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The Rocky Horror Show

Seit Herbst wird in den Innsbrucker Kammerspielen das Kult-Musical „The Rocky Horror Show“ aufgeführt. Die Inszenierung von Regisseurin Susi Weber und ihrem Team ist in Innsbruck so gut angenommen, dass im Oktober schon alle Vorstellungen bis Ende Februar ausverkauft waren. Im Jänner wurden deshalb 5 zusätzliche Termine für das Frühjahr angekündigt.

Die Rocky Horror Show handelt vom jungen Paar Brad und Janet, die mitten in einem Unwetter eine Autopanne haben und deshalb in einem nahegelegenen Schloss um Hilfe bitten. Doch alles kommt anders als geplant. Anstatt den etwas naiven jungen Leuten ein Telefon zur Verfügung zu stellen, zieht sie der Hausherr, ein außerirdischer Transvestit, in sein kunterbuntes, teils witziges, teils dramatisches Treiben hinein.

Das trashige Stück lässt klar erkennen, dass sich Autor Richard O’Brian Inspiration bei den Horrorfilmen der 50er und 60er Jahre, sowie Hollywood B-Movies und Science-Fiction-Filmen geholt hat. Die Musik ist eingängig und die Texte laden zum Mitsingen ein. Die Verfilmung von 1975 mit Susan Sarandon und Tim Curry sowie dem Sänger Meat Loaf als Eddie wurde ebenfalls zum Kult.

Die Innsbrucker Aufführung kann mit hervorragenden SchauspielerInnen sowie mit einem gelungenen Bühnenbild, das sich schnell auf verschiedene Bedürfnisse des Stücks einrichten lässt, punkten. Vor allem Frank Roeder als Transvestit Dr. Frank N Furter und Stefan Riedl als Brad können sowohl schauspielerisch als auch stimmlich überzeugen. Die Inszenierung bezieht auch das Publikum mit ein: Die SchauspielerInnen laufen während der Vorstellung immer wieder im Zuschauerraum umher, quetschen sich durch die Sitzreihen oder bewerfen die ZuschauerInnen mit Reis.

Doch eigentlich ist es Tradition bei diesem Musical, dass sich das Publikum mehr ins Stück einbringt. Die ZuschauerInnen kommen mit verschiedenen Utensilien bewaffnet als Charaktere des Stücks verkleidet in die Vorstellungen. Sie sprechen Sätze mit, werfen Dinge auf die Bühne oder halten sich Zeitungen über den Kopf, um sich vor fiktivem Regen zu schützen. Auf die Frage im TT-Interview, ob sich die TirolerInnen so etwas auch trauen werden, meinte Frank Roeder: „Ich glaube schon, dass die Tiroler sich das trauen. Und ich habe von einem Kollegen, der in Potsdam den Frank N. Furter gespielt hat, die irrsten Geschichten gehört. Es sei unglaublich, in welchen Kostümierungen die Leute da anreisen und dass man als Schauspieler oft gar keine Chance mehr hat, einen Fuß in die Tür zu bekommen, weil die Zuschauer den Ablauf der Show übernehmen. Ich bin schon sehr gespannt, wie das in Innsbruck läuft.“ (Interview auf tt.com)

Leider war das Innsbrucker Publikum wohl doch nicht so mutig. So eine interaktive Vorstellung wäre sicher sehr spaßig gewesen.

www.landestheater.at

Elli Sporer

One Comment

  1. Wundert mich nicht wirklich: die Tiroler sind eher passiv und gehemmt, außer wenn Alkohol im Spiel ist.

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