Friedliche Demo gegen Burschenschafter

Etwa 1.500 DemonstrantInnen protestierten heute in Innbruck friedlich gegen das Treffen der Deutschen Burschenschaft in Innsbruck. Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Bereichen setzten ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus.

Schon am Vormittag startete der Marsch der Burschenschafter ausgehend vom Verbindungshaus der schlagenden Burschenschaft Brixia in St. Nikolaus. Circa 100 Burschenschafter in vollem Wichs versammelten sich hinter einem Transparent mit der rätselhaften Aufschrift: Heute bei der Messe, morgen in der Verfassung. Ich bin die LINKE GEWALT. Der Sinn dieser recht unbeholfen formulierten Botschaft bleibt weitgehend unklar.

Anlässlich der bunten und lautstarken Gegendemo hier noch ein YouTube-Clip vom Flashmob gegen Burschenschafter aus dem Jahr 2009. Bitte ergänzt diesen Kurzbericht mit euren persönlichen Erlebnissen, Ansichten und Informationen.

[video:http://youtu.be/V96sQkMuw9w]




12 Antworten : “Friedliche Demo gegen Burschenschafter”

  1. Ismael sagt:

    Ätzend fand ich, dass auch die anführerin der "guten" eine deitsche war. 
    ich bin dann vom landhausplatz nach hause geegangen.
    ihr dagegen kriechts den piefke offenbar überall hinterher.
    gleich ob rechts oder links.


    • franzi sagt:

      ätzend finde ich, wenn man stellung gegen eine "rechte" sache einnehmen möchte und dann nicht mitmacht, weil einem die herkunft der veranstaltungsleiterin nicht passt. wenn man toleranz schaffen möchte, sollte man auch selber welche besitzen.

  2. Gastt sagt:

     Erwähnenswert wäre noch, dass es für jene, die versuchten den Marsch der Burschen friedlich durch eine Sitzblockade aufzuhalten Anzeigen hagelte, 2 Personen verhaftet wurden (darunter ein Journalist mit Presseausweis, der nur Fotos machte) und ein Polizist einem Mädchen mit der Faust ins Gesicht schlug.

    • Roland Steixner sagt:

       Wir werden sehen, was da herauskommt. Die Verhafteten sind mittlerweile wieder freigelassen worden.

    • Helli sagt:

      Ich war heute bei der Demonstration gegen Faschismus um 13:00 dabei und freue mich über die eigentlich doch zahlreichen Teilnehmer. Ich hätte mir zwar noch mehr Teilnehmer erhofft. Aber ich glaube es war doch ein deutliches Zeichen von uns an den Rest der Mitmenschen. Hoffentlich sprechen auch die interessant beobachtenden Touristen noch einige Zeit darüber und sind froh, dass sich hier noch Menschen für andere Menschen zumindest ein wenig einsetzen.

      Besonders gefreut hat mich die Vielfalt der Teilnehmer. Und gerade weil auch Kleinkinder dabei waren, finde ich es umso trauriger, dass manche ihren Zorn anscheinend in einer Straßenschlacht äußern wollten.

      Einige Ansprachen waren ziemlich grenzwertig. Die Meldung, es wäre ein Demonstrant am Ende des Demonstrationszuges gerade verhaftet worden, rief sofort einen Trupp von aufgeregten Leuten auf den Plan, die sofort nach hinten marschierten. Ich fürchte mit dem sicherlich noblen aber verrückten Plan gegen die Polizei einzuschreiten.

      Nachträglich wurde die Meldung korrigiert. Ob es nun zu einer Festnahme kam oder nicht ist irrelevant. Schlimm ist, dass die Ansprachen teils ein wenig fahrlässig waren. Man kanns verstehen, aber bei einer Demonstration mit Menschenmassen, hat man eine gewisse Verantwortung.

      Selbiges später vor der Polizeidirektion. Fliegende Bierdose und weitere Hassrufe. Hallo?! Seid ihr noch bei Trost? Möchte man da den einen oder anderen fragen. Wie kann man so rücksichtslos sein? Es ist verständlich dass man sich für Mitstreiter und Freunde einsetzen möchte, aber WTF?!

      Ich kann mir die Frust und den Hass mancher Demonstranten gegen unsere Gesellschaft vorstellen. Aber es ist nicht sinnvoll eine Straßenschlacht gegen die Polizei anzuzetteln, wenn man für Toleranz und Frieden demonstrieren möchte.

      Die momentane Rechtslage ist mir im Detail nicht bekannt. Aber ich hoffe stark darauf, dass die Polizei etwaige pro-Faschismus-Verwirrte, die versucht hätten durch eine friedliche Sitzblockade unseren Anti-Faschismus Demonstrationszug zu stoppen, nach vorheriger Aufforderung, der rechtmäßig angemeldeten Demonstration Platz zu gewähren, verhaftet hätte (Tschuldigkeit für den fürchterlichen Satz).

      Wenn da morgens irgendwas nichtmal rechtmäßig war (wir wissen ja dass das Recht nicht immer optimal ist), dann wird das hoffentlich korrigiert werden. Leider hatten die Burschenschafter aber zumindest das Recht zu demonstrieren, genau wie wir. Auch wenn ihre Gesinnung womöglich menschenfeindlich ist. So ist das momentan leider. Mir gefällts auch nicht. Wenn die Polizei beliebig handeln würde, würden wir uns ja auch beschweren.

      Ansonsten haben sich sicherlich auch die Damen und Herren der Polizei den Arsch abgefroren und man darf ihnen nicht vorurteilshaft vorwerfen, alle Faschisten zu sein.

      Einfach nachdenken.

      Danke an alle die gekommen sind um für Toleranz und Frieden zu demonstrieren! Danke an die Damen und Herren der Polizei, die zwar dafür ‚bezahlt‘ werden, die aber wohl selten Dank für irgendwas ernten und hoffentlich für uns da sind. Danke an die Veranstalter, sonst wär ich wohl nur zuhaus gesessen.

      Es war kalt, es war teilweise kritisch, aber ich habs genossen.

      • Gastt sagt:

        Nun, generell kann ich dir wohl zustimmen. Ich möchte allerdings auf "Danke an die Damen und Herren der Polizei, die […] hoffentlich für uns da sind."
        Dazu sei gesagt, dass diese, wenn sie eine Straftag begehen, oder man sich nur über sie beschweren möchten einen nur auslachen, wenn man sie auffordert ihre Dienstnummer und Namen zu nennen. Das ist nämlich ihre Pflicht. Als wir eingekesselt waren war das der Fall. Feine Heuchler sind das. Schön Anzeigen raushauen und Personen, die Zivilcourage zeigen fast 2 Stunden am Rand der Straße festhalten und mit 50 Mann umzingeln, Personen festnehmen und anzeigen, wenn man sie nur berührt, aber schlagen sie mal selber zu oder schleifen dich über den Boden gibt es für sie keine Kosequenzen. Das ist also unser Freund und Helfer. 

  3. Vergil sagt:

    Lieber Andreas Wiesinger!

    Wenn das friedlich war, was ist dann unfriedlich? Wenn Autos brennen? Zählt die Gesundheit von Menschen nichts?

    Es wurden Demonstranten verletzt, es wurden Polizisten verletzt, es wurden Burschenschafter verletzt und sogar eine unbeteiligte Person wurde verletzt. Friedlich schaut für mich anders aus.

    Wenn Wurfgeschosse fliegen dann ist das für mich auch nicht friedlich. Wenn die Wurfgeschosse Bierdosen sind stellt sich auch die Frage der Motivation mancher Menschen, der Demonstration beizuwohnen. Und ja, das war ein Einzelfall, aber es wurde nicht von den friedlichen Demonstranten unterbunden. Es wurde billigend für die "richtige Sache" in kauf genommen.

    Wenn Leute angespuckt werden ist das für mich auch nicht friedlich. Wenn Polizisten bespuckt und auf das übelste beschimpft werden, während sie Menschen davon abhalten andere Menschen zu verletzen ist das für mich ebenfalls nicht friedlich.

    Wenn Demonstranten andauernd zum Spaß andere Demonstranten der selben Gesinnung nach gegenseitiger Absprache mit Anlauf und voller Wucht gegen Polizisten schubsen (wobei sich keine Personen der Gegenfraktion in der Nähe befanden) und anschließend skandieren dass man ja nichts getan habe ist das für mich nicht friedlich.

    Für mich ist es auch nicht friedlich, wenn das Eigentum absolut unbeteiligter Personen mittels Lackstift mit Sprüchen wie "Brixia Angreifen" (tolle Wortwahl bei einer Demo für Toleranz und Frieden) verziert wird. Und ich spreche hier nicht von einer Hauswand.

    Ich finde nichts friedliches daran, wenn Sprechchöre den Polizisten vorwerfen sie würden "Faschisten beschützen". Das entspricht vielleicht sogar der Wahrheit, und weiter? Was ändert das? Wenn die Polizei die Burschenschafter nicht beschützen würde, was wäre denn heute geschehen?

    Hätten die Sprechchöre die "Faschisten" dann angegriffen? Nur angespuckt oder nur ein wenig – so viel wie sie halt verdient haben- geschlagen? Hätten die Chöre den Faschisten die "richtige" politische Gesinnung eingeprügelt? Die unbelehrbaren deportiert?
    Ja, ich übertreibe, sowas gibt es bei uns in Europa ja nicht…

    Unter diesen Umständen finde ich es sehr selbstgefällig hier von einer "friedlichen Demo" zu sprechen und es spiegelt für mich nicht die Wahrheit wieder.

    Ich bin enttäuscht von der absoluten Selbstverständlichkeit, ja Selbstgerechtigkeit mit der Gewalt als politisches Statement benutzt und hingenommen wurde um die "richtige" politische Gesinnung zu unterstützen. Gewalt, die wie immer in erster Linie unbeteiligte Personen abbekommen haben. Heute haben viele Menschen ihren Mitmenschen Dinge angetan, die sie alleine niemals tun würden.

    Menschen mussten beschützt werden, um nicht ob ihrer politischen Gesinnung misshandelt zu werden (nimm dir bitte Zeit und denk über diesen Satz ehrlich nach).

    Das ist dein Frieden? Dann bitte behalte ihn…

    Ps: keine der drei angeblichen Fakten im untersten Posting von Gastt entsprechen der Wahrheit und trotzdem ist nicht viel gelogen. Werter Gastt, du solltest in die Politik gehen…

    • Quintus Ennius sagt:

      du redest von den verstrahlten am vormittag. das post von wiese redet von der demonstration am nachmittag. du kannst natürlich die 30 verstrahlten des vormittags dafür hernehmen, die vielleicht 1.500 des nachmittags und damit die ganze aktion zu diffamieren. aber das ist ziemlich langweilige agitation, die eigentlich bei jeder halbwegs wahrnehmbaren demonstration aufkommt. entweder, weil ein paar verstrahlte idioten vor ort sind – so wie in ibk – oder weil solche von der gegenseite (whomever) zum aufwiegeln eingesetzt werden. das sagt, im konkreten fall, aber nichts über die demo am nachmittag aus.

  4. Laura sagt:

    Nein!

    Ich will nicht zu den ewig gestrigen geh̦ren. Zu jenen, die alle Jahre wieder den gleichen Dingen gedenkten. Ich will die Zukunft leben Рmeine Zukunft, die meiner Kinder und Kindeskinder. Nicht das Ewiggestrige.

    Leider bleibt mir aber in dieser Stadt nicht´s anders übrig, als immer und immer wieder das gleiche zu tun. Immer wieder im November zum Progrom-Gedenken aufzurufen. Alle Jahre wieder gegen ein Burschenschaftertreffen zu mobilisieren, täglich wieder gegen eine Fpö zu argumentieren und heute immer, immer und immer wieder die gleichen Link´s zu posten: Heute treffen sich rechtsextreme-deutschnationale Burschenschaften in unsere Stadt. Das darf nicht geduldet werden. Meiner Zukunft zu liebe! und deiner! und die deiner Kinder und Kindeskinder!

    Keine Toleranz der Intolerant!
    Lieber ein Geschwür am After als ein deutscher Burschenschafter!
    Vielfalt statt Einfalt.
    Und auch sonst jeden Schmonzes der uns dagegen einfallt!

  5. Johann Steininger sagt:

    Da kommt mein altes Video unverhofft zu neuen Ehren. Interessanterweise hat dieses schon völlig unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. "Rechte" wie "linke" Poster haben dieses Video abgelehnt oder befürwortet, die einen haben darin eine Unterstützung des linken Protestes erblickt, die anderen  eine Persiflage darauf. Wie es aber wirklich gemeint ist, das will ich jetzt auch nicht sagen, vielleicht nur ein ganz winziger Tip für die ganz Neugierigen. Auch die kurz sichtbaren Fechtszenen sind Originalaufnahmen.

  6. stefan sagt:

    ja, es war auch heuer wieder eine große, bunte demo!
    allerdings muß ich mich den worten von helli anschliessen.
    ich fand es einfach absolut unpassend, dass schon am landhausplatz via lautsprecher gegen die polizei gehetzt wurde. bevor die demo sich in bewegung setzte wurden die teilnehmer aufgerufen, die polizei mit pfiffen u buhrufen zu begrüßen. auf höhe der mathesi strasse hat die dame am mikrophon mit ihrem unsäglichen geschrei den gesamten zug gestoppt, weil angeblich am ende des demozuges eine person festgenommen wurde. warum? was wollte man damit bezwecken? dass aufgrund dieser aktion, eine kleine menge personen fäustereibend nach hinten gelaufen sind ist wohl nicht nur mir aufgefallen.
    der demo zug bewegte sich nach der prompten durchsage, die person sei schon wieder frei, weiter.
    vor der polizeidirektion stoppten wir allerdings wieder (unfreiwillig)! auch hier die frage: warum?
    wieder wurde via lautsprecher zu pfiffen, schmäh u buhrufen ect. gegenüber der polizei aufgerufen.

    ebenfalls bezeichnend finde ich es, dass auf dem "lautsprecherbus" immerwieder das tiroler grünen logo aufblitzte. wie gesagt die durchsagen waren meiner meinung nach äußerst grenzwertig und einer (friedlichen?) grünen partei nicht würdig!

    mein dank gilt der mmn überwiedenden mehrheit, die sich an diesen provokationen nicht beteiligt haben, auch wenn es von den "vorschreiern" gefordert wurde.
    ebenfalls gilt mein dank der polizei, die sich absolut richtig verhalten hat!

  7. Andreas Wiesinger sagt:

    Meinungsvielfalt und offene Diskussionen sind sozusagen die "DNA" des digitalen Stadtgeflüsters, darum herzlichen DANK für eure Kommentare und Erlebnisberichte! Persönlich lehne ich Gewalt aus tiefstem Herzen ab – und schätze, dass ich diese Einstellung mit 99% all jener teile, die am Samstag auf der Demo waren. Allerdings ist mir auch klar, dass leider keine politische Gruppe (und schon gar keine öffentliche Demo) es komplett ausschließen kann, auch von Idioten unterlaufen zu werden, die Gewalt verbal gutheißen oder sogar einsetzen.

    Zur Blockade am Samstag Vormittag: Ich war nicht vor Ort und habe sehr unterschiedliche Einschätzungen darüber gehört – ein bisschen habe ich auch den Eindruck, man hat den Burschenschaftern damit unterm Strich einen Gefallen getan, weil sie sich sozusagen als "Opfer" inszenieren konnten. Die Polizei muss eine genehmigte Demonstration jedenfalls schützen – dieses Recht haben ja auch die GegenerInnen der Burschis für sich in Anspruch genommen. Ob die beteiligten Polizisten dabei verhältnismäßig vorgegangen sind, überlasse ich ganz eurer persönlichen Einschätzung.

    [video:http://youtu.be/-sSB13-Ow0U%5D

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