ONE BILLION RISING: Umarmt Euch!...

Als alter Hippie bin ich überzeugt, die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir nur zärtlicher zueinander wären: Wer sich umarmt, gibt sich Halt und tut sich nicht weh – das ist eigentlich ganz einfach. Morgen (am 15. Februar um 15 Uhr vor der Annasäule) kann man Umarmungen mit einer wichtigen politischen Botschaft verbinden.   Jede dritte Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. Jede dritte Frau: das sind eine Milliarde Frauen. Am 15. Februar laden wir eine Milliarde Frauen und Männer dazu ein, sich zu erheben, zu tanzen und sich auf der ganzen Welt zu verbinden, um das Ende dieser Gewalt zu fordern.     ONE BILLION RISING Wir zeigen unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg. Zeig auch DU der Welt, wie EINE MILLIARDE aussieht. Am 15. Februar sieht sie aus wie eine REVOLUTION DER LIEBE....

Ikonen und Eintagsfliegen...

Eintagsfliegen haben mich schon als Kind fasziniert. Fliegen, die nur einen Tag lang leben. Aus ihrer Imago geschlüpft gehört ihnen ein ganzer Tag, den sie damit zubringen, sich zu paaren und somit fortzupflanzen. Stellen wir uns das mal vor, wir hätten nur einen Tag, uns zu verlieben, ein Kind zu zeugen und dazu vielleicht noch ein paar schöne Dinge tun, an denen sich unsere Mitmenschen wohlwollend erinnern können um uns eine gute Nachrede zu schreiben oder zu halten. Kein Wunder also, dass dieses seltsame Fluginsekt schöne sprachliche Metapher für alles Mögliche in unserer Welt herhalten müssen. für Unsterblichkeit ebenso wie für nur kurz lebende Ideen und Projekte im politischen und gesellschaftlichen Bereich. Eher mit einem ironischen Seitenblick kam die noch bis bis 14. Februar im Architekturmuseum aut im Gebäude der ehemaligen Adambrauerei zu besichtigende sehr sehenswerte Ausstellung Ikonen und Eintagsfliegen, zu diesem Namen. Die Ausstellung gruppiert sich um das graphische Werk des Innsbrucker Gebrauchsgrafikers Arthur Zelger gruppiert. Zelger, der sich als Gebrauchsgraphiker verstand, dieses Metier aber in einer sehr hohen niveauvollen Kunst ausübte, indem er etwa für den Tourismus Plakate und Prospekte entwarf. Als „Eintagsfliegen“ bezeichnete der Künstler, seine Arbeiten wohl deshalb, weil sie im Unterschied zu wirkliche Kunstwerken, die dann bei Sammlern oder in Museen hängen, nach einigen Jahren bereits durch neue Motive abgelöst und somit aus der öffentliche Aufmerksamkeit verschwunden waren. Die spannend aufgemachte Ausstellung erzählt detailreich über die Entstehung der Tourismuswerbung in Tirol, und spannt dabei einen großen Bogen von der vorigen Jahrhundertwende – wobei erste Plakate damals noch von „wirklichen Künstlern“ wie etwa Alfons Walde oder Hans Josef Weber-Tyrol, Erich Torggler entworfen wurden und oft wirkliche Blickfänger waren, die Tirol weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht hatten. . Waren zu Beginn der Tourismuswerbung die...

Innsbruck an die Macht?

Ich wusste es immer schon, Innsbruck ist zu Höherem bestimmt. Nicht nur Weltstadt, nein: Weltmacht will man sein. Der Beweis? Kleine unscheinbare Graffitis an Elektrokästen weisen uns den Weg. Die Eingeweihten werden die Zeichen richtig deuten und verstehen. Pinky und Brain sind bereits unter uns, etliche werden ihnen folgen und wer sie kennt, der weiß, sie kennen nur ein Ziel: Wir werden die Weltherrschaft an uns reißen!! entdeckt von Plaudertäschchen in der...

Was pickt

Innsbruck beklebt sich: Wer mit offenen Augen durch die Stadt spaziert, wird an jeder zweiten Ecke klebende Statements entdecken: Kommerziell, komisch, kryptisch – ob politische Botschaften, DADA oder klebende Alltagskultur: Was pickt, sagt einiges über eine Stadt aus. Wikipedia, die allwissende Müllhalde und Schatzkiste, weiß: „Stickerkunst (englisch Sticker für „Aufkleber“) ist eine Form von Streetart, bei der Aufkleber im öffentlichen Raum angebracht werden.“ In den letzten Jahren hat die Pickerei geradezu epidemische Ausmaße angenommen. Die Dinger sind preisgüstig zu produzieren und macher Sticker (vulgo: Pickerl) hat schon fast urbanen Kultfaktor erlangt. Natürlich hat auch provInnsbruck, das digitale Stadtgeflüster, sich schon in den Stadtraum geklebt. Wer schräge, schöne oder skurrile Sticker entdeckt und sie gerne (mit)teilen möchte, kann sie uns gerne zukommen lassen redaktion@provinnsbruck.at: Wir freuen uns über eure...

Ein Tag im Februar

Die Sonne bahnt sich durch die Nebel ihren Weg und bringt das Licht. Könnte so der Tag der Liebe sein? Mit kaltem Wind und fahlem Dämmerschein? Und Eiskristalle schmelzen süß auf Deiner Zunge, ehe sie zergehen in deinem...

Selbstmitleidsscheiße und Dessertierende Djhadisten...

Ich bedauere mich eigentlich nur selber, weil ich, je gravierender meine Behinderung wirkt, immer häufiger mit der unausrottbaren Dummheit der Menschen konfrontiert werde. Vor Kurzem wurde bei-spielsweise einmal die Polizei, ein anderes Mal die Rettung gerufen, weil ich mir beim Ausgehen in den Bögen nicht helfen lassen wollte. Oder eine Person hat mir neulich, natürlich unmittelbar vor Weih-nachten, einen 50er gegeben, weil ich auf seine Frage, ob er mir eine Spende geben könne, geantwortet habe, dass ich nicht weniger wie 50€ nehmen würde. Aber manchmal kommt es mir eben trotzdem so vor, als wäre ich nicht nur mit einer leichten sozialen Störung ausgestattet, sondern zu herkömmlichem zwischenmenschlichem Kontaktknüpfen einfach nicht in der Lage. Ich muss, so scheint es mir dann, jedes Mal der Meinung sein, aus Gesprächen einen konkreten Vorteil für mich be-ziehen zu können. Wenn ich das Gespräch halt verstehe, was in letzter Zeit immer seltener vorkommt. Frage: Wieso sollte ich also mein tristes Dasein fortsetzen und wei-terhin vergeblich versuchen in meinem schreibwerkstättlichen Hei-matkaff einen Freundeskreis und andere zwischenmenschliche Ver-korkstheiten aufzubauen? Antwort: Weil mir dabei ja noch viel gute Literatur einfallen wird, umso mehr, je öfter ich menschlich enttäuscht werde! Aber ich sollte damit jedenfalls in meinem Hauptaufenthaltsort niemals erfolgreich sein, da Erfolge im zwischenmenschlichen Beziehungswettbewerb nicht sehr förderlich für meine Kreativität wären. Fuck! Jetzt lässt sich wieder einmal gut erkennen, dass ich erbärm-liche Kreatur mein Publikum oft zu psychotherapeutischen Zwecken missbrauche. Und wenn ich eben keinen konkreten Nutzen für mich in meinen Wortmeldungen zu erkennen glaube, bin ich lieber still! Dessertierende Djhadisten Na, iatz langts, untar deyna Vorraussetzunga kämpfa mir goanz sichar nimmar weitar! Da kenna ins dia Tirga vo mir aus, bis zum Varrecka drum bettla, dass mir deys Stattla inneyma. Odar wellats eys epa drauf...

Wetterfest, engagiert und hochmotiviert für Tierrechte...

Egal ob Kälte, Schnee oder Sturm: selbstverständlich gibt es auch im neuen Jahr regelmässige Infodemos zu Veganismus, Tierrechten und Tierpelzverkauf in Innsbruck – kreAktiv, mit Schee und Feuer! Seit Herbst 2006 finden in Innsbruck zwei mal wöchentlich Infodemos und Protestkundgebungen zu Tierpelzverkauf bei Kleider Bauer im speziellen und natürlich zu Tierrechten und Veganismus ganz allgemein statt. Zudem gibts jeden Monat einmal eine Infodemo mit grossem Zelt und veganen Kostproben in der Innsbrucker Maria-Theresienstrasse. Das Innsbrucker Demojahr begann heuer nahezu „traditionell“ wie die verganenen Jahre mit kreativen Aktionen um den Demospruch: „zum Jahreswechsel, neues Jahr, neues Glück.- bitte endlich ohne Tierleid!“ Passenderweise fand die erste Protestkundgebung 2015 mit ausreichend Neuschnee statt, so ließ es sich die Demoschneeperson auch nicht nehmen, mit oben erwähntem Schild KundInnen und PassantInnen auf den Tierpelzverkauf des Kleider Bauer Konzerns hinzuweisen. Neben mehreren Schneepersonen mit verschiedensten Sprüchen und Schildern, kamen die letzten Wochen gewohnterweise auch wieder Totenkopf- und andere Verkleidungen zum Einsatz. Sogar Joungliereinlagen und eine Feuerspuckshow fanden im Zuge der Protestkundgebungen statt. So gibt es in Innsbruck neben fundierten Gesprächen und viel Infomaterial auch im neuen Jahr wieder jede Menge kreaKtiver Impulse um die Kundgebungen schon von weitem sichtbar zu machen! Wer dabeisein möchte: Museumstraße Innsbruck vor dem Kleider Bauer – jeden Freitag und Samstag Nachmittag! Immer aktiv: Chris...

KEIN MENSCH IST ILLEGAL – Flucht ist kein Verbrechen...

Die Schengener Verträge von 1985 und 1990 haben die Binnengrenzen innerhalb der EU aufgehoben und gleichzeitig eine gemeinsame Europäische Außengrenze geschaffen. 1997 wurde zusätzlich ein gemeinsames europäisches Asylsystem errichtet. Dieses zeichnet sich vor allem durch die Dublin Verordnung aus, die den für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständigen Staat bestimmt. Die gemeinsame Außengrenze und das Dublin-System sind die zentralen Elemente europäische Flüchtlings- und Migrationspolitik. Die Auswirkungen dieser Abkommen kennen wir aus den Medien: Menschen versuchen über das Mittelmeer mit Booten nach Europa zu kommen, zu Fuß über den Landweg oder in die spanischen Enklaven in Marokko. Inzwischen sind viele Tausende auf der Flucht nach EUropa ertrunken und die Situation verschärft sich zusehends. Jene Staaten, in denen diese Menschen zur ersten Mal registriert sind, sind für ihre Asylanträge zuständig. Dadurch gibt es eine Ungleichverteilung von Asylwerber*innen in den europäischen Staaten und eine starke Rückschiebepraxis, die vor allem auf Kosten der Menschen geht. REFERENT Bernd KASPAREK (dipl. mat.), Kulturanthropologe, Gründungsmitglied des kritnet – Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, im Vorstand der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu sowie Mitglied der Redaktion des Online-Journals “movements” und im Bereich der politischen Flüchtlingssolidarität aktiv. Moderation: Univ.-Prof. Mag. Dr. Gilles RECKINGER, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnolo Flüchtlingsabwehr an den Aussengrenzen der europäischen Union Geschichtliche Entwicklung und aktuelle Ereignisse Vortrag und Gespräch mit Bernd Kasparek Donnerstag, 5. Februar, um 19 Uhr Haus der Begegnung Innsbruck Rennweg 12, 6020...

Es wird wieder Licht

Morgen ist Maria Lichtmess. Ein katholischer Feiertag, der allerdings schon lange nicht mehr als solcher im bürgerlichen Kalender auffällt. Was ich schade finde. Nicht weil ich mir als ungläubiger Nichtkatholik, dem der Sinn der christlichen Feiertage ziemlich egal sein kann, einen zusätzlichen Feiertag herausschlagen will, sondern weil es auch für eine Nichtgläubige / einen Nichtgläubigen an diesem Tag etwas zu feiern gebe, nämlich die Tatsache, dass an diesem Tag dieser um eine ganze Stunde wieder zunimmt. Die Tage also wieder länger werden und die Nächte etwas kürzer. Nicht zuletzt das schiene mir Anlass genug, einen Feiertag einzuführen. Selbst wenn wir mit dem christlichen Hintergrund dieses Festes nicht mehr viel anfangen werden können. Dieser besteht kurz darin, dass Maria, die Mutter Jesu, so wie alle Frauen, die ein Kind geboren hatten, im jüdischen Tempel eine Art Reinigungsopfer darbringen mussten. Näheres dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Darstellung_des_Herrn – Irgendwie können wir uns über die Religion ja eigentlich nie satt schreiben und wohl auch satt denken. Ist sie etwa doch etwas frei nach Sigmund Freud die „Prothese des geschlagenen Menschengeschlechts“, oder das „Opium des Volkes“ nach Karl Marx. Und sind ihre Opfer nicht doch unzählige, war und ist sie Ursache völkischer Raserei, des Antisemitismus in seiner ursprünglichsten Gestalt, ja wohl Gewalt in ihrer reinsten Form, zu sich selbst gebracht und personifiziert nicht immer, aber auch in einem strafenden Gott, einem religiös missverstandenen  Größenwahn? Doch ist sie nicht auch zugleich Anlass für Hoffnung auf Humanisierung? Denken wir etwa an das Gebot der christlichen Nächstenliebe. Der Aufruf zum Fireden,  wie er etwa in jeder christlichen Heiligen Messe an das Volk gerichtet wird. Humanisierung des Opferrituals. Wie es der französische Religionsforscher René Girard mit seiner Mimetischen Theorie getan hat. Menschliche Gesellschaften können auf Dauer nur überleben, wenn sie...