weg ist. Die Lichter gehen aus. Der Vorhang hebt sich nicht, da gar kein Vorhang da ist, der sich heben könnte. Meine Chips in der Tüte knistern mit den Popcorn in den Bechern meiner Nachbarn...