Friedliche Demo gegen Burschenschafter...

Etwa 1.500 DemonstrantInnen protestierten heute in Innbruck friedlich gegen das Treffen der Deutschen Burschenschaft in Innsbruck. Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Bereichen setzten ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus. Schon am Vormittag startete der Marsch der Burschenschafter ausgehend vom Verbindungshaus der schlagenden Burschenschaft Brixia in St. Nikolaus. Circa 100 Burschenschafter in vollem Wichs versammelten sich hinter einem Transparent mit der rätselhaften Aufschrift: Heute bei der Messe, morgen in der Verfassung. Ich bin die LINKE GEWALT. Der Sinn dieser recht unbeholfen formulierten Botschaft bleibt weitgehend unklar. Anlässlich der bunten und lautstarken Gegendemo hier noch ein YouTube-Clip vom Flashmob gegen Burschenschafter aus dem Jahr 2009. Bitte ergänzt diesen Kurzbericht mit euren persönlichen Erlebnissen, Ansichten und Informationen....

Wir ALLE sind Stadt – Texte aus dem Integrationsbüro...

Da das Integrationsbüro Innsbruck seit 2009 unter dem Motto „Wir ALLE sind Stadt“ in Innsbruck wirkt, haben wir ein paar TeilnehmerInnen unseres Deutsch-Lerncafés befragt, was sie über Innsbruck denken. Das Ergebnis sind folgende kurze Texte, in welchen sie sich als BewohnerInnen dieser Stadt vorstellen: Ich bin 43 Jahre alt. Ich komme aus dem Sudan. Ich bin seit 9 Jahren in Österreich. Ich lese gern in der Freizeit, mache Sport und sehe fern. Ich mag Ruhe und ich mag nicht die vielen Fragen über mein Leben. Die Menschen in Innsbruck sind sehr nett, aber verschlossen. Ich wünsche mir in Innsbruck Integration mit vielen Menschen. Ich freue mich über Diskussionen mit Leuten. Die Natur in Innsbruck gefällt mir, der Winter gefällt mir nicht. Ich heiße Ahmed und bin 31 Jahre alt. Ich komme aus dem Irak, aus Baghdad. Seit drei Jahren bin ich schon in Österreich. Wenn ich Freizeit habe, lerne ich gerne Leute kennen, fahre mit dem Fahrrad und schwimme gerne. Ich mag viele Sachen im Leben, aber ich finde schwierig darüber zu schreiben. Ich besuche das Deutsch-Lerncafé seit ungefähr 2 Jahren. Die Menschen in Innsbruck sind oft nett und hilfsbereit. Innsbruck gefällt mir, weil es so ruhig ist. Mein Lieblingsort in Innsbruck ist der große Hofgarten, weil er sehr schön ist. Ich ärgere mich oft über den Stau in Innsbruck. Ich freue mich auf Weihnachten, weil dann viele Leute da sind, um zu feiern. Ich wünsche mir für Innsbruck eine gute, starke Wirtschaft und dass alle Menschen Freude haben! Mein Name ist Nooragha, aber mein Spitzname im Deutsch-Lerncafé ist Lala. Ich bin 19 Jahre alt. Ich komme aus Afghanistan. Seit eineinhalb Jahren bin ich in Österreich und seit ungefähr 10 Monaten besuche ich das Deutsch-Lerncafé. Ich lese und mache...

Nowhere Store Eröffnung in Wilten...

Nicht unweit des Wiltener Platzls, und ums Eck vom Weekender Club, in der Franz Fischer Straße 5,  öffnet diesen Freitag, den 29sten, der Nowhere Store seine Türen. Die Boys, die hinter den „Innsbruck my Ass“ und den Schmusen-T-Shirts stecken, versuchen sich, nebst ihres immer größer werdenden Online-Erfolges, im Ladenschupfen. Heute lief sogar ein Bericht auf „Tirol Heute“. Die feuerrothaarige Burn machte mich darauf aufmerksam, also schaltete ich ein, und man muss schon sagen, dieser Bericht hat mir gefallen. Am Anfang kommen die fünf Freunde bei der Tür herein, dann streut der Laurin Shirts, Jutesäcke und so weiter auf den Boden des Stores. Burn informierte mich darüber, dass die Kleider auf lediglich drei langen Stangen aufgehängt werden, um dem Store nicht den erwünschten Clean Chic zu nehmen. Besonders gespannt bin ich auf die musikalische Umrahmung.   Nachdem ich mich nun endgültig dazu entschieden habe, so gut wie möglich nur noch Kleidung, die ich bereits besitze, wiederzutragen, bin ich speziell erfreut über den Vintagebereich des Nowhere Ladens. Burn ist, wie ihr vielleicht bereits schon wisst, eine begnadete Flohmarktgängerin. War das früher auch, dann hatte ich es satt, nun gefällt mir der Second Hand-Look und vor allem -Gedanke wieder. Denn, wie Burn echt super gesagt hat im Bericht, wird man, wenn man in Vintagekleidung investiert, Teil der Recycling-Bewegung, was unser aller Ziel sein sollte.   Und die Schmusing-Shirts sind fair trade, gefertigt aus, wie vom Skaterboy im TV Bericht verlautbart, „organic cotton“, also Bio-Baumwolle. Ich besitze mein Exemplar seit der letzten Soundcity Nacht. Mein Schaufenstermann trägt es oftmals als Bandana, so wie man es eben hat. Soundtrack-mäßig laufen dabei Songs von der Band “Is Tropical“ im Hintergrund. InsiderInnen schmunzeln an dieser Stelle. Make love, not war! Peace out … man sieht sich...

Es ist kalt in Innsbruck...

Der Winter hält Einzug und Innsbruck steht vor einer Herausforderung: die Zahl obdachloser Menschen in der Stadt hat deutlich zugenommen. Sozialeinrichtungen schlagen Alarm, dass angesichts sinkender Temperaturen dringend benötigte Plätze in Notunterkünften fehlen. „Wir sind gespannt, wie es diesen Winter wird“, sagt Franz Wallentin, Streetworker beim Verein für Obdachlose in Innsbruck. Er ist einer der wenigen, die abschätzen können, wie viele Menschen in Innsbruck von Obdachlosigkeit betroffen sind. Sie leben im Verborgenen, in Statistiken werden sie nicht erfasst. Gemäß einer internen Erhebung des Vereins für Obdachlose waren es im Oktober 2012 rund 190 Menschen, die in Innsbruck ohne Dach über dem Kopf lebten. Wie viele es heute sind, kann Wallentin nur schätzen: „Aber es sind auf jeden Fall deutlich mehr.“ Im Laufe des vergangenen Sommers habe die Zahl seiner Klienten „sehr zugenommen“, erzählt er. Warum das so ist, weiß er nicht. Aber es sind vor allem Obdachlose Menschen aus dem EU-Raum, die in den vergangenen Monaten nach Innsbruck kamen. Bei den überdurchschnittlich warmen Temperaturen diesen Sommer für die Betroffenen nicht problematisch . Doch mit den mit den sinkenden Temperaturen spitzt sich die Situation drastisch zu. „Alle Notunterkünfte in Innsbruck sind bereits voll, aber es haben längst nicht alle Obdachlosen eine Unterkunft“, sagt dazu Michael Hennermann, Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose. Die Stadt Innsbruck bietet in den beiden ISD-Einrichtungen Herberge und Alexihaus insgesamt rund 150. Jedoch gilt hier eine Zugangsbeschränkung: Hinein darf nur, wer Anspruch auf Mindestsicherung hat. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, dem bleibt nur die Notschlafstelle des Roten Kreuzes Innsbruck in der Trientlgasse. Hier arbeiten Stefan Biebl und sein Team bestehend aus 17 ehren- sowie hauptamtlichen Mitarbeitern. Die Notschlafstelle wird von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol finanziert. Insgesamt bietet die Einrichtung täglich 31 Schlafplätze von 18...

Music and the province (Vol. 6) – LIQUID STEEL...

Für provinnsbruck habe ich mich diesmal – ausgerüstet mit Filmkamera – in die Tiefen der Innsbrucker Metal-Höhlen gewagt, wo flüssiger Stahl von den Wänden tropft und schwere, melodische Gitarrenriffs den Raum füllen. Ich habe dort auf vier sehr interessante, sehr langhaarige, erstaunlich lebensfrohe Gestalten getroffen, die mich binnen weniger Minuten von ihrer großen Leidenschaft überzeugten. Über Spielereien mit Klischees und Schubladen, kreativen Krach, leidiges Vorband-Dasein, kostspielige Europa-Tourneen, die Erfüllung von großen Träumen und verschieden zu bewertende flüssige Substanzen.  [video: http://www.youtube.com/watch?v=hCiS4WrqUgg&feature=youtu.be] www.liquidsteel.at Das nächste Mal LIVE zu erleben am 20.12.2013 in der Kufa in...

Ara’s Assoziationen...

Und noch ein Nachzügler aus der Schreibwerkstatt: Mit was assoziiert Ara Innsbruck? Ara ist einer von meinen Kollegen bei der Schreibwerkstatt für Migrant_Innen. Er ist fünfundzwanzig Jahre alt und kommt aus Armenien. Wir haben über was Innsbruck für uns bedeutet geredet. Die Stichwörter, die ihm eingefallen sind, lauten: Schnee: Ara kommt auch aus einem Ort, wo es Schnee gibt, aber für ihn ist es hier nicht dasselbe. Hier gibt es lange Schnee in den Bergen und das findet Ara wunderschön! Olympische Spielen: diese Gedankenverbindung klingt logisch, weil die Winter Olympische Spielen in Innsbruck schon stattgefunden haben. Bergisel ist ein wichtiges Symbol für den Tourismus in Innsbruck. Die Kuh: das ist ein wichtiges Tier in die Region, deswegen findet Ara eine große Verbindung. Der Käse, die Milch, alle Milchprodukte! Swarovski: für ebenso viele andere Leute, die nach Innsbruck kommen, stelle diese Firma etwas charakteristisch von Tirol dar, obwohl das nur ein Unternehmen ist, das mit Glas arbeitet… Inn: es ist der Fluss, der in Innsbruck fließt. Er ist ganz ein schönes Symbol von einem Land, das immer voll mit Wasser ist.    Entstanden am 20.11.2013 in der Medien- und Schreibwerkstatt für Migrant/innen des Österreichischen Integrationsfonds, die Autorin in Rocio! Bild@ Sonia Melo...

Das denken wir Über Innsbruck...

Was denken unsere Schreib- und Medienwerkstattteilnehmer/innen über Innsbruck? Ein paar von ihren Gedanken haben Alexandros, Ara, Sebastian, Waisudin, shifteh und Hami am 20.November in diese schönen Texte gefasst: Aus Chile mit Liebe Sebastian kommt aus Chile und ist in Innsbruck um zu studieren. Ihm gefallen die Berge von Innsbruck, aber er hat die Stadt immer zu teuer gefunden. Das Problem für ihn ist, dass die Geschäfte hier sehr früh zu machen. Text von Alexandros Alexanov Unglaubliches Abenteuer – eine Spanierin in Tirol Rocio ist meine gute Freundin. Sie hat Innsbruck sehr schön gefunden. Mit Innsbruck assoziiert sie immer die Bergen. Innsbruck ist für sie eine sehr schöne Stadt mit majestätischen Bergen und eine unglaubliche fantastische Natur. Normalerweise wo Berge sein, da ist Wintersport. Sie hat nirgendwo sonst gesehen, trotz ihrer Alters, so viele süchtige Leute in diesen Wintersport. Aber in Innsbruck ist Deutsch nicht genug, man muss noch Dialekt lernen. Und Dialekt ist so unglaublich anders! Text von Ara   Frisch doch schlau Alexandros kam vor einem Monat nach Innsbruck. Er möchte hier bleiben. Er hat einen Job bei Primark angenommen. Er und seine Ehefrau werden im kurzem ein Baby haben und versuchen beide sich das zu leisten. Er findet die Natur in Innsbruck am schönsten. Auch ist die Atmosphäre der Stadt für ihn sehr angenehm. Die Preise sind definitiv ein großes Problem in der Stadt. Und wenn er um 19Uhr etwas kaufen will, obwohl es teuer ist, kann er es nicht mehr machen, da die Geschäfte schon um die Uhrzeit geschlossen sind. Er ist sehr schlau. Text von Sebastian Collado   Leben und lieben in Innsbruck Wir sind Waisudin aus Afghanistan und Shifteh aus dem Iran. Innsbruck liegt in den Alpen. Im Norden ist die Nordkette und im Süden den Patscherkofel. Durch...

Die Erde von Noy

Der Legende nach, nach der Flut, Noy ließ sich ind em Land Armenien nieder. Der Berg Ararat, jetzt im Gebiet der Türkei, aber es war immer und wird immer der heilige Berg für das armenische Volk sein. Armenien ist das erste christliche Land der Welt (301 n. C.). In Armenien sein und nicht von armenischen Lawasch, Dolma und den besten Aprikosen in der Welt ist es, als ob man nichts tut.  Trotz der scheiße Politiker, Bürger sind sehr nett und gastfreundlich. Sie zeigen ihre Probleme und ihre Gefühle nie. Mit dem Duduk, sehr schöne und gleichzeitig sehr traurige Musik, sagt man alles über Armenien. Entstanden in der Medien- und Schreibwerkstatt für Migrant/innen des Österreichischen Integrationsfonds, Autor und Übersetzer ist...

450 Jahre Innsbrucker Hofkirche...

Schon als Kind hat mich die Innsbrucker Hofkirche fasziniert, hat sie doch neben all dem was eine Kirche im Normalfalls so zu bieten hat, wie schön gestaltete Altäre, sehenswerte Wand- und Deckengemälde usw. auch eine Schar überlebensgroßer eiserner Statuen – eben die im Volksmund so genannten „schwarzen Mander“ – die  sie zu einem Innsbrucker Highlight machen, das natürlich bei keiner Stadtführung fehlen darf.     Auch wenn ich als Kind nicht verstanden hatte, um was es da eigentlich ging, wer die Ritter alle waren – denn als solche waren sie mir schon in meiner kindlichen Wahrnehmung erkennbar – noch wozu sie hier in der Kirche aufgestellt waren, hatte mich das ganze tief beeindruckt. Dass es sich dabei um ein Grabmahl handelt, die Figuren also dieses bewachen, und die eigentliche Hauptfigur des ganzen, der Kaiser Maximilian I., auf eben jenem als kniende Figur thront, und eben jener Maximilian einer der bedeutendsten Habsburgerherrscher war, erfuhr ich dann später, und wohl noch später dann die Tatsache, dass es sich bei diesem Grabmahl im eigentlichen Sinne um gar kein solches handelte, sondern lediglich um ein Kenotaph, also ein leeres Grab, das lediglich zur Erinnerung an den Verstorbenen oder die Verstorbene errichtet wurde, meistens reichlich geschmückt mit Stauten und Reliefs.   Kaiser Maximilian ließ sein Grabmahl und die Kirche schon zu seinen Lebzeiten planen. Erbaut wurde die Kirche und das zugehörende dann aber erst nach seinem Tod, in den Jahren 1553-1563 vom süddeutschen Baumeister Nikolaus Türing nach Plänen des Trientiner Architekten Andrea Crivelli. Näheres zur Baugeschichte und reichhaltigen Ausstattung der Kirche findet man unter http://www.tiroler-landesmuseen.at/html.php/de/hofkirche/die_hofkirche Hier findet man auch Details zum Programm des heuer über das ganze Jahr hin ausgelegten vierhundertjährigen Jubiläums der Kirche, das heute Abend um 19 Uhr mit einem Gottesdienst im...

Aktuelle, brisante Relikte – Vom Turnen, Schwertführen & Ideologie...

Tiroler(innen) sind ein sportliches Volk – Berge vor der Tür, die Natur zum greifen nah und immerhin auch Ausrichter von mehreren Olympischen Spielen der Neuzeit. Im Vergleich zu unseren östlichen Bundespartnern wiegen wir weniger, ernähren uns gesünder und geniessen relativ hohe Lebenserwartung. Diese belastet zwar unser Sozialsystem, allerdings schließen wir daraus: Bewegung ist gesund, fördert die Psyche, hilft beim Stressabbau und verlängert unser Dasein. Gesundheit und Kondition verschafft also evolutionäre Vorteile – Körperbeherrschung und Kraft kann eine äusserst effektive Waffe sein und ist die grundsätzlichste Anforderung an Soldaten. Doch wie viele wollen und brauchen wir Soldaten? Am Innsbrucker Messegelände finden sich demnächst einige hundert uniformierte, Schwerttragende Soldaten ein, die es sich zur Aufgabe gemacht haben uns immer wieder daran zu erinnern, dass wir „Deutsche“ sind. Für die einen ist es Heimatverteidigung, für andere ein Relikt. Und nun zur Eigenverantwortung: Wer diese sperrigen Ausführungen visuell wahrnehmen will, folgt seinem städtischen Spazierweg Richtung Saggen – Zeughaus und das naheliegende Siebenkapellenareal sind Begrifflichkeiten, die leicht über Google Maps, Fremdenführer oder andere Navigationsinstrumente gefunden werden können. Das Zeughaus ist eine museale Sammlung von „Kriegsgeräten“ des Mittelalters bis ca. Jahrhundertwende und einen Allgemeinbildungs-Pflichtbesuch wert. Das Siebenkapellenareal ist eine Kirche, die der Säkulasierung zum Opfer fiel und zw. 1945 bis ca. 1988 als Lager der Post diente – heute leerstehend. Doch unser Augenmerk richtet sich nicht auf bekanntes und vielseitig dokumentiertes, sondern wandert über die Parallelstraße: Ein Brunnen. Gewidmet: „Tiroler Turngau“ für Friedrich Ludwig Jahn – Turnvater „Jahn“ – Wie nicht anders zu erwarten in der Jahnstraße, unweit dem Messegelände gelegen. Für diesen Herren wurden einige Denkmäler im deutschsprachigen Raum erbaut, da er als Begründer und „Vater“ des Turnsports und des organisierten Massensports gilt. Er entwickelte allerdings nicht nur den Sport, sondern auch eine Ideologie,...