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Ein „Wisch“ und viele ohnmächtige BürgerInnen

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Worum es geht?

Vor einigen Tagen ist nach der Ferrari-Wiese in Innsbruck nun auch in der Gemeinde Oberperfuss die Debatte über eine Deponie für Bodenaushub entfacht.

Die Firma Ernst Derfeser GmbH beabsichtigt in unmittelbarer Nähe eines ausgesprochen ruhigen Wohn- und Erholungsgebietes, welches vorwiegend von Familien mit Kleinkindern bewohnt wird, über den Zeitraum 2014-2024 eine Bodenaushub-Deponie, wobei in die Deponie reiner Aushub und reines Gestein auf eine Größe von rund 65.200 Kubikmetern eingebaut werden soll.

Bei einer Gemeinderatssitzung am Dienstag den 7.10.2014 sollen sich Anrainer, Bürgermeisterin Obojes-Rubatscher, Gemeinderatsmitglieder und Beamte vom Land beraten. Wie zu erwarten lehnt der Gemeinderat das Projekt ab.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Bauvorhaben der Firma Derfeser vom Tisch ist. Der „Wisch“ steht bis dato noch aus.

Anrainer, welche nur wenige Meter neben dem betroffenen Gebiet leben, haben jetzt zurecht Grund zur Sorge. Erhöhte Lärm-, Verkehrs, so wie Staubbelastung durch permanente Ablagerungen sollen also künftig den Skiort Oberperfuss prägen.

Wer hat dazu eine Meinung – zusammengefasst?

„Da es sich um eine Kleindeponie handelt, wird sie im vereinfachten Verfahren erledigt. Die wasser-, naturschutzrechtlichen und anderen Auflagen ändern sich deshalb aber nicht“, argumentiert der zuständige Planer Ekkehard Neuner in der Tiroler Tageszeitung vom 03.10.2014.

Dabei muss man sich fragen, warum sich bei sogenannten Kleindeponien mit einem Ausmaß von über 60.000 Kubikmeter keine wasser- bzw. naturschutzrechtlichen Auflagen ändern? Die Abgasemissionen der LKW´s, welche täglich durch den Wintersportort fahren tragen wirklich zu keinerlei Veränderung der Umwelt bei?

Die nüchterne Einschätzungen des Projektanten Stefan Fischers der Firma Derfeser lässt weiters großen Unmut hinsichtlich Derfesers Pläne zu. Seiner Meinung nach ist der Standort inmitten von Wohngebieten logistisch günstig gelegen. „Geplant sei die Ablagerung von Bodenaushub aus der Gemeinde Oberperfuss selbst und den direkt angrenzenden Gemeinden“, so Fischer in der TT.
Die Zufahrtssituation, vorbei an einer Volksschule, Kinderkrippe, dem örtlichen Kindergarten und einer Arztpraxis empfindet Herr Fischer „unkritisch, es besteht kein absoluter Gefahrenbereich“ – die Zufahrt sei geprüft und für geeignet empfunden worden.

Interessantes Urteil – wer das geprüft hat, wird nicht erwähnt. Vielleicht waren es die Transportfirma Rubatscher, die Oberperfer Bürgermeisterin Obojes-Rubatscher oder die Derfeser GmbH?

Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher (Rubatscher Transporte, Schwerkranarbeiten, Erdarbeiten) bestätigt, dass es eben nur eine Zufahrtsmöglichkeit an besagten öffentlichen Einrichtungen vorbei gibt. Für den Projektanten Stefan Fischer jedoch ist die Situation nach wie vor „unkritisch“.

Stimmen aus dem Volk?

Den Gemeinderat, welcher das Vorhaben grundsätzlich ablehnt, beschwichtigt Fischer weiters mit den Worten, „wir sind bemüht, der Bevölkerung ihre Ängste zu nehmen, die oft aus Unwissenheit entstehen.“ Die Deponie sei immerhin mit geringer Staub- und Lärmbelastung geplant. (Zitat: Tiroler Tageszeitung am 07.10.2014)

Die Bevölkerung hat also Ängste aus Unwissenheit? Warum dann nicht einfach aufklären und darüber abstimmen – oh, geliebte Demokratie, leider funktionierst du nicht…

Vielleicht brauchen wir keine Abstimmung. Solange Magnat Derfeser sich zu arrangieren weiß mit Bürgermeisterin Obojes-Rubatscher (Oberperfer Transport-Unternehmen, selbst hin und hergerissen in dieser heiklen Situation), einigen schwarzen Landesbeamten und weiß Andreas Hofer mit wem noch, könnte ja alles noch gut ausgehen.

Hauptsache die BürgerInnen wissen von all dem nichts oder wie Stefan Fischer sagen würde „haben Angst aus Unwissenheit…“

Die gute Neuigkeit

Immerhin versuche man ja den Staub und Lärm möglichst gering zu halten. Gegen die rollenden Tonnen hingegen habe man vorerst leider noch kein Rezept.
Vielleicht ein Schild mit der Aufschrift „Achtung Lastwagen“ vor der Volksschule aufstellen….?!
Somit könne man gewährleisten, dass zumindest die älteren Kinder – welche schon lesen und schreiben gelernt haben – wissen, welche Konsequenzen ein unachtsames auf-die-Straße-Laufen haben könnte.

Tirol isch halt oanfach lei oans

Josef K

Gast

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