Blogwerkstatt … und die Stadt wurde ordentlich gebloggt!...

Vergangener Samstag, 15.00 Uhr,Seminarraum in der Kulturbackstube: Köpfe rauchten, Musen hatten reichlich Küsse vergeben, Finger tanzten schwungvoll über Tastaturen, die Kreativität war ausgebrochen – und die erste PROVINNSBRUCK-BLOGWERKSTATT in vollem Gange. Zum Auftakt der Werkstatt lernten die TeilnehmerInnen, unter die sich im Laufe des Nachmittags auch ein prominenter Gast mischte, wie man seinen eigenen Blog einrichtet und was technisch hinter einer Seite wie provinnsbruck.at steckt. Dann wurden das weiße Blatt bzw. der leere Bildschirm bezwungen und Schreibhemmungen mit Creative Free Writing abgebaut. Nachdem man sich auf diese Weise warm geschrieben hatte, wurde der persönliche Lieblingsort in Innsbruck zum Thema – sowohl sein „Äußeres“, als auch Empfindungen, die er in unseren TeilnehmerInnen hervorruft.   Unter dem Motto „Weg damit!“ konnte jedeR mit ihrem/seinem vergangenen Jahr abschließen und alles Revue passieren lassen. Zu guter Letzt wurde noch eine kleine Einführung zum Video-Interview gegeben. In unserer VLOG-Ecke konnte dann gleich noch live ausprobiert werden, wie man die Kamera einstellt und wie sich das Ganze als InterviewerIn oder auch als InterviewteR anfühlt. Wir freuten uns sehr über den Besuch von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, die sich unsere PROVINNSBRUCK-BLOGWERKSTATT nicht nur anschauen wollte, sondern kurzentschlossen gleich mitmachte und uns durch einen kreativen Text bereicherte. Der Fleiß der TeilnehmerInnen und die Ergebnisse waren beeindruckend. Was in so kurzer Zeit alles möglich ist, wie durch kleine Anregungen komplexeste Textgebilde entstehen, erstaunte und begeisterte uns. Und unsere jüngste Teinehmerin Wanda, von der wir übrigens schon einmal einen Text veröffentlichen durften, brachte uns sogar ein Geschenk mit: einen selbstgehäkelten Provi-Föhn. Darüber haben wir uns sehr gefreut! Wir freuen uns, dass unsere Idee so großen Anklang fand und können es kaum erwarten, demnächst die kleinen Meisterwerke der TeilnehmerInnen zu...

Podiumsgespräch Di 21.01. – 18h – MCI – Lebens- und Arbeitsbedingungen der Erntehelfer_innen in Tirol...

Sie sind die Ersten, die unser Gemüse berühren. Sie ernten bei jedem Wetter in den Feldern rund um Innsbruck. Sie kommen aus Rumänien, Serbien oder Moldavien als Saisoniers, denn Österreicher_innen arbeiten nicht mehr unter solchen Bedingungen. Sie sind Tirols Erntehelfer_innen, die billige Arbeitskraft aus dem Ausland. Unter welchen Bedingungen kommt regionales Gemüse billig auf unseren Tisch? Wie hoch ist also der Preis für billiges Gemüse? Studierende des MCI Masterstudiengangs Soziale Arbeit, Sozialpolitik und Management sind diesen Fragen nachgegangen. Die Forschungsergebnisse werden am 21. Jänner um 18 Uhr im MCI präsentiert und anschließend am Podium diskutiert. Am Podium: Sonia Melo – Journalistin Dr. Günther Mösl – Landarbeiterkammer Hans Ofner – Arbeiterkammer Josef Schirmer – Obmann der Tiroler Gemüsebauern Georg Willi – Nationalratsabgeordneter Ariane Zach B.A. – Studierende MCI Soziale Arbeit, Sozialpolitik & – Management Es moderiert Dr. Benedikt Sauer Eintritt ist frei. Anmeldung zur Einschätzung der Besucher_innenzahl erbeten an: Maximilian Jaroljmek  email: m.jaroljmek@mci4me.at MCI Management Center Innsbruck Universitätstrasse 15 Innsbruck Text und Bild @ Sónia...

Sonntagsfund – Sammelstellen als WirtschaftsjournalistInnen...

„Ausgeschleckert“ Aufstieg und Fall eines Handelsunternehmens oder: Unsere „daily“ Insolvenz gib uns...

Die Trauerweide

Langsam nimmt der Tag wieder zu. Am Abend sind es bereits an die 20 Minuten, die die Sonne später untergeht. Am Morgen erst etwa sechs Minuten. Das erklärt sich vielleicht mit den am Abend länger vorhandenen Sonnenstrahlen – während am Morgen die Sonne ja erst zu leuchten beginnt, den Himmel noch nicht erhellt hat, so dass die Strahlen schon voraus scheinen würden. Immerhin ein Grund zur Aufhellung des Gemütes. Wäre da nicht die städtische Bauwut, die die schöne alte Trauerweide an der Unibrücke gefällt hat. Einfach so, könnte man denken. Die Straße wird nicht erweitert und auch sonst ist nicht viel zu sehen, dass auf eine bevorstehende bauliche Veränderung schließen ließe. Vorher war ihr Stamm noch durch einen Bretterverschlag verdeckt, so dass man schon glauben konnte, dies diene zu ihrem Schutz. Anscheinend aber ist das Gegenteil der Fall: Zuerst wird der Baum verschalt, dann wird er gefällt. Schnell und leise. Immerhin hat jemand gleich eine Kerze auf ihren abgesägten Stamm gestellt. Im Gedenken an ihren Fall – oder soll man sagen: ihren Tod. Aber wann stirbt ein Baum eigentlich? Das hat mich schon als Kind immer interessiert, als ich mit meinen Eltern oft in den Wald gegangen war und die Baumstrünke sah, aus denen oft grüne Zweige wuchsen. Also war da noch Leben drinnen, dachte ich. Aber im Wald ist das wahrscheinlich was anderes. Hier in der Stadt wird wohl auch der übriggebliebene Strunk oder Wurzelstock von einem Bagger ausgegraben und entsorgt werden. Damit nichts mehr an den Baum erinnert. Das Loch zugeschaufelt und dann … wird alles vergessen...

Social Media Relikte – als die Liebe noch für die Ewigkeit gedacht...

,,Social Media“ – eine etwas neuenglische Begrifflichkeit, welche niederschwellige, vernetzte, multimediale Kommunikation mittels den Werkzeugen des World Wide Webs beschreibt. Ein wesentliches Merkmal ist die Möglichkeit der aktiven Aktion und Antwort bzw. Reaktion in Echtzeit. Dieser (kostenlose) Echtzeit Anspruch, in Verknuepfung mit ständiger Verfuegbarkeit, hat das menschliche Kommunikationsverhalten allerdings grundlegend und nachhaltig verändert – Jeder Teilnehmende ist Produzent und Empfänger zugleich – der Aufmerksamkeitszeitraum verpufft im Sekundenbereich. Kurzlebigkeit, Willkür, aber auch produktives Verhalten sind also das Rückgrat dieser Unterhaltungsform – Die vermeintliche Kurzlebigkeit der digitalen Nachrichten oder Botschaften verleiten den Unresistenten in immer kürzeren Abständen den Aufmerksamkeitsreiz bis ins Absurde zu steigern. Im Unterschied zum Gesprochenem bleibt das Geschriebene allerdings erhalten. Ein besonderer Auswuchs dieses Trends ist der ,,Beziehungsstatus“. Mittels diesem teilt mann/frau der Welt mit, wer der aktuelle Sexualpartner ist, oder werden soll, wie lange noch und seit wann. Auf digitale Weise wird das einstmals Privateste also weltweit verkündet. Die Bemittteilten dürfen dann ,,gefaellt mir“ oder ,,nicht“ drücken. An diesem Beispiel sind die wichtigsten Motivationen und Funktionsweisen des ,,social media“ gebündelt. Nun zum romantischen Teil: Was früher die Post erledigte, wird heute durch ,,posten“ erreicht. Und wenn auch nur noch eine Wischgeste fuer Konsumverwöhnte, so ist die ,,Liebe“ fuer manch Menschenkind noch immer ein Versuch an der Ewigkeit. Für jene die ihre Beziehungen allerdings nicht mittels Fingerdruck lösen oder beginnen, stellt sich deshalb manchmal die Frage des Mediums – Papier tat immer gute Dienste, aber auch Häute, Bäume, Parkbänke, Toiletten usw. Die Wahl des Mediums kann also auch den vermeintlichen Anspruch einer Botschaft transportieren. Es mag oft wie sinnlose Schmiererei oder ,,Vandalismus“ erscheinen, aber es gab Sekunden, in denen ein Mensch überfallen wurde vom unbändigen Drang eine Botschaft an die Welt zu richten – und sei es nur...

klein. fein. Verein!

Vereinsmeier_innen aufgepasst! Ab sofort können sich wieder alle möglichen und unmöglichen Vereine dazu aufgerufen fühlen, ihre Anliegen, Ideen, Konzepte oder Aktionen auf provInnsbruck.at vorzustellen. Vereinsvorstellung: wer, wie, was, wann, wo… Wer einen Platz an der Tiroler Blog-Sonne ergattern will, muss eigentlich nur wollen. Wie ihr euren Verein präsentiert, überlassen wir euch. Nur geben, sollte es ihn schon. Was es aber in jedem Fall braucht, ist ein von euch gestalteter Beitrag samt Angabe eurer aktuellen Kontaktmöglichkeiten. Ein bissl Geduld und ein Foto sind natürlich auch von Vorteil. Wann eure Beiträge bei uns eintreffen, entscheidet ihr. Wann sie veröffentlicht werden, wir. Wo ihr euch melden könnt, ist eine gute Frage.redaktion@provinnsbruck.at die Antwort. … und warum Warum ihr das macht, werden wir sehen. Unsere Intention leitet sich von dem Gedanken ab, dass es vor allem für kleine aber feine Vereine schwer ist, die Tiroler Medienlandschaft für sich zu gewinnen. Wer kein Jubiläum feiert, Preisverleihungen nur von der Zuschauer_innenbank aus verfolgt oder gar der Meinung ist, dass Vernetzungsarbeit überbewertet wird, bleibt unsichtbar. Wir finden das schade und machen transparent, was sichtbar gemacht...

…heute einmal: ein zeitlos-aktuelles Zitat von Paulo Freire...

„Es wäre naiv, zu hoffen, dass die Mächtigen eine Erziehungsform entwickeln, die die Menschen dazu instand setzen würde, in kritischer Weise soziale Ungerechtigkeiten zu entdecken.“ (Paulo Freire, Pädagogik der Autonomie, Münster, Waxmann 2008: 50) Bild Copyright: Slobodan Dimitrov via Wikimedia...

Pappkameraden

Endlich ist wieder Wahlkampf und unsere Stadt wird mit freundlich lächelnden Politikergesichtern geschmückt: Diese zwei Kandidaten scheiden schon von vornherein aus, ich wähle nämlich aus Prinzip keine Pappkameraden. Wahrscheinlich nützt die rotschwarze Materialschlacht wieder einmal nur den Blaumiesen – und die sind bekanntlich noch viel zweifelhafter. An der Arbeiterkammer-Wahl werde ich mich aber natürlich trotzdem beteiligen: Ich wähle immer, sobald ich die Wahl habe. Mein Opa, der mich als erster Mensch politisch geprägt hat, hat es mir einmal so erklärt: Demokratie bedeutet, dass wir alle mitreden können. Wenn wir das nicht tun, machen die da oben sowieso nur noch das, was sie wollen. Auch wenn es mit jeder Wahl dasselbe Kreuz ist – Demokratie ist entscheidender als alle Pappkameraden und ihre plakativen...

Vortrag und Diskussion: Deutsche Burschen in Österreich...

Deutschnationale Burschenschafter stehen in Österreich für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung. Das extrem antisemitische, homophobe, rassistische und frauenfeindliche Weltbild des österreichischen Korporationswesens stellt wahrlich kein marginalisiertes gesellschaftliches Randphänomen dar. Vielmehr fungieren deutschnationale Burschenschaften auch als Kaderstätte und Verbindungsglied zwischen legal organisiertem Rechtsextremismus und der militanten Neonaziszene. So sind zahlreiche Nationalratsabgeordnete der FPÖ Alte Herren von Burschenschaften und es lässt sich auch sonst kaum ein namhafter Ideologe des österreichischen Neonazismus antreffen, der nicht dem korporierten Milieu entstammt. Vortrag: „Deutsche Burschen in Österreich“ Diskussion „Strategien gegen Rechtsextremismus Vortrag von Judith Goetz, Diskussion mit Judith Goetz und Karl Öllinger. Donnerstag, 16. Jänner, 2014, um 19 Uhr an der GEIWI (Innrain 52d) im Hörsaal 4 In einem Vortrag mit anschließender Diskussion sollen die historischen Überschneidungen des deutschnationalen Korporationswesen mit dem organisiertem Rechtsextremismus nachgezeichnet, auf jüngste Entwicklungen eingegangen und mögliche Strategien gegen Rechtsextremismus aufgezeigt werden. Judith Goetz Literaturwissenschafterin und Politikwissenschafterin. Seit 2001 zahlreiche Auslandsaufenthalte und soziale Tätigkeiten vor allem in Lateinamerika (Guatemala, Nicaragua, Argentinien, Venezuela), Mitglied der Redaktion Context XXI, der Forschungsgruppe FIPU (www.fipu.at) sowie der LICRA (Liga gegen Rassismus und Antisemitismus), Mauthausen-Außenlager-Guide, Trainerin, zahlreiche Artikel und Vorträge zu den Themenbereichen Rechtsextremismus, Gedenkpolitik und Gedenkkultur in Österreich sowie zu feministischen/frauenpolitischen Fragestellungen. Lehraufträge an den Universitäten in Klagenfurt/Celovec, Salzburg und Wien. ————– Karl Öllinger Langjähriger Nationalratsabgeordneter der GRÜNEN, bekannt für seine ausführliche politische Thematisierung rechtsextremer Umtriebe in Österreich. Initiator von stopptdierechten.at. Eine Veranstaltung der...

Lasst Utopie Stadt finden!...

Täglich radle ich an der Talstation der alten Hungerburgbahn (1906-2005) vorbei – das denkmalgeschütze Gebäude dämmert seit Jahren im Dornröschenschlaf dahin. Die Talstation ist eine Utopie, also ein Nicht-Ort, der vielfältigen Visionen offensteht. Während des Rotate-Festivals im Juli 2012 wurde der Gebäudekomplex für kurze Zeit wieder öffentlich zugänglich gemacht. KünstlerInnen nutzten die Räume für musikalische Performances, Konzerte und Ausstellungen; in der Wohnung im Obergeschoss wurde unter anderem eine Videoinstallation präsentiert. Ohne viel Phantasie lassen sich zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten für das pittoreske Gebäude vorstellen: Vom temporären Veranstaltungsort über Räumlichkeiten für Coworking-Projekte bis hin zu Büros für kulturelle und soziale Einrichtungen wäre vieles denkbar – und jedenfalls um vieles sinnvoller als der Stillstand und schleichende Verfall der letzten Jahre. Betrachtet man die ebenfalls leerstehende Rotunde, die Talstation und die denkmalgeschützte Innbrücke der alten Hungerbahn im architektonischen Zusammenspiel, ist der Bereich am Beginn des Rennwegs, direkt vor der Mühlauer Brücke, ein ideales Entwicklungsgebiet für urbane Utopien: Es bleibt zu hoffen, dass dieser Möglichkeitsraum möglichst bald für vielfältige Projekte und Visionen genutzt...