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innsbruck von außen betrachtet. erster teil: die innsbruckerInnen

geografischer verortungsversuch, der ob seiner ungenauigkeit fehlschlägt:
das dorf ist ein alpenmekka und liegt inmitten der alpen genauer gesagt das dorf ist ein alpenmekka und liegt inmitten der zentralalpen, des alpenhauptkammes aber auch der ostalpen.

das dorf ist eigentlich gar kein dorf, nur rein gefühlsmäßig ist es ein dorf, denn eigentlich hat es fast 120.000 einwohnerInnen, und mindestens der hälfte läuft man am wochenende bei schönwetter normalerweise im umland, bevorzugter weise aber im stadtteil hötting bzw. auf dem weg zu der dem stadtteil hötting zugehörigen alm, der höttinger alm, über den weg, die andere sich im umland aufhaltende hälfte findet sich meist zum gar nicht gemeinsamen lustwandeln im schönen k.u.k. kurort igls oder einer anderen, sich im umkreis von igls befindenden gemeinde wie etwa lans oder sistrans. die wahren innsbruckerInnen, also jene, die in INNSBRUCK das LICHT DER WELT erblickten, gehen nämlich nicht auf den berg, das überlassen sie mit murren und knurren aber immer höflich und freundlich und nett (nett ist die kleine schwester von scheiße) den deutschen touristInnen oder den anderen innsbruckerInnen, die das LICHT DER WELT nicht in INNSBRUCK erblickt haben. es folgt: der/die innsbruckerIn lässt sich also in zwei kategorien fassen: in die kategorie der in INNSBRUCK lebenden innsbruckerInnen, die das LICHT DER WELT in INNSBRUCK erblickt haben, wir nennen sie die wahren innsbruckerInnen und in die kategorie der innsbruckerInnen, die das LICHT DER WELT nicht in INNSBRUCK erblickt haben, aber irgendwo in einem anderen dorf des wunderschönen tirols, wir nennen sie die anderen innsbruckerInnen. Ja, sie bemerken zu recht, da fehle aber noch eine kategorie! richtig, erwähnung finden hier all jene innsbruckerInnen nicht, die meinen, nur weil sie in INNSBRUCK ihren hauptwohnsitz haben, dürften sie sich als rechtmäßige innsbruckerInnen fühlen und die gleichen ansprüche stellen. sie in eine kategorie zu fassen ist nicht vonnöten, da diese minderheit unerheblich und bedeutungslos, ja gleichsam vogelfrei und auch entbehrlich ist, wollen sie doch den wahren innsbruckerInnen ebenso wie den anderen innsbruckerInnen doch nur alles wegnehmen: die jobs, die frauen, die männer, die wohnungen in der innenstadt, die reihenhäuser in den umlandgemeinden, die unbezahlten praktika, die berge, den platz am baggersee und in der bim, das du, den frauenarzttermin, den schlutzkrapfen, uswusf.
doch woran erkennt man eineN wahreN innsbruckerIn? basierend auf neuesten wissenschaftlichen untersuchungsergebnissen wurde ein verfahren entwickelt, das wie im folgenden beschrieben anzuwenden ist: man schlurfe mit möglichst legerer kleidung an einem sonntag vormittag gegen halb zehn (=ungefähres ende der meisten messen in den stadtteilkirchen) die innsbrucker prachtstraße, der maria-theresien-straße, entlang und entwende eine zeitung ohne zu zahlen aus einem beliebigen kolporteur. an den beiden im folgenden beschriebenen reaktionsmöglichkeiten können sie dann den/die wahreN innsbruckerIn von der/dem anderen innsbruckerIn unterscheiden: der/die wahre innsbruckerIn nimmt sofort die verfolgung auf und diskreditiert sie lauthals wohingegen die/der andere innsbruckerIn sie mit hoher wahrscheinlichkeit ohne viele worte in der nächstbesten polizeiwache abliefern wird. Ja, die tirolerInnen sind ein raues volk, mitunter.
der versuch einer nichtinnsbruckerin/eines nichtinnsbruckers in INNSBRUCK fuß zu fassen um so zu leben und zu arbeiten und zu lieben wie einE wahreR innsbruckerIn oder zumindest einE andereR innsbruckerIn ist von vorneherein zum scheitern verurteilt. zum beispiel: dreizehn – d r e i z e h n – ramazottis getrunken, sich über lacken hinter den innsbrucker barmitfrauen gewundert, als einzige gekotzt. im taxi dann noch mal mitten auf der museumsstraße aus dem taxi hinaus bei offenem fenster, drei tage nicht das haus verlassen und seither ramazottinullverträglichkeit, integration von nun an sowieso ausgeschlossen, aufnahmeprüfung versemmelt. selber schuld. oder: mit dir sitze ich im seminar von f., DICH habe ich mir gemerkt, weil: aus g. (dorf außerhalb tirols) UND g’scheit! (???)

so viel zu den lieben innsbruckerInnen, das nächste mal beschäftigen wir uns mit den kulturellen lieblingsbeschäftigungen der innsbruckerInnen. bis dahin viel glück.

Marina Unterberger

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