Restaurant Day in Innsbruck: (Fast k)Ein Riesenspaß

Blumige Gemüter beim Restaurant DayEs hätte ein kleines Fest der Nachbarschaft werden sollen. In einem Stadtteil, der nicht gerade für seine überbordende „Nachbarschaftlichkeit“ bekannt ist. Hier wird geduscht, gefrühstückt, das Haus verlassen, zur Arbeit oder zur Uni gegangen. Wer grüßt, ist nicht von hier. Da kommt schon eher ein „I hau di glei samt dem Radl vom Gehstaig oa!“. Dreiheiligen. Oder besser: das Grätzl Jahnstraße/ Grillparzer-straße/Dreiheiligenstraße/Zeughausgasse. Da wundert es nicht, dass es ausgerechnet ein Nachbar war, der den Innsbrucker„Restaurant Day“, zum Scheitern brachte. Zum Glück nur fast.

Miteinander reden statt gegenseitig anzeigen - auch das ein Konzept des Restaurant Day (c) restaurantday

Miteinander reden statt gegenseitig anzeigen – auch das ein Konzept des Restaurant Day (c) restaurantday

Die Idee des „Restaurant Day“ ist ziemlich simpel: Es finden sich ein paar Leute, die für einen Tag ein Restaurant „gründen“, Leute verköstigen und so eben auch Leute zusammenbringen. Gestartet im Jahr 2011 in Finnland mit gerade einmal 45 „Restaurants“ ist die Idee am vergangenen 16. Mai schon in 34 Staaten präsent gewesen: 1375 Ein-Tages-Labestationen weltweit wurden auf www.restaurantday.org registriert. Auch wenn die Innsbrucker Variante des „Restaurant Day“ durch die Teilnahme bereits real existierender Restaurants leicht an der Grenze der Ursprungsidee war, war sie ein voller Erfolg. Unter die „La Taqueria“ oder das – noch mobile – (und wie man hört schon ganz bald nun aber wirklich einen Geschäftsstandort habende) „Liebe&Lose“ mischten sich sehr wohl einige Private (wer auch immer den Schoko-Walnuss-Kuchen gemacht hat: größtes Lob meinerseits!).

Streichereinheiten für den kleinen Philipp beim Restaurant Day

Streichereinheiten für den kleinen Philipp beim Restaurant Day

Standort für den Innsbrucker Restaurant Day hätte die Gegend rund um den „Endlich Store“ in der Grillparzerstraße sein sollen, gleich ums Eck zur Kulturbackstube „Die Bäckerei“, die lukullisch auch mit an Bord war. Von 11 bis 20 Uhr. An einem Samstag. Man möchte meinen, dass das kein Problem ist. So wie in 33 anderen Ländern der Welt auch. In Innsbruck genügt ein Nachbar, der das Magistrat informiert, damit die MobileÜberwachungsGruppe anrückt und die Veranstaltung auflöst. Nein: Auflösen muss. Es geht die Kunde, dass die städtischen Wachorgane ihr Werk „schweren Herzens“ taten. Weil nicht alle nötigen Genehmigungen vorlagen. Und eben weil sich ein Nachbar beschwert hatte. Noch einmal: An einem Samstag. Von 11 bis 20 Uhr. In Innsbruck darf man also nur dann Spaß haben und Nachbarschaft pflegen, wenn alle Genehmigungen vorliegen.

Kurzerhand wurde ins Zeughaus ums Eck übersiedelt

Kurzerhand wurde ins Zeughaus ums Eck übersiedelt

Es hätte das jähe Ende des Restaurant Day sein können. War es aber nicht. Kurzerhand überließ die Kustodin des Zeughauses, Claudia Sporer, der Idee samt Leuten Innenhof und Rasenfläche vor dem Zeughaus. Den Applaus, den sie spontan dafür bekam, hat sie sich verdient. Und ganz nebenbei kamen Viele zum ersten Mal ins Zeughaus und fragten, was denn hier so ausgestellt werde. Ich glaube, so schaut eine klassische win-win-Situation aus. Der Restaurant Day wurde so doch noch zu einem Lou-Reed-gemäßen „Perfect Day“. Auch wenn statt Sangria Limo oder ein Weiß-Sauer getrunken wurde und das angeregte Reden manchmal vom Plärren eines Kindes übertönt wurde.
Gerüchten zufolge wird der grantelnde Nachbar wegen einer klaffenden Wunde in seinem Hintern behandelt. Unfallhergang: Selbst gebissen.

Der nicht genehmigte Spaß vor dem Zeughaus

Der nicht genehmigte Spaß vor dem Zeughaus

Man darf jedenfalls auf den nächsten „Restaurant Day“ gespannt sein. Der findet am 16. August statt. Und wie ich finde: nicht nur, aber eben auch gerade zu Fleiß auch wieder in Innsbruck. Auch wenn es ein Sonntag ist und man vermutlich den Bischof um seinen Segen bitten muss.

1 Antwort : “Restaurant Day in Innsbruck: (Fast k)Ein Riesenspaß”

  1. Weiteren Gerüchten zufolge wurde dem grantelnden Nachbarn eine Tollwut-Prophylaxe verabreicht und während der Inkubationszeit unter Quarantäne gestellt.

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