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Wir sind Fahrrad – wirklich?

Innsbruck ist neue Radhauptstadt Österreichs, verkündet derStandard.at und bezieht sich dabei auf eine Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ): 23 Prozent der Alltagswege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt – der Spitzenwert unter Österreichs Landeshauptstädten.

 
Das ist sicher eine erfreuliche Meldung, allerdings auch kein Grund in haltlosen Jubel zu verfallen. In den letzten Jahren hat sich „radlmäßig“ einiges verbessert – die Möglichkeit, Räder auch mit Bus und Tram zu transportieren beispielsweise. Innsbruck hat einige schöne Radwege entlang des Inns. Und vielleicht dämmert auch einigen Autofans inzwischen, dass sie mit dem Rad nicht nur billiger, sondern auch schneller zum Ziel kommen – vom Umweltschutz und der persönlichen Fitness ganz abgesehen.
 
 
Alles super – sicher nicht!
Auf meinen tagtäglichen Radltouren durch die Stadt erlebe ich häufig brenzlige Situationen und befahre viele Straßenzüge, die alles andere als radfreundlich sind. Die Anichstraße, Ing.-Etzel-Straße und die Unibrücke – die Liste ließe sich noch erweitern und wenn ihr auch mit dem Rad unterwegs seid, kennt ihr sicher noch viele weitere „Rad-Fallen“. Manche AutofahrerInnen brausen auf Handbreite an einem vorbei und überdachte Abstellplätze sind Mangelware.
 
 
Wie gesagt: In den letzten Jahren hat sich einiges verbessert und das ist anzuerkennen. Allerdings sollte der Titel „Farradhauptstadt“ auch ein Ansporn sein, weitere Maßnahmen zu setzen und bestehende auszubauen. Mehr Radverkehr bedeutet schließlich weniger Lärm, bessere Luft und damit eine lebenswertere Stadt für alle.
 
 
 
Foto von Claudia Grünzweig

Andreas Wiesinger

One Comment

  1. kann mich dir nur anschließen. ideal ist es leider nicht, besonders die uni kreuzung find ich sehr gefährlich, je mehr schienen liegen umsomehr muss man als radfahrer ausholen um sie zu queeren, was jedoch beim üblichen verkehr und den taxis sehr gefährlich ist. hier ist auch der punkt wo mir vorkommt unsere straßenplaner sind nie mit dem fahrrad unterwegs und wenn nur am innradweg, der allerdings auch nicht nahtlos ist. sich also radhauptstadt zu schimpfen, nur weil das radnetz der anderen städte noch schlechter ausgebaut ist, ist kein grund sich auf nicht vorhandenen lorbeeren aus zu ruhen. tut mir leid, aber ich bin nicht zufrieden, oft meines lebens nicht sicher und sehr viel mit dem rad unterwegs.

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