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YOG – darf’s ein bisschen mehr sein?

Während der Bewerbung für die Olympischen Jugendwinterspiele (YOG) ging die damalige, inzwischen abberufene Geschäftsführung von einem Gesamtbudget von 15 Millionen Euro aus. Heute ist klar: Der Ausgabenrahmen muss auf 23,7 Million erhöht werden.

 

Die Stadt Innsbruck, das Land Tirol und die Republik Österreich erhöhen ihre ursprünglich veranschlagten Subvention von jeweils zwei auf fünf Millionen – weitere böse Ãœberraschungen sind allerdings nicht ausgeschlossen. Es hat hierzulande Tradition, dass Sportveranstaltungen mit Millionenbeträgen von der öffentlichen Hand gesponsert werden: Schon die 2. Olympischen Winterspiele waren ein Millionengrab, Winteruniversiade und EURO sind Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

 

Es profitieren nur wenige (hauptsächlich aus Hotellerie und Handel), die Zeche bezahlen alle Steuerpflichtigen. Seit Jahren klagt Tirol über die höchsten Lebenshaltungskosten, während man zugleich die im Schnitt niedrigsten Löhne bezieht – auch weil Lohndumping im Tourismus zum guten Ton gehört. "Brot und Spiele"  lautet eine uralte politische Devise – wobei das Brot ein hartes und die Spiele ebenso teuer sind.

 

www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Überblick/2020053-6/jugendspiele-land-erhöht-beitrag-auf-fünf-millionen-euro.csp

Andreas Wiesinger

2 Comments

  1. Ja, sehe ich auch so! Denk nur an das finanzielle Desaster der letzten Fußballeuropameisterschaft, was immerhin dem Platzgummer den Kopf, Stadt und Land aber viel Geld gekostet hat. Aber nur wenn ich daran denke, dass die Maria-Theresien-Straße schon lange fertig umgestaltet sein könnte, hätte man ihr nicht vor drei Jahren einen zumindest einmonatigen Baustopp verordnet um sie mit diesen Megaschwachsinnsbuden zu verunzieren, kommt der Ärger in mir hoch.

     

  2. Freitag, 20. Jänner: Vortrag „Ein neues Marktsegment – Innsbruck 2012 Olympische Jugendwinterspiele“ mit Volker Eick/Berlin

     
    Es freut uns, euch am 20.1. um 19.00 im DeCentral zur Gegenveranstaltung zu den WYOG in Innsbruck einladen zu dürfen! Für Essen und Getränke ist gesorgt…
    Zum Vortrag:
    Die Olympischen Spiele gehören – zusammen mit der FIFA-Weltmeisterschaft – zu den größten Sport-Events weltweit. Im zweijährigen Wechsel finden die Olympischen Sommer- und Winterspiele statt, seit 2010 gibt es zusätzlich die Olympischen Jugendspiele, die dieses Jahr in Innsbruck erstmals als Olympische Winterspiele stattfinden.
    Spätestens seit den Olympischen Spielen von Los Angeles im Jahr 1994 ist aus einem ›Sportfest für Alle‹, das vermeintlich der Völkerverständigung dienen sollte, ein kommerzielles Unternehmen für Eliten und Großkonzerne geschaffen worden. Sämtliche organisatorischen und finanziellen Risiken, so steht es in allen Verträgen schon vor Beginn der Spiele, liegen dabei ausschließlich bei der Öffentlichen Hand.
    Es ist dabei kein Zufall, dass die intensivierte Vermarktung der Spiele parallel zur Neoliberalisierung von Städten und Regionen stattfindet, im Gegenteil:
    Die Olympischen Spiele sind für die zunehmende Privatisierung, Kommerzialisierung und Festivalisierung des urbanen Raums und der Regionen mit seinen ausgrenzenden Effekten vielmehr konstitutiv, wenn es um deren Zurichtung für Profitinteressen gegen die Bevölkerungsmehrheit geht.
    * Klar ist dabei, wer an den Spielen verdient: Nicht nur große Konzerne wie BMW, adidas oder Coca-Cola kassieren riesige Gewinne. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) profitiert durch Sponsoren und Medienkonzerne mit Millionen von Euro.
    * Zuletzt haben die Winterspiele in Vancouver gezeigt, wie im Vorfeld und während der Spiele Straßensperren und Videokameras, Polizei, Militär und Sicherheitsdienste zum sportiven Alltag der Stadt und Region werden – und gegen sogenannte Randgruppen vorgehen.
    * Mit den Jugend-Olympiaspielen wird der Konkurrenzkampf, das permanente ›Höher–Schneller–Weiter‹ aus der Erwachsenenwelt, nun auf Jugendliche ausgeweitet und mit dem kommerzialisierten Leistungssport des ›Alle gegen Alle‹ als Norm zelebriert.
     

    und im Vorfeld als Aufmerksammacher der olympischen Schattenseiten gewesen:

     Fackenlauf quer durch Österreich

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