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Freiheitskämpfer auch in Tirol geehrt

Über 65 Jahre nach seinem Verschwinden in Osttirol wird am Freitag, dem 11. Februar, der Freiheitskämpfer Hubert Mayr auch vom offiziellen Tirol geehrt.

Schon 1937 wollte Hubert Mayr nicht mehr nur zusehen, wie die jungen Demokratien Europas von Gewalt und Faschismus ausgemerzt wurden: Er war einer der Tiroler, die sich bei den Internationalen Brigaden im Spanischen BürgerInnenkrieg engagierten. Sie flohen aus einem Tirol, in dem zum damaligen Zeitpunkt schon keine Demokratie mehr herrschte, nachdem der Austrofaschismus linke Parteien und Gewerkschaften verboten hatte. Sie kämpften für eine Sache, die in ihrer Heimat schon verloren gegangen war.

„James Bond“ aus Tirol

Bei seinem Rückzug vor den siegreichen Franco-FaschistInnen kam Hubert Mayr 1939 nach Frankreich, wo er interniert wurde, aber fliehen konnte. Später engagierte er sich bei den Alliierten, kam nach Italien, wurde von den dortigen FaschistInnen gefangen genommen, konnte wiederum fliehen und bekam schließlich einen großen Auftrag: Er sollte in seiner Heimat Tirol – genauer gesagt in Osttirol – eine Widerstandsgruppe gegen die Nazis aufbauen. Seine Gruppe wurde allerdings entdeckt und er ist seit der Jahreswende 1944/1945 verschollen.

In einer Veranstaltung am Freitag, dem 11. Februar 2011 wird Hubert Mayr nun posthum das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs verliehen. Eine große Auszeichnung für einen Tiroler Freiheitskämpfer fernab von Hofer-Revanchismus und Anti-Wien-und-Brüssel-Mentalität! Auch der Termin ist geschichtsträchtig gewählt, finden doch österreichweit (in Tirol unter anderem auch in Wörgl, wo 1934 größere Kampfhandlungen stattgefunden haben) am 12. Feber traditionell Gedenkfeiern für die Opfer der Feberkämpfe 1934 statt. Das 2005 erschienene Buch von Peter Wallgram gibt weiteren Aufschluss und Hintergründe zu Hubert Mayrs Leben. Auch die Universität Innsbruck hat Hubert Mayr prominent auf ihrer Homepage gewürdigt.

Für alle Interessierten: Der Festakt beginnt am Freitag, 11. Februar 2011 um 19 Uhr im großen Festsaal des Tiroler Landhauses.

Ein schöner Akt des offiziellen Landes Tirol!



Tobias Orischnig

One Comment

  1. Ohne solche Menschen, die ihr Leben für die Freiheit einsetzten, hätte der Faschismus vielleicht doch gesiegt. Nicht auszudenken, wie unsere Welt heute aussehen würde: noch totalitärer, grausamer und unmenschlicher als in unseren schlimmsten Alpträumen. Wollen wir es nie vergessen: Freiheit, Frieden und soziale Rechte werden uns nicht geschenkt – wir müssen sie erkämpfen! Mit Worten, Herz und Taten.

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