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Mal wieder Bergisel-Museum. Eine subjektive Reflexion

Kein Museum scheint in letzter Zeit so sehr die Gemüter erregt zu haben wie das Bergiselmuseum. Obwohl seit meinem Besuch schon einige Zeit vergangen ist und ich nicht vorgehabt habe, mich noch länger und öfter damit zu beschäftigen, hat man teilweise keine Chance, einem Gespräch darüber auszustellen.
 
Meist läuft das Ganze recht vorhersehbar ab. Man ist sich schnell darüber einig, dass die Kosten, die der Bau verursacht hat, viel zu hoch waren, dass man das Geld viel besser hätte verwenden können, etc. Was die Architektur hingegen angeht, sind die meisten Menschen eher neutral. Es ist ein Gebäude, das nicht mehr Widerspruch erregt als ein normales modernes Haus.
 
Heikler verhält es sich aber mit dem Inhalt. Lässt man das Gemälde, das eben eine Attraktion für sich darstellt und deshalb nicht weiter behandelt werden soll, beiseite, bleibt mehr oder weniger nur der unterirdische Teil übrig. Grundsätzlich ist mir noch niemand begegnet, der wirklich überzeugt war. Weder wissenschaftlich noch „kuratorisch“ wird dem Museum ein positives Zeugnis ausgestellt. Eher ist es so, dass die meisten Besucherinnen und Besucher, mit denen ich gesprochen habe, den roten Faden vermissen oder ähnliches. Gelegentlich kommt es auch vor, dass  man sogar etwas verstört ist, beispielsweise wenn man vor einem überfahrenen Biber steht.
 
 
Und trotzdem passiert es immer wieder, dass am Ende ein positives Resümee steht, was mich anfangs leicht verwirrt hat. Erst mit der Zeit und nach mehrmaligem, genaueren Zuhören ist mir aufgefallen, was der Reiz des Museums ist. Dadurch, dass es mehr oder weniger planvoll Alltagsgegenstände aus dem 20. Jahrhundert präsentiert, erlangt es den Charme eines Trödelladens. Nicht der Erkenntnisgewinn steht hier im Vordergrund, sondern ganz im Gegenteil die Erinnerung. Man sieht wieder die Skier, die man als Kind hatte (oder wollte), man begegnet längst verschwundenen Werkzeugen, etc. Gelegentlich scheint es so, als wäre es ein sehr persönlicher Ausflug in eine Jugend, die längst vorbei ist.
 
Unter dieser Rücksicht ist das Museum so etwas, was man nett nennen könnte. Ob die Nettigkeit diesen Preis wert ist, ist eine andere Frage

 

Ulrich Lobis

One Comment

  1. Innschprugg mausert (oder besser: katert) sich langsam zur ächten Weltstadt, denn nur solche können sich Superlative dieser besonderen Art leisten: Bergiselmuseum: der teuerste Trödelladen Österreichs, Landhausplatz: der teuerste Skaterplatz Österreichs, Maria-Theresienstrasse: der teuerste Fahrradabstellplatz Österreichs           

    Kein Wunder also, dass sich bald keine Sau mehr in dieser Stadt eine Wohnung leisten kann……      die Kohle wird ja bereits für das nächste  Strohfeuer verheizt: die YOG …………..                      

     

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