Ich schäme mich…“HEIMATLIEBE STATT…“

…und frage mich, wo die Grenzen der Polemik liegen.

 

Die Geschichte: Ich fahre heute ins Büro und zwar extrem gut gelaunt und erfreue mich des blauen Himmels und der Leichtigkeit des Lebens, da schaltet die Ampel auf rot. Soweit nicht schlimm; mein Blick schweift über den – zugegebenermaßen – optisch unattraktiven östlichen Einfahrtsbereich von Innsbruck und meine Augen bleiben auf einem riesigen Wahlkampfplakat hängen. Mein Vertrauen in eben jene versagt: Augen-blicklich!

 

Ich überzeuge mich mehrmals durch in-den-Arm-kneifen, ob ich nicht doch noch im Bett liege und einen Alptraum habe. Ich glaube es einfach nicht!

 

Da prangt in mega-lettern: „HEIMATLIEBE STATT MAROKKANER DIEBE“

 

Gottseidank zieht sich bei einem solchen Schock der Magenpförtner automatisch auf Stecknadelkopfgröße zusammen, sonst hätte ich mir aufs Lenkrad und mein neues Frühlingskleidchen gekotzt.

 

Das ist also das neue FPÖ-Plakat  mit dem Konterfei von August PENZ, Hotelier und Bürgermeisterkandidat für Innsbruck.

 

Ich stelle hier die wirklich ernsthafte Frage: Gibt es eine Grenze bei Wahlkampfsprüchen? Nicht nur, dass ich mich persönlich durch solche Aussagen belästigt fühle – ich halte sie weit darüber hinaus für diskriminierend und eigentlich schon fast eine Menschenrechtsverletzung. Wenn ich jetzt zu August Penz „Arschloch“ sage, werde ich vermutlich wegen übler Nachrede verklagt,

… wenn die FPÖ ein ganzes Volk verleumdet können die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden?

 

Es ist so ekelhaft und dermaßen DUMM, dass mir fast die Worte fehlen!

 

Es ist so extrem peinlich, soetwas neben einem Ortsschild zu präsentieren! Ich schäme mich für Tirol! Und nach der Scham kommt die Wut und hoffentlich viele Menschen, denen eine solche Polemik reicht und mit einer solchen Politik Schluss machen wollen!

92 Antworten : “Ich schäme mich…“HEIMATLIEBE STATT…“”

  1. meinereiner sagt:

    ganz wichtig ist nicht oder weiß wählen … weil die kommunale parteipolitik ist ja so korrupt und verlogen und oberfllächlich, dass wir nicht die belohnen dürfen, die nicht auf so einem niveau polemitisieren. außerdem ist demokratie ohnehin nur wirklich toll, wenn wir auf den ach so tollen schwarm vertrauen, der niemals derartigen vereinfachenden slogans nachläuft.

     

    ps.: und für die linke ist ganz wichtig, weiter so zu tun, als ob der komplex integration/zuwanderung kein thema zu sein hat, das die menschen beschäftigen darf. am besten alle einfach als faschos abstempeln, die in der szenerie am hbf nicht nur 110%ige idylle erkennen.

    • Manni Schneiderbauer sagt:

      @meinereiner: bei aller Liebe, aber nicht oder "weiß" wählen ist so ungefähr das Dümmste, was mensch tun kann.
      Eine Ich-Partei, die alles haargenau so macht wie Du es willst, kann es aus naheliegenden Gründen niemals geben. Wir müssen alle Kompromisse eingehen und jenen unsere Stimme geben, die unsere Meinung am ehesten vertreten. Geht nicht anders in der Demokratie.

      Zu diesen FPÖ-Plakaten: Volksverhetzung und Diskriminierung von Personengruppen. Dürfen die Effen das immer noch? Ein Fall für den Verfassungsschutz?

      Wo stehen die? "Östliche Stadteinfahrt" = Haller Straße? Ich hab zum Glück noch keins gesehen.

      • Gabriele Czerny sagt:

        Wie gesagt, falls es kein Alptraum war – Neurum/Innsbruck – Bundesstraße heißts dort glaub ich.

      • liebkind sagt:

         einfach mal vom wifi zum olympiastadion fahren… sie finden einige…ansonsten unmöglich zu übersehen: kreisverkehr vor olympiastadion… wünsche guten magen…

    • Gabriele Czerny sagt:

      Ich kenne die "HBF Idylle" sehr wohl! Jedoch handelt es sich bei einer solchen Verhetzung nicht um den Komplex Integration/Zuwanderung sondern einfach um menschenverachtende Aussagen, die einfach nicht in einen Wahlkampf gehören!! Konstruktiv ist so etwas jedenfalls nicht. Und das HBF Problem das du ansprichst kann SO wirklich nicht gelöst werden.

      Es handelt sich hier um reine Hetze und Schürung von Angst, Sündenböcke für Probleme finden an denen sich der "redliche Bürger" abputzen kann und seinen Hass auslassen kann, sprich billigen, dummen und unwürdigen Wähler(innen)fang.

  2. meinereiner sagt:

    dachte die ironie (oder der seitenhieb auf andere postings) war deutlich genug. natürlich bin ich gegen nicht/weißwahl

     

    dass die blaubraunen sprüche und sager unerträglich sind und auch nix lösen (ja gar nix lösen wollen), steht außer frage. verzweifelt bin ich einfach darüber, dass es auf der linken niemanden gibt, der eine andere antwort so formulieren kann, dass sich viele leute trotzdem verstanden sehen. denn nein, es lauft einfach nicht alles gut, und das muss auch jemand ernstnehmen.

    akzeptiere aber, dass ich mit meiner verzweiflung über die linke ignoranz da ziemlich allein bin, wähle ich etwas von links halt weiter nicht wegen ihrer visionen, sondern trotz ihres unwillens, sich in die mühen und den dreck dieser debatte zu begeben

  3. blunzen sagt:

    Dazu sag ich nur

     

    Väterkarenz statt August Penz

  4. niewo sagt:

    Und sowas plakatiert eine Partei, die den höchsten Anteil an verurteilten Politikern hat, und jede Menge für die nur NOCH die Unschuldsvermutung gilt.

     

  5. Robert sagt:

    tja, der spruch kommt halt nicht von ungefähr. da kann man sich jetzt schön drüber aufregen und grantige blogs posten, aber gäbs nicht ein entsprechendes problem gäbs auch keine solchen plakate. und dann immer von volksverhetzung und menschenunwürdig reden und selbst keine tragbare lösung liefern, jawoll!!!

    • MiMi sagt:

       soso, dir ist also schon was von Menschen aus Marokko geklaut worden!? Wow Das berechtigt also eine österreichische Partei, einen anderen Staat zu beleidigen? Ach ja, stimmt, der Tiroler ist ja hinterlistig und verständigt sich durch jodeln…

      • Gästin von Hildesheim sagt:

         

         soso, dir ist also schon was

         soso, dir ist also schon was von Menschen aus Marokko geklaut worden!? Wow Das berechtigt also eine österreichische Partei, einen anderen Staat zu beleidigen? Ach ja, stimmt, der Tiroler ist ja hinterlistig und verständigt sich durch jodeln…

         

        Der Marokkanische Staat beleidigt die EU, indem straffällig gewordene Marokkaner nicht zurückgenommen werden – !!!!! Wir sind diesmal die Opfer, nicht die Täter, liebe MiMi

         

    • Gabriele Czerny sagt:

       tja "robert" dann erklär mir doch mal bitte wie so ein idiotischer spruch am plakat das problem lösen soll? welche lösung wird hier konkret deiner meinung nach denn angeboten? ganz banal übersetzt steht da: liebe deine heimat, nicht die diebe aus marokko. nochmal weiter übersetzt: du fpö wähler bist ein guter, redlicher mensch, die marokkaner sind verbrecher. löst das irgendwelche probleme?bitte um erklärung!

  6. MiMi sagt:

     marokkanische Botschaft Wien:

    01-5866651

    bitte dort anrufen und nachfragen was die davon halten

     

    MiMi

  7. ilovemorocco sagt:

    wer schon mal in marokko war, weiß wie herzzerreißend gastfreundlich diese menschen sind… wir leider nicht.

  8. post uns! sagt:

     schöner post auf dem facebook-Profil von dastandard.at, die Gabis Artikel geteilt haben (siehe http://www.facebook.com/daStandard.at): "wer bitteschön klaut Maokkaner??"

     

    es ist einfach beschämend, wie diese Blaumieslinge hetzen – wir sagen: "AusländerInnen" bitte bleiben – Nazis gemeinsam vertreiben!

    • Gästin von Hildesheim sagt:

       schöner post auf dem

       schöner post auf dem facebook-Profil von dastandard.at, die Gabis Artikel geteilt haben (siehe http://www.facebook.com/daStandard.at): "wer bitteschön klaut Maokkaner??"
       
      es ist einfach beschämend, wie diese Blaumieslinge hetzen – wir sagen: "AusländerInnen" bitte bleiben – Nazis gemeinsam vertreiben!…..

       

      Antwort:

       

      Nazis gemeinsam vertreiben… ist das die neue Völkerwanderung??? … Österreicher raus, Marokkaner rein  ????

  9. catastrophsky sagt:

    in innsbruck fehlen einem öfter die worte …

    ob nun mit einem integrationsproblem oder einem einfachen … Die Sicht ist scheinbar durch die Berge eingeent und es fällt hier schon mal schwer ‚über‘ den Tellerrand zu sehen – da muss man ja doch sehr hoch aufsteigen. Das Plakat trifft eben genau diese ‚Nicht-Über-Den-Tellerrand-Gucker‘, denen es schwer fällt sich auch noch eine eigene Meinung bilden zu können … Und vor allem sind nicht alle Ausländer in eine Schublade zu schieben – ist nur sehr einfach. Sicher ist ein Integrationsproblem vorhanden, nur sollte auch mal überdacht werden, wie Integration und Inklusion umgesetzt werden kann …

    • Gabriele Czerny sagt:

      nochmal und mit aller Klarheit: es geht mir hier nicht vorranging um Integration/Inklusion uswusf. Mir geht es darum, dass ich überzeugt bin, dass die fpö mit dieser Aktion zu weit gegangen ist und ich möchte dass so etwas sanktioniert wird! Und ich möchte wissen, WER soetwas sanktionieren kann! Ich möchte, dass die fpö dazu stellung nehmen muss, sich dafür verantworten muss und in aller öffentlichkeit erklären muss, dass sie damit Verhetzung betrieben hat.

       

      Verhetzung ist in Österreich ein Tatbestand. § 283 strafgesetzbuch, Absatz 2 lautet folgendermaßen:

      Ebenso ist zu bestrafen, wer öffentlich gegen eine der im Abs. 1 bezeichneten Gruppen hetzt oder sie in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft oder verächtlich zu machen sucht.

      Die bezeichneten Gruppen sind: eine im Inland bestehende Kirche oder Religionsgesellschaft oder gegen eine durch ihre Zugehörigkeit zu einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft, zu einer Rasse, zu einem Volk, einem Volksstamm oder einem Staat bestimmte Gruppe

       

      In einer Demokratie können alle ihre Meinung verkünden, die Art und Weise dies zu tun, ist jedoch an gewisse Regeln gebunden und diese wurden durch diesen Spruch eindeutig gebrochen.

      Natürlich wissen die FPÖ Juristen, dass herabsetzende und beleidigende Äußerungen nicht genügen, damit das ganze tatsächlich zum Delikt wird. Aber mit so einem Plakat ist meine persönliche Schmerzgrenze einfach definitv erreicht,

       

      DAS ist es worauf ich aufmerksam machen möchte!!!

      Zum politischen Inhalt äußere ich mich in diesem Rahmen nicht!

  10. Franz Schranz sagt:

    Wui!!

    haben sich nun sämtliche gutmenschen zum gutmenscheln hier getroffen?
    Die innsbrucker werden schon ihre gründe haben, solch ein plakat zu drücken. Wenn ich wieder nach Innsbruck komme, so weiß ich in welchem hotel ich absteige. 

    Pro patria!

     

    • Gast13 sagt:

       Na wenigstens outest du dich hier als gehirngewaschener schlechtmensch! pro sapientia!

    • Gast453453 sagt:

      Seit wann braucht es für Dummheit einen Grund?

    • smegos sagt:

      "sämtliche", "Gutmenschen", "Die Innsbrucker"  ( es sind – aus Deiner Sicht "leider" – in Innsbruck nur 5%, die hinter dieser ordentlichen Partei stehen)

      Es muss eigentlich schön sein, alles so absolutisieren zu können… da braucht’s dann keine ganz groben Denkanstrengungen mehr… hmmm….. in welche Schublade steck ich gleich wieder Alle?… Ah ja… Gutmensch passat… ah ja, krimineller Ausländer passat… hmmmmmm…. soll i no Unterordner "Asylwerber" bzw.  "Flüchtling" anlegen? Naaaa… is zu kompliziert… san sowieso alles kriminelle Wirtschaftsflüchtlinge die ihre Ankerkinder 5000km quer über den Erdball auswerfen um UNS (da gibts natürlich auch einen Ordner), faul auf der Tasche zu liegen… wo wir gerade dabei sind:  wo hab ich denn nochmal den Ordner "ordentliche Inländer" hingetan… ah ja, steht gleich neben "Sozialschmarotzer"…

      Sodala… damit habe ich wieder Ordnung in mein Weltbild gebracht, die Sache ist wieder sonnenklar….na gott sei Dank!

      Anyway…. ich hoffe mal, Dir gehen nicht irgendwann die Ordner/Schubladen  aus oder Du musst anfangen, mit Querverweisen zu arbeiten, weil irgendwann vielleicht Schnittmengen auftauchen… Also schön konsequent weitersortieren…. und falls es echt mal haarig werden sollte bei der Schubladisierung eines Individuums, einfach die Ordner noch Allgemeiner gestalten… Irgendwann gibts dann nur noch den Ordner schwarz und den Ordner weiss… dann ist sowieso alles gut!

       

      Manchmal echt schön, mit so einem banales System zu arbeiten, Danke dass Du durch Deine Schriftmeldung so eine Schublade geöffnet hast!

      Genug den Troll gefüttert…

  11. [zynismus]

    wußte gar nicht daß innsbruck aus lauter marokkanerdieben besteht . . . .
    und man nun drauf hin arbeitet sie abzulenken und mehr an heimat zu denken….

    [/zynismus]

    gehts noch ???
    und wieso beginnt da keine staatsanwaltschaft zu ermitteln und anzuklagen ????

    fragen über fragen . . . .
    echt christliche nächstenliebe, oder ???

     

    • EKELHAFT!!

      ich finde dieses Plakat auch unmöglich!!

      Meine Kinder werden schon in der Schule mit Diebe verglichen, da sie halb Marokkaner sind!!

      Das ist echt wiederlich, Geschmacklos unvorstellbar schlimm!!

      wie kann man so etwas auf einem Wahlplakat schreiben!

      Bin echt sauer, hoffe das vielle Menschen etwas dagegen unternehmen werden!

      Wir waren gestern beim Rechtsanwalt und haben schon einiges in die wege geleitet!

      Wir werden außerdem einige Familien zusammensuchen die sich userer Gruppe beigesinnen möchten und ein treffen bei unseren Rechtsanwalt organisieren!!

      DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!!

      Liebe Grüße: Familie aus Innsbruck.

       

       

       

  12. Gast123123 sagt:

    Um Gottes Willen, wann wurden Marokkaner in Innsbruck gestohlen? Ich kann das nur unterstützen, dass man diese Diebe nicht haben will 🙂

  13. Gast87564 sagt:

     @ Familie aus Innsbruck

    schönes Beispiel wiederum dafür, das lesen können trotzdem wichtig ist.

    nicht nur gutmenscheln.

     

  14. Katja sagt:

    Bin am Heimweg von der USI auch fast vom Rad gefallen, als ich das Plakat sah… FASSUNGSLOS!!!

  15. hank sagt:

    mir wurde in der nacht auf heute ein marrokaner gestohlen. leider kein einzelfall. ich fordere hartes durchgreifen!

  16. Redaktion sagt:

    genial einfach. einfach genial

    gerade gesehen. einfach genial, genial einfach. ein hoch auf die sprühdose!

    (Kommentar von: RESPEKT)

  17. niedermitdernsfpö sagt:

    hey leute, ich würde gerne wissen, wo diese plakate genau stehen. es wäre sehr nützlich eine liste mit allen standorten zusammenzustellen. vielleicht sind sie ja bald (in dieser form) nicht mehr erkennbar. ich weiß, das klingt nach selbstjustiz, aber es geht um UNSERE stadt! ich glaub, wir sind uns einig, dass wir diese nazi-schmierereien der fpö nicht akzeptieren. bin zwar ganz und gar kein freund von parolen, aber: wo unrecht zu recht wird, wird widerstand zur pflicht!

    • Herr-ärgert sagt:

      …und wer Wind sät, wird Sturm ernten!

      Ich gehe davon aus, daß schon bald, auch ohne Planung, keines dieser

      Schandmale mehr zu lesen sein wird.

      Nur eine Prognose.

  18. Herr-ärgert sagt:

    …was ich nicht verstehe.

    Auf einem anderen Wahlplakat der FPÖ habe ich gelesen:

    "Wir schützen unsere Bevölkerung, andere Asylwerber und Kriminelle"

    und jetzt steht da, daß sie Heimatliebe statt krimineller Marokkanerdiebe wollen?

    Ich dachte die wollten sie schützen?!

    Sehr verwirrend ;-(

    • Peace sagt:

      sie meinen damit dass die FPÖ unsere Bevölkerung schützt , und die anderen Parteien nur Asylwerber und Kriminelle bzw. den anderen Parteien die österreichische Bevölkerung nicht wichtig ist.

      was natürlich totaler schwachsinn ist.. FPÖ schützt uns nicht.. FPÖ wird Österreich eher ins verderben bringen wenns so weiter geht..

  19. chillout sagt:

    Die Art auf so eine Weise den Wahlkampf zu führen ist wirklich dumm. Man erwartet sich doch gerade von Politikern, dass sie wissen wie sie sich auszudrücken haben! Herr Federspiel verkörpert nämlich eigentlich die gleiche Meinung "verkauft" es nur besser: "Mehr Sicherheit!"

    Ich glaube es ist vielen klar, dass es in unserer Fremden- und Asylpolitik massiv krankt! Auf der einen Seite ganze Familien, die in der Rossau in Flüchtlingsheimen seit Jahren auf eine Arbeitserlaubnis warten, andererseits eine überschaubare, aber für die Bevölkerung merk- und sichtbare Menge, die es nicht interessiert irgendwie mit anderen zusammen zu leben, geschweige denn arbeiten zu wollen.

    In meinem Beruf höre ich ständig Beschwerden über "das Gesindel" rund um den Bahnhof und Boznerplatz! Und ich kann die Leute verstehen wenn sie Angst haben, wenn ganze Rudel lautstark durch die Straßen schreien und auch am hellichten Tag sich im betrunkenen Zustand prügeln und Personen anstänkern. Dann wird die Polizei gerufen: "Machts doch was! Nehmt sie fest!". Auch wenn sie nur dastehen. Natürlich machen das Einheimische auch…wahrscheinlich jedoch geschickter und nicht ständig.

    Für den Laien ist es dann natürlich unverständlich, wenn dabei nicht viel rauskommt. Das dies ein politisches , ja sogar internationales Problem ist, ist dem Großteil nicht bewusst.

    Ihr Politiker wollt mehr Sicherheit?! Dann macht was, aber etwas Durchführbares! Schafft Beschäftigung für die, die arbeiten wollen und zeigt Mut für härtere Gesetze bei denen, die blöd gesagt "auf alles scheißen". Aber spart euch derart unqualifizierten Wahhlwerbungen!

  20. Austromarokkaner sagt:

    Ich bin ein Österreicher, bin in Marokko geboren.

    Ich habe in Österreich fertig studiert und arbeite als beratender Ingenieur. Während mein Studium habe ich Nachhilfe in Mathe, Physik, Festigkeitslehre, darstellende Geometrie … etc. an österreichischen Kindern zwischen 12 j.a und 19 j.a. am Institut für Richtiges Lernen gegeben. bis dato bekomme ich noch SMS oder Emails von deren Eltern, in dem sie bei mir persönlich für meine Leistungen bedanken.

    Ich habe noch nie irgendwelche Sozialleistungen, geschweide wie ein Finanzamt von innen ausschaut.

    Ich bin verheiratet und habe ein Kind. Beide sind Marokkaner. Meine Frau ist eine liebe Frau und mein Sohn ist ein fröhlicher und sympatischer Junge.

    Ich bin stolz dass ich in Österreich leben und ein Mitbürger dieses Landes sein dürfte. Geschichte und die Kultur Österreichs hat mich immer fasziniert. Persönlichkeiten wie Maria Theresa, Fanz Josef, Ferdinand I, Marie Antoinette … etc habe ich stets bewundert sowie der Lebensart der Österreicher.

    Nun bezeichnet man mich als Dieb … obwohl ich niemals in meinem Leben was gestohlen habe. Ich bin wirklich über diese Plakatte sehr traurig und es bricht mir echt das Herz 🙁

    Vielen Dank!

    • ;) sagt:

       Siehst du dich als Österreicher oder als Marokkaner?

      "Ich bin verheiratet und habe ein Kind. Beide sind Marokkaner. Meine Frau ist eine liebe Frau und mein Sohn ist ein fröhlicher und sympatischer Junge."

      und warum keine Österreicher? 

      "Ich habe noch nie irgendwelche Sozialleistungen, geschweide wie ein Finanzamt von innen ausschaut."

      du warst hier also auch noch nie sozialversichert?

    • niedermitdernsfpö sagt:

      @austromarokkaner: woher in marokko kommst du? ich freu mich von herzen für dich, dass du all das in österreich erreicht hast. ist ja nicht so, dass marokkaner in diesem land mit offenen armen empfangen werden. respekt! aber warum bist du stolz darauf österreicher zu sein?

    • chillout sagt:

      Ich glaube gegen dich ist dieser, wenn auch äußerst "doofe" Wahlslogan nicht gerichtet…ich denke das dürfte eigentlich klar sein! 

  21. Austromarokkaner sagt:
    Ad. Frage: Siehst du dich als Österreicher oder als Marokkaner?
    Ich sehe mich als Bewohner dieser Planet. Herkunft  eines Menschen ist für mich irrelevant, Es zählen nur innere Werte
     
    Ad. Frage: und warum keine Österreicher?
    Die Frau ist Marokkanerin, lebt erst kurz in Österreich, das Kind ist in Österreich geboren und hat die österreichische Staatsbürgerschaft.
     
    Ad. Frage: du warst hier also auch noch nie sozialversichert?
    Bitte lass deine blaue Kristallkugel beiseite 🙂
    Sei beruhigt, ich war immer sozialversichert und bis dato war ich nie auf staatliche Hilfe angewiesen. Ich habe immer brav und rechtmässig geackert. 
     
    Ad. Frage: warum bist du stolz darauf Österreicher zu sein?
    Warum denn nicht?

    All the best

  22. Tiroler Bua sagt:

    Viele sind eben der selben Meinung, wie ich auch. Das Plakat ist natürlich grenzwertig, aber nur so kommt’s in die Schlagzeilen.

  23. Huber 1 sagt:

    Er hat doch recht. Ich werde die FPÖ wählen.

    • Anonymous sagt:

      traurig, dass so eine hetze bei irgendwem anklang findet…was ist da nur schief gegangen?reicht das nicht was da diesbezüglich auch in österreich schon alles passiert ist? wann ist endlich genug??

    • Gast1124324125463 sagt:

      Und wenn man Individuen wie Sie betrachtet, scheint Abtreibung die Welt manchmal doch besser zu machen.

  24. narf sagt:

    Tja traurig, dass die FPÖ sich so was leisten kann, ohne dass das Konsequenzen haben wird…

    Jedoch finde ich die Schreibweise "Marokkaner-Diebe" insofern amüsant, da dies den Anschein macht, als ob die MarokkanerInnen geklaut werden würden. Man denke an die "Ladendiebe" oder so was in der Art, wobei die Schreibweise eindeutig auf Ladendiebstahl hinweist. Insofern spricht die FPÖ damit also eh ihr UR-KLIENTEL an, von welchen wohl sowieso die wenigsten ein B1-gerechtes Deutsch auf die Reihe bringen, aber dies lauthals von Migranten fordern.

    Um jedoch ehrlich zu sein, muss ich auch hinzufügen, dass mich dieses "Wahlplakat" beim ersten hinsehen sehr schokiert hat, was danach in einem Gespräch mit Kollegen in das oben beschriebene Gelächter umgeschlagen ist (FPÖ verfolgt "Marokkaner-Diebe" – wer hat die Marokkaner geklaut?!), gefolgt von einer hitzigen Diskussion mit dem Ergebnis, dass dieses Plakat eigentlich vom BVT wegen Volksverhetzung entfernt und verboten gehört.

    Es ist immer das Gleiche mit der FPÖ, die Angst und Hass in der Bevölkerung schüren, um damit bei den Wahlen zu punkten…

     

  25. Andreas Wiesinger sagt:

    immer wenn man denkt, es geht nicht mehr grausiger, greift die Fpö in die Jauche und bastelt einen solchen Slogan draus. Außer Hass und Hetze fällt den Burschis nix ein – das sind traurige Figuren, die ihre eigene Beschränktheit zur Weltsicht erheben. sorry, liebe Möchtegern-Herrenmänner: Wer den Penz z.B. bei der Podiumsdiskussion erlebt hat, weiß was das für ein kleiner Geist ist: Aber der HC-Mann wird ihm schon den rechtsrechten Weg weisen …

     

    an alle Effen und Blausympathisanten: könnt ihr euch noch an den "einfach ehrlichen" Jörg erinnern, an den "zu schönen" Grasser oder Gorbach mit dem Blaulicht? Allesamt brave Abkassierer, die euch das Blaue vom Himmel versprochen haben … und euch dann einfach verarschten. Es ist eben wie damals bei den Nazis: Die Blöden werden ver- und geführt und schließlich zu Kanonenfutter verarbeitet.

     

    Aber wir provis schauen nicht zu, wenn sie diese Stadt mit ihrer blaunen Hetze vergiften wollen: Unsere Stadt ist bunt – und das ist gut so! Bitte liebe "AusländerInnen", lasst uns mit dem blauen Gesindel nicht allein – gemeinsam gegen die Hetze und für eine menschliche, solidarische Stadt!

     

  26. Berni Jochum sagt:

    Makaber, wenn ein Hotelier und als solcher auch Tiroler Gastgeber sich zu solch plumpen Sprüchen hinreißen läßt. Wir haben unsere Diebe zur Genüge im eigenen Land, siehe unsere Steuerflüchtlinge oder die gut geschmierten, zum Teil hochdekorierten Profiteure unserer Politeska, übrigens quer durch fast alle Parteien. Bleibt zu hoffen, dass nicht allzu viele Hirnlose auf solche Vernaderien hereinfallen. Ich weiß jedenfalls welche Hotels in der Landeshauptstadt ich mit Sicherheit nicht als gastliche Häuser weiterempfehlen werde. Sorry, August !

    Berni Jochum  

  27. grauslig sagt:

     apfel-diebe, birnen-diebe , aber wer um-gottes-willen klaut marokkaner.

     

    andere banken und brüssel?

  28. Besorgter Eigentümer sagt:

    Jaja, man muss in dieser schönen Stadt echt aufpassen wie ein Haftlmacher wenn man einen Marokkaner hat. Diese Marokkaner Diebstähle grassieren ja zur Zeit nur so.

    Ich kann die FPÖ in ihrer Suche nach den gestohlenen Marokkanern in jeder Hinischt nur Unterstützen. Hoffe man findet sie bald wieder.

  29. BZ sagt:

     so ein lächerlicher Wahlkampf…das zeigt dass es existieren doch menschen die noch wie im Steinzeit leben…und noch etwas * der Herr oder Frau Politiker-in*!!! Der sowas geschrieben hat scheint dass er noch nie ein Buch oder ein Website über marokko augemacht hat…ich gebe ihm oder sie nicht schuld ,aber den schuld trägt wer das zugelassen  und genehmigt  in der Öffentlichkeit zu hängen….



    eine stolze Marokkaner 

    • Gloor sagt:

       wenn er so etwas über die romainien schreibt dan hat er recht gehabt. der rassistische Nazi wusste nicht mehr was aus seine Klappe vo stinkerei rauskommt .

      nur vor 2 jahren ist ein österreicher in zürich verhaftet  wegen diebstahl dilekt 

  30. phil sagt:

    Alle Menschen sind gleich und haben das Recht die Erde zu bewohnen. Jeder Mensch ist frei, diese Freiheit begrenzt sich am Recht aller. Die Grenzen der Staaten sind willkürlich und variabel, sie trennen uns Menschen. Nun entsteht die globale Gemeinschaft. Menschen_Geschwister nur gemeinsam können wir frei sein!

    Seid freundlich und widersetzt Euch der Hetze: MitMenschen, begegnet auch den Verhetzten und Verführten! Das Gift der Rechten hat Millionen schon vernichtet – nicht jeder Blaue ist Fascho, manche kann man wiedergewinnen … aber nur FÜR die Menschlichkeit und niemals mit Anbiederung.

    In Zeiten der Krise suchen viele ihr "Heil" bei den rechten Hetzern. Da hilft Hochmut und abstrakte Expertise kaum, der Faschismus wird nicht durch akademische Planspielchen besiegt, sondern durch konkrete Aktion. Die einzige Waffe der Aufgeklärten ist ihr Geist – allerdings eine mächtige. Allein das Wort zählt weniger als die Tat.

  31. Austromarokkaner sagt:

    Bezugnehmend auf die Ergebnisse der letzten Umfragen betreffend das Vertrauensbarometer in der österreichischen Justiz, sollte sie dringend ihre Hausaufgaben machen, um endlich mal ihr Image aufzupolieren.

    Jeder der hier lebt "egal woher die/der kommt" muss das österreichische Grundgesetz bzw. die Verfassung achten und alle Gesetze strikt einhalten. Herr August Penz hat das Volksverhetzungsparagraph 283*  der StGB wissentlich und in skandalöser Weise missachtet und müsste daher strafrechtlich herangezogen.

    Nun müsste ich mir einige Fragen stellen:

    a) was kommt als nächstes? werden wir hier demnächst als vogelfrei erklärt, nur weil unter uns schwarze Schafe leben, die längst abgeschoben werden sollten.

    b) gerät Österreich immer in eine Art Anarchie?

    c) welche Einflüsse haben diese Entgleisungen von manchen Politikern über die heimische Exportwirtschaft?

    *) Verhetzung – § 283 StGB

    Wer öffentlich auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, oder wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder aufreizt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

     

  32. Gastfreund sagt:

    Fraglos ein äußerst grenzwertiges Plakat. Trotzdem: mission accomplished. Kein Mensch hat vorher ernsthaft über den Hotelier diskutiert. Jetzt ist er plötzlich in aller Munde, viele contra, manche pro. Polarisierung bringt im Endeffekt Wählerstimmen, schadet in diesem Fall wohl in erster Linie Federspiel, der um keinen Deut besser ist. Ganz falsch wäre jetzt aber, in die üblichen Reflexe zu verfallen und alles zu leugnen. Denn natürlich gibt es in Innsbruck ein gröberes Problem mit vielen der harten Burschen aus Casablanca. Bobos betrifft das nur peripher, eine kleine Nachfrage in der türkischen Community, z.B. in der Moschee Nähe Hauptbahnhof, würde manchen über die Dimension der Problematik die Augen öffnen. Ändert aber nichts daran, dass F und Federspiel keine adäquaten Lösungsansätze vorzuweisen haben. Klassisch gutmenschliche Empörung hilft den beiden Fraktionen aber nur. 

  33. Brigitte Pechtrager sagt:

    Traurig!

    ich schäme mich, knapp 30 Jahre diese Menschen verachtende Partei gewählt zu haben. Je mehr man zum denkenden Menschen wird, umso größer wird der Ekel und das Grauen, dass sich mit derariger Polemik ‚Menschen‘ angesprochen fühlen und die solchen Parteien ohne Nachdenken ihre Stimme geben.

    Geradlinig zu sein, hat mit Basischarakter zu tun und nicht mit irgendeiner Parteifarbe. Genausowenig brauche ich Richtlinien, wie ich zu denken habe aber das zu begreifen war ein sehr, sehr langer Prozess aber besser spät als nie.

    lg brigitte

  34. Andreas Wiesinger sagt:

    @ Gastfreund: "klassisch gutmenschliche Empörung" – finde sowohl die Formulierung als auch die Strategie fragwürdig. Die Plakate hängen ja öffentlich aus, also muss man sich dazu verhalten. Einfach ignorieren bringts nicht, Verhetzung verlangt Kommentar, Klage und Aktion. "Denn natürlich gibt es in Innsbruck ein gröberes Problem mit vielen der harten Burschen aus Casablanca" schreibst du – hm, also hat Penz deiner Meinung nach doch nicht so unrecht? Komisch, ich habe kein Problem mit ihnen – vielleicht bin ich ja nur ein Bobo.

     

    Das Problem sind nicht die Menschen, sondern solche Slogan und die rechte Hetze. Schade finde ich, dass Rot und Grün schweigen – nach dem Motto: wenn wir nichts sagen, wird sich das Thema schon totlaufen. Irrtum: Menschenhatz und blaune Dumpfsprüche gibts eben, das sind leider gesellschaftliche Fakten – und man muss die Rechten stellen: argumentativ und nicht aggressiv – manche können wir vielleicht überzeugen und alle können wir widerlegen: dieser Spruch zeigt doch wie klein ihr Geist ist.

  35. Hugo sagt:

     Im Grunde hat Gastfreund aber recht. Die Diskussion nutzt ausschließlich dem unsäglichen Hotelbesitzer. Es geht nicht darum, das zu ignorieren, sondern es als simplen und uralten Wahlkampfgag bloßzustellen. Dass es das "Marrokaner-Problem", in welcher Dimension auch immer, aber wirklich gibt, ist eine Tatsache. Ein kleiner Spaziergang um Mitternacht entlang der Bögen oder ein längerer Aufenthalt am Hbf (frag nach bei den Handelsangestellten oder bei den Sandhasen) und die normative Kraft des Faktischen setzt ideologische Scheuklappen außer Kraft.

  36. Nichtraucher sagt:

     Le Penz

  37. zumheulen sagt:

    Sich für jemand Anderen zu schämen finde ich nicht sehr sinnvoll. Schämen sollte man sich nur für einen Blödsinn den man selber verzapft hat.In diesem Fall muss sich nur die FPÖ schämen sonst niemand. Zum Plakat. Die FPÖ lebt hauptsächlich von Provokation und dass nicht schlecht wie man sieht. Und jedesmal finden sich immer wieder gegnügend Idioten die darauf reinfallen anstatt diese Typen einfach zu ignorieren und sich gegebenenfalls mit einer Anzeige zufriedenzugeben , ohne das gross herumzuschreien. Immer dasselbe seid nunmehr fast 30 Jahren. Es ist wirklich zum heulen, das den Rechten jedesmal die Rechnung aufs Neue aufgeht ! Wer ist hier eigentlich der Dumme?

  38. meine-meinung sagt:

    es KICKLt im Land: es wird gezündelt, gegeifert und gehasst. Liebe Marocs, Türken und Kurdinnen, liebe Afghanen und Menschen aller Länder: Die Faschos kennen nur Hass und wollen uns Angst machen: Wir sagen NEIN zum HaSS und JA zu Geist, Tat und Liebe: Lieber hunderttausend angeblich "Diebe" als ein kranker, hasszerfressener Mörder wie jener in Norwegen.

     

    Wir wollen EINE Welt für ALLE Menschen – gemeinsam können wir sie bauen als globales Haus! DANKE, dass ihr hier seid: unsere Heimat ist die Erde, einigt euch in diesem Sinn.

     

    … und an Herrn Penz: ich hoffe, ihre "Botschaft" wird auch in den arabischen Ländern ankommen und ihrem schönen Hotel nützen!

     

  39. provi sagt:

    zumHeulen finde ich eher solchen Schwachsinn: Wie willst den Meter hohe Plakate ignorieren, auf denen gegen eine ganze Menschengruppe gehetzt wird? "Wer schweigt, stimmt zu" – schon mal gehört davon? und übrigens: de.wiktionary.org/wiki/fremdschämen – die Autorin schämt sich für ein Land, in dem solche Hetze immer mehr zum Alltag wird – und das kann ich gut verstehen.

     

    und zumheulen: was ist dein rezept: ignorieren, unter-tauchen, ganz gscheite sachen in foren schreiben? das ist natürlich toll – wer ist denn dümmer als jene, die die Faschisten einfach weiterhetzen lassen?

     

    schaut euch mal die Foren (hier und auf krone, pressett und standard) an – da gibts (neben einigen unbelehrbaren) einen shitstorm gegen penz – und auch fp-sympathisanten distanzieren sich. Geholfen hat es ihnen sicher nicht und provInnsbruck war mit diesem Thema als erstes Medium dran: Gratulation!

    • zumheulen sagt:

      Dann erklär mir doch mal warum die Faschisten immer mehr an Boden gewinnen , trotz eures gewaltigen Gegenwindes. Du und die Autorin könnt euch für die Faschos ja bis zum St. Nimmerleinstag schämen, ich sicher nicht.Eure Gegenkommentare eerinnern mich an aufgeschreckte gackernde Hühner denen der Fuchs den Hahn gestolen hat.Das bringt überhaupt nichts. Ruhe bewaren, sich nicht provozieren lassen, und sachlich bleiben ist die Devise.Mich ärgern diese Plakate genauso, aber ich habe mich zumindest soweit unter Kontrolle, das ich nicht wie ein Huhn herummgackere!Und ausserdem. Gescheite Sachen ins Forum schreiben. Ich glaube ich habe schon das Recht, meine Meinung  hier wiederzugeben, genauso wie du, oder muss ich dir etwa nach dem Mund schreiben damit es dir genehm ist.?

  40. @zumheulen sagt:

    natürlich soll uns keine/r nach dem mund schreiben, aber nochmals: diese geschichte hat penz und co. nicht genutzt – im gegenteil. und ruhe bewahren ist okay, aber wenn sie gegen menschen hetzen, kann man nicht einfach zur tagesordnung übergehen. da sollte man klartext sprechen: zumindest als blog, der stadtleben dokumentiert.

     

    und niemand wird ernsthaft annehmen, dass ein blog die welt verändern und den faschismus besiegen kann. manche anderen medien schreiben ja seit monaten, dass strache und seine burschen angeblich auf den 1. platz kommen. da wird er z.b. in die disko begleitet, wo ihn die jugendlichen anhimmeln – eigentlich schon wahlwerbung für ihn.

     

    zum heulen: einfach nur ruhig bleiben, kann ein einzelner und du musst dich auch nicht schämen. aber dieser blog ist öffentlich – ebenso wie die plakate und die ganze diskussion. uns gehts nicht ums gackern, sondern um inhaltliche auseinandersetzung. angst, intoleranz und faschismus kann jede/r bekämpfen: am besten auch in sich selbst.

    • zumheulen sagt:

      Ich möchte ja auch nicht die guten Absichten der Autorin in Frage stellen, ganz im Gegenteil, aber ich denke es  wäre an der Zeit für eine gutüberlegte Strategie um dem ganzen Treiben erfolgreich entgegenzuwirken.Alle FPÖ Mitglieder und Wähler als dumm und primitiv zu bezeichnen bringt uns nicht weiter, denn erstens stimmt das nicht und zweitens wächst eine Gruppe die angegriffen wird noch stärker zusammen. Viele sogenannte Rechte haben oft nur schlechte Erfahrungen mit einem kleinen Teil der Migranten gemacht, und verallgemeinern darum.Man muss diesen Menschen eben zeigen das der grösste Teil der Migranten hochanständige Leute sind.Den Xenophen muss der Boden ihres Handelns entzogen werden.Dafür braucht es Strategie und einen kühlen Kopf.Dazu gehört auch die Erkentniss das nicht alle FPÖ Anhänger Teufel sind und nicht jeder Migrant ein Engel. Sich selbst zu belügen hilft nur den Faschisten und Hetzern.Und der Faschist lebt nicht nur vom Hass sondern auch von der Dummheit seiner politischen Gegner.

  41. @zumheulen sagt:

    ja und genau darum gehts doch: viele fpö-wähler fühlen sich benachteiligt, hatten selbst vielleicht ein Problem mit einem "AusLänder" oder einer Einwanderin. Wer mit ihnen offen diskutiert, ohne Arroganz und Vorurteile, wird Menschen sehen, die vom Leben ent-täuscht sind.

     

    und dann sind sie empfänglich für Vorurteile, Sündenböcke und Hassbotschaften. Es ist an uns, sie daran zu erinnern:

     

    – wer unseren Müll wegräumt.

     

    – wer unsere Kranken und Alten pflegt.

     

    – wer hier mit uns zusammen lebt.

     

    Vor allem Zuwanderer/innen eben: Menschen, unsere Gäste, und die Hetzer bewerfen sie mit Dreck: Wir sagen NEIN zu FPÖ/gustlstrache/penz/hotel und SORRY zum Rest der Welt! Innsbruck ist bunt und provInnsbruck offen im gemeinschaftlichen Sinn.

    • zumheulen sagt:

      Man darf allerdings nicht ausser Acht lassen, dass nicht alle FPÖ Wähler oder Sympathisanten Individien sind, die vom Leben eine kräftige vor den Latz bekommen haben. Einen relativ grossen Teil bilden auch diese sogenannten Wutbürger die von der heimischen Politik entäuscht sind. Da  es in Österreich zur Zeit  keine wirklich konstruktive LINKE KRAFT gibt, verspeisst leider die FP den grössten Brocken dieses Kuchens.Teilweise spielen sogenannte Linsgruppierungen den Faschos geradezu in die Hände, Parolen wie z.B " Heimat im Herzen, Scheisse im Hirn" sind nicht nur ein Elfmeter für die Blauen, sondern beweisen das sich manche Personen auch im linken Spektrum in trauter Eintracht ein Gehirn teilen müssen.Auch ich als überzeugter LINKER habe ein gesundes Heimatgefühl. Muss ich weil die Rechten den Begriff Heimat missbrauchen, jetzt meine Heimat hassen ?

  42. meinereiner sagt:

    sorry? kollektivschuld, oder was? ich weigere mich, sorry für braunblaue a***löcher zu sagen, so wie ich mich auch weigere, mich dafür fremdzuschämen (fremdschämen ist ein recht kurioses konzept – bis hin zur bevormundung)

    ich teile der welt gern mit, dass hier nicht alle so denken – was sich die welt hoffentlich auch selbst denken kann (so wie ich mir ja auch selbst denken kann, dass nicht alle in nigeria die westliche erziehung hassen)

     

    der rest des postings schlägt ein bisschen stark aus richtung klassischer linker ausblendung, dass sachen im zuwanderungsintegrationskomplex eben auch nicht gut laufen.

    das ist nicht allein böse enttäuschung vom leben, sondern das sind schon auch konkrete erlebnisse, die man haben kann.

    zudem spricht es nicht für den fortschritt einer gesellschaft, wenn ich drecksarbeiten weiter schlecht bezahle und dafür regelmäßig frische sklaven brauche (sounds very Roman to me).

    und "unsere gäste" ist ein komischer begriff. weil gast ist doch wohl selbst ausgrenzend, im zeitlichen, rechtlichen, symbolischen sinne. über einen gast brauche ich keine "rechte und pflichten" debatte führen.

     

    ps: an die Provi-MacherInnen: ein bisschen unpraktisch ist, dass man (ich in Firefox) die postings, auf die man antwortet, nicht sieht. muss immer zweites fenster auftun.

     

  43. RESPEKT sagt:

    INKOM-PE(te)NZ distanziert sich von Plakatkampagne in Innsbruck.

    Er wolle sich "ausdrücklich von der Plakatkampagne distanzieren, sowie für den Inhalt und die Formulierung entschuldigen" und übernehme dafür "persönlich und alleine die Verantwortung".

    lächerlich!

    (standard, 1.4.2012) 

    https://derstandard.at/1332324302738/Empoerung-in-Marokko-Innsbrucker-FPOe-entfernt-umstrittene-Wahlplakate

    INKOMPENZ

     

  44. provi sagt:

     April, April … schaut ihn euch doch an tirol.orf.at/news/stories/2527242/, den lieben dummen Augustin – er sieht ziemlich fertig aus und spricht von sich selbst mehrmals als "August Penz" und sagt wörtlich "den Begriff "Marokkanerbande"(??)  hat nicht der August Penz begründet, den verwendet in der Stadt jemand …" 

     

    Wir nehmen zur Kenntnis August Penz entschuldigt sich für "August Penz", der aber eigentlich nix Böses wollte und eh nix dafür kann – solange solche Knallköpfe für die Blaunen kandidieren, kann das 4. Reich noch ein bisschen warten.

  45. provi sagt:

     da hast du natürlich grundsätzlich recht "zumheulen", wobei es zugegeben nicht immer einfach ist, mit fpölern zu diskutieren. richtige nazis sind die meisten nicht, aber viele sind frustriert und suchen nach sündenböcke: das sind dann alle, die anders aussehen, einen anderen glauben oder woanders herkommen.

     

    um mit eingefleischten fpölern zu diskutieren, braucht man starke nerven und auch toleranz, viele sind ja ziemlich heftig drauf. außerdem darf man sich nicht provozieren lassen und sollte selbst nicht arrogant sein. es bringt sicher nix, sie einfach niederzubrüllen, dann wäre man ja selbst kaum besser.

     

    und heimat ist schon okay: ich denke man kann ein heimatgefühl haben, dass auch kritik zulässt. dass wir es schön haben und uns glücklich schätzen können in einem doch immer noch halbwegs sozialen und friedlichen land zu leben ist eine tatsache. eben deshalb lass ich mir von niemandem – schon gar nicht von penz, strache und co – meine heimat mit hass vergiften!

  46. Theophanu sagt:

    Ich habe ja keine Ahnung…

    Wenn ich jetzt unmittelbar vor den Gemeinderatswahlen durch die Stadt
    schau, seh ich die Polit-Gfrieser an jeder Bushaltestelle von ihren
    Plakaten grinsen. Unter den retuschierten Kinnen prangen die
    Wahlslogans; ein jeder ist so allgemein formuliert, dass man sie
    parteienübergreifend durcheinandermischen könnte und es würde keine_r
    den Unterschied bemerken. Lediglich bei den seit Jahren rhetorisch
    konstanten Wahlsprüchen der Freiheitlichen könnte man stutzig werden,
    wenn die plötzlich unter dem Konterfei eines anderen Gfrieses stünden.
    Das ‚X-statt-Y‘-Reimschema hat sich bewährt und gehört zur Corporate
    Identity der Parteiangehörigen. Auch August The Penz bekennt sich
    jetzt offen dazu, mit den bekannt anmutenden Botschaften, die
    ‚Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe‘ (als Orthografie-Fanatin habe ich sowohl den Sinnfehler als auch den Dativ-Genitiv-Fehler sofort aufgespürt) propagieren. Im Westen
    nichts Neues also, nur dass statt HC jetzt ein anderes blauäugiges
    Mannsbild die Zähne für den Fotografen fletscht. Die Selbstportraits
    liegen dem Herrn am Herzen: ‚[m]ehr 60 Plakate der FPÖ wurden in der
    Nacht von 13. auf 14. März zerstört‘, um die Akteure dieser
    Plakatpogromnacht sanktionieren zu können, hat er 2500€
    Ergreiferprämie ausgeschrieben. ‚Das Geld erhalten der- oder
    diejenigen, welche Hinweise zur Ergreifung des Täters oder der Täter
    liefern‘, so steht es auf seiner Website.

    Auch wenn ich schon längere Zeit nicht mehr im Treibhaus
    vorbeigeschaut habe, erinnere ich mich Wort für Wort ans Zitat von
    Otto Grünmandl, das dort über den Garderobenhängern prangt: ‚Politisch
    bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn‘ ich mich aus.‘
    Dem kann ich mich, was meine Person angeht, auch anschließen.
    Traurigerweise habe ich keine Ahnung, wie ich die parteipolitischen
    Argumente der FPÖ entkräften soll, wenn ich mich in eine politische
    Diskussion verwickeln lasse. Ich habe absolut keinen Tau von
    Budgetverteilung und Gebühren und Maßnahmen und Gesetzen, zum
    Diskutieren bin ich einfach zu uninformiert. Und ich hab auch keine
    Lust, mich stundenlang durch Web 2.0 zu quälen, wo ich jede einzelne
    Seite von einer kritischen Meta-Ebene betrachten muss und abwägen
    soll, ob ich der Information jetzt vertraue oder nicht. Ich bin ganz
    und gar nicht politikverdrossen – ich mag nur nicht drüber reden.
    Wie bin ich jetzt darauf gekommen? Ach ja, Grünmandl. Der zweite Teil
    des Zitats war es eigentlich, den ich mit der Wahlkampagne vom Penz
    verknüpfen wollte. Ich kann auf meinen Hausverstand zurückgreifen,
    wenn ich die Wahlplakate betrachte. Und der sagt mir, dass der Penz
    eigentlich auch ein Volltrottel ist. Dabei beziehe ich mich nicht auf
    seine politischen Statements.
    Vor der Wahlkampagne kannte den wohl kaum jemand; er hatte vermutlich
    den Ruf eines angesehenen Geschäftsmannes, der ein prestigeträchtiges
    Hotel erfolgreich führt. Und jetzt? Jeder kennt sein Gesicht von den
    O-Haltestellen und den Verkehrsinseln, und verbindet damit automatisch
    den altbekannten ‚Heimat statt Überfremdung‘-Schmus. Dabei sind ihm
    ja  eigentlich auch so uuuunheimlich wichtige Themen wie Parkplätze in der Innenstadt
    oder  die Einführung von berittener Polizei (Pferdis! Ich wär voll dabei!) ein
    Anliegen,  das steht halt nicht auf den Plakaten. Aber er hat sich den
    blauen  Stempel nun mal aufgedrückt, und dabei bleibt er jetzt auch.
    Peinlich  ist’s schon. Die Leute werden sich den Penz von jetzt an
    genau so im  Gedächtnis behalten – als entblößten Geschäftsmann, der
    auf dem  Polit-Teller mit dem Traditionsrezept Forelle blau punkten
    will.  Privat ist bei dem jetzt erst mal nichts mehr.

    Von einer politischen Deppin

    P.S.: Finde es außerdem ulkig, dass jemand, der vom Fremdenverkehr
    lebt, gegen Überfremdung wittert.

    P.P.S.: Das hier wurde geschrieben, bevor der liebe August mit seiner Wahlkampagne in die Bredouille geschlittert ist. Augenscheinlich hat sich der österreichische Polit-Genussspecht zum mondänen Gourmet entwickelt, dem die gute alte Hausmannskost doch schon zum Hals heraushängt.

  47. Meinung sagt:

    …. ich bin zwar auch kein FPÖ-Sympathisant, aber erklärt mir mal jemand was der Unterschied bzw. Vor-Nachteile sind, ob jemand direkt mit einem "spruch" das Problem angreift oder jemand es schön mit 100 Sätzen umrandet wie die Spövp?

  48. Wiese sagt:

     Meinung, welches Problem meinst du konkret: dass jemand unsere Marokkaner stiehlt? Nein, im Ernst: Dass im Bereich Zuwanderung und Asylgesetzgebung vieles verkehrt läuft, ist offensichtlich. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen "Die Rechten hetzen – Schwarzrosarot machens zu Gesetzen". Die "Österreich zuerst"-Initative von Haider, gegen die in den 90ern Hunderttausende auf die Straße gingen (Lichtermeer), wurde durch die neuen, weiter verschärften Asylgesetze von der großen Koalition längst umgesetzt.

     

    Lösung: Zuwanderung nicht nur als Problem begreifen, sondern als Tatsache: seit die Menschheit besteht, "wandert" sie, das zeigt die Geschichte. Wir BRAUCHEN Zuwanderung: Europa überaltert, in einigen Jahrzehnten ist jede/r zweite in Europa über 60 – dann brauchts Junge für die Pflege, fürs Pensionssystem, etc. (Geburtenrate sinkt seit Jahrezehnten, also brauchen wir Menschen aus anderen Ländern)

     

    Was mich wirklich stört: Dass in Österreich Zuwanderung fast ausschließlich unter den Aspekten "Krimanalität" und "Überfremdung" (ein alter Kampfbegriff der Rechtsextremen) behandelt wird. ZuwandererInnen sind immer die "Aus-länder" : "potenziell verdächtig, gehören nicht hier her, wollen uns etwas wegnehmen, kriminell etc.". Ausnahmen sind nur Spitzensportler und sehr reiche Leute, die vom Stiftungsrecht profitieren.

     

    Jeder ist ein Mensch – überall. Natürlich gibt es auch kriminelle MigrantInnen, das zu leugnen, wäre schlicht realitätsfern. Aber die große Mehrheit macht hier die Drecksarbeit, zahlt Steuern und muss sich auch noch ständig subtile oder aggressive Diskriminierung gefallen lassen.

    Ich selbst habe Deutschkurse für Menschen gehalten, die einige hundert Euro (für sie ein Vermögen) dafür bezahlt haben. Sie kamen nach Schichtende, hundemüde, aber hochmotiviert: "Herr Lehrer, aber warum …?" Diese Menschen (wie gesagt die absolute Mehrheit) werden im besten Fall ignoriert – meistens aber als "Aus-länder" diffamiert.

  49. meinereiner sagt:

    die rechten geben auf das unbehagen (hervorgerufen durch die umgestaltung der westlichen gesellschaften seit den 80er/90ern durch eine wirtschaftsideologie, von der manche viel mehr profitieren und manche gar nicht) eine einfache, billige, vereinfachende, verhetzende antwort.

     

    die linken geben gar keine.

     

    Interessant der erste Satz: Zugeständnis: es läuft vieles verkehrt im Bereich Zuwanderung; Folgerung: und zwar die Asylgesetzgebung …

     

    Also wieder mal die klassische Vermengung der beiden Themen – als ob das nicht genau deshalb funktioniert, weil es die Rechten so verknüpft haben (motto: die quirligen türkenkinder in deiner hausanlage stören dich – dann lass uns doch Kriegsflüchtliche quälen …)

     

    Dann natürlich der Klassiker: wir (wer wir?) BRAUCHEN … ist doch nichts schöner als ein Mantra (oder Dogma, wie die Katholen sagen); wenn Bodenseer, Sinn oder Stronach sagen, wir BRAUCHEN Wachstum/Exporte/Autobahnen … – betest du es dann auch einfach so nach?

     

    Es mag sein, dass die europäischen Gesellschaften durch den demographischen Wandel (überalterung kann man auch als Kampfbegriff sehen) vor Herausforderungen stehen – die zu bewältigen gibt es aber mehr Antworten als bloß den Import von neuen Arbeitssklaven

     

     

    Was mich stört: Dass Zuwanderung lange Zeit nur von den Rechten als Thema gesehen wurde und die linke extrem defensiv höchstens aus den Salons kam, wenn die Sprüche wieder mal ganz schmutzig wurden. Denn die Menschen erleben ja die Zuwanderung vor Ort in ihrem Leben, in ihrer Arbeit, den Schulen ihrer Kinder, ihren Diskos. Und zwar so, dass sie auch sehr wohl differenzieren und wissen und akzeptieren, dass nicht alle böse und kriminell etc sind. Aber eben auch nicht alle vollsupi (nicht umsonst fährt die Rechte ja auch die Kampagne mit den Anständigen Ausländern, die hier leben können; und nicht umsonst fruchtet dieser Ton nicht zuletzt bei genug Neo-Ösis selbst).

     

     

    Zum Abschluss: ein Vorstandsmitglied des Zentralrats der Muslime in Deutschland meinte kürzlich sinngemäß: wenn ein junger Mann immer wieder Ablehnung erfährt, muss man schon nachvollziehen, dass er irgendwann die westlichen Werte ablehnt. Muss da nicht der Umkehrschluss gelten: wenn ein junger Urtiroler mann immer wieder erlebt, dass nicht alles rund läuft im Feld Zuwanderung, muss man dann nicht nachvollziehen, dass er frustriert wird und anfällig für rechte Dumpfsprüche, wenn seine Wahrnehmung vom Rest des politischen Establishments einzig und allein als seine rassistische Fehlleistung abgetan wird. (wow, was für ein Schachtelsatz)

     

    Fazit: her mit einer Politik, in der Menschen sich mit ihren Sorgen wenigstens ernst genommen fühlen.

    Ned im Anbiederung an den Mob Sinn, sondern eher in dem "Aufgabe der Politik kann es nicht sein, Meinungen abzufragen, und dann das populäre zu tun. Aufgabe der Politik muß es sein, das Richtige zu tun, und es populär zu machen! (R.v. Weizsäcker)

     

     

    PS: glaubt mir wahrscheinlich eh niemand, aber ich bin Mitglied einer linken Partei und werde am 15. röt grün oder dunkelrot wählen

     

    PPS: es ist weiterhin unpraktisch, wenn man das kommentar nicht sieht, auf das man antwortet

  50. Wiese sagt:

    meinereiner, ich sehe in den Asylgesetzen schon ein Problem und habe auf diese "Vermengung" mit dem (zugegeben auch etwas polemischen) Reimchen "Die Rechten hetzen – Schwarzrosarot machens zu Gesetzen" hingewiesen. Solange Zuwanderung nur als Problem verstanden wird, haben die Rechten eh schon gewonnen: ZuwandererInnen sind Sündenböcke, die wunderbar von den wirklichen Missständen (ungleiche Verteilung, demokratiepolitische Defizite, Umweltzerstörung usw.) ablenken.

     

    Wir als Gesellschaft brauchen Zuwanderung und das ist kein Dogma, sondern einfach eine demografische Tatsache. Und natürlich gehts dabei nicht darum, "Arbeitssklaven zu importieren" oder uns einfach die am besten Ausgebildeten auszusuchen (siehe Rot-weiß-rot-Card), sondern um einen fairen und offenen Austausch, der den Sozialstaat weiter ausbaut – und nicht kürzt, wie das seit Jahrzehnten passiert.

     

    Lieber meinereiner, ich halte mich nur sehr selten in Salons auf, aber ich habe recht viel mit Asylsuchenden und Neo-ÖsterreicherInnen zu tun. Meiner Erfahrung nach sind oftmals solche Menschen rassistisch, die selbst kaum mit Zuwanderer/innen zu tun haben (außer vielleicht im Vorübergehen, auf der Straße). Rassismus und Fremdenhass resultiert nur bedingt aus "realen Probleme" (die es ja unbestritten auch gibt – die aber gelöst werden können), sondern vielfach aus dem diffusen Gefühl,  zu kurz gekommen und ungerecht behandelt worden zu sein.

     

    Am technischen Problem arbeiten wir, aber im Moment gibts unser System einfach nicht her, sorry.

    • meinereiner sagt:

      und solange zuwanderung als lappalie abgetan wird, wird die linke keinen blumentopf gewinnen.

       

      natürlich ist es ein mantra, dass wir zuwanderung brauchen – jede gesellschaft lässt sich auch anders organisieren als sie organisiert ist. man könnte auch automatisieren und rationalisieren und weglassen und so (weniger menschen bedeutet auch weniger bedarf an friseurInnen, weniger bedarf an neubauten, …). (dabei bin ja ned einmal so für abschottung, wie das jetzt daher kommt; bin nur gegen unhinterfragtes wiederkäuen; es gibt auf herausforderungen ned nur eine antwort)

       

      wenn nur menschen, die wenig mit zuwandererInnen zu tun haben, blaubraun wählen würden, müssten die hungerburg und döbling blau sein und ottakring und das odorf (oder göteborg oder marseilles oder amsterdams vorstädte) ned. du beziehst dich wahrscheinlich auf ex-ddr-neonazis, mag sein; aber diese analyse ist 1995, ned 2010)

       

      und ja: natürlich können die probleme gelöst werden, auch ganz weltmenschlich und so; das ist ja das tolle daran, dass wir blaubraun nicht macht- und hilflos gegenüberstehen

  51. Wiese sagt:

    Also: Zuwanderung ist keine "Lappalie" und ich habe das auch nie behauptet.

     
    Zuwanderung (und die Tatsache, das wir sie brauchen) ist kein Mantra, sondern eine historische Tatsache. Gesellschaften, die Zuwanderung verhindern wollten und sich abgeschottet haben, waren schon immer dem Tode geweiht.
    Und es ist bestimmt kein "unhinterfragbares Wiederkäuen", wenn ich mir kein überaltertes, technisiertes und leer geräumtes Europa wünsche. Zuwanderung ist einfach eine Notwendigkeit  – wichtig ist es, sie zu gestalten: Positive Aspekte zu stärken und negative abzumildern.

     
    Mit ZuwandererInnen kann man auch in Wohngebieten wenig zu tun haben, die einen vergleichsweise hohen Anteil an migrantischer Bevölkerung aufweisen. Eben durch Abschottung und "Mauern", Dialog verweigern und der Artikulation dummer Feindbilder.

     
    Sicher gibt es mehr als eine Antwort: Die Antwort muss ein Dialog sein und nicht immer ein Reden ÜBER MigrantInnen sondern vor allem MIT ihnen. Sie spüren viel Ablehnung und auch offenen Hass – dadurch werden manche hart und gerade manche Jungen sagen sich: "Für euch bin ich eh nur der böse Ausländer und Schmarotzer – also bin ich eben echt so". Wir brauchen keine blauen Hasssprüche, sondern Dialog und Offenheit. Schließlich kommen Menschen zu uns und keine "Aus-länder"!

  52. meinereiner sagt:

    wir können uns darauf einigen, dass wir uns nicht einigen

    (bevor ich jetzt mit meinen blauwählenden* arbeitskollegInnen anfange, die natürlich migrationshintergrundkollegen, -freunde und nachbarn haben und mich noch mehr über deine Arrognanz (Mischung aus arrogant und ignorant) ärgere, die den einen das Erlebnis der Ablehnung zuerkennt und den anderen ihre ebenfalls unrunden Alltagserlebnisse ned)

     

    ich bleibe also dabei: ich bin mit meiner verzweiflung** über die linken scheuklappen ziemlich allein und  wähle etwas von links halt weiter nicht wegen ihrer visionen, sondern trotz ihres unwillens, sich in die mühen und den dreck dieser debatte zu begeben

     

    *ehrlicherweise wählen sie eh gar nicht oder weiß, müssten dir also eh taugen

    ** symptom: ich find sogar den sebastian kurz sympathisch

  53. Wiese sagt:

    komisch, ich fand eigentlich gar nicht, dass unsere Standpunkte soweit auseinanderliegen, aber wenn du mir "unhinterfragtes Widerkäuen" und eine Mischung aus Ignoranz und Arroganz vorwirfst, muss ich wohl damit leben, wenn ich dir nicht so sympathisch bin wie Sebastian Kurz.

     

    Mir gehts weder um persönliche Animositäten, noch darum recht zu behalten: Fremdenfeindlichkeit und die Frage, wie wir Vorurteile – auch unsere eigene – überwinden, sind für mich einfach wichtige Fragen. Da nützen Beschimpfungen und Untergriffe wenig, allerdings glaube ich, dass unser Blog einen kleinen, aber wichtigen Beitrag dazu leisten kann: Durch Dialog, Austausch und offene Diskussion.

  54. Sani sagt:

     Heute ist ein guter Kommentar im Standard von Hans Rauscher ua über den FPÖ Wahlkampf in Innsbruck und ganz generell, wie man mit rechter Hetze umgehen soll.

  55. zumheulen sagt:

    Es ist aber leider eine traurige Tatsache dass die sogenannten Linken Parteien den Faschos als Steigbügelhalter dienen. Jürgen Elsässer hat vollkomen recht wenn er sagt das" mit Staatsknete Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert werden" aber im Gegensatz dazu" die Proleten auf Hartz4 gesetzt werden" Es ist für mich selbstverständlich dass niemand wegen seiner Herkunft oder sexuellen Orientierung benachteiligt werden darf, aber wenn solche Themen bei den Linken überwiegen dann dürfen wir uns nicht wundern wenn die Wähler zur " sozialen Heimatpartei" abwandern , welche aber weder sozial noch gut für unsere Heimat ist.Und anstatt den Fehler  mal auch bei uns selber zu suchen, werden die FPÖ Wähler einfach in eine Schublade gesteckt ( kommt euch das irgendwie bekannt vor?) und im Kollektiv dann als dumm und ohne Hirn bezeichnet.Auch der liebe Herr Rauscher gibt schon seit längerer Zeit gute Ratschläge um die Rechten zu stoppen. Mir kann dieser arrogante Pfau mit seinen Weisheiten gestohlen bleiben, vom Leben und Leiden des kleinen Mannes versteht dieser Möchtegern Linke rein gar nichts. Im Jahre 2005 waren die blauen Recken bei 3 %, wir hatten eine Chance wir haben sie verspielt. Das ist die traurige Realität.Ich bin ein überzeugter Linker, Antirassist und Sozialist und ich habe trotzdem meine Heimat im Herzen.Ich will die Ausbeutung der arbeitenden Masse beenden, aber es hat trotzdem kein gesunder, arbeitsfähiger Mensch ein Recht auf Faulheit.So etwas nennt man ASOZIAL! Und eine erfolgreiche Migrationspolitik schliesst das abschieben krimineller Personen nicht aus. Niemand hat das Recht kriminell zu sein, egal ob Autochton oder Migrant.Mit solchen Massnahmen kann man diesen Hetzern erfolgreich gegenübertreten und Ihnen das Fundament Ihres handelns entziehen.Dann sind Sie wieder bei 5-6 % genau da wo Sie hingehören.

  56. Sepp sagt:

    Wie würden sich die Österreicher fühlen, wenn man sie nur als Nazis bezeichnet, da sie eine grosse Rolle in der systematische Mord von Millionen von Menschen gespielt haben? Offentsichtlich, das stört die FPÖ ‚Nazis‘ nicht.

  57. ver-linker-ei sagt:

     Nachtrag: Herr Penz dürfte den Tag verfluchen, weil ihn jetzt viel weniger Hotelgäste besuchen: tirol.orf.at/news/stories/2530507/. Viele angebliche Linke (meist SP oder Grüne) meinten ja, wir tun den Effen einen Gefallen, wenn wir über die Plakate berichten. Man sollte sie ignorieren, meinten sie. Wie man zwei Meter hohe Plakate ignorieren sollte, sagten sie uns nicht. Nun die FPÖ hat mäßig dazu gewonnen, ihr Wahlziel von 10% aber deutlich verfehlt. Zumindest ein bisschen wurde in Innsbruck schon über Alltagsrassismus diskutiert – und die Klage wegen Verhetzung ist ja auch noch nicht vom Tisch.

     

     

  58. provi sagt:

    alter Hut von Mitläufern: die Opfertaktik – trotzdem sehr lesenswertes Interview: http://www.provinnsbruck.at/content/ich-schäme-michheimatliebe-statt

  59. Barbara Tatschl sagt:

     Was soll ich dazu sagen, ich stimme deinem Beitrag 100% ig zu und ja – ich habe mich auch in Grund und Boden geschämt über dieses Niveau. Ein ganz klares NEIN DANKE zu diesen ekelhaften Wahlplakaten meinerseits!

     

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