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VORHER – NACHHER Teil 4

Obwohl sich bei der Diskussion rund um die kultig/kitschigen Liebesschlösser Abgründe aufgetan haben, spricht das Interesse an urbaner Entfaltung für sich. Ein Grund mehr, um auch andere Veränderungen des Innsbrucker Stadtbildes zu thematisieren. Denn Sprüche sind zum Sprühen da, oder?

 

 

 

 

Während folgendes Zitat (nach Hannah Arendt) im März dieses Jahres noch mit Anwesenheit glänzte, präsentiert sich die selbe Mauer in der Innsbrucker Amthorstraße aktuell wieder in altbekanntem Grau. Böswilliger Vandalismus oder visionäre Bereicherung – was meint ihr?

 

VORHER

 

NACHHER 

Isabella Krainer

6 Comments

  1. Für mich eindeutig eine Bereicherung, weil was ist denn sonst schon mal "anders"? Es gibt ja kaum noch Subkulturen oder wirkliche Alternativgruppierungen. Die Hipster, die sich vorrangig über das Optische definieren (wobei politische oder gesellschaftliche Weltanschauungen nur sehr vage, wenn überhaupt, vorhanden sind – man könnte sie eher links verorten, aber welche Ansichten da genau vorherrschen, wissen sie selbst nicht), sind Teil eines momentanen Modetrends und funktionieren nur über den Konsum!

     

    Da find‘ ich solche Sprüche, die ich sehr wohl sehr gut sind, auf Hauswänden erfrischend und wichtig!

  2. dazu gabs früher mal den etwas überspitzten (klo)spruch WER (KLO)WÄNDE ÜBERMALT, VERBRENNT AUCH BÜCHER. Persönlich hätte ich den Spruch stehen lassen, weil er einen absolut richtigen Gedanken paradox formuliert. Aber hey: wofür gibts sonst urbane kommunikative Archive wie provInnsbruck?

  3. wisch und weg eben … so originell is der spruch auch wieder nicht. und das eingekreiselte a ist die pubertätsakne unter den wandzeichen!

  4. Mir ist Innsbruck zu steril. Visuell zu fad. Nicht bunt genug. Gesprayte Zitate, die auf Verstand schließen lassen, gibt es auch so gut wie nie zu sehen. Ich weiß nicht ob sich SprayerInnen überhaupt irgendwo austoben können in dieser Stadt. Ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen. 

  5. hm mit solchen sprüchen ist es eben so: was einem gefällt, kann für andere beleidigend unpassend abstoßend sein: wo ist diese grenze, wer soll entscheiden, was passt und was stehen bleibt?

  6. Sprüche unbedingt, Graphity ja, urbane Entfaltung natürlich. Allein es fehlt der Widerspruch direkt darunter: ICH WILL ABER GEHORCHEN BABY! Die offenste Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie Normen folgt und erhält. Ein rechtsfreier Raum hilft wenigen und schadet vielen. Ob man das Gerhorsam nennen muss? Vielleicht nicht. Es ist die allgemeine Akzeptanz gesellschaftlichen Willens. Auch in der Anarchie gibt es mindestens eine Norm, die absolute Gleichberechtigung aller Mitglieder; es ist die Gesellschaft der Ordnung ohne Herrschaft. Wer diese nicht respektiert und bejaht, schließt sich selbst aus ihr aus.

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