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Die Stadt als Blog

Nach drei Wochen mobiler Themensammlung in St. Nikolaus und Mariahilf sind einige provInnsbruck-Boxen wieder in der Redaktion gelandet. Im Unterschied zu Forrest Gumps Mutter, die das Leben bekanntlich mit einer Schachtel Pralinen vergleicht, wissen wir nun, was wir bekommen.

 

# 3: St. Nikolaus/Mariahilf – Teil 1

 

 Fazit 1: Angst

Während sich die Furcht vor "Marokkaner-Dieben" längst selbst ad absurdum geführt hat, ist ein neues Phänomen bekannt geworden: "provInnsbruck-Boxen-Diebe" gehen um. Wie kürzlich bekannt wurde, ist Schachtel Nummer 1 an einem unschuldigen Freitagnachmittag direkt von der gemütlichen Bank vor der Alpinschmiede (Mariahilfstraße 44) entwendet worden. Sie ist gepunktet, beklebt und voller spannender Inhalte. Lösegeldforderungen laufen ins Leere – für zweckdienliche Hinweise zeigen wir uns aber gerne erkenntlich.

 

Fazit 2: Antworten

 

Kein Wunder, dass die Besucher_innen der einzigartigen papierwerkstatt 32 (Mariahilfstraße 32) gerne schreiben. Was Anpruggen nach Meinung der Bewohner_innen braucht, ist, will oder zumindest wollen soll, könnt ihr hier in Auszügen lesen:

 

"Betrifft Wach-Kruzifix auf der Innbrücke: Der liebe Gott hat es wirklich nicht verdient in Gesellschaft kahler Fahnenstangen, umtost von Verkehr und kaum gewürdigt von den vorübergehenden Passanten am Rand des Brückengeländers zu stehen. – Der ursprüngliche Platz im Hof des Volkskunstmuseums war ideal! – Wenn schon keine Verlegung möglich sein sollte – wenigstens etwas Grün zu füßen des Kreuzes sollte sich die Stadt wohl leisten können!"

 

"IN MARIAHILF NERVT DAS GEWALTIGE VERKEHRSAUFKOMMEN, ABER NOCH MEHR, DASS SICH DIE POLITIK DEM THEMA NICHT ANNIMMT. NEBEN DEM TÄGLICHEN VERKEHRSGERANGEL FINDET DAS VORHANDENE UND SCHÖNE KEINEN PLATZ MEHR. DER VERKEHRSLÄRM ZIEHT DIE MENSCHEN WEG, ABER NICHT AN! DER INN IST ZWAR EINE NATÜRLICHE TRENNLINIE ZWISCHEN ALTSTADT/MARKTHALLE + ANPRUGGEN, ABER EINE WEITERE FUSSGÄNGERBRÜCKE – MIT EINHERGEHENDER AUFWERTUNG DER MARKTHALLE – KÖNNTE SEHR VERBINDEND WIRKEN. IN DEN LETZTEN JAHREN, UNTER BGM. ZACH, WURDEN VIELE POSITIVE ARCHITEKTONISCHE AKZENTE GESETZT, DOCH JETZT WÄRE ES AN DER ZEIT, SICH DIESEM STADTTEIL zu WIDMEN. ALSO POLITIKERINNEN BEWEGT EUCH, UNTERNEHMT ETWAS UND DAS ZUR ABWECHSELUNG SCHNELL!"

 

"Mich nervt total, wenn am Marktplatz ständig Veranstaltungen stattfinden und die Musik sooo laut ist, daß ich als Anwohnerin im Mariahilfpark sogar den Fernseher lauter drehen muß! Und am schlimmsten ist der Herr Peer mit seinem "Beach", der hält sich weder an Lärmbestimmungen noch an Sperrstunde!"

 

Fazit 3: Aktivität

 

Schachtel Nummer 3 befindet sich derzeit noch im Kunst & Drüber (Mariahilfstraße 20). Wie uns mitgeteilt wurde, haben die engagierten Frauen des integrativen Ateliers bereits Inhalte gesammelt, Passant_innen befragt und die provInnsbruck-Box kurzerhand sogar auf die Uni und zu verschiedenen Treffen mitgenommen. Wir sagen DANKE und sind gespannt!

 

Fazit 4: Aggressionen

 

Liebe_r …….! Unschön, dass wir nun wissen, was du in den letzten drei Wochen getan hast. Da du aber ein sehr kommunikativer Mensch zu sein scheinst, empfehlen wir dir, deine "provInnsbruck-Boxen-Hiebe" direkt auf unserem Blog loszuwerden. Nachdem sich in Schachtel Nummer 4 ausschließlich Nachrichten von dir befinden (hast du die Box mit nach Hause genommen?) und du "Selbstprofilierung" aber so was von strikt verurteilst, wollen wir es dir nicht antun, zitiert zu werden. Dass du nicht jede_n von uns magst, halten wir aus und dir unsere Tür weiterhin symbolisch auf, um dich online zu beschweren.

 

Fazit 5: Anerkennung

 

Wie der Inhalt von Schachtel Nummer 5 beweist, wird das Taminda (Innstraße 51) von seinen Besucher_innen geliebt. Wir schließen uns dem vollinhaltlich an und wissen, dass mit vollem Mund zwar viel gesprochen, aber augenscheinlich nicht gerne geschrieben wird.

Isabella Krainer

One Comment

  1. Einfach lässig, wenn eine Idee aufgeht und wirkt – übers Taminda wollte ich eh schon lange bloggen und werde das in Bälde nachholen – es ist einfach eines der gemütlichsten Beisln der Stadt und hat immer eine gute Jause am Start!

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