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Braune Burschen brauchen wir nicht – Demo gegen die Deutschen Burschenschaften

Am 29. und 30. November 2013 werden sich bereits zum vierten Mal seit 1994 in Innsbruck die „Deutschen Burschenschaften“ (DB) versammeln. Die DB ist der Kooperationsverband deutschnationaler, schlagender Studentenverbindungen, in welchem erst vor 2 Jahren ein „Ariernachweis“ als Aufnahmebedingung gefordert wurde.

„Schlagend” bedeutet, dass bei diesen Verbindungen verpflichtende Mensuren ausgetragen werden, bei denen die Kontrahenten gegeneinander mit Säbeln fechten und sich „Schmisse“ (Narben im Gesicht) zufügen. Diese sollen Ausdruck von „Tapferkeit und Ehre“ sein.

Skrupellos und ohne Rücksicht auf Historie preisen Verbindungen wie die Tiroler akad. B! Brixia in ihrer Selbstdarstellung „Vaterland“ und „Recht und Freiheit des deutschen Kulturvolkes“ wobei – um Missverständnisse auszuräumen – „Vaterland“ ausdrücklich nicht „Staatsgebiet“ sondern „Kulturgemeinschaft“ und „Kulturvolk“ ausdrücklich nicht „Staatsbürger_innen- Gesamtheit“ sondern „die Gemeinschaft der Deutschen“ meint.

Mitglieder eben jener akad. B! Brixia sind durch ihr fanatisches Engagement im Südtirol-Terrorismus zu trauriger Berühmtheit gelangt – insgesamt wurden in den „Bombenjahren“ über 30 Menschen von Deutschnationalen getötet.

Die tiefe politische und gesellschaftliche Verankerung der Burschenschafter in allen Bereichen führt zu einer ernsthaften Bedrohung für die Demokratie. Sie unterwandern den Rechtsstaat indem sie systematisch wichtige Ämter in Justiz und Politik besetzen. So sind z.B. zahlreiche Nationalratsabgeordnete der FPÖ in deutschnationalen, schlagenden Burschenschaften organisiert.

Dem nicht genug, kontakariert der 3. Präsident des österreichischen Nationalrats, Dr. Martin Graf (FPÖ) am 18. Oktober 2013 offensichtlich die demokratische Grundordnung des Landes indem er der Wiener akad. B! Teutonia für ihre Verdienste um die Demokratie auszeichnete, wurde doch die akad. B! Teutonia 1994 im Jahreslagebericht des Innenministeriums noch als „Kaderschmiede nationaler und rechtsextremer Gesinnung“ gesehen. Der Jahresbericht wurde 2001 und damit in der Zeit der schwarz-blauen Bundesregierung eingestellt. Ebenso scheinen Burschenschaften seit dieser Zeit nicht mehr im jährlichen Verfassungsschutzbericht auf.

Das Aktionsbündnis „Innsbruck gegen Faschismus“ setzt mit den Aktionen am 29. und 30. November ein zivilgesellschaftliches Zeichen – für Freiheit, Vielfalt und Demokratie.

Sei laut! Sei stark! Sei dabei!
Tanz mit uns
bei den Kulturveranstaltungen „Vielfalt gemeinsam statt Ausgrenzung einsam.“ am Freitag, 29. November 2013

Kämpf mit uns
bei der Großdemonstration gegen den Verbandstag der Deutschen Burschenschaft am Samstag, 30. November 2013, 13.00 Uhr, Treffpunkt: Landhausplatz, Innsbruck

Mehr Infos 
innsbruckgegenfaschismus.at
www.recherche-west.net
 

7 Comments

  1. Eine ernst gemeinte Frage:
    Gibt es Belege für diesen Satz: "insgesamt wurden in den „Bombenjahren“ über 30 Menschen von Deutschnationalen getötet."?

    • Ja, Veröffentlichungen der Gerichtsakte: Einsehbar in den Publikationen von Prof. Gehler und Prof. Steininger.
      Neuestes Werk in dem Beweise geliefert werden ist: Hans-Henning Scharsach "Strache – Im braunen Sumpf"
      Außerdem: Die Archive aller größeren österreischen Zeitungen, das Tiroler Landesarchiv und das Staatsarchiv in Wien. Allesamt zum Suchbegriff "Ein Tirol" eine wunderbare Quelle.

      Aber gut, wers nicht glauben will…

    • Zitat wikipedia:

      "In den 32 Jahren der Unruhe vom 20. September 1956 bis zum 30. Oktober 1988 wurden 361 Attentate verübt. 21 Tote (15 Ordnungshüter, 2 Zivilisten und 4 Aktivisten) und 57 Verletzte (24 unter den italienischen Ordnungshütern, 33 Zivilisten) sind zu beklagen. Die Anschläge der 1980er Jahre sind nicht auf den BAS, sondern auf die Gruppe Ein Tirol zurückzuführen.

      Die italienische Gerichtsbarkeit verurteilte 157 Personen: 103 Südtiroler, 40 Österreicher und 14 Deutsche."

      http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungsausschuss_S%C3%BCdtirol

  2.  Was soll man von einer Stadt erwarten, in der mehr als ein Viertel der Erwachsenen "Grün" wählen?
    Das erste, was dabei über kurz oder lang auf der Strecke bleibt ist die Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung.
    Und weil die Selbstgerechten Feindbilder brauchen, wird das braune Hippietreffen gleich noch zu antifaschistischen Aktionsbündnissen "hochgespielt".
    Das COP sich dafür hergibt, wundert mich nicht mehr;
    dass Luca Tschiderer in der Frage nicht mehr Hirn zeigt, erstaunt mich.


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