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Werberelikte – vergessene Schriften

Werbung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft – schafft Bedürfnisse, schafft Marken, schafft Emotion – sie schafft Armut und Reichtum. Werbung identifiziert und informiert im gleichen Maße wie sie uns belügt. Gute Werbung erregt Aufmerksamkeit – ist grell, oberflächlich manchmal witzig und extrem kurzlebig. Doch manchmal überdauert Werbung ihre UnternehmerInnen, gerät in Vergessenheit und wird dadurch sogar zu einem dauerhaften Teil des Stadtbildes. Dieser kleine Rundgang widmet sich Schriftzügen aber auch Symbolen, welche über die Wirtschaftsgeschichte Innsbrucks berichten.

1. Der größte Wirtschaftsfaktor in Tirol ist der freizeitorientierte Fremdenverkehr bzw. Tourismus. Doch bevor die großen Zentren in den Tälern entstanden, war Innsbruck das Zugpferd des Tiroler (Winter)Tourismus. Die Protagonisten waren und sind: Nordkette, Bergisel, Patscherkofel und deren historisches wie sportliches Andenken.

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2. Dass in der Innsbrucker Südbahnstraße Bier im großen Stil gebraut wurde verrät das noch existierende Sudhaus in Bahnhofsnähe.  Aber auch eine Fassade gegenüber des Freischwimmbades Tivoli.

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3. Dieser steinerne Zeuge mit Knüppel markierte den Standort des einstmals berühmten Gasthofes „Wilder Mann“ (Ecke Museumstr./Meinhardstr.)

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4. Kleingewerbe und EinzelunternehmerInnen trugen immer schon die Entwicklungsmöglichkeiten einer Stadt. (SOWI, Viadukte)

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5. Was eine „Lichtpausanstalt“ sein könnte wissen wohl nur noch die Wenigsten. Es handelte sich um ein chemisches Reproduktionsverfahren, welches auf der Anwendung von UV empfindlichen Papier und Ammoniak beruhte. In Zeiten von Digitalkopierern od. Plottern ist die Blaupause allerdings ebenso in Vergessenheit geraten, wie eben die Lichtpause. (Pradl)

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6. Der Abschluß gebührt dem größten Werbeträger Österreichs – dem ORF. Das alte „Bullaugen“ Logo begleitete mind. 2 Generationen von TV Sehern und ist noch auf einem Notstromaggregat hinter dem Zentrum am Rennweg zu finden.

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Diese kleine Sammlung ist natürlich sehr subjektiv und keinesfalls vollständig. Vielleicht begegnet auch Ihr den Zeichen längst vergangenem Konsums und bedenkt besonders zur Weihnachtszeit – wie vergänglich dieser sein kann.

Fotos Eigenproduktionen

LG, Martin Kapferer

Martin Kapferer

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