Präsentation Gaismair-Jahrbuch 2014: Standpunkte...

Gaismair-Jahrbuch 2014: Standpunkte Präsentation: 27. Nov., 19:30, Buchhandlung Haymon „Standpunkte“ ist der Titel des diesjährigen Gaismair-  Jahrbuches. Dokumentiert werden Kritik und Alternativen: im Bildungsbereich, im Umgang mit Migration, Ausgrenzung und Rassismus und in der Arbeiterbewegung. Wahlen, rechte Netzwerke und der Nationalsozialismus sind ebenso Thema  wie die aktuellen Reaktionen der Opfer der Heimerziehung, Schwangerschaftsabbruch, Bettelverbote und die Bundesheer-Volksbefragung. Den Abschluss bildet ein Literaturteil. Präsentation Mittwoch, 27. November 2013, 19:30 Uhr Buchhandlung Haymon, Sparkassenplatz 4, Innsbruck Weitere Infos zum Jahrbuch sind hier zu finden!...

Wissen macht Spaß – 3. Innsbrucker Science Slam...

Knackiger Titel statt Fachbegriff-Monster, kreative Demo-Objekte statt Powerpoint, spannende Kurzpräsentation statt langatmigem Vortrag. Beim SCIENCE SLAM präsentieren Forscherinnen und Forscher ihre aktuelle Arbeit so, dass endlich jeder versteht was man macht, warum es einen selbst so fasziniert und was dabei einmal herauskommen kann. Am Ende des Abends kürt das Publikum via Tischvoting den Slam Champion des Abends. Hitzige Diskussionen über die Slammer und ihre Forschung sind dabei unvermeidbar… Video der letzten Siegerin Claudia Paganini [video:http://youtu.be/bg0C8blVxWw] 3. Innsbrucker Science Slam Fr 22.11.2013, 20:00, Treibhaus Innsbruck scienceslam.at BERNHARD WEINGARTNER...

Retrospektive Utopien – Tirolissimo Gala 2013...

«Die Werbebranche, gerne als Kreativszene bezeichnet, sollte sich ihrer Aufgabe bewusst sein und sich mit der Rolle des illustren Nebendarstellers nicht zufrieden zu geben» – soweit das Selbstverständnis der Tiroler Werbebranche. [video:http://youtu.be/1782VfxdIZ4] Für Napalm war das wieder einmal der richtige Impuls ein neues Experiment zu wagen. Dieses Mal im Rahmen der Tirolissimo-Gala 2013, jenem Ort, an dem sich ebendiese Werbebranche in Szene setzt und wo die «illustren Nebendarsteller» zu «illustren Hauptdarsteller» werden. Meinungen, Ansichten und Darstellungen vermischt mit einer Brise Ironie, Wissenschaftlichkeit und der Entkontextualisierung von Werbung. MARCO...

Leerstand sichtbar machen – Mariahilfstraße...

Im zweiten Teil der Serie „Leerstand sichtbar machen“ werfen wir einen Blick auf den privaten Immobilienmarkt in Innsbruck. Während rund 2.300 Menschen für eine halbwegs leistbare Sozialwohnung vorgemerkt sind, floriert das Geschäft mit Wohnraum am freien Markt. Preise von mehr als 6.000 Euro pro Quadratmeter sind keine Seltenheit und Mieten in der Höhe von 20 Euro pro Quadratmeter längst Standard. Die Politik ist völlig hilflos und/oder hält sich an der zahlungskräftigen Klientel der Anleger schadlos. Denn es gilt: Geld schafft an. Wer Wohnraum besitzt, kann damit machen, was immer er will. Ein besonders dreistes Beispiel dafür findet sich mitten im Herzen Innsbrucks. Die berühmte Postkartenidylle am nördlichen Innufer zählt zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt. Pittoreske Fassaden in knallbunten Farben umrahmt vom gewaltig schroffen Massiv der Nordkette. Doch zwei Häuschen der Zeile strahlen weniger prächtig. Bei den Adressen Mariahilfstraße Nr. 4 (grünes Haus) sowie Mariahilfstraße Nr. 2 (gelbes Haus an der Kreuzung zur Höttingergasse), ist bis auf den Copyshop im Parterre niemand anzutreffen. Seit rund zehn Jahren steht das gelbe Haus leer, das angrenzende grüne gar seit mehr als zwanzig. Die verwitterten Fassaden, die teils kaputten Fenster und das rissige Mauerwerk zeugen von der jahrzehntelangen Vernachlässigung. Häuser mit jahrhundertealter Geschichte Die zwei Gebäude gehören zum ältesten Baubestand Innsbrucks und lassen sich bis ins Jahr 1466 mit schriftlichen Belegen zurückverfolgen. Die Häuser weisen gotische Bausubstanz auf und Haus Nr. 2 verfügt mit dem frühgotischen Relief an der Ecke zur Höttingergasse, das aus dem Jahr 1430 stammt, über das älteste Wandrelief Innsbrucks. Es zeigt Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes, in den Seitenfeldern sind der Hl. Nikolaus sowie eine weitere gekrönte Heilige ohne Attribute zu sehen. Als „Gasthaus zum Goldenen Greifen“, wird es seit 1600 in den Chroniken geführt. Dieser...

Offener Brief: Nicht vermieten wenn schon nicht verbieten...

Werte Bürgermeisterin, werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Stadt Innsbruck, werter CMI-Geschäftsführer Christian Mayerhofer!   Die Stadt Innsbruck kann die so harmlos klingende „Verbandstagung Deutscher Burschenschaften“ am 29./30. November behördlich also nicht verbieten. Es sind Entscheidungen wie diese, die man nicht verstehen mag – sind die Veranstalter doch just jene strammen Herren der über die Grenzen des deutschen Volkstums hinaus als rechtsextrem bekannten Burschenschaft Brixia, ihres Zeichens ihr headquarter, oder: Kopfviertel (?) in Innsbruck habend.   Es ist wohl nicht nur mir wurscht, WIE dieses Treffen von Deutschen Burschenschaften, und zwar des rechtsrechten Randes der Deutschen Burschenschaften, in der Tiroler Landeshauptstadt verunmöglicht wird. Ein Treffen von im besten Fall „Verwirrten“, die vor zwei Jahren doch tatsächlich über die Einführung eines „Arierparagrafen“ diskutierten. Ein Treffen von im besten Fall als „Musterbeispiel für das Versagen des Systems Schule“ Tauglichen, die im Geschichteunterricht vermutlich die fehlenden Stunden Schlaf des vergangenen Wochenendes nachholten.   Es ist eine Schande, dass Innsbruck, das sich seit langem ehrlich darum bemüht eine Stadt des Miteinanders zu sein, wieder als Treffpunkt ewig Vorgestriger auserkoren wurde. Die viel größere Schande aber ist, dass es ausgerechnet eine Congress und Messegesellschaft, eine GmbH im Besitz der Stadt Innsbruck ist, die die Räumlichkeiten für dieses Treffen vermietet. Geht es der CMI wirklich so schlecht, dass sie auf solches Geld nicht verzichten kann?   Man müsste dieses Treffen Ende November schlicht ignorieren. Geht aber nicht. Die Burschenschafter freuten sich den Ast einer deutschen Eiche ab, wenn sie endlich wieder ohne öffentlichen Aufruhr zusammenkommen könnten. Klar: sie freuen sich zumindest einen halben Ast ab, DASS es öffentlichen Aufruhr gibt und sie wahrgenommen werden. Als vernunftbegabter Mensch muss man jedoch gegen ein Denken, wie es von den teilnehmenden Burschenschaften zum überwiegenden Teil vertreten wird, auftreten. Mir,...

Innsbruck, deine Plätze … Leipziger Platz...

Der 1904 zu Innsbruck gekommene Stadtteil Pradl, verfügt – entsprechend seiner Größe – auch über mehrere Plätze. Einen, den wir gleich mal zu Beginn, wenn wir durch die Rhombergpassage gequert und das Kaufhaus Sillpark hinter uns gelassen haben, zu Gesicht bekommen, ist der Leipziger Platz. Benannt ist er nach der berühmten Völkerschlacht bei Leipzig, welche exakt heuer vor zweihundert Jahren, nämlich 1813 in der Nähe von Leipzig stattgefunden hat. Und genau hundert Jahre nach diesem welthistorischen Ereignis, 1913, wurde der Platz angelegt. Dass man diesem weit von Innsbruck entfernten Ereignis einen eigenen Platz gewidmet hat, lässt sich schlicht und ergreifend aus dem Umstand erklären, dass Napoleon, dem bei dieser Schlacht ja eine empfindliche Niederlage bereitet wurde, hierzulande ja alles andere als beliebt war, und das gegen ihn mit Preußen und Russland verbündete Österreich- ihn endgültig besiegt hatte. Also ganz im Sinne der damaligen nationalen Idee der großen Kaiserreiche gegen das napoleonische Frankreich. Und wenn hier weder ein Denkmal noch sonst was an dieses Ereignis erinnert, so hat man sich wohl nur der großen – damals zumindest noch – ziemlich freien Fläche besonnen und daraus eben den Platz dieses Namens gemacht. Zumindest ein bisschen aufgewertet wurde der Platz jetzt durch die neu errichtete Straßenbahn- und Busumsteigestation der IVB, und nicht zuletzt durch das starke Verkehrsaufkommen regt er auch nicht eben zu einem längeren Verweilen und Flanieren an. Vom Baulichen her bietet er hingegen nicht gerade viel Bemerkenswertes, wenn wir vom architektonisch beeindruckenden Hallenbad Amraserstraße einmal absehen. Es wurde 1928 nach Plänen von Friedrich Konzert erbaut. Dieser äußerst rührige Innsbrucker Stadtplaner, er lebte von 1877 – 1964, dem wir auch die Konzertkurve in Wilten als auch die Höhenstraße verdanken, hatte auch einige öffentliche Bauten wie eben Schulen und Bäder geplant. Das...

Hierzulande – braune Flecken in Innsbruck...

SS-Studentensturmführer Gerhard Lausegger und die SS-Untersturmführer Robert Duy und Walter Hopfgartner ermordeten im Zuge des Innsbrucker Novemberpogroms 1938 den jüdischen Ing. Richard Berger. SS-Studentensturmführer Dr. Gerhard Lausegger ein gebürtiger Klagenfurter, studierte Jus in Innsbruck, war Mitglied und Sprecher der Burschenschaft Suevia, Obmann der schlagenden Verbindungen Innsbrucks, oberster Chef der Sicherheitsexekutive und Adjutant der 87. SS-Standarte. Er wurde 1945 von Mitgliedern des britischen Militärs in Kärnten festgenommen und dort im Mai 1946 vom Sohn des ermordetenRichard Berger – Frederik R. Benson entdeckt. Im März 1947 konnte er mithilfe eines Ausweises des Internationalen Roten Kreuzes über Südtirol nach Argentinien flüchten, wo er als Nicolo Gracea am 20. Dezember 1966 bei einem Unfall ums Leben kam. Seitdem wird beim Ehrendenkmal (siehe Foto) der deutschnationalen Burschenschaft Suevia am Innsbrucker Westfriedhof sein Name geehrt – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Friedhof. Mehr Infos...

Die grenzenlose Weite – weiteRe Erfahrungen am Berg und Meer...

Es gibt nicht viel, was man am Abend unternehmen kann, wenn man kurzsichtig ist und die Brille kaputt geht. Um der Langeweile zu entfliehen, habe ich mich zu einem Spaziergang durch einen Ort entschlossen, wo man alles auch ohne Brille beobachten kann. Ich habe die Augen geschlossen und bin durch die Bilder, Erinnerungen und Gedanken in meinem Kopf spazieren gegangen – ein Spaziergang, den jeder immer machen kann.   Ich stehe am Strand und richte meinen Blick auf das Meer. In Ligurien, einem schmalen Landstrich in Norditalien – hinten Hügel und vorne Meer –  habe ich die ersten 20 Jahren meines Lebens verbracht. Jetzt lebe ich in Tirol – hinten Berge und vorne Berge. Dass es aber zwischen Ligurien und Tirol keine große Unterschiede gibt, habe ich am Ende meines Spazierganges festgestellt. Am Meer erlebt man die Weite, und in der Ferne ist der Horizont, wo das Meer den Himmel trifft. Dieses scheinbare Treffen irgendwo im Blauen findet nie statt. Der Horizont stellt für mich keine Grenze dar. Nicht nur weil er nicht existiert, sondern, weil er sich jederzeit verschieben lässt, indem ich meinen Standpunkt ändere. Ich muss mich bewegen, ich muss aufs Meer, Kräfte und Mut sammeln, um dort in der Weite das Mehr zu erfahren. Solange ich im sicheren Hafen bleibe, verpasse ich die Chance, das Weitere über den Horizont hinaus kennenzulernen. Ich bin nun unterwegs zum Berggipfel. Wasser und Regenschutz habe ich eingepackt zusammen mit einer ganzen Menge Mut. Anstrengend ist der Weg, und alleine die Auseinandersetzung mit meinen Kräften, um das Ziel zu erreichen, ist eine Belohnung für diese Mühe. Ich habe die Bergspitze erreicht und stehe oben. Alleine. Um mich herum erstreckt sich die Weite. Ich phantasiere über das Treffen der Berggipfel, die mich...

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Das Glück und die Höttinger Gasse...

Die hohe Literatur der Menschheit ist ja geprägt von Morden, Vergewaltigungen, Trennungen, Kindesentführungen und vielen weiteren Möglichkeiten des Unglücks. Viel seltener steht darin etwas von „Glück“. Glück gibt für die Literatur nicht viel her, es existiert nahezu ausschließlich in Werbespots für Schokolade oder Geschirrspülreiniger und in diversen „Ratgebern“. Google etwa bietet mir bei der Suche nach „Glück Anleitungen“ immerhin 1,4 Millionen Einträge an, von „Buddhas Anleitung zum Glücklichsein“ – ich wusste gar nicht, dass der Mann auch Autor war! – über „Werde ein Meister des Glücks“ gibt es alles, was nichts nützt. In der seriösen Literatur, wie Reich-Ranicki und andere Literaturkritiker sie definier(t)en, herrscht dagegen ein ausgeprochener Mangel an Glück. Beispielhaft sei ein berühmtes Buch des Österreichers Paul Watzlawick erwähnt, die „Anleitung zum Unglücklichsein“, eine Sammlung von Kommunikationsfehlern, die unausweichlich unglücklich machen. Was aber macht glücklich? Darauf wusste der Mann keine Antwort! Und dafür haben wir ihn studieren lassen? Friedrich Torberg hat im Buch „Die Tante Jolesch“ Glück definiert als weitgehende Abwesenheit von Unglück. Nicht beglückend, diese Aussage, aber immerhin eine Möglichkeit. Was will uns der Autor dieser Zeilen sagen? Und was hat das alles mit der Höttinger Gasse in Innsbruck zu tun? Glück ist … Ich will euch nicht weiter auf die Folter spannen und darf euch mitteilen: Ein Glück ist es, die Höttinger Gasse unverletzt zu begehen! Seit vielen Jahrzehnten bemüht sich zwar eine Initiative, diese Glücksmöglichkeit zu entfernen, indem sie – natürlich vergeblich – auf die Gefahren dort hinweist. Ein Mal im Jahr wird den Bewohnerinnen und Bewohnern zuliebe die Gasse immerhin gesperrt, dann wird getanzt, gescherzt und gespielt. Ein Hauch von Glückseligkeit strömt durch Hötting, aber nur für kurze Zeit. Die restlichen 364 (beziehungsweise in Schaltjahren 365) Tage bleibt die Gefahr, von einem Auto oder...