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Ein bisschen wie die Faust aufs Auge …

… nimmt sich dieses Wirtshausschild an der Fassade des neu renovierten Gasthaus Stieglbräu aus. Diese könnte man fast den Baukünstlern der Zwischenkriegszeit in Innsbruck wie etwa Welzenbacher oder Baumann etc. zuordnen – ist sie aber nicht, wie eine kleine Recherche ergab.

 

Immerhin wurde das Gasthaus in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet, wie in dem lesenswerten Buch Vom Wirtshaus zum Grandhotel von Peter Walder-Gottbacher, erschienen im  Studienverlag in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Stadtarchiv zu lesen ist. Darin findet man viel Interessantes sowohl zu noch existierenden als auch schon längst das Zeitliche gesegnet habenden Innsbrucker Gasthäusern und Hotels, illustriert mit vielen schönen Bildern.

 

Zum Gasthof Stieglbräu ist dort lediglich vermerkt, dass das Gasthaus 1937 von der Baufirma Retter errichtet wurde und über eine vom Innsbrucker Architekten Herbert Nagiller entworfene Inneneinrichtung verfügte. Ob die immer noch dort vorhanden ist, entzieht sich meiner Kenntnis, ich glaube aber eher nicht, da das Gastbaus ja immer wieder umgebaut worden ist.

 

Da seine unmittelbare Nähe zum Landhaus die dort tagenden Politiker/innen immer wieder das Gasthaus Stieglbräu aufsuchen ließ, brachte diesem daher den Ruf ein, das eigentliche Tiroler Landhaus zu sein, da viele Entscheidungen dort wahrscheinlich unter feuchtfröhlicherer Atmosphäre, wie sie das Landhaus bietet, bei einem Gläschen Wein oder Bier getroffen wurden, oder dort auch einfach nur vieles für die dann anstehenden poltiischen Abstimmungen "vorbereitet" wurde.

 

Wenn es auch nicht immer stimmen mag, dann ist es gut erfunden. Jedes Tiroler Wirtshaus, das was auf sich hält, hat schließlich mindestens eine eine gute Geschichte dazu.

Helmut Schiestl

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