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Die Dinge – Konsumkritik am Recyclinghof

Ein junges Paar, das zwischen den endlosen Möglichkeiten und Verheißungen der Konsumgesellschaft fast zerrieben wird. Ein verrückter Wirtschaftsprofessor, der das Glück finden will. Ein Werbetexter, der seinen Traumjob hinschmeißt. Und der Chor der Marktforschung, der die Warenangebote im Überfluss zu sortieren versucht. Sie alle schlagen sich mit den gleichen Fragen herum: Wie leben wir in einer Welt voller Dinge, ohne die wir nicht mehr auskommen? Wie viele Dinge besitzen wir genau? Und wie lieben wir in einer Zeit, in der alles käuflich scheint, ohne uns selbst zu betrügen?

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Die Zeitgeist Gruppe lädt auf dem Innsbrucker Recyclinghof in der Rossau ein zu einem Puzzle aus bruchstückhaften Biographien und recycelten Gegenständen, das die (flüchtigen) Glücksversprechen unserer Zeit untersucht. Die Dinge ist eine Theaterperformance, die sich thematisch mit dem Konsumverhalten unserer Wohlstandsgesellschaft auseinandersetzt, mit Sprache und Tanz arbeitet.

Das Theaterprojekt orientiert sich am gleichnamigen Roman des französischen Autors Georges Perec. Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Begriff Glück in einer von käuflichen Dingen geprägten Welt. Der Text und das szenische Material für diese Theaterarbeit wurde aus der Romanvorlage, aus Interviews mit Angestellten und NutzerInnen des Recyclinghofs sowie aus Improvisationen mit den SchauspielerInnen und TänzerInnen in der Vorarbeit und im Probenprozess erarbeitet. 

Die Arbeitsweise, Theater an einen konkreten Ort zu binden, hat die Zeitgeist Gruppe in ihrer letzten Produktion im April 2013 („Letzte Talfahrt, last descent- Ein Fundbüro der Erinnerungen“) im leerstehenden Gebäude der alten Hungerburgbahntalstation in Innsbruck schon angewendet. Damals wurde der besonderen Charme einer vergangenen Zeit in den Mittelpunkt gerückt. Auch im neuen Projekt steht die Einbindung des Spielortes und des Publikums wieder im Mittelpunkt. Doch diesmal wurde das genaue Gegenteil eines idyllischen Schauplatzes als Spielort gewählt.

 

TERMINE: 

Premiere: Fr, 12.09.2014, 18.00, sowie 20.00

Weitere Vorstellungen:

Sa, 13.09.2014, 18.00, sowie 20.00 
So, 14.09.2014, 18.00, sowie 20.00 
Mo, 15.09.2014, 18.00, sowie 20.00 
Mi, 17.09.2014, 18.00, sowie 20.00 
Do, 18.09.2014, 18.00, sowie 20.00

 

 

 

 

Karten gibt es online auf www.zeitgeistgruppe.com, sowie unter der Telefonnummer: 0650/ 6124350 oder direkt am Recyclinghof.

Redaktion

One Comment

  1. Hallo Zusammen,

    find ich gut, dass immer mehr darauf hingewiesen wird, dass wir in einer verschwenderischen Wegwerfgesellschaft leben. Jedes Lebensmittelgeschäft schmeißt noch länger Essbares weg. Das Mindeshaltbarkeitsdatum (MHD) gibt die garantierte Haltbarkeit bis zum jeweiligen Datum an.
    Käse sowie Wurst in allen Variationen, Kaffee, Yoghurts, Fertigprodukte, Lachs, Nudelgerichte etc. halten von einigen Tagen bis Wochen darüber hinaus. Von der täglichen Brotverschwendung wollte ich garnicht erst anfangen zu erzählen, jedoch ist der bizarrste Fall, das in einem großen Lebensmittelgeschäft in Völs ein Mitarbeiter 8 Stunden am Tag(!) angestellt ist, um die Getreideprodukte in einen Container zu werfen.
    Mir sind schon Produkte untergekommen, die lange vor dem MHD palettenweise in den Müllcontainern hinter den Geschäften entsorgt wurden und zwar alleinig aus dem Grund, da schon die nächste, neue Bestellung eingetroffen ist.

    Nun werden Sie sich sicher fragen, warum die Esswaren, die ressourcen- und bodenintensiv, sowie mit viel Arbeitskraft erzeugt werden, einfach so weggeworfen werden?

    Für die Antwort, braucht man nur zu schauen, was/wer unsere Gesellschaft bestimmt – das Kapital bzw. deren Halter.
    Und da sich das Kaptial, des Kapitals bzw. Wachstums Willen immer vermehren muss(!), darf marktwirtschaftlich kein zahlender Kunde verloren werden. Ja es wird nicht mal den Ärmsten in unserer Gesellschaft gegönnt!

    Hmmm mal aufgepasst, wie war das mit dem Weißbrot vor 20 Jahren noch? Kann mich daran erinnern, dass es spät am Nachmittag halt keines mehr gab. Dann wurde eben altes Schwarzbrot getoastet, auch köstlich.

    Wenn man einmal über die Schmerz und Kummer verursachenden Essenberge hinweggekommen ist, will man das nicht länger mitansehen. Deshalb nehme ich das schon länger nicht mehr hin und kauf erst gar nichts mehr in den Lebensmittelgeschäften sowie Diskontern ein.
    Dankbarerweise gibt es in Innsbruck die Initiative WEGWERF GESELLSCHAFT, die sich ehrenamtlich organisiert hat und die Produkte öffentlich zugänglich gratis anbietet. Anfangs im KostNixLaden in der Höttingergasse, sind sie nun in die Universität GEIWI übersiedelt und zwar in den Geiwimax-Raum.
    Mit Kühlschrank und einladenden Couchen zum Verweilen.

    Aktuelle Infos dazu via Facebook: Wegwerf Gesellschaft bzw. Uni brennt Innsbruck

    Soviel zur Vorgeschichte zu meinem eigentlichen Kommentar des Artikels „Konsumkritik am Recyclinghof“.

    Da die Verwertung von Weggeworfenen nicht beim Essen halt macht, bin ich auf den Recyclinghof Innsbruck zugegangen und gefragt, ob ich nicht aus den Containern, alte Waren mitnehmen kann. Habe hierzu bei einem öffentlich Bediensteten höflich um Zutritt gebeten, welcher mir forsch widersagt wurde. Dachte mir, kann ja auch mal einen schlechten Tag gehabt haben und probierte es Tags darauf nochmals bei einem anderen Mitarbeiter; jedoch auch dieser untersagte es mir.

    Nun meine Frage an die Stadt Innsbruck, warum dürfen im Sperrmüll (komplette Schränke, Couchen, Bürostühle), im Container mit noch funktionierenden Kühlschränken sowie bei den Elektrogeräten (PC, Laptops, Lautsprecher etc.) keine Waren wiederverwertet werden?

    Ich bitte hierum um eine Stellungnahme.

    Zitat:
    Unsere gemeinsame Mutter Natur zeigt ihren Kindern immer deutlicher, dass ihr der Geduldsfaden gerissen ist.
    Tendzin Gyatsho (14. Dalai Lama, * 1935)
    Lasst deshalb den Begriff „ressourcenschonend“ nicht als stehen, sonder ihn zusammen umsetzen.

    Der hier veröffentlichte Kommentar wird der Stadt Innsbruck übermittelt, sowie auf Facebook öffentlich geteilt. Die Stellungnahme der Stadt werde ich wortgetreu auf provinnsbruck.at facebook.com und vorbehaltlich in anderen Medien posten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lukas Tramnitz

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