Sommer in der Stadt …...

Mal ein bisschen Eigenwerbung: Morgen Mittwoch, 9. August 2017 lese ich in der Galerie Koojo, Mariahilferstraße 40, um 20 Uhr neuere Texte. Die Lesung findet gleichzeitig mit einer Ausstellung von Georg Urban statt, die noch bis 19. August zu sehen ist. Georg Urban ist ein interessanter und individualistischer Künstler, der sich in seinem Schaffen sehr an der „Art Brut“ orientiert, einer Kunstrichtung, die sich abseits des Mainstreams am tiefenpsychologischen Impuls künstlerischen Schaffens orientiert. Mittelpunkt vom Urbans Arbeiten ist der menschliche Körper in seinen Ausprägungen und Gestaltungen und dem Bewusstsein, das wir von ihm...

Sommer in der Stadt …...

Gestern schöner Sommertag mit Gewitter, würde wohl ein Jahrhundertwendeschriftsteller in sein Reisetagebuch schreiben. Im Café gesessen und Zeitung gelesen. Dann ab ins Promenadenkonzert. Dort spielt eine italienische Kapelle mit den Namen Filarmonika Mousikè wundervollen Rock vom feinsten, also nicht das klassisch gewohnte Blasmusikrepertoire. Mit E-Gitarren, Pauken und Trompeten wird der malerische Innenhof der Hofburg in eine fast rocknostalgische Arena verwandelt. Eine junge Frau direkt vor mir, tippt ihrer Freundin den Rhythmus der Musik auf deren Schulter. Dazu gesellen sich Regentropfen, ein Gewitter, das schon länger sich müht, aufzuziehen, wie der Donnergott im Freilufttheater, welches zu besuchen ich mir gerade noch überlege – ob die wohl spielen bei dem jetzt doch immer heftiger einsetzen Regen? – oder ob ich doch noch in ein anderes Café gehen soll und mich weiter der Zeitungslektüre widmen. O.k., warten wir noch ein wenig, bis die letzten Klänge der Musikbanda verklungen sind, es gibt noch eine Zugabe, aber kein tschingderassabum, sondern ein schöner langsamer Satz aus amerikanischer Bläserharmonik oder doch was anderes? Komponist und Titel werden nicht mehr verraten. Dann erneut tosender Applaus. Der Regen wird heftiger. Jetzt … was tun? Die Menschen verteilen sich in der Altstadt, suchen die Restaurants und Cafés auf. Soll ich doch noch rüberschauen in den Waltherpark, wo organisiert von der rührigen Kulturinitiative Vogelweide unter dem vielsagenden Titel Theater unter Bäumen ein Theater gegeben wird? Eben ein Freilufttheater, von dem ich so gut wie nichts weiß, wer spielt und was gespielt wird. Egal. Ich riskier’s. Über die Fahnenbewehrte Brücke. Alles nass dort im schönen Park, ein paar Scheinwerfer beleuchten die Szene. Ein Stand wo es Pakistanisches  Essen  und Bier zu trinken gibt. Die paar, die ausharren, haben ihre Schirme aufgespannt oder die Kapuzen ihrer Jacken aufgezogen. Es wird noch herumüberlegt,...

ARANEA vor dem Aus?

Ich ärgere mich und ich bin traurig! Pünktlich zum Schulschluss kommt die Nachricht, dass ARANEA, das einzige Mädchenzentrum Tirols, wegen fehlender 20 000 Euro Basisfinanzierung durch Stadt&Land schließen muss und somit ein einzigartiger Begegnungs- u. Schutzraum, eine Beratungsstelle für Mädchen und so wichtige Fachstelle für Mädchenarbeit verloren geht. Ich spreche mich für eine ausreichende Finanzierung des einzigen Mädchenzentrums Tirols/Innsbrucks und den von ARANEA durchgeführten Projekten wie der Fachstelle für Mädchenarbeit aus, weil … … durch die Schließung vielen Mädchen und jungen Frauen ihr Schon-, Schutz- und Freiraum genommen wird. … durch die Schließung jahrelange Beziehungsarbeit mit Mädchen und jungen Frauen abgebrochen werden muss. … durch die Schließung des Mädchenzentrums eine niederschwellige Beratungsstelle für Themen wie Gewalt, Beruf, Schule, Liebe, Sexualität, Familienkonflikte, Drogen, Krisen, etc. für Mädchen und junge Frauen wegfällt. … durch die Schließung keine mädchenspezifische Gewaltprävention durch ARANEA angeboten wird. … durch die Schließung die Expertise von 10 Jahren Mädchenarbeit und geschlechtssensibler Jugendarbeit sowie die angesiedelte Fachstelle für Mädchenarbeit in Tirol verloren geht. … durch die Schließung eine wichtige Zusammenarbeit und Unterstützung für und mit Netzwerkpartner_innen wie Jugendzentren, Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und Beratungslehrer_innen, Frauenberatungseinrichtungen und vielen mehr im Sozialbereich beendet wird. … durch die Schließung Projekte wie gendersensible Schul-Workshops und Berufsorientierungs-Workshops für Mädchen von ARANEA nicht mehr durchgeführt werden können. … durch die Schließung das besondere Augenmerk durch ARANEA auf das Ungleichgewicht zwischen Jungen und Mädchen (75% Jungen, 25 % Mädchen) in der offenen Jugendarbeit verloren geht. … durch die Schließung eine dringend notwendige Maßnahme für Geschlechtergerechtigkeit in Innsbruck und Tirol verloren geht. … durch die Schließung Tirol wieder zu einem Bundesland und die Stadt Innsbruck zu einer Landeshauptstadt wird, indem es kein einziges niederschwelliges mädchenspezifisches Angebot gibt. … durch die Schließung die Soziallandschaft von Innsbruck und...

Wiedergelesen: innsbruck...

innsbruck die hauptstadt steht zu diensten & der steinerne bretterzaun der nordkette zermalmt jeden weitern horizont. rauchiges kcha in der kehle unflaetige grobheit auf der zunge & gamsbaertige praepotenz hinterm hosenlatz in den spitzen schuhen & den geschmalzten haaren. die gastlichkeit ist seit jahrhunderten die gleiche: olymische preise & kchredit kcheinen auch er des kaisers ist was max so veraergert hat daß er sein grab leer hnter sich ließ. dafuer in einer nacht- und nebelaktion gefladerte knochen des großen suedtiroler guerilleros in der heiligen kirche. trauerflor an seinem wimpel. trauer um suedtirol allenthalben an waende geschmierte freiheit wohl eher trauer um reichtum & wein… freiheit den geknechteten welche freiheit: schwaerze in schwaerze getunkt? in schwarzen rinnen fließen geld & kultur den unterentwickelten bruedern zu. In den beiden bordellen vergessen dafuer unsre musikanten & schuetzen insignien & instrumente nach dem requiem fuers gespaltne land. der inn gruent. das rundgemaelde ist rund. die tram rotweiß. das essen selten gut. der kaffee scharfes waschwasser. guelden ist ein dach & ueber nacht werden die gartenstuehle an die kette gelegt. der buergermeister bleibt sich gleich. die unterwelt hat ihre dimension & hoetting unverdienterweis ein schlechten klang. unverhohlen ist der haß gegen fremde dreckarbeiter. warmer wind macht lahm. mit schiern kommen die innspruggerlen zur welt & kchraehend. kurioses ambras oder ein stueck von uns & nicht weit davon an holzgeistern das gewand des alten tyrol & ratzekahle museumsstuben. philippine ach philippine in dieser rauhheit hat Deine liebe geblueht. aber schließlich warst Du bankhaustochter & silbern ist Deine todesstatt. […] norbert c. kaser (1947-1978) Foto: Kaser, Norbert Conrad ca. 1968. vom...

DASEIN – freundinnen der kunst schenken Innsbruck einen Buchstaben...

PASSAGEN – Ein performativer Kunsttransport   Als Künstlerinnenkollektiv agieren die freundinnen der kunst vor allem in Linz und Oberösterreich. In diesem Jahr wollen sie ihren Handlungsspielraum erweitern: sie brechen auf zu Kunstreisen, PASSAGEN, in denen sie sich, ganz ihrem bisherigen künstlerischen Konzept folgend, selbst inszenieren. In einem vorhergehenden Projekt – einer Videoperformance –  beschäftigten sie sich mit dem Begriff des Daseins. Dafür schnitten sie aus 2m hohen Holzplatten die Buchstaben DASEIN und brachten sie oberhalb des Eingangs der leerstehenden abbruchbereiten alten Landesfrauenklinik in Linz an. Nun ist zentraler und programmatischer Teil der Arbeit die Reise und der Transport dieses 6teiligen Buchstabenobjekts DASEIN. Diese schweren und sperrigen 2 m großen Buchstaben aus Holz werden an verschiedene Orte in Österreich verteilt. Jeweils ein Buchstabe des Objektes wird an sechs ausgewählte Kunstinstitutionen (Salzburg, Wien, Innsbruck, Hittisau/Vbg, Graz und Linz) als Kunstschenkung übergeben. Die ersten zwei Kunsttransporte erfolgten mit der Bahn, diesmal reisen die freundinnen der kunst mit dem „Kunsttransporter“. Der erste Kunsttransport fand am 12. Mai 2017 nach Salzburg statt. Der zweite am 8. Juni nach Wien: Nun folgt der dritte nach Innsbruck. Am Vortag ist die Abreise im Atelier in Linz und am kommenden Samstag 15.7.2017 um 11 Uhr erfolgt die Übergabe an die Galerie artdepot Innsbruck / Maximilianstraße 3 / 6020 Innsbruck. PASSAGEN deutet auf physikalische wie auch symbolische Übergangsprozesse hin, beide bezogen auf Künstlerinnen und Kunstwerk. Bewegung aber auch Grenzüberschreitung in der künstlerischen Praxis des Kollektives werden thematisiert. Die freundinnen der kunst schleppen schweres Gepäck, sie mühen sich ab. So nebenbei (en passent) loten sie in PASSAGEN die Möglichkeiten aus, im öffentlichen Raum unkonventionell und unangepasst zu agieren. Mit Ablauf und Inszenierung hinterfragen die freundinnen der kunst nicht nur die Spielregeln der Kunst und die Motivationen, die die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen des...

Demokratie ist sooo anstrengend. Auflage des Innsbrucker Raumordnungsplanes bis 24. Juli...

Wer hat eigentlich beschlossen, dass wir uns dem Feinstaub der Autos, der mehr Tote einfordert als Verkehrsunfälle, täglich aussetzen und ein Stadtbild hinnehmen, dass vom Verkehr geprägt ist? Nie haben wir das entschieden. Es ist einfach so gekommen, mit der Zeit. Wie würde Innsbruck wohl aussehen, wenn – sagen wir mal – Kopenhagener Verhältnisse herrschten? Ein städtischer Raumordnungsplan sieht bestimmte Stadtentwicklungen (Maßnahmen, Nutzungsgebiete etc.) für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre vor. Er ist eingebunden in verschiedene Gremien, von Beschlussfassungen abhängig und sieht ebenfalls die Anhörung der Bevölkerung vor. Diese Anhörung ist, was Innsbruck und den Innsbrucker ÖROKO (Örtliches RaumOrdnungsKOnzept) angeht, gerade mit dem öffentlichen Auflageverfahren in vollem Gange. Das Innsbrucker Amt für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration hat zusammen mit anderen Fachämtern und -dienststellen von Land und Bund den Entwurf ÖROKO 2.0 erstellt. Bereits 2013 bis 2015 gab es die Möglichkeit für Innsbruckerinnen und Innsbrucker, Anregungen in die Neufassung des Raumordnungsplanes einzubringen. Bis zum 24. Juli ist dieser nun noch werktäglich einzusehen, das Gespräch mit den Fachleuten ist niederschwellig möglich. Im Auflageverfahren kann jeder und jede sich generell über den weiteren Verlauf der Stadtentwicklung informieren und hat auch die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben, die in einen weiteren Entwurf mündet. Umfassende Informationen sowie die Pläne selbst sind auf der Website einsehbar. Dort findet sich auch eine für Laien erhellene Präsentation, die bei der beschämend gering frequentierten öffentlichen Informationsveranstaltung am 21. Juni auch dazu diente, die Pläne für Nicht-Fachkundige lesbar zu machen: Nach dem Tod Gottes und dem Selbstverständnis des Menschen als Homo Deus ist es an uns, die beste aller möglichen Welten zu schaffen… Keine Lust, über den Sinn des Lebens zu streiten? Uns als Gesellschaft zu überlegen, was uns wichtig ist? Lieber der Rückzug ins private Glück oder den...