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Radfahrverbot in argumentativer Not

Heute wird der Gemeinderat darüber abstimmen – und alles deutet darauf hin, dass ein Radfahrverbot in der Maria-Theresien-Straße durchgesetzt wird. Wirklich absurd ist dieses Verbot auch deshalb, weil Radverkehr zwar verboten wird, aber Autos am Vormittag weiterhin durch die MaThesi brettern dürfen (siehe Foto).

 

Die MaThesi ist eine breite Straße, die eher Platzcharakter hat. Bislang war die friedliche Koexistenz von Fußgänger(innen) und Radfahrer(innen) gelebte Realität: Der einzige größere Unfall ereignete sich zwischen einer Fußgängerin und einem Taxi; Radunfall wurde kein einziger angezeigt. Ich halte es eine unwürdige „Pflanzerei“, dass Räder jetzt draußen bleiben sollen, obwohl sogar die Polizei gegen ein Verbot ist.

 

Scheinargument: Sicherheit
Echte Argumente haben die Radgegner(innen) keine, sie wiederholen aber gebetsmühlenartig, man solle doch bitte an die Sicherheit denken. Dazu ist zu sagen, dass der Radfahrverkehr in Innsbruck schon immer ein „Stiefkind“ war und der – an sich unterstützenswerte – Straßenbahnausbau die Situation weiter verschlechtert.

 

Für Radfahrer(innen) sind brenzlige Situationen an der Tagesordnung, als ein Beispiel unter vielen ist die Situation in der Anichstraße zu nennen: Zwischen Bus und Autos ist kaum Platz, außerdem ist es saugefährlich, sollte man in die Straßenbahnschienen einfädeln. Da scheint das Sicherheitsargument nicht viel zu gelten.

 

Fakt ist: Innsbruck bricht regelmäßig Feinstaubrekorde – Radfahren vermeidet Abgase und Lärm, außerdem nimmt ein Rad im Vergleich zum PKW kaum Platz weg. Die Verbieter(innen) werden sich fragen lassen müssen, ob sie wirklich in InnsBLECH statt in InnsbRADL leben wollen. Schon jetzt erklären Expert(inn)en, dass ein Radverbot vor dem Verwaltungsgerichtshof wohl kaum haltbar ist.

 

Wer ein Zeichen gegen dieses unsinnige Verbot setzen will, hat heute (Do, 21.3.) um 16 Uhr vor der Annasäule Gelegenheit dazu: Dort starten die Jusos ihren Flashmob gegen das Radverbot. Machen wir uns stark für eine Stadt, in der Vernunft und Umweltschutz mehr gelten als das Durchsetzen von unsinnigen Verboten!
 


Redaktion

8 Comments

  1. durch die mts darf man nie brettern. laut gesetz darf man zu erlaubten zeiten zum zwecke der ladetätigkeit eine fussgängerzone IM SCHRITTTEMPO befahren. das durchfahren (z.b. als abkürzung) ist auch da verboten, ausser für radlfaher/innen. so viel zur sachlage! leider ist dieser artikel keine journalistische meisterleistung, eher schon ein persönlicher kommentar.

    ändert aber nichts an der sinnlosigkeit dieses verbotes. viel eher sollte mehr kontrolliert werden, denn wenn sich alle an die regeln halten (z.b. auch ALLE fahrenden ans schritttempo), dann wirds kein problem geben.

    •  Generell frage ich mich, warum die Lobby der Betreiber der diversen Geschäfte, Apotheken, etc. in der Maria-Theresien-Str. nicht gegen ein Radfahrverbot ist. Ich für meinen Teil schiebe sicher nicht mein Fahrrad z. B. bis zur St.-Anna-Apotheke, wenn es genügend andere gibt. Grundsätzlich passt dieses (wenn es kommt) Verbot gut in die Situation in Stadt und Land: Radfahrer (und auch Mountainbiker) sind nur dann gewünscht, wenn es zur Erhöhung des Presitge passt. Ansonsten sollten sie bitte ganz ruhig bleiben. 

  2. Miit Erstaunen hab ich das Wahlplakat der Grünen gelesen, kanns leider nicht im Wortlaut wiedergeben, aber" Bachrauschen statt Verkehrslärm" waren die Schlagwörter. Wieder einmal unglaubwürdig! Oder stimmt unsere Vizebürgermeisterin heute doch gegen das Radfahrverbot??? Wäre schön, würde mich überraschen und wäre ein Pluspunkt für die Wahl Ende April. Räder machen ja bekanntlich keinen Verkehrslärm. Ausserdem war ich in Bruneck in der Innenstadt, auch da kamen Fahrräder daher, aber keinen störts. Eigentlich bin ich ziemlich angefressen, bei uns wird alles ein Problem, nur die wiirklichen stehen hintenan.

    •  liebe gästin,

      na klar stimmen die grünen – samt vizebürgermeisterin sonja pitscheider – gegen das verbot. waren immer dagegen und werden auch nicht aufgeben, sollte das verbot heute – gegen die stimmen der grünen – beschlossen werden.

      p.s.: der spruch auf dem plakat lautet: "Der Bach soll rauschen. Nicht der Verkehr."

      • Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.  Ausserdem gefällt mir Eure Plakatserie besser, als die, auf denen ein Herr mit Hexenkreuz zu sehen ist. Leider geb ich halt gar nichts auf Wahlplakate und muss gestehen, je weniger auf der Strasse herumstehen umsdo lieber ist mir die Partei,

    • Ich kenne keine Stadt in Österreich, wo Radfahren im Zentrum, auch in einer Fußgängerzone verboten ist.
      Auch in italienischen Städten, gibt es keine Radfahrverbote in Innenstädten.
      Das ist alles nur ein politisches Hick Hack –
      wenn die Grünen dafür sind müssen wir (die Bürgermeisterin) dagegen sein, die SPÖ ist es eh wurscht, weil sie andere Probleme hat und überhaupt sind die Innsbrucker Radfahrer Feindbilder UND ICH weiß nicht wie wir dazu kommen !!!!
      Es geht NICHT um die 180 m schieben, sondern, dass UNS Rücksichtslosigkeit nachgesagt wird, wo doch jeder, den ich kenne langsamst durchfährt oder sich in einem der Cafès hinsetzt und was konsumiert (das dürfen wir dann schon)
      Es ist eigentlich infam, Menschen, die umweltbewusst unterwegs sind, als Rowdies hinzustellen !!! Ich bin empört !

  3. warum fordert eigentlich unsere vzbgmin nicht mehr kontrollen durch die polizei? wenn man das regelmässig macht, dann werden die taxler auch irgendwann draufkommen, dass des teuer ist. oder eine videokontrolle und dann die kennzeichen auswerten. ganz einfach, ganz effektiv. dann hört sich die taxlerabkürzung ganz schnell auf.

  4. Warum müssen eigentlich nur die Radfahrer raus? Damit für die Autos, vorwiegend natürlich Taxis !, genug Platz bleibt – müssen da ja unbedingt auf Kundenfang gehen, und das den ganzen Tag. Effektiver Taxistandplatz, dann brauchen sie nicht mehr Schilder ummalen. Und Poller gibt es hier ja auch keine ;=)

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