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Postnazismus revisited

Am Freitag, den 11. Mai 2012, präsentiert und diskutiert Stephan Grigat im DOWAS seinen kürzlich erschienenen Sammelband „Postnazismus revisited“, der das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert beleuchtet.

 

Der Band Postnazismus revisited versammelt Beiträge, die grundlegende Überlegungen zum Nachleben des Nationalsozialismus in den postfaschistischen Gesellschaften anstellen. Sie setzen sich sowohl mit der modernisierten Vergangenheitspolitik in Deutschland als auch den Erfolgen der FPÖ unter und nach Jörg Haider auseinander. Die Aufsätze beinhalten Gedanken zur Kritik des Postnazismus im Zeitalter des Djihadismus und formulieren eine Kritik am „Islamophobie“-Begriff vor dem Hintergrund der Diskussionen über den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik.

 

Eine zentrale These des Bandes lautet, dass eine global orientierte Kritik der postnazistischen Konstellation konstatieren muss, dass sich das Zentrum der offenen antisemitischen Agitation nach 1945 von Europa in den arabisch-islamischen Raum verschoben hat. Nachdem die Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen Massenmord steigern kann, sondern auch, dass man dafür selbst nach der totalen militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was für eine ungemeine Attraktivität eine derartig pathologische, sowohl mörderische als auch selbstmörderische Krisenlösungsstrategie für antisemitische Massenbewegungen und Banden in anderen Weltregionen haben musste.

 

Buchpräsentation & Diskussion:

Freitag, 11.05.2012, Beginn: 19.00 Uhr, DOWAS – Leopoldstraße 18, 6020 Ibk

 

Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert.

Freiburg: ça ira-Verlag 2012, 300 Seiten, 18,- Euro

 

Herausgeber:

Stephan Grigat hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien.

 

Mit Beiträgen von:

Stephan Grigat, Gerhard Scheit, Clemens Nachtmann, Uli Krug, Ulrich Enderwitz und Heribert Schiedel.

 

Weitere Informationen:

http://www.ca-ira.net/verlag/buecher/grigat-postnazismus.revisited.html )

 

Isabella Krainer

4 Comments

  1. wenn man sich anschaut wie antisemitisch manche sind, die sich selbst als "links" bezeichnen, könnte einem echt schlecht werden.

  2. "…dass man dafür selbst nach der totalen militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat"

    wie zynisch kann man eigentlich sein?

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