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Interview mit JC, Teil 2

Pünktlich zu Weihnachten hat mir Anonymus den 2. Teil des (innsbruckübergreifenden) Interviews mit JC zugespielt:

 

 

„Täglich Neu“ interviewt Jesus C. Teil 2 des Exklusivgesprächs.

 

Red: „Ãœber Gott schweigen, weil er nicht mit unseren Worten beschreibbar sei“?

 

J.C.: „Ihr nennt ihn ja oft den lieben Gott. Das stört ihn überhaupt nicht. Aber er regt sich fürchterlich über zwei Dinge auf. Er ist ein und derselbe für alle. Ganz gleich, wie sie ihn nennen. Oder an seine Existenz glauben. Wer da ist kann nicht nicht da sein. Ich tu schon eine ganze Ewigkeit nichts anderes als zu sagen „Er ist da“. Und es wird noch einiges an Eurer Zeit so weitergehen.

 

Red: „Und was regt ihn so richtig auf? Die zwei Dinge“?

 

J.C.: „Ach ja. Erstens: Da sind die – ich glaube hierzulande nennt man sie die „Bigottischen“. Es gibt sie aber überall. Sie schmeissen sich so richtig an ihn oder an das Bild, das sie sich von ihm gemacht haben. Mit ihrem „Wir sind doch Dein“ versuchen sie, ihn zu besetzen. Und wenn sie noch mit auswendig gelernten Phrasen und Demutsbezeugungen daherkommen. Das packt er überhaupt nicht. Er hat auch wenig Kontakt mit ihnen, wenn sie kommen.

Ich sage ihm oft er soll nicht so sein, sie hätten es doch auch gut gemeint.

Seine Antwort ist immer die gleiche: Ja vielleicht. Aber sie sind mir zu langweilig.

 

Red: „Jetzt der zweite Aufreger“!

 

J.C.: „Das ist, wenn ihr die Schuld auf ihn schiebt. Fragt, warum er das zugelassen habe. Ja, wollen sie ihre Freiheit oder nicht? Oder wollen sie vielleicht nur eine halbe Freiheit? Mit mir nicht! Sie wollten ihre Freiheit und sie haben sie auch bekommen. Und sie wären auch gescheit genug um zu wissen, daß sie mit der Freiheit auch die Verantwortung für ihr Tun und Lassen übernommen haben. Er wird meistens auch zu mir sarkastisch!

Hast Du es ihnen nicht deutlich genug gesagt? Haben sie deinen reichen Prasser schon vergessen? Ist ein gutes Gleichnis gewesen, gratuliere“.

 

Red: „Und damit sind wir auch schon bei deiner Gemeinschaft. Bei unserem letzten Interview hast du – Moment – ihre Abgehobenheit kritisiert“.

 

J.C.: „Also Grundsätzlich: für uns sind alle Leute von vornherein gleich lieb und wert. Kritisch wird es so richtig, wenn jemand die Lebenschancen von anderen beschneidet. Ihnen die Freiheit und auch die Verantwortung dafür nimmt“.

 

Red: „Mörder, Diktatoren, Verbrecher wie Hitler“?

 

J.C.: „Richtig. Aber auch die vielen kleinen Diktatoren, die Ausnützer. Aber auch die „Zulasser“ und Wegschauer. In ihrer Haut möchte ich nicht stecken.

Das fängt schon beim Sterben an. Und dann, bis sie bei uns ankommen!

Sie nehmen ja ihr Leben voll mit. Mit allen ihren Verbrechen“.

 

Red: „Zurück zu Deiner Gemeinschaft. Zu denen, die sich Christen nennen“.

 

J.C.: „Ihr wißt, wie breit schon da die Palette ist. Man glaubt es nicht – aber wenn wir darüber reden, dann fällt sogar das Wort „Effizienz“!

 

Red: „Wie bitte? Effizienz – und das da drüben“?

 

J.C.: „Richtig. Effizienz. Teamwork. Darum beten sie ja schon lange. Aber sie tun nichts. Sind sogar froh, wenn sie ein paar Unterschiede finden. Und bringen sich so um die Chance , die Botschaft effizienter zu bezeugen“.

 

Red: „Die zahlenmäßig größten sind die Katholiken“.

 

J.C.: „Stimmt. Und diese Kirche wäre garnicht so schlecht. Stichworte Gerechtigkeit für die Armen, Feindesliebe. Aber sie ist durch ihre Organisation und Langsamkeit unendlich ineffizient. Sie lernt viel zu langsam. Beispielsweise beim Motivieren der Frauen. Da sind sie total mutlos. Ãœberfordert. Obwohl sie wissen, daß sie sich in wenigen Jahren auch bei den Frauen entschuldigen werden müssen. So wie bei Galilei, den Juden, den AnhängerInnen Martin Luthers. Irgendwann müssen sie mit ihren Entschuldigungen zum Ende kommen“.

 

Red: „Du siehst uns etwas verwundert! Worte, Begriffe wie Effizienz, Motivation oder Akzeptanz. Sowas von Dir, von Euch“?

 

J.C.: „Natürlich! Unsere Worte und Beispiele vor zweitausend Jahren waren die Worte und Beispiele für diese Zeit. „Akzeptanz“ – diesen Begriff hat es damals nicht gegeben. Ich habe mich aber redlich darum bemüht. Darum habe ich ab einer gewissen Lernmüdigkeit auch nur noch in Beispielen,

Gleichnissen gesprochen! Das passiert doch auch heute. Und darauf achten wir schon“.

 

Red: „Das heißt Ihr betreibt auch eine Art Controlling“?

 

J.C.: „Natürlich! Wer Verantwortung für die Verkündigung und vor allem für die Umsetzung der Botschaft übernimmt muß auch Rechenschaft übernehmen. Ganz persönlich. Und gleich in welcher Funktion. Darüber reden wir schon, wenn so jemand kommt. Wir hören auch da oft Entschuldigungen und Ausreden. Schlechte Zeiten , andere Verpflichtungen, Schicksal usw.

Da wird die Stimmung mit dem Neuankömmling etwas getrübt“.

 

Im dritten und letzten Teil des Interviews mit J.C. reden wir über seine emotionalen Erfahrungen in der Welt. Da „menschelt“ es so richtig!

„TÄGLICH NEU“ LESEN – EXKLUSIVGESPRÄCH MIT JESUS C.

Thomas Müller

2 Comments

  1.  Sorry, lieber J.C., ich möchte deinen Papi ja nicht wieder nerven – aber wo genau liegt denn die Freiheit bzw. Verantwortung eines Kindes, das am Hunger stirbt?! Wenn er unser Schöpfer ist und es zulässt, dass alle paar Augenblicke ein unschuldiges Kind verhungert – wie kann er sich "Vater" nennen? Albert Camus meinte: "Entweder ist Gott gut, dann ist er nicht allmächtig. Oder er ist allmächtig, dann ist er nicht gut". Werde ich jetzt wegen Ketzerei zur Hölle fahren?

    • Camus sollte man überhaupt mehr lesen, auch jetzt, der ist heute so aktuell wie in der Zeit, in der er geschrieben und gelebt hat. Und mit einem Gottesglauben habe ich da auch schon länger so meine Probleme. Wie kann Gott all das Leid zulassen? Diese Frage beschäftigte ja schon das Mittelalter – Theodizeeproblem – mal ganz abgesehen von einer völlig unvollkommenen Welt mit Katastrophen. Leid, Krankheit und Tod. Auch in den vielen Zeitungskommentaren diverser Kirchenmänner in diesen Tagen ist ja immer wieder von diesem liebenden Gott die Rede, der sich da seiner Menschheit erbarmt hat und selber Mensch geworden ist. Warum nicht einfach Jesus als Menschen sehen, als einen von  leider nicht all zu vielen, die im Laufe der bisherigen Menschheitsgeschichte etwas Positives geleistet und bewirkt haben, der neue Fragestellungen und Forderungen – Bergpredigt – für das menschliche Zusammenleben aufgestellt hat. Eine Bewusstseinsmutation vielleicht, nicht mehr aber auch nicht weniger!

       

       

       

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