Wer hat euch (noch) nie verraten? Die Piraten...

Die Piraten sind eine virtuelle Partei und als solche Kinder des 21. Jahrhunderts. In Berlin errang die Piratenpartei 2011 mit 8,9 Prozent einen Überraschungserfolg und schaftte es in mehrere weitere deutsche Landesparlamente. Auch in Innsbruck zog ein Pirat in den Gemeinderat ein, allerdings sind die Inn Piraten nicht mehr Teil der Piratenpartei Österreichs. Die Schwerpunkte ihres Programms liegen auf dem bedingungslosen Grundeinkommen, dem Ausbau der BürgerInnenbeteiligung und der Stärkung von Grundrechten sowie auf umfassendem Datenschutz. Politisch kann man die Piraten als sozial-liberal bezeichnen – so würde ich zumindest ihre Grundwerte interpretieren. Die Piratenpartei Österreich ist eine Kleinstpartei ohne gewachsene Struktur oder nennenswerte Finanzmittel. Gerade im Bereich der Netzpolitik und der allumfassenden Überwachung haben die Piraten einige sehr interessante Ansätze und formulieren Diskussionsvorschläge für die digitale Demokratie 2.0. [video:http://youtu.be/QsUq00o5rDQ] Unter www.piratenpartei.at/ findest Du zahlreiche weitere Informationen und kannst dir selbst ein Bild machen. Aus heutiger Sicht ist es zwar eher unwahrscheinlich, dass es die Piraten auf Anhieb ins Parlament schaffen. Ihre Forderungen sind aber sicher unterstützenswert und bekanntlich brauchten auch die Grünen mehrere Anläufe, um im Parlament anzukommen....

Warum Innsbruck eine Bildungsoffensive benötigt...

Warum Innsbruck eine Bildungsoffensive benötigt und keine Wahlwerbung An einem Vormittag erlebt in Innsbruck: Auf der hundewiese, 1/2 bis 1 m nach dem Eingang mit „Sackln fürs Gackl“ und Müllkübel liegt ein Hundehaufen. Auf dem Friedhof liegt (diesmal kein Kondom am Parkplatz, aber) eine Damenbinde beim Brunnen, im Friedhofsgelände selbst. Dort, wo man auch den Katzen Wasser hinstellt… Innsbrucker lassen niemanden aussteigen, sie stehen „brettelbroat“ vor der Tür und wollen hinein ins Gedränge. Vorschläge für die Bildungsoffensive: 1. Nimm ein Sackl für das Hundegackl – ausdrücklich auch, wenn Du nichtmal gehen musst, um das sackl zu holen. Lasse Dich nicht irritieren: Du darfst auch zwei gratis-Sackln nehmen für grössere Haufen. Titelvorschlag: Hundescheisse auf der Hundewiese macht die Sackln ganz schön miese. 2. Wie man einen Müllkübel öffnet und Müll hineinschmeisst. Mitsamt wahrheitsgemäßen Hinweisen auf Fliegenschwarm und Geruchswolke, wobei die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier hier niedriger einzustufen wäre als die Gefahrenstufe herumliegender Plastikfetzerln und Papierln. Sehr positiv wirkt sich dieses „Deckel heben, Mullsack heben, Mullsack hineinwerfen, Deckel schliessen“ auf die Muskulatur des oberen Bewegungsapparates aus. Als Motto könnte man vorschlagen: Willst du schön sein in Tirol, trainiere stets mit Müll, jawohl! 3. Der mögliche Titel für diesen Bildungskampagnenteil spricht Bände: Busfahren wie die Profis. Heute: Helmi erklärt das Warten beim Einsteigen. Die Vorbereitung auf die Rettungsgasse auf der Autobahn, für Städter und Landbewohner wäre ein möglicher Vorschlag. Siehe die Illustration zum Beitrag, das hier notwendige Reissverschluss-System könnte allerdings Opfer fordern und eine eigene Lektion in der Bildungsoffensive provozieren. Auf jeden Fall könnte der jugendgerechte Titel lauten: Stagediven mache man beim Konzerte, beim Busfahrn aber achte auf die Werte: Erst steigt aus wer will und kann, dann bin ich dran – aber erst dann. Zugegeben, eventuell benötigt dieser Abschnitt etwas...

Wieder da: VEGANMANIA 2013...

Die VEGANMANIA 2013 wird am Samstag, den 31. August, am Innsbrucker Marktplatz stattfinden. Viele Highlights werden in diesem Jahr wieder für ein unvergessliches Fest sorgen. Tolle abwechslungsreiche Musik, bestes veganes Essen und in diesem Jahr sogar erstmals veganes Eis erwarten die Besucher(innen) in Innsbruck, wo das Fest bereits zum 7. Mal stattfindet. Chris Moser, bekannter Tierrechtsaktivist und Küstler, meint: "Leckeres veganes Essen, von Döner über Kuchen bis hin zu Softeis. Stände mit T-shirts, Büchern und Infomaterial über Veganismus und Tierrechte…. das alles wie immer in einem klar herrschaftskritischen Kontex. Besonders freue ich mich auf das Musik- und Kulturprogramm, die Livebands und die Theaterdarbietungen; eine der wenigen Gelegenheiten das sinnvolle mit dem sinnvollen zu verbinden!!! ich werd da sein und freu mich auf Euch! Bei schönem Wetter gibt es als Ausklang am Sonntag ein veganes Picknick. Mehr Infos dazu werden in Kürze bekannt gegeben. Wir freuen uns auf euch! VEGANMANIA 2013 Samstag, 31. August, von 10 bis 21 Uhr am Marktplatz, Innsbruck Stände: BAOLA – Die Baobab Pioniere Bernds Welt BRUNA natürlich Eis Gewaltfreies Hundetraining – Hundetraining Pfotenspaß Intelligente Ernährung Kinderzelt (schminken, malen und basteln) Komische Künste (Bücher) KOSTNIX Innsbruck LIFE – Universitäre Interessengemeinschaft für Tierrechte LOKAPALA – fair zu Mensch, Tier und Umwelt Makam Naturkost MegA (Menschen gegen Ausbeutung) Innsbruck (Kuchenspenden, Getränke etc) Ringana S.A.R.O. Sarajevo Animal Rescue Organisation Sea Sheperd Conservation Society Verein RespekTiere Salzburg Veganpower.at VGÖ/VGT Vitalität und Gesundheit mit Aloe Vera Zerum Lifestyle Bands/KünstlerInnen Figurentheater mit Frieda Tshala Wongat Faulenza Luke Fidl Kunterbunt/Hisztory Alle Infos...

Freiheit stirbt mit Sicherheit...

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mich nervt diese allumfassende Überwachung ganz gewaltig. Aus vielen wichtigen Bereichen zieht sich der Staat zurück, weil wir angeblich sparen müssen – aber in die Videoüberwachung des öffentlichen Raums wird kräftig investiert. Wovor sich unsere Überwacher – seien es polizeiliche oder ganz geheime Dienste – wirklich fürchten, verraten sie nicht. Nur wenige Verbrechen werden durch Überwachungsvideos aufgeklärt und dabei geht es meistens um den schändlichen Vandalismus, wenn etwa knallbunte Graffitis graue Betonwände verunstalten. Weniger als um Sicherheit, mit der die Beschneidung von Grundrechten argumentiert wird, geht es um das generelle gesellschaftliche Klima. Wir sollen uns überwacht fühlen – und daran unser Handeln ausrichten. Wer sich ständig kontrolliert und beobachtet fühlt, verändert sich: Handlungen und Äußerungen werden schon von vornherein kontrolliert: Darf ich das tun bzw. sagen – oder könnte ich dadurch Probleme bekommen? Nicht auszudenken, wenn unsere Demokratie (vermutlich wäre der Begriff Demokratur zutreffender) immer autoritärer und freiheitsfeindlicher wird und wir alsbald in einem totalitären Überwachungsstaat...

(Über)Schnappschuss_4

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KPÖ die linke Versuchung...

Sei 1959 ist die KPÖ nicht mehr im Parlament vertreten, trotzdem tritt sie verlässlich bei jeder Nationalratswahl an. Außerhalb der Steiermark spielen die Kommunisten politisch allerdings keine Rolle. Es gibt zahlreiche Gründe, warum die KPÖ meistens nur unter „ferner liefen“ gehandelt wird. „Kommunismus“ wird von den allermeisten Österreicher(inne)n mit Hammer und Sichel bzw. Stalin assoziert. Dass dieser Begriff schon erheblich älter ist und auf das (bis heute aktuelle) Kommunistische Manifest zurückgeht, wissen nur wenige. Die KPÖ ist eine Minipartei, findet aber Zuspruch, wenn sie politisch Verantwortung trägt: In Graz erreichte die Partei 2012 mit 19,86% ein regelrechtes Traumergebnis. Viele, die mit den Forderungen der KPÖ sympathisieren, entscheiden sich in der WahlZELLE (toller Begriff, oder?) dann doch für ein angeblich geringeres Übel – weil sie ihre Stimme nicht „verschenken“ wollen. Dazu ist zu sagen: Eine Stimme zählt immer als eine Stimme und jede/r muss selbst entscheiden, ob eine Wahlentscheidung nun einen halbherzigen Kompromiss oder echten Protest ausdrücken soll. Auch wenn eine Partei nicht ins Parlament einzieht, ist ihr Ergebnis ein Signal für die anderen. Ebenso entscheidet die Stimmenanzahl über die Rückerstattung der Wahlkampfkosten: Diese erfolgt erst ab einem Prozent der gültigen Stimmen und kann gerade für Kleinparteien über die weitere Existenz entscheiden. Ich traue mich schon jetzt zu wetten, dass die Wahl am 29. September einen neuen Nichtwähler(innen)-Rekord bringen wird. Deshalb: GEHT WÄHLEN – unabhängig von eurer politischen Einstellung und persönlichen Wahlentscheidung. Wer nicht wählt, entmündigt sich selbst und lässt andere für (oder eigentlich: über) sich entscheiden. Link www.kpoe.at/home.html...

Im Dienste von Red Bull

Ganz Innsbruck ist eine Einflugschneise – nicht wirklich eine Neuigkeit. Allerdings hat am Nachmittag des 23. August ein Flug- und Lärmereignis neue Dimensionen eröffnet: Exakt um 15h38 ist ein Kleinflugzeug in extrem niedriger Höhe und mit wahrhaft ohrenbetäubendem Lärm über die Dächer der Höttinger Au gedonnert. Ein Anruf beim Flughafen führte zuerst zum diensthabenden Einsatzleiter, der erklärte, es habe sich um eine Red-Bull-Maschine („sie wissen ja, Hangar 7“) gehandelt, die zur Übung von Vorführungszwecken einen "low approach" durchgeführt hätte – angeblich ein überfliegen der Landebahn in niedriger Höhe. „Wenn das der Pilot machen will, kann man da nichts machen. Das ist gesetzlich geregelt, dass er das machen darf“, lautete die weitere Auskunft, außerdem verwies der Herr Einsatzleiter an die Flugsicherung. Dort meldet sich eine Frau und bestätigt: „Der Überflug hat stattgefunden, alles wurde rechtmäßig gemacht." Außerdem erklärte sie, dass die Flugsicherung zu den festgesetzten Zeiten ein derartiges Manöver zu genehmigen hätte. „Wenn ein Pilot das braucht, um etwas zu überprüfen, gegebenenfalls auch öfters … .“ Schließlich äußerte die freundliche Flugsicherin Verständnis dafür, dass der Krach für Anrainer eine Belastung darstelle – aber so sei die Gesetzeslage.  Soll es das wirklich gewesen sein? Innsbrucks Bevölkerung ist durch den normalen Flugverkehr belastet genug. Da sollten Flugbewegungen, die ausschließlich Firmeninteressen und fragwürdigen Shows dienen, keinen Platz haben. Schlechte Gesetze sind dazu da, dass sie umgehend geändert werden. Hannes...

Unterwegers Fortgang

1 „Mein Leben ist nicht einfach“, sagte Unterweger. Und er sagte es mit Begeisterung. Vielleicht auch nur, weil er sich erst jetzt zu diesem Umstand bekennen konnte. Zu ihm stehen konnte. Das Sprechen strengte ihn an. Vielleicht auch nur, weil er nichts mehr zum Sagen hatte. Sein Mund war  trocken, seine Zunge schwer, seine Lippen rissig.   Von Jeniffer sprach er lange und mit wässrigen Augen. „Jeniffer ist einfach das schönste was es gibt“, so Unterweger. Und dass er sie liebte, aber ohne Erfolg. Aber er liebte sie, und rief zu Hause immer wieder ihren Namen, das störte ja niemanden, er war ja allein.   Unterweger wartete auf das zufällig eintretende Ereignis ihrer beider Begegnung mitten auf der Straße irgendwo in der Stadt oder in einem Bus oder in der Straßenbahn. Diese kam aber nicht. „Das Leben ist ein Rausch …“, schrieb er in sein Tagebuch. „Ein Rausch ist das Leben, und am Ende erst kommt das große Licht, das die Bühne erhellt, und du bekommst deinen Applaus!“   2   Unterweger schrieb über sein lyrisches Ich. Dann ging er in die Bar. Dort war das Licht, und das zeigte zu 100% Krankheit und Hinfälligkeit. Oder zeigte 100% Liebe und Geilheit. Oder zeigte Hohenwarters schöne Königskerzen. Oder zeigte Steckholzers lustige Streichholzparodien. Oder zeigte zarte kleine Mädchenfinger beim Typing auf smaragdgrün leuchtende Smartphontastaturen. Oder zeigte bürosesselverwöhnte Freizeitcowboys, die mit kleinen Plastikpferden über wein- und biernasse Tresenoberflächen galoppierten. Oder zeigte auf kleine Marzipanblumen, die in den Haaren der Kellnerinnen streckten und von Kunden nach Entrichtung eines entsprechenden Trinkgeldes aus jenen herausgenascht werden durften. Oder zeigte Mengen und Solitäre. Oder zeigte auf sich selbst, und warf Licht auf makellos schöne Menschenkörper, und offenbarte damit noch ein paar Zufälligkeiten mehr. Und blieb doch...

Wahl der Qual 2013

In fünf Wochen wählen wir und diesmal stehen bundesweit neun Listen zur Auswahl. Das politische Spektrum reicht von nazional bis kommunistisch, trotzdem wissen viele noch nicht, wen sie wählen sollen. Die Wahlkabine ist eine wirklich tolle Orientierungshilfe, für alle, die ihr Stimmrecht wahrnehmen wollen. Bekanntlich ist es einfach blöd, nicht zur Wahl zu gehen – und sich dann darüber zu beschweren, dass die Parteien schlechte Entscheidungen treffen. Keine Wahlempfehlung, sondern Orientierung Die Wahlkabine gibt keine Wahlempfehlung ab, sondern vergleicht die Wahlprogramme der antretenden Parteien. Anhand von 25 Fragen, die ihr als weniger bis sehr wichtig bestimmen könnt, wird ermittelt, wie sehr eure eigenen Ansichten mit den jeweiligen Parteien übereinstimmen. Viele posten ihre Ergebnisse gleich auf Facebook. Eine befreundete Gemeinderätin der SPÖ hat sich öffentlich darüber gewundert, dass Grüne, KPÖ, Piraten und Neos bei ihr vor der SPÖ liegen. Meine Empfehlung: Stöbert ein bisschen in Wahlkabine.at und ihr werdet sehen, wie sehr Rhetorik und Image der Parteien von ihren eigentlichen Forderungen abweichen. Link...

STADT AN SICH(T)

Eine weitere sehenswerte StadtAnsicht von Laura – aufmerksame StadtindianerInnen wissen sicher, wo dieser Schriftzug zu finden ist. Herren im Sinne von "Herrscher" braucht Innsbruck sicher keine mehr: Die Stadt gehört allen, die sie bewohnen und jede/r hat etwas beizutragen und darf bzw. soll...