Innsbruck atmet schnell

  Innsbruck atmet schnell der Föhn fetzt und die Luft hat es eilig heult, kreischt und pfeift ihr zeitaltes Lied dringt zwischen Stein und Stahl   Südlicher zerreißt den Äther so schreit er mich in den Schlaf meine Nächte sind fiebrig meine Tage verstrahlt   im Transit des alpinen Weltdorfs im Schatten der Schanze bin ich daheim   unter steinernen Hängen weitest du dich unfassbare Stadt wie wirr wird mir verlaufen in dir       Foto von Claudia...

Die elektronischen Jahre sind vorbei (?!)...

Neulich habe ich mich wieder mal in meinem Lieblingsbogen, sprich in der pmk, eingefunden um den Körper zu elektronischer Musik zu bewegen, kurz: um zu tanzen. „Elektronische Gleichschaltung | Das ist keine Party, das ist Disziplin!“ lautete das Motto und mein Geist schien sehr angetan von den tiefen Klängen gepaart mit Lichteffekten, die für Epiletiker wohl nach hinten hätten losgehen können. Sehr anregend finde ich ein derartiges setting um sich in einer gewissen Art und Weise in der Weite des gegenwärtigen Moments, das Hier und Jetzt, zu verlieren. So war es für mich auch wieder an diesem Abend, oder besser gesagt, in dieser Nacht. Meine Erwartungen wurden, was die Musik anbelangt, nicht enttäuscht. Ich mache es für mich nicht davon abhängig ob Freunde für ein bestimmtes Event zu begeistern sind, sondern besuche besagte Veranstaltungen auch gerne alleine, denn eine angenehme Konversationssituation wird von der Lautstärke von Grund auf im Keim erstickt; doch eigentlich ist man ja gekommen um die Synapsen mit der Musik gleichzuschalten und dabei nach freiem Gefühl den Körper in Bewegung zu bringen und die Disziplin zu feiern. „Elektro“ ist bestimmt nicht jedermanns/fraus Sache und trotzdem war ich der Meinung, dass diese Stilrichtung eine breitere Zustimmung finden würde und sich somit mehr Leute tanzend zusammenfinden würden. Weit gefehlt. Sind die fetten elektronischen Jahre vorbei? Erobert der Musikantenstadel 2.0 die Herzen aller? Oder gibt es in Innsbruck schlicht und einfach ein Überangebot an elektronischen Partys? Fragen über Fragen die mir im Grunde egal sein könnten, aber trotzdem nachdenklich stimmen. Nichtsdestotrotz werde ich auch weiterhin derartig inspirierende Veranstaltungen besuchen und sie in meiner Art der Bewegung unterstützen. Keep on dancing und vielen Dank an die Veranstalter und allen Beteiligten für eine aus meiner Sicht sehr gelungene Nacht....

Kunst als Sozialtapete

Olaf Metzel im Kunstraum Innsbruck Ein bedeutender Deutscher Gegenwartskünstler stellt zurzeit im Kunstraum Innsbruck aus. Olaf Metzel, dessen Werk man als spröde und sicher nicht so leicht zugänglich bezeichnen könnte. Sind es doch meistens Interventionen im öffentlichen Raum, Mauern, von denen der Verputz abgehackt wurde und die so ihre „Verwundungen“ zeigen. Es geht um politische Befindlichkeiten, ausgedrückt etwa in Symbolen des Nationalsozialismus, mit denen etwa ein noch bis weit in die siebziger Jahre hinein ein bruchloses Denken ausgedrückt werden soll. Bruchlos nämlich im Bezug auf den eben erst als überwunden geglaubten Faschismus, der sich aber immer noch in den Köpfen sowohl der damals Herrschenden als auch der von diesen Beherrschten finden lässt, und das in vielen Fälle leider immer noch tut. Eine Kunst, die Fragen stellt. So etwa den der Künstler anlässlich der Fußball-WM 2006 in Nürnberg aus lauter ausgedienten Stadionsstühlen zusammengebaute Skulptur, mit der er den dortigen „Schönen Brunnen“ sozusagen umhüllt hatte, sehr zum Leidwesen der Bewohner/innen, die ihren Schönen Brunnen durch diese künstlerische Intervention verschandelt sahen, was zu heftigen Reaktionen geführt hatte. Etwas, was der Künstler ja wohl beabsichtigte, indem er etwa den Finger auf offenen Wunden legt, und den Wohlfühlraum mit alter und meistens nicht mehr die Gegenwart und jüngere Geschichte reflektierender zum „Ästhetikum“ geronnener Kunst, aufbricht und oft auch neu verortet. Alles das, was den sogenannten „sozialen Raum“ bildet, ist Gegenstand der künstlerischen Intervention, ist Ausdruck des Disputes, der geistigen und auch verbalen Auseinandersetzung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern einer Stadt. Und meistens nicht ohne Rückblende auf die Vergangenheit und die Zeitgeschichte. So nahm der Künstler auch an den großen internationalen Kunstausstellungen wie etwa der documenta 8 in Kassel oder der Skulptur.Projekte im westfälischen Münster teil. Was nun die Ausstellung im Kunstraum betrifft, so ist...

Wenn die Fieberkurve steigt...

Es ist Mittwoch, der 4 März, kurz vor 19 Uhr. Seit zwei Wochen sind die Proben der Staatstheater-Produktion „Otto Grünmandl: Lachen im Alpenländischen Raum“ auf die Treibhausbühne übersiedelt. Am Nachmittag fanden aufwändige Dreharbeiten für den ORF statt, nun heißt es: Generalprobe. Noch einmal fokussieren. Meine wunderbaren Kolleginnen Carmen Gratl, Juliana Haider, Siggi Haider und ich gehen mit Regisseurin Ute Heidorn noch ein letztes Mal einige Details durch, Ausstatterin Esther Frommanns Job, ein Wahnsinns-Bühnenbild, ist erledigt, Produktionsassistentin Norma Schiffer-Zobernig sitzt neben ihr, Licht/Tontechniker Tom Neumayr checkt noch einmal die Programmierung an den Mischpulten, studiert das Skript. Schauspielschüler werden unser Generalproben-Publikum sein. Plötzlich werde ich nervös, fange an zu zittern. Ich bemühe mich, mich wieder zu beruhigen, doch das Zittern wird zum Schütteln, mir ist plötzlich eiskalt. Eilig werde ich zu einer Ärztin gebracht, auf dem Weg dorthin könnte ich James Bond gut und gern 100 Martinis schütteln, so beutelt es mich durch. Bei der Ärztin angekommen steigt die Fieberkurve auf Grade, die man im Juli in Dubai erwartet. Ich will die Generalprobe spielen, will die tags darauf anstehende Premiere nicht absagen müssen, erkläre mich in Schüttelreimen der Ärztin. Wir haben so viel Herzblut in diese Produktion gelegt. Das letzte Wort überlasse ich der Ärztin, sie weiß am besten, ob ich der Premiere nicht doch etwas zu sehr entgegen fiebere. Sie meint, nach eingehender Untersuchung und lächelnd, dass sie doch selbst schon Premierenkarten habe und verabreicht mir eine Infusion. Ich nenne sie: Wunderinfusion. Das mich Schütteln klingt ab, das Fieber sinkt. Ich bin halbwegs spielfit. Ab ins Treibhaus. Die Generalprobe beginnt mit nur einer halben Stunde Verspätung, ermattet sinke ich danach ins Bett. Der darauf folgende (Premieren)Tag wird zum inoffiziellen „Markus Koschuh sagt dem österreichischen Gesundheitssystem herzlich Danke“-Tag. Statt sich in...

Innsbruck, Mutter aus Stein...

Heute bin ich wie fast jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Gleich in der Früh meine Dosis Lokalpatriotismus – wir haben’s schon sehr schön. Innsbruck blüht auf, wird immer bunter und an jeder zweiten Ecke entstehen neue Geschäfte und luxuriöse Wohnungen. So weit, so gut: Innsbruck ist meine Heimatstadt und ich l(i)ebe sie. Von der Lebensqualität hierzulande träumen weltweit wohl etwa 99 Prozent: Stadt und Natur in einer einzigartigen Symbiose, kurze Wege, zugleich große kulturelle Vielfalt. Aus dem Wasserhahn sprudelt köstliches Alpenquellwasser – wie geht es uns gut! Gut geht es allen, die sich Innsbruck leisten können: Die Mieten sind österreichweit im Spitzenfeld wie auch alle sonstigen Preise: Ein Schnitzel für 14 Euro, Bier 3,40 – was kostet die Welt? Die Welt kommt eh zu Besuch oder lässt sich hier gleich nieder: Innsbruck ist in den letzten Jahren bunter geworden und dadurch gleich noch schöner. Das Alkoholverbot in Innsbrucks Pracht- und Konsumstraße gilt für Sandler und ihr Dosenbier sowie Student(inn)en, die sich eine Flasche Wein teilen. Im Gastgarten gleich daneben lässt es sich gemütlich volllaufen – Freiheit ist eben eine Preisfrage. Jetzt haben die schwarzen Mander und ihre Meisterin auch noch das Betteln in Innsbruck verboten: Nicht unbeschränkt, das dürfen sie (noch?) nicht, aber während der Oster- und Weihnachtsmärkte. Ich bin nur ein Heide, wurde allerdings katholisch erzogen. Ohne Scheinheiligkeit würde mich interessieren, wie Jesus darüber denken würde, wenn eine so wohlhabende Stadt es verbietet, am Boden zu kauern und um ein paar Cent oder Brot zu betteln. Innsbruck, manchmal graust mir vor...

Mantra für März: The Bäckerei = A Wohlfühloase...

...

Feuer und Flamme dem Patriarchat...

Am Sonntag, 08.03.2015, Internationaler FrauenKampfTag, nutzten zwei entschlossene Frauen in roten Kleidern den öffentlichen Raum in Innsbruck als Tanzfläche und Ort ihre Statements abzugeben. Um 14h vor dem Café am Tivoli dann vor dem Leokino, auf dem Brunnen in der Maria-Theresien-Strasse und vor dem Goldenen Dachl traten die Frauen in roten Kleidern auf. Ihre Regenschirme waren beschriftet mit: 08.MÄRZ FRAUENTAG, SEID FRECH UND WILD UND WUNDERBAR! und 08.MÄRZ FRAUENTAG, FRAUEN VERDIENEN MEHR! Die Frauen schritten die Straßen entlang, stellten einen Koffer mit der Aufschrift „Theatergruppe EIN-AUS“ nieder, legten ihre Schirme links und rechts neben ihrer „Bühne“ ab und ließen Seifenblasen steigen. Dann begannen sie wild zu tanzen. Musik war keine zu hören. Die Tänzerinnen hatten Kopfhörer auf. Nach circa 7 Minuten „silent dance“ verneigten sich die Frauen vor einander, wandten sich an die Passant_innen und verkündeten lautstark: „Seid frech und wild und wunderbar!“ So lautlos wie sie ankamen und tanzten verließen sie auch wieder die Orte des Geschehens. Sinn dieser Aktion war es temporär den öffentlichen Raum für Frauenbelange zu besetzen und in eine Tanzfläche zu verwandeln frei nach dem Zitat von Emma Goldman „Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution“. Die Farbe Rot stand für Frauen, Feuer und wilde Kraft. Die Seifenblasen symbolisierten kindliche Leichtigkeit, bunte Vielfalt und Ungezwungenheit. Die Aktion war nicht angemeldet, es waren nur zwei tanzende Frauen ein Fotograph und ein Kinderbetreuer mit Kind beteiligt. Mit geringen finanziellen Mitteln wurde große Wirkung erzielt. Die Aktion darf gerne jederzeit nachgeahmt werden. Theatergruppe...

„David gegen Goliath“: Facebook-Kläger und Autor Max Schrems in der AK in Innsbruck...

Max Schrems, erfolgreicher Facebook-Kläger und Autor des viel beachteten Buches „Kämpf um deine Daten“, hält in der AK in Innsbruck am Montag, 9. März, um 19 Uhr einen fesselnden Vortrag zum Thema Allmacht großer Netzkonzerne. Sein ermutigendes Credo lautet: Wir müssen nicht machtlos zuschauen, sondern können ihr etwas entgegensetzen. Anmeldung erforderlich unter 0800 / 22 55 22 – 1540. Mit seiner Initiative unter dem Titel Europa gegen Facebook will Max Schrems das soziale Netzwerk zu mehr Transparenz und einem verantwortungsvollen Umgang mit den Daten seiner Nutzer bewegen. Er verlangte von Facebook alle über ihn vorliegenden Daten und bekam 1.200 Seiten, darunter viele von ihm gelöscht geglaubte. Schrems zeigte darauf hin Facebook bei der zuständigen irischen Datenschutzbehörde an und wurde zum international beachteten David, der gegen die Goliaths des Internet antritt. In seinem Buch „Kämpf um deine Daten“ vermittelt der Salzburger Jurist sein Wissen, das er unter anderem auch bei EU-Hearings gesammelt hat, in einer unterhaltsamen und leicht verständlichen Art. Der Autor versucht an diesem Vortragsabend Antworten auf brennende Fragen zu geben, die viele Internetnutzerinnen und -nutzer heutzutage betreffen: Wie kann man die Macht von Netzkonzernen auf ein vernünftiges Maß reduzieren? Was bedroht uns wirklich? Wie können wir uns schützen? Ein spannender Abend ist garantiert. Max Schrems „David gegen Goliath“ Montag, 9. März 2015, 19 Uhr AK Tirol in Innsbruck, Maximilianstr. 7 Anmeldung erforderlich unter 0800/22 55 22 –...

Demo zum Internationalen Frauentag...

Der – seit mehr als 100 Jahren bestehende – Internationale Frauentag am 8. März ist ein FEIERTAG. DANKE an Frauenrechtlerinnen und Feministinnen, dass wir heutzutage als Frauen formal gleichberechtigt sind, dass wir das Wahlrecht haben (nicht immer z.B. als Migrantinnen!), uns (aus)bilden und studieren können (nicht immer z.B. als Frauen aus der Arbeiterklasse!), halbwegs selbstbestimmt leben können (nicht immer z.B. als Frauen mit Behinderung!), dass wir freier lieben dürfen (nicht immer z.B. als lesbische Frauen!), dass wir kurze Haare und Hosen tragen können, Fahrrad fahren dürfen, uns immer öfter NEIN sagen trauen… Der – seit mehr als 100 Jahren existierende – Internationale Frauentag ist ein Tag, an dem Frauen weltweit ihre Rechte einfordern und auf immer noch bestehende Machtverhältnisse hinweisen! Das, was uns gesellschaftlich trennen soll: der sog. „Migrationshintergrund“, das Tragen des Kopftuches, eine Behinderung, unser aller Anderssein…, macht uns politisch stark, WENN wir uns vernetzen, gemeinsam auf die Straße gehen, uns solidarisieren! Samstag, 7. März 2015, 14:00, Treffpunkt Annasäule, Innsbruck 14:00-15:00 Uhr: Sammlung zur Demo – Redebeiträge zum temporären Denkmal gegen Gewalt an Frauen, Straßentheater Kurdischer Frauen, Info-Stand von ÖGB-Frauen, Musik, …. 15:00 Uhr: Start der Demonstration durch die Innsbrucker Innenstadt Frauen und Mädchen – bringt eure Freundinnen, Freunde, Bekannte… mit. Gemeinsam sind wir stark – nicht nur am Internationalen Frauentag! (Demo für ALLE). Mehr Infos zur Frauenvernetzungsgruppe, zum Flugblatt und zu Aktivitäten rund um den 8. März in Tirol: z.B. auf www.aep.at Organisation der Demo: „Frauenvernetzungsgruppe für Begegnung und Austausch“, c/o Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft – AEP, Schöpfstraße 19, Innsbruck. Beteiligte Organisationen, Initiativen, Vereine: Agru Zora, Aktion kritischer Schüler_innen – AKS, Alevitische Gemeinde Innsbruck (Innsbruck Alevi Kültür Derne?i), Amara – Kurdische Frauen (Kürt Halk Evi – Kurdisches Volkshaus), bidok: Behinderung – Inklusion – Dokumentation, Büro für Gleichstellung...

BIOMarkt @ Bäckerei: gschmackig, vielfältig und biologisch...

Am Freitag, den 6. März, ab 15 Uhr wird die Bäckerei zum Biomarkt – es wird tolle Spezialitäten aus der Region geben: Einfach „guat“! BiobäuerInnen aus Tirol verkaufen ihre selbstangebauten und verarbeiteten Produkte in der Bäckerei – Kulturbackstube. Ergänzend zur charmanten Bauernmarktatmosphäre gibt es hochwertiges Musikalisches und Kulinarisches zu genießen – biologisch, bunt und aus der Nähe. ? Die angebotenen Produkte werden vom Spielraum-Team in Leckerbissen verwandelt und Gäste können essen was nebenan als Rohprodukt zu kaufen gibt. Am Markt wird es der Saison angepasste Bioprodukte aus Tirol geben wie Obst, Obstprodukte, Gemüse, Brot, Eier, Nudeln, Käse, Wein (ST), Joghurt, Kräuterprodukte, Pilze und einiges mehr. Wir wollen möglichst wenig Müll produzieren. In diesem Sinne, bringt Stofftaschen, Tupperware, Einmachgläser, u. ä. mit und unterstützt damit unser Vorhaben. Ein Gemeinschaftsprojekt von „Wir für Bio“ & Spielraum für Alle. Freitag, 6. März, ab 15:00 in der Bäckerei (Dreiheiligestraße...