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Willkommen in Schilda!

Dieses hübsche Sitten-Bild habe ich von EdinSasic auf Twitter, seit kurzem zwitschert provInnsbruck auch dort mit – herzlichen Dank!

 

Lange Zeit hielt ich MitbürgerInnen, die freiwillig auf ihr Wahlrecht verzichten, für

a) ein bissi blöd oder b) egoistisch und jedenfalls c) ziemlich ignorant. 

 

Ich werde weiterhin wählen, solange ich eine Wahl habe, weil ich zur Demokratie keine lebenswerte Alternative sehe. Aber ich möchte mich für meine Arroganz entschuldigen – heute verstehe ich, warum jemand vom Wahlrecht keinen Gebrauch macht. Was sich in Tirol derzeit so alles "Politik/er/in" schimpft, spottet jeder Beschreibung. Wählen gehe ich hauptsächlich, um den Wahlanteil der Volldeppen und Kellernazis zu vermindern.

 

 

Andreas Wiesinger

6 Comments

  1.  

    Hart formuliert, aber nicht ganz unwichtig! Über die aktuelle Plakatwüste gibt es kaum positives zu sagen.

    Nicht nur bei Plakaten, die mit der Verknüpfung von "Sicherheit" mit "illegalen Asylwerbern" unterstellen, dass diese Alsylwerber gefährlich sind. Auch nicht, wenn man die Frage aufwirft, ob nun Tirol, Wien oder Brüssel entscheidet (oder war es doch Kanada?). Ein "DU" in riesigen Buchstaben verursacht Unbehagen, das Gefühl erinnert an Szenen in der Schule, als man vom Lehrer unvorbereitet an die Tafel gerufen wurde. Und was sollen sich jene Menschen denken, die lesen, dass Tirol Arbeit hat und "oben" ist, wenn sie ohne Arbeit ganz unten angekommen sind? Die Wortschöpfung "Fairändern" schmerzt einfach in den Augen. Auch Vorwürfe gegen Mitbewerber, ob angebracht oder nicht, sind nicht dazu geeignet, festzustellen, wofür eine Partei selbst steht. Diese Liste könnte man noch lange Weiterführen, nichts davon gibt einem ein gutes Gefühl.

    Egal, wo man unterwegs ist, Unmengen an Plakaten, die in einem eher negative Gefühle verursachen, versperren einem die Sicht auf das, wonach man als Wähler suchen sollte. Nämlich nach der besten Lösung. Stattdessen ist man schier gezwungen, das kleinste Übel herauszufiltern. Nur um nach der Wahl festzustellen, dass das kleinste Übel immer noch enttäuscht. Auch wenn es wenigstens kein "Kellernazi oder Volldepp" ist, um die Wortwahl des autors aufzugreifen.

     

  2. Stro nachher schau ma halt oder klagen wir sie eben. Tuts nicht streiten, wenn wer das Gold hat, macht er eben die Regeln. Wem das nicht passt, kann sich eine Lutscher kaufen…wenn er sich den leisten kann. WTF

  3.  "dieses hübsche sittenbild" ist fast nicht zu erkennen – zumindest nicht mit meinen Augen.

    könnt ihr die bilder auf provinnsbruck eine spur größer machen, wenn sie gegenstand eines textes sind.

     

    ansonsten:

    Danke wiederum für den versuch von herrn wiesinger, eine diskussion in gang zu setzen über das, was die politiker-kaste ihren wählerInnen in diesem lahmen, peinlichen und unfassbaren wahlkampf zumutet.

     

  4. "nicht ganz unwichtig" … wow, so viel der Lobhudelei, da werde ich fast schon überheblich, lieber cigarman 😉 …  allerdings teilen wir die Analyse und kommen zum selben Schluss.

    Liebe/r "Anmerkung": Sorry, ich bekam das Foto eben so "groß" und denke die "Hauptsachen" sind erkennbar (dank EdinSasic sogar vorher/naher) und außerdem im gesamten Stadtbild kaum übersehbar.

     

    P.S. provInnsbruck ist nicht die Egosho von Herrn Wiesinger, dafür würde sich (vermutlich und hoffe ich) auch kaum jemand interessieren – es geht um Anmerkungen, Bemerkungen und Fundstücke aus dem Innsbrucker Stadtleben. Mitmachen können alle Interessierten, entweder per Mail oder durch eigene Kommentare.

  5. Nichtwählen sollte auch als eine klare Aussage wahrgenommen werden. Man sollte sich fragen, warum Menschen nicht wählen gehen, denn einige (nicht immer wenige) haben ihre Gründe es nicht zu tun. Es sind  nicht wenige Menschen, die ihr demokratisches Recht der Wahl nicht wahrnehmen.

    Ich selbst, bin auch dafür zur Wahl zu gehen und im schlimmsten Fall weiß zu wählen. Dennoch sollte man sich überlegen, ob Nichtwähler wirklich so unpolitisch und uninteressiert sind. (Ich unterstelle hier niemand, dass er etwas in diese Richtung gesagt hat 😉 ) 

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