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Liebe Innsbruck!

Liebe Innsbruck,

ich mag deine Hinterhöfe und Schleichwege

deine Fetzen und Farben

und wenn mir der Föhn die Berge

auf die Netzhaut drückt

 

Liebe Innsbruck,

du Tussi mit herbem Charme

bist zwischen die Alpen geklemmt

ich mag deine Ecken und Kanten

und stoße mich blutig daran

 

du zerkaust und verdaust mich

manchmal werde ich fast erdrückt

von deiner Geborgenheit

ich bin ein altes Kind von dir

 

und suche noch immer

nach deinem Horizont

manchmal sind wir uns näher

als uns gut tut

 

ja, ich mag dich

dahoam is dahoam

dieses Gefühl zwischen

Nostalgie und Verzweiflung

 

Liebe Innsbruck,

Du bist die Föhntown

nie bist du mir näher

als wenn ich dir fern bin

 

 

Foto von Eva Konrad

 

Andreas Wiesinger

2 Comments

  1. Ich hab auch ein schönes Gedicht gefunden, aber nicht im Zusammenhang mit Deinem, nur hat es mich unendlich berührt:

    Als ich Kind war, haben sie mir gesagt, dass ich alles werden kann.

    Als ich Kind war.

    Als ich Kind war, erträumte ich mir ein Leben in den Lüften.

    Sie haben gesagt, dass ich alles werden kann.

    In den Lüften wollte ich segeln.

    Als ich Kind war.

    Sie haben ihr Versprechen nicht gehalten.

  2. schön und wirklich berührend, liebe Gästin: Poesie ist die Waffe der Friedfertigen und Mittel gegen Kleingeistigkeit und Schablonen"denken".

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