Summer in the city – wir gehen an die Luft!...

Ein stimmungsvolles Webvideo hat die Uni Innsbruck heute ins Fetzenbuch gestellt, auf YouTube ist darüber zu lesen: Grillen, bis die Wolken wieder lila sind. Architekturstudenten und ihre Freunde grillen am Innufer unterhalb der Einflugsschneise des Flughafens. [video:http://youtu.be/qtI70kGzw5A] Wie man sieht, war es eine Riesengaudi für alle Beteiligten. Was mir vor allem daran gefällt: Es zeigt, dass nicht immer konsumiert werden muss, um richtig Spaß zu haben. Auch wenn es abgedroschen klingt: Was im Leben wirklich wichtig ist, gibt es nicht zu kaufen – Freundschaft, Lebensfreude und Gemeinschaft sind einfach unbezahlbar! Das wunderschöne Illustrationsbild kommt wie so oft von Manni...

OPEN AIR KINO – Filmklassiker unterm Sternenhimmel...

Für das Open Air Kino im Zeughaus Werbung zu machen, ist wie Sparbüchsen nach Athen zu tragen – trotzdem freue ich mich wie ein Schneekönig über eine Tiefkühlhalle darauf: Über den ganzen August sind Filmklassiker in der einzigartigen Zeughaus-Kulisse zu sehen. Das Programm kann sich sehen lassen und bietet eine tolle Zusammenstellung von All-Time-Klassikern und neueren Filmperlen. Wer sich bis spätestens zum Vortag entscheidet, bekommt die Karte im Vorverkauf um 6 Euronen im Treibhaus, an der Abendkasse sind dann 8 zu blechen – preislich ist das durchaus fair. Für echte Filmfreaks empfiehlt sich die Saisonkarte um 44,30 Euro, diese rentiert sich also auch schon ab dem achten Film ohne jeden Besorgungsstress. Wer Filme liebt und sommerlichen Outdoor-Flair zu schätzen weiß, freue sich auf das Open Air Kino 2013 im...

Innsbruck, deine Plätze … Kaiserschützenplatz und Wiltener Platzl...

 Zwei eher bescheidene und für seine Größe doch eher kleine Plätze hat der 1904 eingemeindete Stadtteil Wilten. Da wäre einmal der schon ältere in diversen Stadtplänen ausgewiesene Kaiserschützenplatz und das erst 2009 als Platz umgestaltete Wiltener Platzl zu nennen. Ersterer wurde nach den Kaierschützen, einer Truppeneinheit der Monarchie benannt, die neben den Kaiserjägern noch die Tradition der K. &K. Wehrverbände aufrechterhält. Kurioserweise unterhielten die beiden Traditionsvereine bis vor kurzem auch noch zwei getrennte Museen, die ihre Geschichte aufbereiten.Das der Kaiserjäger befand sich auf dem Berg Isel, und das der Kaiserschützen war in der Klostergasse untergebracht. Erst die Errichtung des Tirol Panorama vereinte schließlich die beiden Truppeneinheiten, und so kann man  ihrer beider  Geschichten anhand von Erinnerungsstücken dort verfolgen. Den Platz selbst ziert hingegen nichts Martialisches sondern eine schlichte Figur, ein Mädchen mit einem Storch darstellend. 1957 vom Bildhauer Hans Plangger (es gibt dazu nur einen Eintrag in der italienischen Wikipedia) angefertigt. Es ist derselbe Künstler, von dem auch die reizenden Saligen Fräulein im Rapoldipark stammen. Leider wirkt die junge Frau mit dem Storch etwas einsam und verlassen. Und wenn wir das 2012 im Tyrolia Verlag erschienene Buch von Josefine Justic Innsbrucker Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten zur Hand nehmen, finden wir darin unter dem Stichwort Kaiserschützenplatz eine abgebildete Neujahrsentschuldigungskarte von 1889, die einen großen Platz mit einem monumentalen Springbrunnen. Dieser Brunnen ist natürlich schon längst Geschichte, aber eben diese Abbildung gibt ein gutes Beispiel dafür, wie viel sich in dieser Stadt in den letzten hundert Jahren verändert hat. Ein bisschen kann man an diesem Platz noch die dörfliche Struktur des ehemaligen Dorfes Wilten verfolgen, etwa an dem ehemaligen Bauernhaus Franz-Fischer-Straße 1, das in seiner ursprünglichen Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert stammt, über einen aus eben dieser Zeit stammenden steingewölbten...

RETTEN WIR UNS SELBST

Weit mehr als sechs Milliarden Euro hat den Bürgern dieses Landes die Rettung von Banken gekostet. Griechenland, Portugal, Island noch gar nicht eingerechnet, die Agrarsubventionen völlig außer Acht gelassen, obwohl diese profitablen Großkonzernen statt unseren Kleinbauern zugute kommen. Und wer hat’s bezahlt? Na ich und du, oder Sie – weil das nötigt tatsächlich Respekt ab. Der Lohn unserer kollektiven, gemeinschaftlich geleisteten Arbeit? Lohndruck, weniger Sozialleistung, ausgehöhlte Kollektivverträge und immer mehr Angst. Nicht vor den fetten SUV’s die mit brachialem Tempo im Rückspiegel auftauchen, sondern die Angst vor dem totalen Abstieg, Arbeitslosigkeit, Schulden, dem eigenen Kind kein Vater, keine Mutter sein zu können – jedenfalls nicht die, die man sein möchte. Zur Furcht davor, wegen einer Krankheit die Familie nicht mehr unterstützen zu können, kommt die Erkenntnis hinzu, dass wir unserer Umgebung und der Welt nichts Gutes tun, auf Pump leben und trotz vieler Probleme, die jeder erkannt hat, völlig im Stich gelassen werden von jenen, denen wir die Macht verliehen haben, den Lauf der Dinge zu verändern. Banal ausgedrückt geraten unsere Ängste zu Etikettierungsfehlern, wenn es um gesunde Ernährung geht. Brachial gesagt wird unser Sicherheitsbedürfnis instrumentalisiert um uns zur Aufgabe unserer Bürgerrechte zu zwingen – oder uns zumindest so zu übertölpeln, dass wir das eine gegen das andere tauschen. Freiheit gegen Sicherheit. Angstbefreiung gegen Unterdrückung. Mitbestimmung gegen Hörigkeit, Arbeitskraft und Leistung gegen Bedürftigkeit. Dabei bezahlen wir dieses System das uns aber in Angst hält und uns zum Kriechen zwingt. Obwohl: wir bezahlen es! Unsere Arbeitskraft ist der Motor, nicht das Geld. Aus unserer Leistung wird Handelsware mit der andere spazieren gehen und sie – kaum verwertet – am Ende des Tages gegen uns einsetzen. wir sollten dieses Mittel wieder zurückerobern. Wir haben die Millionengagen der Banker bezahlt, das SUV,...

GIB NICHT AUF von Gutti. Oder: Sehnsucht nach Strand in dieser Stadt...

Endlich Sommer, Sonne und ich suche noch immer nach dem Strand unter dem Pflaster und Asphalt meiner Stadt. Ich liebe sie bis zur Verzweiflung … manchmal lächelt sie mich an, dann tritt sie mir wieder in die Eier. So sind Göttinnen eben, gütig oder grausam, wir brauchen sie einfach. Dazu passen die Vibes von Gutti: „Gib nicht auf“ – genau! ...

Am Start: OUT OF BOX AWARD 2013...

Nach dem erfolgreichen Kick-off 2011 kürt heuer zum zweiten Mal eine unabhängige Fachjury beim international ausgeschriebenen Kreativpreis OUT OF BOX AWARD herausragende Arbeiten aus allen Feldern der visuellen Kommunikation. Offen, unabhängig, transmedial und not for profit – das ist der zweijährig stattfindende, international ausgeschriebene Wettbewerb OUT OF BOX AWARD, der 2011 von Gerhild Purtscheller initiiert wurde und heuer zum zweiten Mal ausgeschrieben wird. Sechs große Haupt- und mehrere Unterkategorien des OUT OF BOX AWARDs bieten Kreativen aus allen Bereichen der visuellen Kommunikation die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und sich dem Urteil einer unabhängigen Fachjury zu stellen. Ausdrücklich richtet sich der Bewerb an junge Kreative, unabhängig ihrer Herkunft und Rechtsform, ebenso wie an bereits etablierte Grafiker, Designer, Architekten, Filmproduzenten, Modemacher und Künstler und große Agenturen. Eingereicht werden dürfen sowohl veröffentlichte als auch noch unveröffentlichte Arbeiten, die zwischen 2011 und 2013 entstanden sind. Die Einreichgebühr beträgt je nach Unternehmensgröße zwischen 20€ und 100€ pro eingereichtem Projekt. Insgesamt dürfen von jedem Teilnehmer fünf Arbeiten pro Kategorie eingereicht werden. Die Jury besteht 2013 aus den international bekannten Expertinnen und Experten Juli Gudehus, Lois Hechenblaikner, Michael John, Arno Ritter, Walter Robisch, Roland Stieger und Monika Willi. Der Höhepunkt des OUT OF BOX AWARDs, die EXHIBITION NIGHT, bei der alle nominierten Projekte präsentiert und die Awards vergeben werden, findet am 22. November 2013 in Innsbruck statt. Offen ist die Ausschreibung noch bis zum 1.Oktober 2013. Alle Informationen rund um den Wettbewerb und die Einreichung sind online abrufbar auf www.outofboxaward.at...

Flieg, Pirol, flieg! Flieg vorwärts, Pirol!...

Flieg, Pirol, flieg! Flieg vörwärts, Pirol! In luft’ge Höhn Dein Körper gelb mit Flügeln schwarz   Flieg, Pirol, flieg! Flieg vorwärts, Pirol! Das schwarze Nest es wärmt nicht mehr und hat es nie getan   Flieg, Pirol, flieg! Flieg vorwärts, Pirol strauchelst in selbst gewebten Büschen der Rhododen droht   Flieg, Pirol, flieg! Flieg vorwärts, Pirol dein Schnabel kaum krumm Peanuts, hm… Rosinen pick, pick, pick!   Flieg, Pirol, flieg! Flieg vorwärts, Pirol willst nicht zurück das Nest nicht rein dein Sein nur Schein ..?   Flieg, Pirol, flieg! Flieg heimwärts, Pirol fliegst so abgehoben gar nicht alterna-tief zügel deine Flügel   Flieg, Pirol, flieg! Flieg, vorwärts, Pirol wurdest in die Welt gesetzt nun wird um das Geld gefetzt lässt Federn, doch sind’s gelbe nur   Flieg, Pirol, flieg! Flieg heimwärts, Pirol bist du doch im Endeffekt nicht un- sondern längst Imperfekt...

Das war WETTERLEUCHTEN 2013...

Ich bin zu alt, zu fad und zu faul dafür – aber alle, die mir davon erzählten, waren schlichtweg begeistert vom Wetterleuchten 2013. Da oben war es "leider geil", wie die Jugend von heute zu sagen pflegt …...

Nachrichten aus meinem Heimatland...

Es sind solche Nachrichten, die mir mein Heimatland so fremd und oft fast feindlich erscheinen lassen. Ein Mensch, Ehsan Mohammad Shahabzada heißt er, kommt auf seiner Flucht nach Österreich. Er lebt jetzt schon 16 Monate in Innsbruck, lernt Deutsch und hat hier Freundschaften geschlossen, außerdem ist er Tormann des Fußballvereins FC Sans Papiers Innsbruck. Sein Problem: Das Bundesasylamt glaubt ihm nicht, dass er aus Afghanistan geflohen ist. Er soll abgeschoben werden – nach Afghanistan. Geht es noch zynischer und menschenverachtender? Wir leben hier in einem der reichsten Länder der Welt, das sich Entwicklungshilfe weitgehend spart – Österreich ist europaweit Schlusslicht. Warum gehen wir so hartherzig mit Menschen um, die vor Not und Gefahr fliehen? Gegen Jörg Haiders "Ausländer raus"-Demagogie gingen in den 90er Jahren Hundertausende in Form des "Lichtermeers" auf die Straße. Heute sind Haiders Forderungen längst geltende Gesetze – beschlossen wurden sie hauptsächlich von SPÖ und ÖVP. Ehsan ist übrigens vor kurzem zum Christentum konvertiert. Das ist seine persönliche Entscheidung, vielleicht hatte er auch ein wenig gehofft, dass sich dadurch seine Chancen auf Asyl erhöhen. Es braucht keine große Phantasie, um sich vorzustellen, wie die Taliban einen frisch konvertierten Christen empfangen werden. Vielleicht sollte sich Innenministerin Johanna Mikl-Leitner wieder einmal in die Bibel vertiefen – schließlich gehört sie einer Partei mit christlich-sozialen Wurzeln an. Als Einstieg empfehle ich ihr einen Abschnitt, den auch alle Feiertags-Christinnen kennen: Die Herbergssuche – ein Lehrstück über Egoismus und...

„herrenlos brennt die sonne“ – eine Empfehlung...

norbert c. kaser – die durchgänge Kleinschreibung ist ein Stilelement des Autors – ist ein Leitgestirn der Tiroler Literatur. Der Sprachgewaltige starb 1978 mit 31 Jahren, im Haymon Verlag ist jetzt mit "herrenlos brennt die sonne" ein überaus gelungenes "Best of" des Autors erschienen. Kaser versuchte die Sprache – und das gilt durchaus auch für die religöse Bedeutung dieses Wortes. Er legte sich mit dieser, seiner Sprache an und schnitzte Verse daraus, die bestehen bleiben. Seine Gedichte gewinnen ihre Sprachgewalt vor allem durch die Konzentration auf das Wesentliche. Indem er sich in der "Kunst des Weglassens" übte, gelangen Kaser zeitlose Sprachkunstwerke. [video:http://youtu.be/z2eu58fexLI]  Er galt als "schwierig", wie alle, die es sich und anderen nicht leicht machen. Er war Christ und Kommunist – im Italien der 1970er Jahre keine Seltenheit. In manchen Wesensmerkmalen Trakl nicht unähnlich, schaffte er es wie dieser posthum auf den Olymp der Lesebuch-Literaten.  Er arbeitete als Lehrer, war ein unbequemer Kommentator und Psychatriepatient. Schließlich starb er am Schnaps und der scheinbaren Sinnlosigkeit seines So-Seins. Uns hinterlässt er einen sprachlichen Kosmos in Form eines schmalen Werks – auch als Sinnbild eines Genies, das sich selbst verbraucht. Dem Haymon Verlag und vor allem den beiden HerausgeberInnen, Petra Nachbauer und Benedikt Sauer (der auch eine Biografie des Autors verfasst hat), ist für diese lohnenswerte Auswahl aus Kasers Schaffen zu danken. Dringende Empfehlung für alle Sprachbewussten und LiebhaberInnen wortgewaltiger Poesie. Norbert C. Kaser: herrenlos brennt die sonne Gedichte und Prosa Haymon 9,95 Euro...