Fremdgehen

Auch in der Umgebung von Innsbruck findet sich immer wieder Interessantes und Sehenswertes. So im nahegelegenen Absam, bisher bekannt vielleicht eher als Wallfahrtsort und Matschgerereldorado versucht man sich mit dem letzten Sommers eröffneten Veranstaltungszentrum KIWI in neuer Kunst. So gastierten schon mal die KLANGSPUREN dort und auch sonst gibt es immer wieder interessante Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte. Dem KIWI angeschlossen ist in den Räumen des Gasthauses Kirchenwirt das Gemeindemuseum Absam, das anhand gut ausgewählter und präsentierter Gegenstände wie Fotos, Gemälde und Tondokumente die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Ortes zeigt und so der Besucherin und dem Besucher ein lebendiges Bild über die Geschichte Absams vermittelt. Einmal ist das der jahrhundertelang dort betriebene Salzbergbau, die Anfänge der Textilindustrie, die Entwicklung der Wallfahrt und nicht zuletzt der Sport, so hat Absam doch eine Reihe von Olympiasiegern hervorgebracht. Eine kleine Abteilung ist Wechselausstellungen vorbehalten. Zurzeit wird dabei der bekannte Tiroler Architekt Lois Welzenbacher präsentiert, der in Absam gewohnt und sich dort auch ein interessantes Haus gebaut hat, das heute noch steht. Anhand von Architekturmodellen wird der Werdegang dieses sicher eigenwilligen aber nichtsdestotrotz viel beachteten Architekten aufgezeigt. Nicht zuletzt auch in Innsbruck hat Welzenbacher einiges gebaut, leider wurden viele seiner Bauten im letzten Krieg zerbombt und bedauerlicherweise auch noch nach dem Krieg vieles von ihm durch unsachgemäße oder einfach unsensible Umbauten unwiederbringlich zerstört. Interessant ist etwa das Modell des damals neu geplanten Innsbrucker Hauptbahnhofes, der nie realisiert wurde, und so er es geworden wäre, auch dem Bombardement Innsbrucks im Zweiten Weltkrieg anheimgefallen wäre. Es lohnt sich jedenfalls für die Innsbrucker(innen), anhand dieser kleinen Ausstellung einen Blick auf die damaligen Vorstellungen von Urbanität zu werfen und so ein Stück weit das Oeuvre dieses großen Architekten der Zwischenkriegszeit kennenzulernen....

Maria Theresienstraße

Maria Theresienstraße schon fallen die berge herab teilen unter sich die bunthäuser auf die am ufer lagernden fallen in die prachtstraße ein – kaufen gehen sie joppen shoppen und stülpen sich die grauhüte über die stumpfkegeligen berge behüten innsbruck (C) Renate...

Sprengel sprengen?

Die Fraktionen im Innsbrucker Gemeinderat streiten über die Aufhebung der Schulsprengel. ÖVP und SPÖ wollen die Schulsprengel beibehalten – Grüne und Liberale fordern ihre Abschaffung. Auslöser der Debatte war Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (FI). In der Diskussion um so genannte „Ghetto-Klassen“ erklärte er seiner Stadtratskollegin Marie-Luise Pokorny-Reitter (SPÖ): „Wenn die Wohnungsvergabe passt, dann braucht es auch keine Sprengelaufhebung“. Kaufmann stösst sich vor allem am hohem Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in manchen Volksschulklassen – z.B. im O-Dorf, seinem Heimatstadtteil. Pokorny-Reitter weist jede Schuld von sich und meint, sprachliche Frühförderung müsse schon im Kindergarten ansetzen. Bei der Wohnungsvergabe sei alles in Ordnung – Kaufmann selbst habe an den Vergaberichtlinien mitgearbeitet. Ebenso wie die ÖVP-Fraktionen ist die SPÖ für die Beibehaltung der Schulsprengel. Abschaffen wollen sie Liberale und die Grünen. Laut Gemeinderätin Sonja Pitscheider (Grüne) gehe das „starre System an der Realität vorbei“ – sie setzt vor allem auf Ganztagesschulen und moderne Bildungskonzepte. http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Ãœberblick/Politik/PolitikTirol/2108178-6/schulsprengel-geraten-zwischen-polit-fronten.csp Foto von Joachim Müllerchen /...

Was ist nur mit dem Landhausplatz los?...

Diese Fragen werden sich wohl einige stellen, die zurzeit über den neuen Landhausplatz gehen. Zwar wurde der Eduard-Wallnöfer-Platz schon „pünktlich“ zum Nationalfeiertag eröffnet, doch ganz fertig dürfte er noch nicht sein. Gut, man kann noch nicht wirklich sagen, wie die paar einsamen Bäume in der Betonwüste des Platzes aussehen werden. Das wird erst das grünende Frühjahr zeigen. Auch, dass die bereits am Platz aufgestellten Denkmäler wieder zurück gefunden haben, ist gut. Was man allerdings jetzt schon sieht, ist ein großer qualitativer Unterschied in der Beschaffenheit des Betons: Direkt vor dem Landhaus bis hin zum Befreiungsdenkmal handelt es sich um eine grobkörnige Struktur mit Einschüssen kleinerer Steine. Die Kanten sind gerade und scharf, die Linien klar. Geht man allerdings ein paar Schritte weiter in Richtung TIWAG bzw. Casino, sieht man sofort einen großen Unterschied: Der Beton ist grau und fahl, die Kanten brüchig. An den Stufen sind schon großräumig Kanten abgebrochen und wurden kurzfristig mit einer anderen Masse aufgefüllt. Eindeutig ein großer Unterschied! Warum ist das so? Ich bin kein Experte für Betonfragen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache und im Frühjahr wird der Beton poliert und alles sieht gut aus. Vielleicht wird auch noch auf den Umbau des TIWAG-Gebäudes gewartet, um den Platz erst danach ganz fertig zu stellen. Vielleicht wurde aber auch aufgrund von Kostenerhöhungen ein billigerer Beton verwendet, der schon nach ein paar Wochen beginnt sich aufzulösen. Auf jeden Fall werde ich beim zuständigen Land nachfragen und auch hier über deren Antwort berichten. P.S.: Natürlich wurden auch wie erwartet (wir haben darüber auch schon hier geschrieben: http://provinnsbruck.at/content/weltgr%C3%B6%C3%9Fter-skateplatz-innsbruck-er%C3%B6ffnet) sofort überall Verbots- und Gebotsschilder aufgestellt. Dies hindert jedoch die SkaterInnen nicht, „ihren“ Platz schon zu benützen und sich über die Obstacles zu freuen. Ob der Platz auch...

Winterliche Schönheit

Innsbruck ist eine Stadt „im Herzen der Alpen“, wird immer wieder werbemäßig kolportiert. Dazu noch ein bisschen moderne Architektur und schon wird aus der lieblichen Schönheit vielleicht auch eine Bedrohung, zumindest aber doch etwas sehr Erhabenes. Ja, das Erhabene zieht uns hinan. Wie beigefügtes Foto vielleicht illustrieren...

MOLEcafe # 1

Es ist angerichtet: Am Donnerstag, den 27. Jänner 2011, lädt die Innsbrucker Kulturzeitung MOLE erstmalig zu Kaffee, Kuchen und Konversation. Wer immer schon wissen wollte, warum sich die Stadt Innsbruck im Rahmen der viel zitierten Corporate Culture präentiert, wie sie sich präsentiert, schaut am besten ab 19.30 Uhr in der Kulturbäckerei Dreiheiligen vorbei. Weitere Informationen: http://molekultur.at/ http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=184267944929773...

Dschungel Asyl – Wenn Parteien Vernunft zeigen...

Ganz Österreich schreit stündlich nach neuen Verschärfungen im Fremdenrecht. Ganz Österreich? Nein, in einer kleinen Weltstadt geschieht plötzlich Großes: Da sitzen an einem Mittwoch um 8:30 Uhr drei PolitikerInnen an einem Tisch und fordern vor versammelter Presse gesetzliche Lockerungen, Neuerungen, Entschärfungen, vor allem: legale Arbeitsmöglichkeiten für AsylwerberInnen.Und auch die Möglichkeit zu legaler Arbeit für Menschen, die einen negativen Asylbescheid haben aber aus verschiedenen Gründen nicht abgeschoben werden können. Man möchte meinen, die edle Runde setzt sich aus ParteigängerInnen von Grünen, Kommunisten und einer noch unbekannten MigrantInnenpartei zusammen. Weit gefehlt: Am Tisch sitzen neben der Grünen Landtagsabgeordneten Christine Baur Tirols Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ) und Innsbrucks Vizebürgermeister Franz X. Gruber (ÖVP). Drei siebte Zwerge von links oder rechts? Vielleicht. Was sie zu sagen haben, wird die ersten Zwerge aber interessieren: Die geltende Rechtslage führe zu absurden Situationen: Betriebe, die sich massiv dafür einsetzen, einen Asylwerber als Lehrling aufnehmen zu dürfen, erhalten keine entsprechende Genehmigung. Das Gesetz sagt: in die Schule dürfen, nein MÜSSEN alle gehen. Eine Ausbildung? Na, da kann ja jeder kommen, das geht nun wirklich nicht. Gemeinnützige Tätigkeit zu einem Schandlohn von kaum mehr als 3 (!) Euro die Stunde? Ja, bitte gerne. Eine halbwegs menschenwürdige Entlohnung? Na, da kann ja jeder kommen. Die drei ProtagonistInnen der heutigen parteiübergreifenden Pressekonferenz sind sich einig: das ist inhuman und brächte jeden anderen, der ebenso jahrelang in einem Flüchtlingsheim ohne jegliche Vision zubringen muss, manchmal auf Gedanken, die nicht gedacht werden sollten. Es ist ein tolles Zeichen, das Gerhard Reheis, Franz X. Gruber und Christine Baur hier setzen: parteiübergreifende Vernunft als probates Mittel gegen die rechte Front. Und man darf eigentlich nur hoffen, dass einige Schreiben, die Landesrat Reheis an Innenministerin Fekter gerichtet hat, noch einige Wochen unbeantwortet bleiben. Dann nämlich...

Öffis werden teurer

Bus- und Bahnfahren wird wieder einmal teurer. Der Verkehsverbund Tirol (VVT) erhöht die Preise von Einzeltickets und Zeitkarten ab 1. Februar um rund 4 Prozent. Wer mit Bus oder Bim unterwegs ist, zahlt künftig drauf: Das Einzelticket in Innsbruck kostet ab Februar 10 Cent mehr – statt 1,80 sind dann 1,90 Euro zu berappen. Wer aus den Umlandgemeinden kommt, zahlt gleich 20 Cent mehr – 2,80 Euro z.B. von Rum nach Innsbruck. Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um die künftige Entwicklung abzusehen: Für Menschen, die auf jeden Euro achten müssen – und das werden immer mehr – wird Mobilität langsam fast zum Luxus. Solche, die es sich (noch) leisten können, werden wieder häufiger mit dem Auto fahren. Die Blechstadt darf sich also in Zukunft auf noch mehr Staus und zugeparkte Straßenzüge freuen....

Neckbreaker’s Ball 2011...

Die Ballsaison ist im vollen Gang. Doch nicht nur Frack und Abendkleid wollen ausgeführt werden, es ist auch an der Zeit dazwischen mal die Lederhose (nicht die Tiroler) und Langhaarperücke (für Kurzhaarige) auszupacken. Denn es erwartet uns der Neckbreaker’s Ball 2011, der Bauernbundball für Freunde der derben Stromgitarre. Es spielen auf: KATAKLYSM LEGION OF THE DAMNED EQUILIBRIUM MANEGARM MILKING THE GOATMACHINE Zu beachten ist die Warnung der Veranstalter: „Wer Kopf und Genick noch nicht ausreichend trainiert hat, sollte dies umgehend nachholen.“ Auch der sportliche und tänzerische Aspekt kommen hier also keineswegs zu kurz. Zeit: 27. Jänner 2011, 19:00 Uhr Ort: Hafen Link:...

Die Tiger Lillies kommen ins Treibhaus...

Die Tiger Lillies sind mehr als Musik – sie sind ein kathartisches Erlebnis. Ihre Mischung aus Variete, Oper und Zigeunerwaisen fährt einem nicht nur in die Beine, sondern in jede Zelle des Körpers. Das schräge Trio aus London hat seine Musik längst zum genial-grotesken Gesamtkunstwerk erweitert. Ihre furiose Show mit musikalischen und szenischen Einlagen findet Fans in ganz Europa. Und wie alle guten Clowns und begnadeten Musiker(innen) wissen sie vom Wahnsinn des ganz alltäglichen Lebens zu berichten. The Tiger Lillies, am 27. Jänner 2011, 21:00 Uhr. Im Treibhaus, Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck...